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Scott Binder hat es geschafft. Nach seiner Krebsdiagnose im März 2015 verließ er den schulmedizinisch empfohlenen Weg, verzichtet auf die Bestrahlung und führte mit Hilfe der Gerson Therapie, Meditation, Visualisierungen und Ayahuasca Sessions eine natürliche Krebsbehandlung durch. Dabei unterstützte ihn ein unverwüstlicher Optimismus, der seinesgleichen sucht. Wir sprachen mit Scott nach seinem MRA, das bestätigte, dass er krebsfrei ist.

 

sein.de: Hi Scott, wie geht es dir jetzt?

Scott: Danke, großartig!

 

Ich würde gerne ganz von vorne anfangen. Wie hast du herausgefunden, dass etwas nicht stimmt?

Ich hatte schon seit ca. 2,5 Jahren einen Knoten in meinem Hals, habe aber nichts gemacht damit. Ich habe einfach gehofft, dass er von alleine weggeht.

 

Hast du etwas dafür getan?

Ich habe versucht, Zucker und Kaffee aufzugeben. Das habe ich aber nicht wirklich geschafft.

 

Du hattest da aber noch keine Ahnung, was es war?

Nein, keine Ahnung, obwohl ich schon etwas beunruhigt war. Ein Arzt in Berlin wollte es genauer untersuchen lassen, aber das wollte ich nicht. Zwei Jahre später – das war im Februar 2015 – habe ich es dann in der Berliner Charité untersuchen lassen. Und die wollten mich auch operieren, aber am Gaumen, denn die hielten es für etwas ganz anderes. Ich war auch schon dort zum OP-Termin, aber mit meiner Versicherung war etwas nicht geklärt, und so fand die OP nicht statt. Da ich aber sowieso kein gutes Gefühl mit diesen Ärzten hatte, war ich froh, dass es nicht stattfand und flog deshalb lieber nachhause in die Staaten und ging in eine Klinik in Seattle.

 

Wie lautete dort die Diagnose?

Adenoid-zystisches Karzinom – ein langsam wachsender Tumor, der nach Ansicht der Schulmedizin aggressiv behandelt werden muss, weil er gefährlich ist und häufig in Lunge und Knochen streut. Dieser Tumor saß in meinem Hals und den haben sie dann auch rausoperiert. Sie hofften zwar, dass sie mit dem Tumor auch alle Krebszellen erwischt haben, aber er hatte bereits in meinen Hals gestreut. Diese Diagnose bekam ich eine Woche später. Und sie vermuteten, dass er möglicherweise auch schon in die Brust gestreut hatte. Aber das ließ ich gar nicht mehr untersuchen.

 

Du hast dich ziemlich schnell entschlossen, den schulmedizinischen Weg zu verlassen und bist der ärztlichen Empfehlung, dich einer Bestrahlung zu unterziehen, nicht gefolgt.

Da es eine langsam wachsende Krebsart ist, wusste ich, dass ich Zeit habe, um damit zu arbeiten. Die Situation würde sich in den nächsten paar Wochen ja nicht dramatisch verschärfen.

 

Dann hast du mit der veganen Gerson Therapie begonnen. Wieso dieses Programm?

Die Idee mit der Gerson Therapie kam von einer Freundin, die meinen Post auf Facebook gelesen hatte. Ich habe dann darüber recherchiert und es fühlte sich einfach gut an. Tatsächlich schickten mir viele Leute unterschiedliche Konzepte, wie man Krebs natürlich behandeln kann, aber das war die erste wirklich konkrete Empfehlung. Als ich dann nach „Gerson“ googelte, erschien dieses Retreat in Sedona. Ich kannte die Gegend ein wenig, weil ich mal eine Weile in der Nähe gelebt hatte. Daher machte es Sinn, dorthin zu gehen.

 

Du warst dort drei Wochen. Was haben sie mit dir gemacht?

Das Gerson Programm basiert auf einer strikt veganen Ernährung. Es gibt kein Salz oder andere Gewürze und sie verwenden sehr wenig Zucker. Auch kaum Obst. Es ist eine ziemlich strenge low-sugar-Diät. Eine halbe Banane pro Woche war erlaubt.

 

Eine halbe Banane pro Woche!

(Lacht). Ja, die sind da wirklich streng. Aber Krebs lebt von Zucker!

Zusätzlich zum Essen gab es am Anfang fünf Kaffee-Einläufe pro Tag und 13 kaltgepresste Säfte – sechs davon Karottensaft, drei Karotten mit Apfel, und der Rest der Säfte bestand aus Grünzeug. Und man sollte eine Menge Vitamine zu sich nehmen.

 

Und mochtest du das alles?

Oh ja! Ich liebte es. Nur das Essen war etwas schwierig, weil es am Anfang ziemlich fade schmeckte. Aber nach einer Weile habe ich wieder Sachen wie Salz verwendet – ich hatte einfach das Gefühl, dass ich so superstreng gar nicht sein muss.

 

„Das erste, was sie mir in Sedona sagten, war:
Wenn du Krebs heilen willst, ist das ein Fulltime-Job.“

 

Ist die Vitamin-Ergänzung Teil der Gerson Therapie?

Ich glaube, dass im original Gerson Programm Vitaminergänzungen nicht so eine große Rolle spielen wie in der Gerson Variante des Sedona Wellness Retreats. Ich vermute, in Sedona spielen Vitaminergänzungen eine größere Rolle.

 

Welche Vitamine wurden empfohlen?

Auf jeden Fall nur hochqualitative Produkte, also nichts, was man einfach so im Supermarkt kauft. Je nach Bereich, wo der Körper durch den Krebs die Ressourcen aufgebraucht hatte, sollte man das – zum Beispiel mit Vitamin D – wieder auffüllen.

 

Wie ging es weiter, als du wieder in Berlin warst? Hast du das Gerson Programm weitergemacht und hattest du alles Notwendige dazu?

Klar. Da ich aber nicht viel selber koche, musste ich mir ein paar Dinge zulegen wie zum Beispiel den Champion Entsafter.

Das erste, was sie mir in Sedona sagten, war: „Wenn du Krebs heilen willst, ist das ein Fulltime-Job.“ Sie empfahlen, dass wir jemanden engagieren, der die Gerichte für uns zubereitet, damit wir uns auf all die anderen Dinge konzentrieren können, die zu tun sind. Das hat dann Melissa, eine Freundin, für mich gemacht, und zwar seit ich zurückkam.

 

Im Juni wurde bestätigt, dass der Krebs tatsächlich in die Brust gestreut hatte. Warst du dazu wieder in Seattle bei deinen Ärzten?

Nein, das hab ich hier in Berlin mit einem Bioresonanzgerät checken lassen. Damit wurde sowieso schon mein Mineral- und Vitaminstatus überprüft und damit haben wir dann auch meinen Körper auf Bereiche mit Krebszellen gescannt.

Dass er gestreut hatte, war keine Überraschung für mich und ich geriet auch nicht in Panik, denn ich hatte die ganze Zeit so ein Gefühl… ich wusste irgendwie, dass er da war. Der Scan zeigte aber auch, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

 

Im Juli hast du dann entschieden, an einer Ayahuasca Session teilzunehmen. Was war die Idee dahinter?

Bei einer 5 Rhythmen Session lernte ich eine Frau kennen, die mich fragte „bist du offen für pflanzliche Medizin?“ Ich sagte „jep“ und sie: „Wusstest du, dass es Leute gibt, die Krebs mit Ayahuasca heilen?“ Das war der Grund, warum ich es machte.

 

Diese Erfahrung mit Ayahuasca hat dich tief beeindruckt, wie man in deinen Posts auf Facebook lesen konnte. Schon wenige Wochen später hast du an einer weiteren Zeremonie teilgenommen. Wieso?

Aus den gleichen Gründen und weil ich bei der ersten Zeremonie Erkenntnisse bekam, die einfach heilsam für den Krebs waren. In der ersten Zeremonie wurde mir zum Beispiel klar, dass ich den Krebs gar nicht gehen lassen wollte, denn er verhalf mir ja zu so vielen wertvollen Einsichten über mich und mein Leben. Die zweite Zeremonie half mir, den Prozess des Loslassens zu starten. Inzwischen mache ich es, um tiefere Erkenntnisse zu bekommen.

 

„Ich war eigentlich nie unsicher wegen der Art, wie ich den Krebs behandle.
Es gab in der ganzen Zeit insgesamt vielleicht fünf Minuten,
in denen ich ein wenig Angst hatte.“

 

Also eine Art pflanzliche Psychotherapie?

Genau!

 

Im September bist du noch mal nach Sedona ins Wellness Retreat geflogen… warst du unsicher, ob du es richtig machst?

Ich wollte einfach wieder etwas Input von dieser Seite. Mich neu aufladen lassen. Ich war aber nie unsicher wegen der Art, wie ich den Krebs behandle. Es gab in der ganzen Zeit insgesamt vielleicht fünf Minuten, in denen ich ein wenig Angst hatte, in denen ich mich fragte, was ich machen soll, wenn es nicht funktioniert. Aber das waren wirklich sehr kurze Momente, die schnell vorbei waren. Die meiste Zeit über war ich ziemlich sicher, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Und irgendwann kam ich ja sowieso in eine Haltung, dass es auch wirklich, ja wirklich, ok für mich ist, falls mich die Sache umbringt.

 

„Ich glaube inzwischen nicht mehr an Krankheit. Ich glaube,
diese Dinge kommen zu uns, weil sie uns eine Möglichkeit zeigen wollen.
Und wenn man das vollständig annimmt, erhält man ein neues Leben.
Und wenn nicht, stirbst du.“

 

Über deine Einstellung zum Sterben hast du viel geschrieben. Als ich diese Posts las, hatte ich den Eindruck, dass in deinem Fall wahrscheinlich viele Dinge zusammenkommen: Nicht nur die Gerson Therapie, sondern auch dein spiritueller Background, die Bereitschaft, sich mit allem was kommt auseinanderzusetzen, aber vor allem auch diese gelassene und optimistische Art, wie du auf das Leben und den Tod schaust und welche Rolle Krankheit dabei spielt.

Das glaube ich auch. Ich denke, dass Menschen, die Krebs bekommen, ihn irgendwie bestellt haben. Es ist zwar nicht so, dass ich ihn mir zu Weihnachten gewünscht hätte (lacht), aber mein Geist brauchte ihn, weil er wusste, dass er mir etwas Wichtiges beibringen würde.

Ich glaube inzwischen nicht mehr an Krankheit. Ich glaube, diese Dinge kommen zu uns, weil sie uns eine Möglichkeit zeigen wollen. Und wenn man das vollständig annimmt, erhält man ein neues Leben. Und wenn nicht, stirbst du.

Für mich ist der Krebs wie eine Schlange, denn genau wie Schlangen wird er zuerst missverstanden und negativ bewertet. Und es ist ja auch wahr, dass Schlangen bösartig sind, dass sie dich umbringen können. Aber Schlangen sind auch mystische Wesen, die für Transformation stehen. Sie verlassen ihre alte Haut und beginnen einen neuen Lebensabschnitt.

Unter der Oberfläche einer Krankheit gibt es Gründe, warum du sie hast. Und es lohnt sich, mental, psychologisch, ernährungstechnisch und spirituell zu erforschen, welche das sind. Dann kann Transformation stattfinden.

 

Du hast auch mit Visualisierungen gearbeitet. Was genau hast du visualisiert?

Ich habe mich eigentlich nicht speziell auf den Krebs fokussiert. Eher auf die positive Energie in meinem Körper und ich stellte mir vor, dass ich ein komplett funktionierendes Immunsystem besitze.

Während einer Heilsession erhielt ich das Bild, dass ich einen jungen, gesunden und starken Körper habe. Mit diesem Bild habe ich dann gearbeitet. Zusätzlich habe ich Musik mit binauralen Beats und mit speziellen Frequenzen gehört, z. B. mit 528 Hertz, der Frequenz der Liebe. Und mich auf positive Empfindungen in meinem Körper konzentriert und auf die Zukunft, die ich mir wünsche und mir Dinge gesagt wie „hey, du wirst leben, du wirst eine eigene Familie haben,“ usw.

 

Du hast dich dann schließlich wieder von Ärzten untersuchen lassen.

Ja, obwohl ich von unfassbar vielen Leuten – auch von meiner Familie – während der ganzen Zeit und auch bezüglich meiner Entscheidung unterstützt wurde, gab es natürlich einige, die sich Sorgen machten und die fragten, ob ich nicht mal wieder zu einem „normalen“ Arzt gehen will. Ich wollte aber auch selbst Klarheit haben. Daher ließ ich mich in Berlin untersuchen.

 

Das war im November. Wo hast du diesen Check machen lassen?

Es war eine Klinik in der Nähe vom Frankfurter Tor. Dort arbeitet der Arzt einer Therapeutin, die ich im Sommer kennenlernte und die auch Krebs hatte. Sie hat ihn sehr empfohlen, weil er anders sei als normale Schulmediziner. Und er ließ dann ein MRA machen.

 

Wie fühltest du dich, während du auf die Untersuchung gewartet hast?

Abgesehen davon, dass ich keine Krankenhäuser mag, ging es mir gut. Ich war gespannt, wie es wirklich in mir aussieht.

 

„Diese ganze Industrie befindet sich in ständiger Verleugnung,
was natürliche Therapieerfolge angeht.“

 

Und das MRA zeigte, dass der Krebs weg war. Du warst geheilt! Wie war dieser Moment?

Erstmal habe ich mehrmals nachgefragt, um ganz sicherzugehen, dass ich den Arzt richtig verstanden habe (lacht).

 

Und wie hat der Arzt reagiert?

Seine Reaktion war ehrlich gesagt seltsam. Er ging wie selbstverständlich davon aus, dass ich eine Strahlentherapie hinter mir hatte. Und als ich das verneinte, wirkte er irgendwie verwirrt. Er fragte jedenfalls nicht nach, was ich stattdessen gemacht habe. Aber das passt auch zu meinen sonstigen Erfahrungen. Diese ganze Industrie befindet sich in ständiger Verleugnung, was natürliche Therapieerfolge angeht.

 

Und du selbst? Wie ging es dir dann? Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie sich so etwas anfühlt…

Ja, das war interessant! Eigentlich ging es mir ganz ähnlich wie bei der Verkündigung der Diagnose im März, also irgendwie überrascht, nicht besonders dramatisch, vielleicht ein bisschen emotionaler als im März. Vielleicht weil… naja, ich war einfach davon ausgegangen, dass ich eine Weile länger damit zu tun haben würde, und daher war ich irgendwie … ein bisschen traurig. Es war wie „oh, du bist schon weg? Das ist ja blöd… ich mochte unsere Beziehung!“ Ich hatte mich mit meinem Krebs irgendwie angefreundet. Und dieser Freund war plötzlich weg.

 

Du hast diese 9-monatige Reise eben sehr genossen…

(Lacht) Das stimmt. So viele Erfahrungen und Einsichten! Dafür bin ich wirklich dankbar. Andererseits: Diese Sorte Krebs kommt gerne zurück. Es ist also möglich, dass er wieder kommt. Ich glaube nicht, dass es passiert, aber wenn doch, werde ich mich freuen, meinen Freund wiederzusehen. (Lacht)

 

„Ich hatte mich mit meinem Krebs irgendwie angefreundet.
Und dieser Freund war plötzlich weg.“

 

Und wie geht es jetzt weiter?

Nachdem ich über den Verlust meines „Freundes“ hinweggekommen war – und das dauerte dann nicht wirklich so lange – (lacht), dachte ich darüber nach, wie mein Leben die letzten Monate von dieser Geschichte bestimmt worden war. Und dass ich die gleiche Energie nehmen und sie auf etwas anderes fokussieren kann. Ich kann jetzt damit etwas sehr Schönes erschaffen…

 


 

scott-Macchu-PicchuIm Januar nahm Scott an einer 5-tägigen Trekkingtour zum Machu Picchu über den Salcantay in Peru teil.

Zurzeit arbeitet er an einem neuen Musikalbum und verfasst ein Buch über seine Erfahrung mit Krebs.

Scott auf Facebook

 

 

 

 

Interview und Übersetzung aus dem Englischen: Uschi Rapp / sein.de

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