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Physiologische Ebene der Arme

Die Hände sind unsere Sinnesorgane für das Tasten. Ein Gedanke reicht aus, um die Nerven im Gehirn so zu aktivieren, dass die Finger sich bewegen. Die Arme sind Ausdruck verschiedener Impulse, die mittels des Gehirns ausgelöst werden. Die Haltung der Arme und ihr Einsatz werden in folgenden Beispielen deutlich:

Mit den Unterarmen strecken wir die Hand nach etwas aus, was weiter weg ist. Wir setzen den Unterarm als Mittel des Kontakts ein.

Mit den Ellbogen machen wir eine Grenze deutlich. Wenn wir bestimmend oder aggressiv wirken wollen, bringen wir die Ellbogen raus. In einer Geste von Verteidigung halten wir Ellbogen und Arme schützend vor unseren Körper.

Im Oberarm liegt Stärke und Kapazität. Der Bizeps wird vorgezeigt, um Kraft zu demonstrieren. Beim Armdrücken versucht man, den Arm des Gegenübers auf dem Tisch niederzudrücken. Der Stärkere gewinnt.

Vor der Brust verschränkte Arme zeigen innere Abwehrhaltung aus Angst, angegriffen oder verletzt zu werden. Es ist eine geschlossene Haltung und demonstriert Reserviertheit.

Hände in den Taschen zeigt die Angst, einen Fehler zu machen. Es ist auch eine Abwehrhaltung: Lass mich in Ruhe, komm mir bloß nicht zu nah. Ähnlich mit den Händen hinter dem Rücken. Der Brustraum ist scheinbar offen, doch etwas muss hinter dem Rücken versteckt werden.

Handzeichen lernen wir schon in der Schule. Wenn du sprechen willst, hebe die Hand. Wenn du dich meldest, zeigt es deine Bereitschaft, gesehen zu werden.

Die Farbschwingung der Arme ist altrosa.
Das Tier der Affe.
Das Land ist Israel.

Die Arme als Sprachrohr des Herzens

„Die Arme sind die Verlängerungen der Wünsche unseres Herzens“
Wir fühlen mit unseren Armen,
Mit unseren Händen.
Wir fühlen Dinge mit unseren Fingern,
den Verlängerungen des Herzens über die Arme.
Wir drücken mit unseren Händen, wir ziehen mit unseren Armen.
Wir schieben den Schutz für das Herz vor,
wir ziehen die Wünsche des Herzens an.
Wir heben Dinge auf, wir heben sie hoch mit unseren Armen.
Wir halten Dinge unten mit unseren Armen.
(Shantam Dheeraj, Bardo „Live“)

Mit den Armen und Händen lassen wir das Herz sprechen. Wir lassen uns führen beim Tanz, geben uns hin. So wie die Vögel, die Falter, die Schmetterlinge, wenn sie sich im Flug erheben –  getragen durch die Bewegung ihrer Flügel und Falter, getragen im luftigen Raum. Der Tänzer auf dem Seil hoch oben über den Dächern balanciert mit einem Stab als Verlängerung seiner Arme auf einem Seil. Ohne die Einbeziehung seiner Arme könnte er sich nicht halten.

Die Welt der Phobien

Wenn wir unsere innere Balance verlieren, tendieren wir zu Phobien. Wir verschließen uns innerlich. Phobische Ängste zeigen blockierte Energie in den Armen: die Angst zu fallen, Angst vor Menschenansammlungen, Angst vor Weite oder Enge, Angst zu sprechen, Angst zu schwimmen, Angst im Fahrstuhl, im Flugzeug, Angst davor, mit etwas nicht umgehen zu können, Angst, mit seiner Handlung etwas Falsches zu tun.

Im Moment von Höhenangst ist es hilfreich, die Hand eines anderen Menschen zu halten. Die Energie, die durch die Hände fließt, entspannt das Nervensystem.

Bei Flugangst hilft die Berührung einer Hand oder eines Armes. Blockierungen und Anspannungen der Arme und Hände können gelöst werden. Ein Flugzeug macht deutlich, dass wir keine Kontrolle haben. Wir befinden uns in einem relativ engen Raum in großer Höhe, ausgeliefert an einen Piloten.  

Agoraphobie ist die Angst vor Weite, z.B. auf öffentlichen Plätzen oder weiten Landschaften, die nicht durch Berge oder Häuser begrenzt sind. Die Sicherheit der schützenden vier Wände fehlt. Menschen, die mit diesen Ängsten zu tun haben, beschreiben es folgendermaßen: „Ich habe Angst, dass etwas Schlimmes passieren könnte und keiner da ist, der mir hilft.“ Oder: „Ich habe Angst, in der Falle zu sitzen und schutzlos ausgeliefert zu sein.“

Es gibt Menschen, die plötzlich Panik bekommen, wie aus heiterem Himmel und einer Situation nicht mehr gewachsen sind. Das können Momente sein nach einem Unfall, einem Sturz, der länger zurückliegen kann. Völlig unvorhergesehen taucht diese Panik bei einer öffentlichen Rede auf. Der Unfall hat eine posttraumatische Belastungsstörung ausgelöst. Und obwohl alles gut gegangen ist, reagiert das Unterbewusstsein immer noch so, als ob der Sturz gerade geschieht. Das Nervensystem wappnet sich mit allen Symptomen der Angst. Das traumatische Erlebnis des Unfalls ist im Nervensystem noch nicht gelöst.

Menschen, die in einem gewalttätigen Elternhaus aufgewachsen sind, sehen sich viele Jahre später mit der Angst konfrontiert, wenn sie auf die Straße oder in den nächsten Supermarkt gehen. Gewalt wird mit den Armen ausgeübt, selten mit den Beinen oder dem Kopf. Das bedeutet, dass Zerstörung und gewalttätige Handlungen gegen andere und sich selbst als „negative elektrische Ladung“ in den Armen gespeichert werden.

Menschen, die sich „ritzen“ üben Gewalt gegen sich selbst aus. Der zwanghafte Akt, in dem das Bewusstsein teilweise ausgeschaltet ist, verschafft eine gewisse Erleichterung. Grundsätzlich ist jede Form der Selbstzerstörung ein blinder Fleck im energetischen Kreislauf im Nervensystem der Arme. Der Wunsch, sich auszudrücken löst gleichzeitig Angst aus. Lasse ich mich von der Angst abhalten, frustriert es mich. Gehe ich mit der Angst in den Ausdruck, bin ich wach und bereit, zu hören und zu empfangen.

Die Bedeutung von Mudras

Hände und Arme sind mannigfaltig in ihren Ausdrucksformen und unersetzlich in der Kommunikation, vor allem bei Menschen, die weder hören noch sprechen können. Taubstumme unterhalten sich ausschließlich mit Hilfe von Gestik und Mimik.

Mudras sind symbolische Handgesten oder eine bestimmte Körperhaltung. Sie bewirken eine Aktivierung feinerer Bewusstseinsschichten. Das Hand-Mudra des Herzens ist leicht nachzuvollziehen. Es sind die vor der Brust gefalteten Hände, eine Geste des Bittens, des Betens, der Wertschätzung des Selbst. Namaste heißt: Ich grüße das Göttliche in dir. In Indien gibt man sich nicht die Hand, sondern grüßt mit Namaste vor dem Herzen oder der Stirn. Der christliche Priester gibt seinen Segen, indem er seine Hand über den Kopf des Betenden hält.

Bildliche Darstellung im Tarot

Die Arme werden von den Königinnen im Tarot dargestellt. Sie sind Manifestationen femininer, vollständig ausbalancierter Kraft – aktive und rezeptive Handlungen sind im Gleichgewicht.

Im tibetischen Buddhismus repräsentieren die TARAs, die Qualitäten der Arme. Die bekanntesten sind die Grüne Tara und die Weiße Tara. Die Weiße Tara ist in vollkommener Ruhe, Zentriertheit und Verinnerlichung. Sie ist die Mutter aller Buddhas und symbolisiert die Liebe für alle fühlenden Wesen. Die Tara kann mit Mutter Maria gleichgestellt werden. Die liebende Mutter: pure Unschuld, reine Präsenz, fühlendes Wesen, immerzu gebend und nährend, das Leiden der Menschen erkennend und lindernd.

Meditation zur Weißen Tara

Für die Anwendungen von Meditationen mit einer Gottheit ist es unbedingt notwendig, eine starke Einstellung der Zuflucht mit tiefem Vertrauen und tiefer Hingabe zu der entsprechenden Erscheinung zu haben. Damit das möglich wird, ist es wichtig, diese Sadhanas (spirituelle Praxis) mit der richtigen Auffassung auszuführen. Unter dieser Voraussetzung wird man damit zweifellos einen starken Segen und starke Wirkungen erreichen können.

Anleitung: Du sitzt mit gekreuzten Beinen auf einem Kissen oder einem Stuhl. Deine rechte Hand ruht mit der Innenfläche nach außen auf deinem rechten Knie, um allen Wesen etwas zu geben. Daumen und Zeigefinger gehen zusammen. Die linke Hand hältst du vor deiner Brust in der Geste des Zuflucht-Gewährens. Hier gehen Ringfinger und Daumen zusammen. Die Augen können offen mit weichem Blick oder geschlossen sein. Wenn du möchtest, visualisiere dich selbst als weiße Gestalt oder in weißem Licht. Wesentlich ist es, zur Ruhe zu kommen, still zu werden und nach innen zu horchen. Wenn du einen Herzenswunsch oder einen ganz praktischen Wunsch verspürst, dann richte diesen Wunsch an die Weiße Tara mit der Bitte um Erfüllung. Das Mantra, welches du an sie richten kannst, lautet: OM TARA, TUTTARE, TURE SVAHA. Übersetzt lautet es: Heil Dir! Tara, Entschlossene und Heldenhafte!

Aktuelle Seminare und Ausbildungen von Elvira Schneider:

„Die Kraft des Pulsschlags: Vertrauen in Haltlosigkeit“
vom 16.-18. September 2016 auf Gut Saunstorf – Ort der Stille (www.gut-saunstorf.de)

„Mut zur Angst: Tibetan Pulsing & Innere Arbeit mit dem Enneagramm“
vom 21.-23. Oktober 2016 in Dresden

Ausbildung „Tibetan Pulsing Intensive“
von Januar 2017 bis August 2019 (in Blöcken) auf Gut Saunstorf – Ort der Stille. (www.gut-saunstorf.de)

Über den Autor

Avatar of Elvira Schneider

ist Heilpraktikerin für Homöopathie, Trauma- und Körperarbeit. Sie arbeitet seit 25 Jahren mit der Körper- und Energiearbeit Tibetan Pulsing Healing in Einzelsitzungen, Seminaren und Ausbildungen. Sie hat direkt bei Dheeraj J. Murley, dem Begründer von Tibetan Pulsing, gelernt.

Sie lebt und arbeitet auf Gut Saunstorf – Ort der Stille und ist seit 15 Jahren Schülerin von OM C. Parkin im inneren Kreis der Mysterienschule und hat sowohl Kenntnisse der inneren Arbeit als auch die Enneagramm Ausbildung absolviert.

Kontakt
Telefon: 038424-223962

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