So wie sich Männer oft mit dem Äußern von Gefühlen schwertun, so haben Frauen nicht selten Berührungsängste mit der Technik. Wenn wir wirklich inneren Frieden finden wollen, ist es notwendig, all die technischen Errungenschaften, so zweifelhaft ihr Nutzen für die Menschheit auch auf den ersten Blick sein mag (siehe z.B. Waffensysteme), in Liebe anzunehmen.

Bei der Lektüre spiritueller Texte fällt mir oft eine gewisse Technikfeindlichkeit auf. Aber auch hier gilt das Prinzip: Wie Innen, so Außen. Die technischen Leistungen unseres Jahrhunderts sind zweifellos enorm und repräsentieren unsere linke Hirnhälfte und unseren männlichen, rationalen Anteil.
Der Computer nimmt hierbei in unserem Leben eine besondere Stellung ein. Dies aus zwei Gründen: Erstens stehen wir ihm nahe, weil er von der Arbeitsweise unserem Gehirn (insbesondere der linken Hirnhälfte) nachempfunden ist und zum anderen stellt er gewissermaßen ein lebendes Wesen dar.
Letzteres mag auf den ersten Blick ungeheuerlich anmuten, ist bei näherer Betrachtung jedoch keineswegs so abwegig. Die meisten Leser werden mir zustimmen, wenn ich sage, dass Kristalle Lebewesen sind. Und Kristalle sind das Herzstück unserer Computer. Jeder Chip in einem Computer basiert auf einem Silizium-Kristall, welcher dafür in besonders reiner Form extra gezüchtet wird. Die Taktfrequenz des Prozessors, eines der entscheidenden Leistungsmerkmale moderner Computer, wird von einem Quarzkristall erzeugt. Silizium ist im Periodensystem der Elemente das benachbarte Element von Kohlenstoff, dem Grundbaustein allen organischen Lebens. Wenn es machbar gewesen wäre, hätten die Entwickler der Computerchips wahrscheinlich Kohlenstoff als Basismaterial verwendet. Es soll im Ozean lebende Siliziumschwämme geben, die nicht ein einziges Atom Kohlenstoff besitzen. Wie nun ebenfalls hinlänglich bekannt ist, lassen sich Kristalle programmieren. Ob dies nun durch Worte oder Gedanken (Affirmationen) oder durch elektrische Signale geschieht, ist dabei unerheblich. Tatsächlich ist die Programmierung eines Kristalls immer das Produkt verschiedener Impulse und Schwingungsmuster.

Das Problem sitzt häufig vor dem PC

Im Klartext heißt das also, wenn ich meinen Computer starte, wird durch elektrische Signale das Betriebssystem geladen, sprich die Kristalle in einer bestimmten Art und Weise programmiert. Parallel dazu beteiligt sich jedoch auch der Benutzer durch seine Gedanken an dem Programmierungsprozess. Zumeist handelt es sich hierbei um Ängste (Systemabsturz, Virengefahr etc.), bewusste oder unbewusste, welche dem Computer oft die schönsten und vielfältigsten Fehlermeldungen entlocken. Nicht umsonst heißt der häufigste Rat der Experten: Erst einmal ausschalten, eine Weile warten und dann wieder einschalten. Dieses Spiel können wir so lange treiben, bis sich unsere bewussten oder unbewussten Erwartungshaltungen im Bezug auf den Computer geändert haben. Danach geht entweder gar nichts mehr (sofern wir uns weiter in unsere Angst, unseren Ärger, hineingesteigert haben) oder es läuft alles wieder zufriedenstellend bzw. zumindest insoweit, dass wir unsere Arbeit erledigen können. Aus dieser Sicht erscheint der Spruch: Die größte Fehlerquelle sitzt vor dem Computer, vollkommen gerechtfertigt. Im Falle eines modernen Flachbildschirms reduziert sich zwar die elektromagnetische Strahlung, aber durch die Flüssigkristalle, welche das Bild erzeugen, besitzen wir hier möglicherweise noch eine zusätzliche Programmiermöglichkeit.

Der Computer als Partner

Unter diesen Gesichtspunkten kann ich nur empfehlen, den Computer liebevoll und in gewissen Sinne auch gleichberechtigt zu behandeln. Es kann nicht schaden, sich (bzw. den Computer) vor dem Einschalten zu fragen, ob dies wirklich der richtige Zeitpunkt für eine gemeinsame Arbeit ist. Wenn ich nicht wirklich Lust habe, mit dem Computer zu arbeiten, schalte ich ihn erst gar nicht ein.
Ich habe bei der Arbeit mit meinen Klienten festgestellt, wenn eine gewisse innere Abwehr gegen den Computer vorhanden war, waren alle Bemühungen meinerseits vergebens. Wenn wir unsere Computer als Partner behandeln, werden sie es uns danken. Tatsächlich können wir eine Menge Geld für nutzlose Reparaturen sparen.

Author: Redaktion

Über den Autor

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arbeitet seit einem Jahr als freiberuflicher Webdesigner und Autor in Berlin. Er betreibt das Webportal unter dem Namen www.lebensfreudeonline.de, auf dem er seine Kurzgeschichten und Texte veröffentlicht. Er ist 40 Jahre alt und Vater zweier Töchter.

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