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Oder: Den inneren Krieg erkennen und beenden


Was genau ist eigentlich Krieg. Auf jeden Fall ist es eine kämpferische Art Konflikte auszutragen. Dies bedeutet aber auch, dass es Kriege ohne Konflikte nicht geben kann. Und wie kommt es zu Konflikten? Aus meiner Sicht entstehen sowohl Konflikte in uns als auch Konflikte mit anderen vor allem durch Ablehnung. Dabei ist es nicht wichtig, ob ich mein Äußeres – z.B. mein Gewicht – ablehne oder meine Inneres – z.B. ein Gefühl wie Wut.
Durch diese Ablehnung ist kein innerer Frieden möglich. Ebenso verhält es sich mit der Ablehnung von anderen oder von Situationen. Diese sind aus meiner Erfahrung ein Spiegel innerer Konflikte und daher ebenso ein Zeichen von Ablehnung eigener Aspekte. So simpel und banal das klingen mag – im Grunde müssen wir daher „nur“ alle Aspekte von uns annehmen und akzeptieren.

Warum ist das so schwer?

Wir haben ein Leben lang gelernt, was richtig und gut und was falsch und böse ist. Darauf baut sich ein großer Teil unseres Lebenskonzeptes auf. Wir haben alle das Bedürfnis richtig und gut zu sein. Und um das Sicherzustellen brauchen wir auch eine Bewertungsskala nach der wir richtig und gut definieren können. Typischerweise übernehmen wir diese Richtlinien von unseren Eltern. Wir lernen schnell durch Worte, Lob und Tadel, Bestrafungen und Liebesentzug, was in welches Schema passt. Auch wenn wir gegen die Richtlinien der Eltern rebellieren und das Schema der Eltern verneinen, sind wir nicht frei. Dann haben wir immer noch eine Schublade für gut und richtig und eine für böse und falsch – eben nur die Gegenseite der Eltern. Wertfreiheit und Offenheit erlaubt die Annahme im Innen wie im Außen und dadurch entsteht Freiheit und innerer Frieden.

Bewusstsein hilft anzunehmen und dadurch den inneren Frieden zu finden. Hierfür betrachten wir die typischen Bewertungen von Gefühlen. Durch die erlernten Glaubensstrukturen unterscheiden wir oft nicht das Gefühl von der Umsetzung des Gefühls.
Dazu gebe ich ein Beispiel. Die meisten werden sagen, dass ein Gefühl wie Gewalt grundsätzlich schlecht ist. Aber ein Gefühl ist nicht schlecht. Wenn überhaupt ist das schlecht, was aus dem Gefühl entsteht – beispielsweise wenn ich aufgrund des Gefühls jemanden schlage. Ebenso ein Gefühl wie Wut. Auch das Gefühl selbst kann nicht schlecht sein – wenn überhaupt die Handlung, die daraus entsteht – beispielsweise, wenn ich die Wut an jemanden auslasse. Da wir diese Gefühle aber als schlecht eingestuft haben, wollen wir sie nicht haben und verdrängen sie und erreichen genau das Gegenteil. Ich glaube daran, dass wir in Frieden kommen, wenn wir alle Aspekte von uns annehmen und akzeptieren.

Alles hat zwei Seiten und so haben auch Gefühle und andere Dinge, die wir bewerten zwei Seiten. Das half mir dabei, etwas anzunehmen, was ich bisher abgelehnt hatte. Beispielsweise das Gefühl Wut. Ich habe dieses Gefühl so lange verdrängt, dass ich sogar geglaubt habe, ich hätte es gar nicht. Es hat lange gedauert, um mich wieder zu öffnen. Und dann habe ich auch den Sinn dieses Gefühls entdeckt. So habe ich fühlen können, wie ich wütend wurde, als ich Situationen geduldet habe, die für mich unstimmig waren. Ich habe aus unterschiedlichen Gründen nicht reagiert. Hätte sich meine Wut nicht bemerkbar gemacht, hätte ich nie gelernt NEIN zu sagen und mich wahrscheinlich sehr schlecht und ungerecht behandelt gefühlt. Meine Wut hat mir geholfen, diese Grenze zu setzen und zu mir zu stehen. Dieses Beispiel zeigt auch den Zusammenhang von inneren Konflikten mit Äußeren. Dadurch, dass ich meine Wut bewertet hatte, habe ich natürlich auch die Wut der anderen bewertet. Mehr noch, ich habe meine Wut unterdrückt und habe jeden negativ bewertet, der das nicht ebenso tat. Erst als ich mir mein Gefühl erlaubt habe, konnte ich auch mit der Wut der anderen sein. Natürlich unterscheide ich auch heute noch, wie jemand seien Wut auslebt. Aber früher war mir die Wahrnehmung unabhängig von der Handlung schon zu viel.

Das wichtigste in diesem Prozess der Annahme ist das Mitgefühl mit sich selbst. Das Verständnis für uns erlaubt Veränderung. Meine Arbeit als Coach zur Erweiterung des Bewusstseins und der Individualität und als Leiterin von Systemaufstellungen unterstützt „diesen“ Prozess. Wir können erkennen, was das Geschenk für uns in unseren Handlungen und in unserer Situation ist. Dann sind wir im Stande anzunehmen, was ist und dadurch im Fluss und innerem Frieden.

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