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Eine notwendige Entscheidung zum Neubeginn

Über Jahrtausende ist auf der Erde eine Kultur gewachsen, die wir patriarchal nennen. Wir werden sie auch nicht von heute auf morgen los. Die Chance, die Neugeburt noch zu erleben, ist für die meisten von uns aber gar nicht so gering. Gelingt es uns, die geistigen Grundlagen einer neuen Kultur zu ersinnen und sie mit Bildern, Gefühlen, Lust und schließlich immer konkreter mit Leben zu füllen, so wahr uns Gott helfe (oder was immer unser Wort für diese Kraft ist), so könnte sie im Verlauf der nächsten Jahrzehnte beginnen, sich zu realisieren. 

 

Die Wortwurzeln von patriarchal reichen zurück über Kirchen-, Sippen- und Stammesväter bis zu einer Verbindung von Ausdrücken für „Vieh hüten“ und „herrschen“. Seit so vielen Äonen, also seit Ackerbau und Viehzucht aufgekommen waren, herrscht der Mann auf diesem Planeten. Wie übel, wissen wir. Es muss aber einen anderen Kulturhorizont in uns geben, hinter der patriarchalen Prägung. Er könnte mit verschenken zu tun haben, mit Mitgefühl, einem Sinn für den Erhalt des Lebens, all diesen weichen Gaben, die man immer noch spätestens dann vergessen muss, wenn man anfängt, Karriereleitern emporzuklettern.

 

Männliche Gewalt – Einsamkeit und Wut

Die männlich-patriarchal geprägte Kultur der letzten Jahrtausende ist eine Kultur der Gewalt, der Unterdrückung und Unterwerfung, des Brechens von Widerständen, der immer wieder grenzenlosen Grausamkeit. Männer werden dadurch verschlossen, einsam, empfindungslos, auch wenn sie es manchmal nicht sind. Manchmal sind sie charmante, kluge, innovative, sexuell einfühlsame, Energie bündelnde Wesen.  

Anders als in früheren Zeiten bedroht die patriarchale Kultur den Planeten inzwischen aber existenziell – zu viel wurde geraubt, zerstört und vergiftet. Jetzt werden erste Komponenten des ökologischen Gleichgewichts wie das Wetter und die Wasserkreisläufe instabil.

Vielleicht haben wir den Mut und garantiert auch die Intelligenz, uns deshalb als Männer grundlegend zu verändern. Der Mann braucht einen inneren Wandel, den er selbst in sich vollziehen muss, um den Alptraum auf Erden zu beenden. 

Jeder darf damit anfangen. Und je mehr sich Felder des Neuen ausbilden, um so einfacher wird dieser Wandel.

Die Gewalt steckt in uns, die Qual der Einsamkeit, die Wut, die Gottverlassenheit, die verschmähte Liebe, auch wenn wir manchmal anders aussehen. Um nur mal ein Beispiel zu nennen aus einem Alltag, in dem Mann äußerlich modern funktioniert und im Herzen die alte Mördergrube bleibt.

Wir Männer können uns dieser Situation stellen und dabei bei uns anfangen. Die Frauen und ihre Rolle im patriarchalen Überlebenssystem kritisch zu hinterfragen, wäre derzeit eher anmaßend oder zumindest ablenkend. Die Hilfe einer weiblichen Kraft ist jetzt viel wichtiger. 

Wir müssen in uns Männern Neues finden. Schrittweise. Denk- und Handlungsmuster, die uns aus der Vergangenheit prägen, in unserem alltäglichen Leben entschlüsseln und – sobald genug Wille und Vorstellung da sind – ersetzen. Andere Männer finden sich, die mit an diesem Wandel arbeiten. Solidarität entsteht, wo Feindschaft befriedet wurde.

Das Neue ist ziemlich abenteuerlich, glaube ich, und nicht in Zuckerwatte zu entdecken. Die Suche nach der eigenen Lebenswahrheit schmerzt, und vor dem tiefen Erkennen liegt ein Schweinehund, der sich ungern in Frage stellt und stellen lässt. Aber wie mann so sagt: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Und es ist wohl der Ausweg.


Abb: © www.sxc.hu/photo/857099

Eine Antwort

  1. Panagoulis

    Ich finde, es ist die immer gleiche Verbrecherkaste zu der auch mitlerweile Frauen gehören, genannt Politiker und der darüberliegenden Befehlserteiler, die das Leben auf diesen Planeten ersticken. Ich finde nicht dass es ein männliches Prinzip ist. Und das Wetter beeinflussen kann man(n) schon gar nicht. Zu jedem Pol gehört auch ein Gegenpol, in diesem Fall der Unterdrücker und die Unterdrückten. Die Unterdrückten sind ebenso schuld wie die Unterdrücker. Die Unterdrückten bekommen genau das wonach sie immer am lautesten schreien, eine(n) FührerIn, der sie ins Verderben führt, weil sie sich zu viel wünschen.
    Die Wünsche sind es, die uns verleiten. Wünschen tun Frauen ebenso wie Männer. Alles in dieser Welt hat seine Berechtigung und alles ist so wie es sein soll. Und wenn man den Pfad des Lebens verlässt, dann tut es eben weh. Die Menschen sollten aufhören, an einen Heilsbringer zu glauben, z. B. den Staat und wie eine Herde Vieh kollektiv immer in die gleiche Richtung laufen.

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