Anzeige

Wandel geschieht immer auf allen Ebenen gleichzeitig, denn Innen und Außen sind nur zwei Aspekte derselben Realität. Die Entwicklungen und Geschehnisse in der äußeren Welt spiegeln somit die kollektiven geistigen Prozesse der Menschheit wieder. Mit dieser Hypothese als Ausgangspunkt eröffnet sich ein neuer Blick auf das Phänomen Internet, das eine spirituelle Tiefe und außerordentliche Symbolkraft offenbart.

Alles ist verbunden

Es mag zunächst verrückt klingen: Etwas so profanes wie ein Netz aus ein paar eingegrabenen Kupferkabeln und bunt blinkendem, überhaupt eher ablenkendem virtuellen Zeug soll eine spirituelle Dimension haben? Sollte dem Autor da etwa die Fantasie gehörig in Richtung esoterischen Unfugs davongallopiert sein?

Das mag sein. Aber vielleicht erübrigt sich die Unterteilung in Profanes und Heiliges eben auch gänzlich, wenn man die Schöpfung als Ausdruck einer tieferliegenden geistigen Wirklichkeit versteht. Alles Gewordene hat in einem solchen Kontext auf die ein oder andere Weise eine symbolische Ebene, die sehr deutliche Botschaften für uns bereithält – wenn wir uns einer solchen Sicht denn öffnen möchten.

Das Universum ist Information

Gerade habe ich zwei Artikel geschrieben, deren Gedanken ich noch mal kurz aufgreifen möchte, da sie mich zu diesem Artikel inspiriert haben und das Verständnis sehr bereichern können.

In „Das Universum ist ein riesiges Gehirn“ habe ich einige wissenschaftliche Theorien vorgestellt, die sehr spannendende philosophische Anstöße geben, wie ich finde. Zum einen sind das die Theorien Ervin Laszlos, der davon ausgeht, dass es eine Art universales Bewusstseinsfeld gibt, durch welches alles in diesem Universum miteinander verbunden ist. Wie durch ein „natürliches Internet“, so glaubt Laszlo, kommunizieren wir alle mit diesem Feld und gestalten es auch durch unsere Erfahrungen mit. Dazu gesellen sich die Ansichten einiger Wissenschaftler, namentlich Vlatko Vedrall und Setz Lloyd, welche die Ansicht vertreten, das Universum bestehe eigentlich nicht aus Teilchen, sondern vielmehr aus Informationen und wäre im Wesentlichen eine Art riesiger Quantencomputer, den wir alle durch unser Bewusstsein mitprogrammieren.

In einem anderen Artikel („Auf dem Weg zum Einheitsbewusstsein“) habe ich kurz eine „fraktale Weltsicht“ angedeutet, die beschreibt, dass unser Universum aus einer verschachtelten Reihe von selbstähnlichen Strukturen aufgebaut ist. Diese Sicht begreift die menschlichen Individuen als Zellen einer größeren Struktur namens „Menschheit“ – gerade so, wie unsere Körperzellen gemeinsam die Struktur unseres Körpers bilden.

Evolution hört niemals auf und so wie es einige Zeit gedauert hat, bis sich aus den Einzellern so komplexe Organismen wie der Mensch gebildet haben, hat es nun einige Zeit gedauert, bis sich aus diesen Organismen wiederum die nächsthöhere Form der Intelligenz bildet – ein Evolutionssprung, der uns zeitnah bevorstehen könnte.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf wollen wir mal einen Blick auf das Phänomen Internet werfen. Die Botschaft allerdings dürfte schon im voraus klar sein: Alles ist verbunden.

Nervensystem für Informationen

Über Jahrtausende hinweg lebte die Menschheit in Getrenntheit – und das in einem ganz physischen Sinne, denn weite Strecken, Gebirge und Ozeane waren schlicht unüberbrückbar. Mit der Schifffahrt, dem Flugverkehr, durch Kommunikationstechnologien wie Radio, Fernsehen und Telefon wurden diese Distanzen zwar zunehmend irrelevant, aber selbst nach all diesen Entwicklungen stellt das Internet doch immer noch einen Sonderfall dar.

Ob in einem Café in Berlin, unterwegs mit dem Handy oder in einem kleinen indischen Dorf am Fuße des Himalayas: Überall haben wir mittlerweile Zugriff zu diesem gemeinsam gestalteten Informationsraum. Wir sind darin verbunden, können uns einloggen in dieses kollektive Gedächtnis, in diese globale Kultursphäre, in der wir kommunizieren, gemeinsam gestalten und denken. Nationale und geografische Grenzen werden dabei zunehmend bedeutungslos.

Als einzelne Zellen tragen wir alle unseren Teil zur Gesamtintelligenz des großen „Organismus Menschheit“ bei. Und man könnte sagen: Mit dem Internet hat dieser Organismus nun damit begonnen, ein zentrales Nervensystem für Informationen auszubilden, ein Netzwerk, in dem Informationen längst nicht nur fließen, sondern sich rückkoppeln, neu organisieren, verdichten und ergänzen. Das Internet ist keine Einweg-Kommunikation wie das Fernsehen, es ist eine organisch wachsende Struktur von Milliarden von Informationszellen, die sich ständig neu vernetzen und anpassen um den endlosen Strom der Informationen zu optimieren, zu filtern, zu sortieren und zu erweitern.

Das Internet ist ein Ort der Evolution von Ideen und Memen: Durch die Interaktivität der Nutzer kristallisiert sich langfristig Wertvolles heraus und verbreitet sich. Die Inhalte vernetzten sich, es entstehen Mutationen und Rekombinationen dieser „Informations-Gene“, die zu neuen Erkenntnissen und Blickwinkeln führen. Das Internet ist das Nervensystem, durch welches unser kollektiver Verstand um den Planeten fließt. Und vielleicht ist es sogar dabei, fast so etwas wie ein Gehirn zu werden.

Einssein

Bei meinem Rundgang durch das Web in der Vorbereitung zu diesem Beitrag bin ich auf einen Artikel von Llewellyn Vaughan-Lee gestoßen, den ich wärmstens empfehlen möchte. Vaughan-Lee schreibt dort:

„[…] weil wir den Kontakt mit der symbolischen Dimension des Lebens verloren haben, können wir das Potenzial des Internets nicht vollständig erkennen: den dynamischen Ausdruck eines neuen Bewusstseins der Einheit, die in sich den Zugang zu Energien und Wegen trägt, die unsere geteilte Welt in die Einheit zu bringen. Wenn wir zu seinem wahren Potenzial erwacht wären, würden wir wahrlich voller Ehrfurcht sein – und wir würden lachen, voller Erstaunen über das Leben und seine Fähigkeit, sich selbst zu wiederzuerschaffen, während wir nicht einmal hinsehen.

Im Internet haben wir eine Blaupause für die Zukunft, deren volles Potenzial wir noch nicht begriffen haben, weil wir es mit den Augen der Vergangenheit zu sehen. Das Internet ist ein direkter Ausdruck der entstehenden Energie-Struktur des Planeten, in denen die Bedürfnisse des Einzelnen durch die organische Entwicklung des Ganzen erfüllt werden können, und der Entwicklung des Ganzen durch die freiwillige Teilnahme des Einzelnen gedient wird. Wie viel mehr würden wir davon profitieren, wenn wir uns jedes Mal, wenn wir das Internet betreten vollständig bewusst darüber wären, dass wir uns mit einem Feld globalen Bewusstseins verbinden. […] Wir müssen erwachen für das tatsächliche Potenzial und den Zweck des Internets: was es wirklich für die Menschheit als Ganzes bedeutet, dass ihr dieser Grad der Vernetzung gegeben wurde. Durch dieses weltweite Netz kann die Welt und die Menschheit auf eine organische und völlig neue Weise lebendig werden. “

Symbole

Vaughan-Lee bezieht sich hier auf eine Symbolebene und bedauert, dass wir verlernt haben, diese bewusst wahrzunehmen. Wir haben zwar eine Erfahrung, aber wir verstehen ihre Bedeutung nicht.

Wofür steht also das Internet? Inwiefern ist es ein spirituelles Symbol? Die mystischen Lehren aber vor allem die direkte spirituelle Erfahrung lässt uns begreifen, dass unter der scheinbar getrennten Formenwelt der Schöpfung die tiefere Realität eines einheitlichen Bewusstseins liegt, mit der wir alle verbunden sind. Aus dieser Quelle kommt die Schöpfung und in dieser ruht sie fortwährend. (Auch unsere Quantenphysik ist von dieser Sicht übrigens nicht mehr weit entfernt, doch das wäre ein weiterer Artikel). Das Wunder der menschlichen Erfahrung ist, dass der Mensch offenbar die Möglichkeit hat, sich bewusst diesem Einheitsbewusstsein hinzugeben sich als Teil des Ganzen zu erkennen.

Das Internet, ob wir es nun bewusst wahrnehmen oder nicht, ist dafür ein kraftvolles Symbol, dass zunehmenden Eindruck in unserem kollektiven Unterbewusstsein hinterlässt. Verbundenheit wird immer mehr integraler Teil unserer Realität, Zeit und Raum bekommen eine neue Bedeutung und die spirituelle Realität spiegelt sich damit symbolisch in unserem Alltags-Bewusstsein.

Aus evolutionärer Sicht hingegen bedeutet das Internet als Symbol nicht weniger, als das die Menschheit nun begonnen hat, sich der Erkenntnis der Einheit zu öffnen und diese auch in ihrem Zusammenleben zu manifestieren. Es ist die physische Manifestation einer sowohl individuellen als auch kollektiven Entwicklung auf der geistig-spirituellen Ebene.

Mit offenen Ohren hören wir hier die ersten Töne des Vorspiels zu einer neuen Stufe in der Evolution: Die einzelnen Menschen-Zellen beginnen sich zu vernetzen, um einen Organismus zu bilden, der weit über die Möglichkeiten seiner Bestandteile hinauswächst. Aus der Gemeinschaft, dem gemeinsam kreierten Bewusstseinsfeld könnten sich Horizonte eröffnen, die völlig jenseits unserer heutigen Vorstellung liegen dürften – genau wie die Fähigkeiten von Einzellern die erstaunlichen Möglichkeiten des Menschen nicht im Ansatz erahnen lassen.

Killerspiele und Porno-Seiten

Angesichts der offensichtlichen Realität des Internets mag eine solche Sichtweise allerdings noch etwas weltfremd erscheinen. Denn was das Internet momentan vor allem ist, ist eine globale Ansammlung von Unsinn und die zermürbenste Art seine Zeit zu vergeuden. Auch das ist natürlich ein Spiegel des kollektiven Bewusstseinsniveaus. Aber man sollte sich nicht täuschen lassen, Licht und Dunkel liegen dieser tage oft nah beieinander.

Und nicht trotzdem, sondern gerade deshalb könnte es wichtig sein, sich die Bedeutung des Internets zu vergegenwärtigen und vielleicht auch die eigene Nutzung mal zu überprüfen. Es hat einen Sinn, dass die Menschheit an diesem Punkt der Geschichte einen derart hohen Grad an Vernetztheit erreicht hat. Ergreifen wir diese Möglichkeit?

Zum Teil ja: Informationen, die vormals nur Eingeweihten und Eliten zugänglich waren, sind nun für jeden überall abrufbar, Heiler helfen weltweit Menschen über das Internet, die Gespräche und Satsangs mit spirituellen Lehrern inspirieren Millionen von Menschen und mehr als einmal schon haben aufrüttelnde Dokumentationen und Filme einen tiefen Eindruck in der globalen Gemeinschaft hinterlassen. Das Internet ändert die Medienstruktur, die Politik und die Wirtschaft in demokratischer Weise. Doch all das ist erst der Anfang. Das wirkliche Potenzial des Internets liegt in seiner Symbolkraft selbst, in den Netzwerken, der Kollaboration und Zusammenarbeit – und vielleicht in der ein oder anderen Form kollektiver Intelligenz.

2 Responses

  1. Living Light

    Das Vaughan-Lee Zitat spricht mir aus dem Herzen. Ich empfinde ganz bewusst diese Verbundenheit, besonders über facebook. Ich spühre mich selbst mal ganz, ganz viele… Schwer zu erklären, aber ich spühre mich dann nicht mehr nur als mich. Das ist eh der Trend in meinem Leben, also amplifiziert es etwas was schon da ist, aber dieser ganze Artikel haut da in genau die richtige Kerbe! vor allem weil das Thema Internet/facebook -> Abhängigkeit und Auswirkung auf unser persönliches Sozialleben u.ä. in letzter Zeit häufiger Thematik ist… Danke!

    Antworten
  2. YvA

    Ich spüre, dass sich viele der menschlichen Organismen und Zellen untereinander wesentlich über das Internets erkennen – Brüder und Schwestern schnell zueinander finden und sich der Organismus „Menschheit“ immer rasanter ab- und ausgleicht. Das Internet umfasst feinste Pole latent durch den Äther und verbindet die schwingenden Schnittstellen überall dort, wo sich Energien auf allen Ebenen durchwebt erkennend finden können. Ob nun hier gerade beim direkten Erfühlen und Herznicken der Zeilen von Davids Text oder meinen Ergänzungen.

    Aus der Praxis heraus entscheidend erfühlt ist nun, dass man sich über den „gehirnlichen“ Abgleich von Gedankengut auch immer wieder über „gezeitliche“ Phasen hinweg kurzsam von Mensch zu Mensch trifft, um sich auch in seiner kompletten Organismusnenergie als Matrix auszugleichen. Ich habe das vor vielen Jahren schon selbst im Internetz gespürt und praktiziert: Den spürbaren Menschen auch körperlich kurz zu treffen, um sodann Ion einer völlig neuen vereinten, ausgeglichenen Energie über das Internets weiter zu kommunizieren und fühlen zu können.

    Und ich merke dabei: ES reicht alleine schon eine intensive urtiefe Umarmung, einen Ausgleich zu schaffen: Jeder nimmt ein Stück der wesentlichen Energie des anderen mit – es erfolgt nochmals über eine ganz andere, völlig auch körperlich durchwebte Organismusenergie ein Ab- und Ausgleich, ein Kommunizieren und Verbinden von Energien. Wir Menschen müssen uns immer wieder kurzsam innigh drücken – in Abständen. Ohne viel zu reden. Denn dann setzt das „gespiegelte Gebrauchsgehirn“ wieder ein.

    Was wir bauchen, das sind in einem zeitlichen Zyklus immer wieder Treffen von schon hochschwingenden menschlichen Organismen, die sich „fürseitig“ kurzsam umarmen und diese Energie wieder an ihr jeweiliges Umfeld vor Ort in ihrem Energiebereich abgeben. Weltenseelen-Happenings. 😉

    Yes. Jeder Tag ein neuer Tag im Leben.
    YvA | Yvelle von Alzheim 010
    www.yva.be
    www.urmitte.de

    Antworten

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*