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Den Weg wies uns die Schweizer Ärztin und Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross durch ihr mutvolles Lebenswerk, sich mit den Bedürfnissen Sterbender intensiv zu befassen. Schon Mitte der sechziger Jahre setzte sie sich an die Krankenhausbetten Sterbender – Sterben und Tod galten als Tabu! Ihre Erfahrungen veröffentlichte sie 1969 in den „Interviews mit Sterbenden“, das den betroffenen Menschen Mut macht und echte liebevolle Lebenshilfe bietet. Ihr Verdienst ist es, den Prozess des Sterbens in dem bekannten Fünf-Phasen-Modell (Nicht Wahrhabenwollen, Zorn, Verhandeln, Depression und Zustimmung) klar dargelegt zu haben und begreifbar zu machen.

Dann sprach sie öffentlich auch über das Leben nach dem Tod und förderte 1977 Raymond Moody’s erste Studie über Nahtoderfahrungen, „Leben nach dem Tod.“. Seitdem haben Forscher weltweit Sterbeabläufe und Todesnähe-Erfahrungen untersucht und ihre Arbeiten publiziert. Hier steht uns umfangreiches Wissen zur Verfügung: Millionenfache Nahtod-Erfahrungen auf der ganzen Welt belegen eindeutig ein generelles Muster des Übergangs. Die Behauptungen von hilflosen Wissenschaftlern, die immer noch versuchen, diese Vorgänge als Halluzinationen, Endorphine oder Sauerstoffmangel abzutun, sind nicht mehr haltbar. Allein in Deutschland hat eine Studie der Universität Konstanz 3,3 Millionen Menschen mit Todesnähe-Erfahrungen festgestellt. In meinem soeben erschienenen Buch („Auch Du lebst ewig. – Die Ergebnisse der modernen Sterbeforschung.“, Langen-Müller, DM 39.90), sind vielfältigste Forschungsergebnisse der Thanatologen erstmalig dokumentiert und zusammengefasst. Die zahlreichen Erscheinungsformen von Todesnähe- Erfahrungen wie Nahtoderlebnisse, Sterbebettvisionen, Kontakte mit Verstorbenen und die Wiedergeburt zeigen auf, dass heutige Todesnähe-Erlebnisse im Kern den Jenseitsvorstellungen aller Zeiten entsprechen. Es gilt, die Berührungsscheu mit dem Tod aufzugeben, damit die Angst um das Leben losgelassen werden kann. Der alleinige Sinn des Lebens ist es, durch zunehmendes Verständnis füreinander seelisch und geistig zu wachsen und lieben zu lernen. Der Tod ist nicht das Schlimmste, das uns passieren kann, er ist nur ein Übergang in eine andere Form des Seins.

Was erwartet uns alle im Augenblick unseres Übergangs in die geistige Welt? Sobald die Seele als Träger des Geistes den Körper verlassen hat, erlebt sie sich als ganz und schmerzfrei. Sie nimmt wahr, was am Ort ihres Todes geschieht, sieht Anwesende und bemerkt gleichzeitig, dass sich ihr Bewusstsein über Raum und Zeit ausdehnt und ihre Perspektive in Gedankenschnelle verändert: An wen jemand im Moment seines Todes denkt, seine Seele befindet sich sofort bei ihm, ganz gleich, wo derjenige ist. Viele werden dann in einen dunklen Tunnel hineingezogen oder überqueren Bergpässe, Flüsse, Brücken und ähnliche Symbole des Überganges an dessen Ende sie immer ein strahlendes Licht anzieht. Der Kontakt mit dem Licht wird als große bedingungslose Liebe erfahren. Das Lichtwesen konfrontiert uns dann mit dem Lebensfilm. Viele sagen, dass das komplette Leben in Bruchteilen von Sekunden abläuft und wir die Wirkungen unserer Gedanken, Worte und Handlungen auf andere Menschen selbst empfinden. Wir erkennen die Eigenverantwortlichkeit für unser Leben und werden nicht von außen gerichtet oder gar bestraft! Jeder gelangt dann an die Stelle in der geistigen Welt, die seinem Erkenntnisstand entspricht.Es gibt nicht „Himmel und Hölle“ als Orte, es sind Bewusstseinszustände. Durch den Tod werden wir keine besseren Menschen, auch im Jenseits erkennen wir nur das, was wir begreifen können und lernen dann weiter.
Die Nahtoderfahrung dauert meist nicht länger als maximal fünf Minuten und bewirkt eine grundlegende Persönlichkeitsveränderung des Betroffenen nach dem intensiven Lichtkontakt. Eine Psychotherapie würde Jahre brauchen, um, wenn überhaupt, zu einer solchen Entwicklung zu verhelfen. Der Tod ist eine immense Bewusstseinerweiterung. Wer das erlebt hat, verliert die Angst vor dem Tod für immer und gibt auch uns anderen die Möglichkeit, diese abzubauen.

Es ist Zeit anzufangen, uns offen über Erlebnisse mit dem Tod austauschen. Sterbende brauchen unsere Zuwendung und Liebe, damit sie in Frieden loslassen und gehen können. Wenn wir die Ergebnisse der Sterbeforschung für unser Leben nutzen, muss niemand mehr einsam sterben und unsere Gesellschaft kann sich zum Positiven verändern. Wir sind hier, um lieben zu lernen.
Fangen wir doch heute damit an!

4 Responses

  1. Gabi

    Meine liebe Mama liegt nach sehr langer Krankheit gerade im Sterben. Seit ich die Berichte übers Sterben gelesen habe bin ich beruhigter. Ich bin nicht diejenige, die unbedingt an Gott glaubt, aber ich glaube auf jeden Fall, dass wir auf die andere Seite von unseren abgeholt werden. Meine Mama hat ihren Vater leider nie kennengelernt, weil er im Krieg gefallen ist. Das hat sie ihr ganzes Leben lang belastet. Jetzt freue ich mich für sie, weil sie ihn endlich wiedersehen wird. Gute Reise Mami.

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  2. Schmidt - Engel

    Toller Bericht. Meine Frau ist vor zwei Jahren gestorben, seitdem hatte und habe ich viele ausergewöhnliche Erlebnisse und Träume. Wir hatten noch viele Pläne die wir warscheinlich nachholen werden. Sie zeigte sich mir des Öfteren und sprach mit mir. Ich selbst hatte mich nie für solche Dinge interessiert doch durch ihren frühen Übergang katapoltierte sie mich in einer anderen Dimension. Ich lese sehr viel darüber und wenn ich solche Berichte lese, kommen mir die Tränen und ich freue mich irrsinnig auf den Tod. Ich habe seit dem kein bischen Angst davor, ganz im Gegenteil. Hoffentlich bald. Der Tod ist extrem lehrreich. Ich freue mich darauf, den ich liebe meine Frau, habe ihr sehr viel zu verdanken. Unsere Beziehung geht weiter, der Tod existiert nicht.

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  3. Dine

    ich habe mit großem Interesse diese seite gelesen,das buch von fr.Kübler-Ross auch.für mich persönlich gibt es ein leben nach dem Tod,auch das es etwas gibt zwischen himmel und erde was wir nicht verstehen werden.meine mam ist vor einem halben jahr gestorben an krebs,ich habe die restlichen 4 Wochen bei ihr sein dürfen,geredet,geweint,gehofft und ich glaube sie war sehr froh das ich da war.sie hatte es gespürt.und in der letzen woche bevor sie dann friedlich eingeschlafen ist,habe ich geträumt von Ihr,sie verschwommen aber in weiss,und mein Bruder in einer Kapelle. an dem Tag als sie gegangen ist,habe ich es gewusst als einzige,habe es gespürt und ich bin so dankbar das ich dabei sein durfte. so war auch die beerdigung sie wurde in einer Kapelle abgehalten,sehr schön und feierlich und trotzdem sehr traurig.Das leben ist genauso wertvoll wie der Tod,und trotzdem gefürchtet.man sollte versuchen offen dem gegenüber zu sein und vor allem mit sich im reinen und auch das war ,sollte man zum ausdruck bringen,es macht das sterben leichter und für sich selber ist es wie erlösen von schlechten dingen.ich finde wenn jeder so sterben darf,so friedlich mit einem ruhenden blick was gibt es schöners????Dine

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  4. Yuki Hanizuno

    Ja, wie soll ich sagen ! Dieser Bericht ist toll. Allerdings ist das Leben auch noch ein bisschen genießbar. Vor dem Tod sollte man sich nicht fürchten. r kann wunderbar sein! (auch wenn es so unwahrscheinlich sich anhört und (anfühlt)
    🙂

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