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Ein Erfahrungsbericht

 

Wichtiger Hinweis: Ähnlichkeiten mit Namen und Personen die über die Suchmaschine google gefunden wurden sind rein zufällig und haben keine Relevanz.

 

Seit Jahren waren wir wie Maggie Tapert davon überzeugt: es müsste wieder Tempel geben in der Art, wie es sie vor mehr als 2000 Jahren gab -Tempel, in denen die Lust geheiligt und Menschen geheilt wurden (siehe SEIN 4/2000). Und nun war es – nach den tiefgründigen Workshops „Aphrodites Töchter” und „Priapus Rex” und einem halben Jahr Selbsterfahrung –  wirklich soweit:
Wir saßen im Zug und fuhren zum “TEMPEL 2000” in die Schweiz!

Bericht Frau:

Nach den separaten Workshops für Frauen („Aphrodites Töchter”) und Männer („Priapus Rex”) gab es jetzt die Möglichkeit, sich zu treffen – zu einem Ritual zur Vereinigung des Heiligen und des Sexuellen. Alle haben sich vorbereitet auf eine lustvolle Begegnung miteinander, die jedoch ohne körperliche Berührung stattfinden soll. In dieser Erwartung vereinen sich in mir Angst und Lust und sorgen für spannungsreiche Stunden, in denen ich mir noch einmal meinen Herzenswunsch an das Universum durch den Kopf gehen lasse.

Schnell finden wir uns in der Frauengruppe sinnlich zusammen und konzentrieren uns auf unsere weibliche Energie. Jeder Teilnehmerin bleibt freigestellt, sich einen ganz persönlichen Wunsch für die mögliche Begegnung mit einer (männlichen) „Heiligen Hure“ zu überlegen, die zur Selbstfindung, zum inneren Wachstum sowie zur Heilung und Stärkung der Liebesfähigkeit beitragen soll. Wir bedenken in der Gruppe auch, wieviel von unserem lustvollen Körper wir zeigen wollen und wo jede ihre Grenze setzt in der Begegnung mit der männlichen Heiligen Hure.
Jede weiß und möge es für die nächtliche Feier der Sinnlichkeit bewahren: Ich zeige mich so, wie ich wirklich bin und ich zeige meine Lust!

Endlich ist es soweit. Nach ritueller Reinigung betreten wir den wunderbar gestalteten Raum des Tempels, der für die beiden Gruppen symbolisch geteilt ist. Im Hintergrund warten einladend die weiblichen und männlichen Heiligen Huren.
Die Besinnung auf die eigene sexuelle Kraft und Lust ist gefragt und jede/r hat die Chance, sie zu zeigen. Am schönsten lässt sich dies im Tanz ausdrücken und es entstehen zarte wie auch geile Begegnungen an der Grenzlinie.
Es ist für mich eine ganz neue und außergewöhnliche Art der Kommunikation zwischen Frauen und Männern, unter anderem auch mit „meinem” Mann. Nach und nach beginnt sich die „anonyme Masse” der Männer aufzulösen in tanzende, fröhliche Individuen, von denen jedes für sich schön ist. Während dieser Begegnungen schmilzt in mir ein großer Angstberg und an seiner Stelle breitet sich in meinem Inneren eine un-schuldige, schamlose, kindliche Lebendigkeit aus. Das Zeigen unserer Lust, die zarten oder auch stürmischen Begegnungen, sind immer getragen von der Selbstverantwortung und der Akzeptanz der Heiligkeit des anderen, sodass das Feuer der Lust nichts zerstören kann.
Dann sehe ich, wie der Mann, dem ich 14 Jahre treu bin, zum Orakel geführt wird und seinen Wunsch für die Begegnung mit einer Heiligen Hure äußert. Wenig später geht er zu ihr, die einen bestimmten Archetyp der Göttin verkörpert.
Kaum einmal habe ich so deutlich zwei Seelen in meiner Brust gespürt. Die eine freut sich an diesem heiligen und heilenden Bild liebevoller, sanfter Zuwendung – die andere schreit auf vor Schwäche und Besitzanspruch!
Es ist für mich harte Arbeit, mich in dieser Spannung auszuhalten, liebzuhaben und meinen Mann loszulassen. Ich schaffe es. Der Göttin sei Dank!

Später gehe ich selbst zum Orakel und äußere meinen Wunsch, meine Ehe zu öffnen und mich zum ersten Mal in die Arme eines anderen Mannes zu begeben. Ich bin zum Bersten gespannt darauf, wie ich mich dabei fühlen werde.
Es dauert eine halbe Ewigkeit, bis mich die Tempeldienerin zu einer männlichen Heiligen Hure führt. Ein sanfter Pan begrüßt mich in seinem Reich. Ich genieße sein Streicheln und kann einen großen Teil meiner Angst loslassen. In seinen Armen kann ich mich dann immer weiter in meine Sinnlichkeit fallen lassen und spüre die Schlangenkraft in mir …

Mit einem Dank an alle Beteiligten wird das Ritual des Tempels beendet und alle sind eingeladen zu einem gemeinsamen Nachtmahl. Ich genieße den Schwung der Lust in dieser Nacht mit meinem „alten” Partner ganz neu …

Bericht Mann:

Als Mann hatte ich mich jahrelang sehnsuchtsvoll mit den Bildern der vorchristlichen Mythologie beschäftigt. Dadurch geprägt und nach manchen Ent-Täuschungen im sexuellen Bereich hatte ich zum ersten Männer-Workshop „Priapus Rex” mit Maggie Tapert in Berlin gefunden. Meine Vision von einem Tempel mit „Heiligen Huren“ als wissenden Frauen und den heilenden Kräften aus der Verbindung von Heiligkeit und Sexualität hatte ich bei ihr mit unglaublicher Resonanz und mit Tränen in den Augen wiederentdeckt. So etwas sollte wirklich in unserer Zeit möglich sein?
Im Männer-Workshop habe ich mich dann selbst, meine eigene Kraft im Hier und Jetzt, ganz neu gefunden. In diesem unglaublich offenen, herzlichen und sinnlichen Kreis der Männer habe ich einen großen Teil meiner Ängste und meiner Scham anschauen und loslassen können.
Nach diesem wunderbaren, befreienden Erlebnis des Workshops übte der TEMPEL 2000 mit der Chance, gleichgesinnten Frauen und den heilenden Kräften zu begegnen einen magischen Sog auf mich aus, der meine Bilder aus der Geschichte mit der Gegenwart verbinden sollte.

So sitze ich dann wieder in einem Kreis von  Männern, die ihre Erlebnisse aus der Zeit nach den Workshops austauschen. Bei vielen finde ich meine eigenen Erfahrungen wieder, bei denen sich aus einem ehemals undefinierbaren Wust von angestauter Lust recht schnell ganz neue feine Schichten der Sinnlichkeit und der Kreativität wahrnehmen ließen. Im Wissen und Erleben der eigenen sexuellen Energie ist jetzt mit ganz neuen Augen ein spielerischer Umgang auch mit den zarten Kräften für mich möglich geworden. Wo vorher die Angst vor dem Bruch eines Staudammes der ungelebten Gefühle das ganze Leben beherrschte, war jetzt Bewegung hineingekommen und mit dem Fließenlassen auch wunderbare lustvolle Erfahrungen von Freiheit und Abenteuer.

In der Vorbereitung auf das nächtliche Ritual haben wir Männer es anscheinend schwerer als die Frauen, unsere eigene sexuelle Energie zu finden. Für alle ist es nicht leicht, DIE momentan für sie wesentliche Frage für ihr weiteres Vorankommen zu finden. Es geht darum, die vielen unerfüllten sexuellen Wünsche auf den einen Wunsch aus tiefster Seele zu reduzieren, so dass die Chance und der Sinn des Tempels deutlich werden:
Hilfe und Heilung zu finden bei der Heiligen Hure in einer archetypischen Gestalt der Göttin, die das Leben ist! – Heilung aus der Begegnung von weiblichen und männlichen lustvollen Energien – ganz hautnah – und gleichzeitig getragen vom Kraftfeld der tanzenden Frauen- und der Männergruppe.
Unter diesem Blickwinkel werde ich mir beim Orakel die mütterliche Heilige Hure wünschen und sie um Heilung bitten für die Angst vor Nähe in meinem Bauch und vor dem intimen Kontakt mit anderen Frauen. Neben dem ganz persönlichen Wunsch wollen wir auch den transpersonalen Aspekt betonen, die Dimension, die über die gewohnte Beziehungsebene hinausweist. Dazu gestalten wir uns mit Hilfe meditativ erfahrener Bilder ganz individuelle Masken für das nächtliche Fest der Sinne.

Am Abend erlebe ich mich auf der Männerseite des schön geschmückten Tempelraumes, tanze mit mir in meinem rituellen Gewand, kann mich mehr und mehr öffnen und Männern wie Frauen meinen schönen Körper und meine Lust zeigen.
Nach der bewussten Öffnung unserer Zweierbeziehung ist die Anwesenheit meiner Partnerin im Tempel für mich noch ein besonderer Reiz. Die Spannung in meinem Herzen zwischen der liebenden Gelassenheit, ihr die Lust in den Armen eines anderen zu gönnen und den Spikes der Eifersucht bringt unsere 14jährige, recht schal gewordene Partnerschaft nun auch in der Praxis – hier in einem geschützten Raum! – in heilende Bewegung.
Unter meinem mystischen Namen teile ich dem weisen Orakel meinen Wunsch mit und werde wenig später von einer freundlichen Tempeldienerin zu einer Heiligen Hure geführt. Ganz schön aufgeregt erlebe ich mich dann in Inannas Armen. Aber geborgen an ihren Brüsten und in ihrem Schoß kann ich mich schon bald einfach fallen lassen, mich im Hier und Jetzt unter ihren sanften Berührungen genießen, meine Angst und Potenz-Sorgen für eine Zeit vergessen …
Nicht alles, was ich mir gewünscht hatte, geht dabei in Erfüllung. Aber auch gerade darin erkenne ich einen heilenden Impuls: meine Aktivität unter Leistungsdruck loszulassen und dafür einfach empfangen zu können!
Gesegnet mit dieser tiefen Erfahrung bei der Göttin des Lebens gehe ich nach dem Tempel-Ritual wieder hinaus in den Alltag. Ich werde mich immer wieder daran erinnern: Ich selbst habe eine Zeit ohne Angst in meinem Bauch erlebt! Was hier möglich war, wird auch draußen möglich werden!
Diesen Samen der Freiheit und der Lust trage ich in mir. Dass er keimt und etwas Neues möglich wird, erfahre ich täglich mit meiner Partnerin und in Begegnungen mit anderen Frauen und Männern. Und was ich von ihnen zurück bekomme an Aufmerksamkeit und Interesse lässt mich hoffen auf viele neue Teilnehmer an den Workshops, die sich selbst in ihrer ganzen Kraft und Schönheit entdecken wollen und die sich dann zusammenfinden im nächsten heiligen und heilenden Tempel, um als freie lustvolle Wesen Samen zu sein für das Erblühen einer friedlichen Welt.

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