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Chuck Spezzano behauptet: „Jedes Problem ist ein Beziehungsproblem, und alle Konflikte kommen von gebrochenen Herzen“. Für den Hawaiianer, der sich darauf spezialisiert hat, genau diese zu heilen, sind Vergebung und die Bereitschaft, sich hinzugeben und auf das Leben einzulassen, die wichtigsten Voraussetzungen für den Weg zurück in die Liebe. Alexandra Clara Giray und Django Hediger sprachen mit Spezzano.

 

Chuck, du giltst als Beziehungsspezialist. Wo beispielsweise läuft es zwischen Männern und Frauen falsch?
Männer sind beispielsweise Macher und wollen etwas gegen ein Problem unternehmen. Sie wollen der Held in einer Situation sein. Aber das ist ganz und gar nicht das, was die Frau von ihnen erwartet. Sie mag das vielleicht zu Beginn einer Beziehung, ganz einfach, weil es eine der ältesten Methoden ist, einen Mann für sich zu gewinnen, wenn sie als Frau in Schwierigkeiten steckt und von ihm gerettet wird. Aber wonach sich eine Frau wirklich sehnt, ist geliebt zu werden. Sie will nicht verbessert werden, sie sucht nach keiner Lösung für ihr Problem, sie will geliebt werden. Wenn du als Mann ein Macher bist und unbedingt etwas tun willst, dann verbinde dein Tun mit Liebe und es wird romantisch – und Frauen lieben Romantik.

Dein letztes Buch und dein Seminar heißen “Heilung beginnt im Herzen” – was bedeutet das für dich?
Bevor wir nicht im Herzen berührt werden, mögen wir viele Dinge tun, um uns zu verändern, aber nichts greift wirklich. Aber wenn unser Herz berührt wird, dann sind wir inspiriert, dann haben wir die Motivation, neue Schritte zu gehen. Und mit jedem Berührtsein öffnet sich dein Herz und heilt ein Stück weit mehr. Es ist ein natürliches Wachstum. Sich der Liebe, der Verbindung, der Vergebung hingeben – das ist es, was unser Herz und unseren Geist öffnet.

Du nennst deine Arbeit Psychology of Vision – was bedeutet das?
Psychology of Vision ist ein Pfad der Heilung und des Sich-Verbindens – hin zu größerer Bewusstheit und Erwachen. Es geht darum, uns selbst auf einer tieferen Seelenebene kennen und lieben zu lernen und dadurch unsere Bestimmung zu erfahren – das, weshalb wir hierher gekommen sind.
Was ich erkannt habe, ist, dass Beziehungen bei allem im Zentrum stehen. Jedes Problem ist im Grunde ein Beziehungsproblem – Krankheiten ebenso wie Geldprobleme. Wenn also Beziehungen geheilt werden, ist das Problem geheilt.

Ein zweiter Aspekt von POV ist es anderen zu helfen – das Führungsprinzip. Eine Möglichkeit, die uns hilft zu heilen, besteht darin, anderen zu helfen. Wenn du jemandem hilfst, dann ist auch dir geholfen. Es hilft dir und dem anderen, in einen Fluss zu kommen. Deshalb heißt ein Modell von POV: Freunde helfen Freunden.

Der dritte Aspekt meiner Arbeit ist der Aspekt der Spiritualität, einer undogmatischen Spiritualität, was bedeutet, dass es um Liebe geht, um größere Integrität – was wiederum bedeutet, dass es um ein erweitertes Bewusstsein geht. Das sind alles Aspekte von Spiritualität. Wenn dein Spirit wächst, wenn du mehr in Kontakt mit deinem Spirit kommst, bist du friedlicher und glücklicher. Dann lebst du ganz von selbst ein Leben in Fülle.

Warum begeistert dich das Thema Beziehungen – auch nach nunmehr 39 Jahren Arbeit damit – nach wie vor?
Ich selbst war ja kein Naturtalent, was Beziehungen betrifft. Tatsächlich habe ich fast alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Meine Kindheit und Jugend waren nicht einfach, aber ich habe irgendwann begriffen, dass ich wahrscheinlich nicht überleben werde, wenn ich nicht bereit bin, über Beziehungen zu lernen. Also widmete ich mich ganz der Frage, was ich falsch mache, um daraus zu lernen und weiterzugehen. Je mehr ich mich öffnete, desto besser wurde ich in den Beziehungen. Ich lernte einfach die Lektionen, die es für mich zu lernen gab, um weiterzukommen. Und warum ich mich auf demselben Pfad über so viele Jahre bewege? Weil ich belohnt werde. Mit jeder weiteren Lektion, die ich gelernt habe, haben sich mehr Liebe und Freude in meinem Leben ausgebreitet.

Ich kann mich noch gut an den Tag vor meiner Hochzeit mit Lency, meiner Frau, erinnern. Ich schaute gen Himmel und beschwerte mich: Wenn du willst, dass ich heirate, warum hast du mir nicht wenigstens ein gutes Beispiel für eine glückliche Ehe gegeben? Es war einer der Momente in meinem Leben, wo ich die Stimme vernommen habe – und wenn du jemals die Stimme vernommen hast, dann weißt du, dass zu dir gesprochen wird und du wirklich zuhören solltest. Und die Stimme sagte zu mir: “Wenn du nicht wirklich ein lebendes Beispiel für eine glückliche Ehe hast, dann liegt das daran, dass du derjenige gewesen bist, der zugesagt hat, das gute Beispiel zu sein.” Und ich erkannte: Ups, sorry, mein Fehler… Ich konnte ganz klar sehen und tief in mir fühlen, dass es stimmte, was ich soeben gehört hatte: dass ich versprochen hatte, den Menschen zu zeigen, wie eine glückliche Beziehung aussehen kann. Es ist nicht so, dass Lency und ich nicht unsere Probleme miteinander hatten, aber ich entwickelte die Hingabe und die Bereitschaft, Verantwortung für das zu übernehmen, was in mir stattfand, und zu lernen, das in mir zu heilen. Sie nicht zu beschuldigen, sie nicht zu zwingen oder von ihr zu fordern, dass sie sich ändert, sondern meine Lektionen zu lernen und mich zu verändern. Und nach nun 25 Jahren kann ich wirklich sagen: Ich bin richtig glücklich in meiner Beziehung. Was mich also immer noch motiviert, ist der Erfolg, der sich eingestellt hat.

Wie verbindet man sich mit seinem Herzen?
Eine Sache, von der ich sagen kann, dass sie wirklich funktioniert, ist Hingabe. Deine Bereitschaft, dich hinzugeben, dich einzulassen, dein Herz zu öffnen. Wenn du dich einlässt, wenn du die Wahl triffst, dich vollständig hinzugeben, dann führt dein Leben dich und dein Herz kann sich öffnen. Du musst dich gar nicht selbst damit beschäftigen, das ist nicht dein Job. Dein Job ist deine Bereitschaft, dein Einlassen. Und wenn du dich hingibst, dich öffnest, dann wird immer wieder ein neuer Teil deines geteilten Bewusstseins geheilt werden. Also gehst du immer weiter, zum nächsten Berg. Wenn du aufmerksam bist in deiner Beziehung – auch was die Gleichberechtigung deines Partners angeht, denn Gleichberechtigung ist einer der zentralen Aspekte einer Beziehung – und dich einlässt auf den nächsten Schritt und deinen Partner, dann führt dich das ganz schnell nach vorne.


Abb: © Laetitia Bouaziz – Fotolia.com

Workshops in Berlin:
21.9. Abendseminar: 19-22 Uhr, 30 €, VVK 25 €
Ort: Freie Waldorfschule Kreuzberg, Ritterstr. 78,
10969 Berlin

22.9. Tagesseminar 13-21 Uhr, 110 €/ erm. 90 €
Ort: Gotischer Saal, Schmiedehof 17, 10965 Berlin

Anmeldung: Joyful Events, Tel.: 030 – 40 50 49 16 oder info@joyfulevents.de, www.joyfulevents.de
Infos zu weiteren Events mit Chuck auf www.pov-int.com

2 Responses

  1. Vigor Calma

    Schöne Worte. Es gibt viele schöne Worte in diesen Tagen.

    Gelesen, gehört, gesprochen geben sie wunderbar Sinn.
    Gehirne sind tolle Biocomputer, die alles biegen, drehen, und sogar brechen können. Die größte Leistung des Gehirns ist, dass es alles, aber wirklich alles einordnen und erklären kann. Genau so lange, bis das Leben eine Überraschung hervorzaubert, die in kein Konzept und kein Konstrukt passt. Was gerne übersehen wird: Menschen können alles erdenken, stoßen aber früher oder später an eine Grenze, und das ist das eigentliche Dilemma der Menschen: Sie sind gefangen in ihren Körpern. Oder wie Terence Mc Kenna sagte: „Wir sind keine Affen mehr, aber wir sind IN Affen“.
    Viele legen sich ins Zeug, das Gute in sich zu aktivieren. Wirklich interessant wird jener Moment, wo der Quantensprung passiert. Wo Menschen sich von ihren äffischen Verhaltensmustern wirklich trennen können, weil das Gefäß für den Geist neu oder modifiziert ist.
    Wie geschieht die Modifizierung?
    Durch Worte?
    Vielleicht.
    Oder wäre es hilfreich um ein Wunder zu beten?

    Antworten
  2. Traudl

    Schöner Artikel.

    Vor allem diese Sätze finde ich wunderbar:

    „Wenn du dich einlässt, wenn du die Wahl triffst, dich vollständig hinzugeben, dann führt dein Leben dich und dein Herz kann sich öffnen. Du musst dich gar nicht selbst damit beschäftigen, das ist nicht dein Job. Dein Job ist deine Bereitschaft, dein Einlassen.“

    Chuck schreibt von einer „undogmatischen Spiritualität“. Das gefällt mir. Diesen Begriff werde ich übernehmen, denn er trifft genau das, was ich auch fühle und lebe.

    Traudl Hilzensauer
    www.mayaspirit.de

    Antworten

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