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Neue Technologien stehen in den Startlöchern. Deutschland neu erfinden


Fast täglich wird uns über die Medien eingehämmert, wie abhängig wir angeblich von endlichen Energieressourcen sind und wie unumgänglich es scheint, die steigenden Energiepreise bedingungslos zu akzeptieren. Die Politik versucht sich in Maßregelung der Energiekonzerne, angesichts deren gigantischer Gewinne. Gleichsam fühlt sie sich zunehmend machtlos Klimaschutzziele zu verteidigen und wettbewerbsfähige Strompreise einzufordern. Wettbewerber die ohne Subventionen eine wirkliche  und preiswerte Alternative zur Verbrennungs- und Atomtechnologie  darstellen, gibt es nicht. Oder etwa doch?

Der Viktoriasee im Herzen Afrikas ist der Lebensnerv seiner Anrainerstaaten. Der Fischfang und die Energieerzeugung haben wesentliche Bedeutung für die Eigenversorgung der Bevölkerung und für die Exportwirtschaft. Doch dieses Gefüge droht durch Wassermangel aus den Fugen zu geraten. Was war geschehen? Ein 50 Jahre altes marodes Wasserkraftwerk in Uganda sollte durch einen Neubau ersetzt werden. Chronischer Energiemangel veranlasste die Regierung nach Fertigstellung der neuen Anlage, die alten Turbinen weiter zu betreiben. Die Folgen sind ein höherer Wasserabfluss, der durch die Natur nicht ausgeglichen werden kann und die Absenkung des Wasserspiegels um 1,5 Meter. Bitter ist, dass beide Wasserkraftwerke heute aufgrund reduzierten Gefälles weniger Strom erzeugen, wie zuvor das alte Kraftwerk allein.  Ein Teufelskreis, der dem Viktoriasee nach Einschätzung von Experten in 10 Jahren den Kollaps bescheren könnte.

In einer ähnlichen Situation befinden sich viele Industrienationen heute. Die uneinsichtige Fixierung auf die Verbrennungstechnologie (und Atomtechnologie) zur Erzeugung von elektrischer Energie hat einen Teufelskreis in Gang gesetzt, der nicht nur das Weltklima nachhaltig verändert, sondern auch die Grundlagen unserer Nahrungsgewinnung beeinträchtigt. Unsere Meere leiden unter dem Kohlendioxideintrag und versauern, mit dramatischen Folgen für die maritime Nahrungskette. Ausbleibender Regen lässt einstmals fruchtbare Böden zu Wüsten werden. Auch in Europa. Selbst der Betrieb der  Kraftwerke, die diesen Teufelskreis in Gang gesetzt haben, bleibt nicht vom Klimawandel verschont. Es fehlt schlicht und einfach an Kühlwasser für die Kohle-, Gas- und auch Atomkraftwerke wenn die sommerliche Hitze und ausbleibender Regen den Pegel der Flüsse zurückgehen lässt. Längst ist neben CO2 und Methan der Wasserdampf der Kühltürme selbst zu einem Klimaproblem geworden.

Die Verbrennungstechnologie ist aus Sicht des Klimaschutzes am Ende. Das Unvermeidbare hinausschieben zu wollen, indem CO2 vor der Verbrennung im Kraftwerk ausgefiltert wird, schafft nur neue Probleme. Die Frage, wohin mit dem CO2 wird sich spätestens dann stellen, wenn neuen Berechnungen zur Folge, die Kapazitäten zur Versenkung von CO2 unter deutschem Boden innerhalb 3 Jahre erschöpft sind. Jede Investition in die Co2 Ausfilterung führt zu einem neuen Entsorgungsproblem und in eine neue Sackgasse.

Besonders unglaubwürdig weil zwiespältig, zeigt sich der Vattenfall Konzern, dessen Eigener, der schwedische Staat, zwar im eigenen Land die völlige Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern bis zum Jahr 2020 proklammiert, in Deutschland aber genau die gegenläufige Strategie verfolgt. Neue Braunkohlekraftwerke und eine trickreiche Verzögerung des Atomausstieges  sollen die Gewinne weiter wie bisher sprudeln lassen. Um das Klima sollen sich erst einmal die anderen kümmern, derweil man sich unliebsame Konkurrenz durch überhöhte Netzdurchleitungsgebühren vom Halse hält.Wenn Wulf Bernotat, Chef von Eon, doziert, “dass wir noch lange mit hohen CO2  Emissionen aus der Kohleverstromung leben müssen”, so ahnen wir, dass auch Eon´s Aktionäre das Klima kaum, der Gewinn aber um so mehr interessiert.

Die aktuelle Klimaschutz- und Strompreisdebatte zeigt eines deutlich, aktiven Klimaschutz und wettbewerbsfähige Strompreise  wird es mit den großen Energiekonzernen nicht geben. Der Wandel kommt, wenn überhaupt durch die Bürger selbst. Privathaushalte und kleine und mittelständische Betriebe werden die Herausforderung annehmen. Sie werden sich zu neuen Energieverbünden zusammenschließen und ihren Strom und Wärme in Eigenregie erzeugen und bei Überkapazitäten untereinander austauschen. Dezentral und ohne dass die Gewinne an die Energiebarone abfließen. Die Quellen dieser neuen Energie sind neben den bekannten regenerativen Energieträgern, ernst zu nehmende technische Erfindungen, die teils patentiert, teils als sogenannte “open source” (für alle frei)  Technologie verfügbar sind. Es ist keine Frage des ob oder ob nicht. Diese Technologien gibt es. Einigen herausragenden Prototypen fehlt der letzte Schliff um in die Serienfertigung zu gehen. Einigen anderen fehlt der Mut der Erfinder, sich an die breite Öffentlichkeit zu wenden. Vielen Erfindern fehlt es an Kapital. Sie alle brauchen unsere Unterstützung. Lassen wir uns nicht länger ausmanövrieren und in die Enge treiben. Die Zeit ist reif für eine  Energierevolution.”

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