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Heile Dich selbst, Deine Familie und Deine Umwelt

 

„Lernt beweglich zu sein wie die Huichols. Bewegt euch leicht zwischen dem Göttlichen und dem Alltäglichen, zwischen Arbeit und Zeremonie. Man sollte sich immer in seiner Mitte befinden. Dann kann man in der Welt sein, ist aber nicht in ihr gefangen.“
 
Seit unzähligen Jahren sind die zerklüfteten Abhänge und die tiefen Schluchten der Sierra Madre in Mexiko die Heimat der Huichol-Indianer. Ungefähr 15.000 Menschen leben in kleinen „Ranchos“ von ca. 100 – 250 Personen. Sie werden als der letzte Stamm Nordamerikas bezeichnet, der seine vorkolumbianische und vorchristliche, schamanische Tradition bewahren konnte. In ihren Träumen und Visionen sahen die Huichols die Ankunft der Spanier voraus. Anstatt gegen diese zu kämpfen, zogen sie sich in ihre abgeschiedene Bergwelt zurück. Das raue und unwirtliche Gelände hielt Armeen, Missionare und Reisende Jahrhunderte lang fern. Das wiederum garantierte den Erhalt ihrer traditionsreichen Kultur.

Don José war einer der angesehensten und geachtetsten Huichol-Schamanen, Heiler und Zeremonienmeister des vergangenen Jahrhunderts. Er hatte einen Traum, eine Vision, dass er mich lehren würde, so dass ich die Huichol-Tradition fortführen könne. Don José adoptierte mich als seinen Enkel und lehrte mich in einer 12-jährigen Lehrzeit. Als einziger Weißer absolvierte ich eine komplette, traditionelle schamanische Lehrzeit. Mein Großvater Don José ließ mich hart arbeiten. Ich war ein Außenseiter und so musste er meine Ausbildung noch schwieriger gestalten als für einen geborenen Huichol, um zu beweisen, dass ich die Fähigkeiten habe. Er beauftragte mich, die heilige Tradition des Huichol-Schamanismus in die Welt zu tragen mit den Worten: „…Hilf allen Menschen und der Heilung von Mutter Erde.“
Für die Huichols bedeutet „Schamanismus“ nicht nur bestimmte Mythen oder ein paar festgelegte Zeremonien während des Jahres. Es ist ein Lebensweg. Wir beten jeden Morgen zum Feuer, wir beten jeden Abend für gute Visionen. Wir suchen jeden Tag nach Möglichkeiten, die Welt zwischen uns und den Göttern und Göttinnen zu balancieren. Wir sind bewusst mit der natürlichen Welt verbunden, miteinander und mit der gesamten Schöpfung. Wir erkennen unsere Verantwortung als menschliche Wesen auf der Erde. In dieser Tradition ist niemand allein.
Das ist einer der Gründe, warum ich 1979 mit Don José die Dance of the Deer Foundation -Zentrum für schamanische Studien – gründete. Es ging darum, die Vision und die Inspiration meines Großvaters weiter zu tragen. Don José hatte die Vision, dass ich die Huichol-Tradition Menschen in der ganzen Welt lehren würde. Dieser Vision folgend wusste er, dass es wichtig sein würde, eine Ankündigung zu machen. Und das tat er, vor einer englisch-indianisch gemischten Gruppe in den USA (unter anderem in der Sonom State University und dem Cabrillo College in Kalifornien) und auch in Europa.
Als er 1990 im Kreise seiner engsten Familie und Donna Josefa verschied, diktierte er kurz vor seinem Tod einen Brief, um noch einmal zu wiederholen, dass es seine Absicht sei, mich an seinem Platz zu hinterlassen. Ich solle Zeremonien leiten, heilen und die Huichol-Tradition fortführen, wie er es tat. Dieser Brief, den ich immer mit mir trage, sagt in Auszügen:
„Ich grüße Dich,…ich hinterlasse Dich an meinem Platz. Sage deinen Leuten, sie sollen beten und dem Hirschgeist bis in ihr Herz folgen.“

Ein anderes Ziel der Stiftung ist, für eine eigenständige wirtschaftliche Basis der Huichols zu sorgen. Ihnen zu helfen, den Auszug in die Tabakfelder und die Städte zu verhindern und die Huichols darin zu unterstützen, ihre schamanische Tradition am Leben zu erhalten. Deswegen geht der Großteil aller Einnahmen der Stiftung direkt zurück zu den Huichols in Don Josés Dorf und zu verwandten Familien in anderen Dörfern. Wir planen außerdem spezielle Projekte, um den Huichols zu helfen in den nächsten Jahren wirtschaftlich unabhängig zu werden (mit Shaman Chocolates, Schokolade aus organisch-biologischer Herstellung, hat dieses Vorhaben begonnen).

Trotz der Übergriffe der modernen Welt in den letzten 20 Jahren bin ich sicher, dass die Huichol-Tradition, die bemerkenswert beweglich ist, weiter bestehen wird. Don José sagte immer: „Solange die heiligen Traditionen fortbestehen, wird auch die Welt fortbestehen.“

 

Auszüge aus einem gleichnamigen Artikel von Brant Secunda

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