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Magische Kornkreise. Wie von unsichtbarer Hand hineingeprägt tauchen sie allsommerlich in Getreidefeldern rund um den Globus auf – rätselhafte Kreisformationen von immer größer werdender Komplexität und oft erstaunlicher Akkuratesse – und das ganze geschieht meist über Nacht. Was Ende der 70er Jahre mit simplen Kreisen und einfachsten Gebilden begann, hat sich, von den Medien lange Zeit unbeachtet, inzwischen zu einem atemberaubenden und immer unüberschaubareren Phänomen gemausert. Südengland ist der Kornkreisnabel der Welt: noch immer werden dort die meisten der sogenannten „Piktogramme“ gesichtet. Dabei ist ihre Herkunft bis heute umstritten. Auch 2002 gab es wieder spektakuläre Formationen. Unser Autor Volkhard Röseler geht den Erscheinungen auf den Grund.

Kornkreise sind unsichtbar. Jedenfalls, so lange man ebenerdig neben oder in ihnen steht. Was man erkennen kann, sind gebogene Halme, wie flachgelegt von einem Sturm, einem Magnetwirbel oder von Zauberhand. Was man wahrnimmt, ist der Einbruch in die wogende Ebenmäßigkeit des Kornfelds. Die Zeichen, die daraus entstehen, sind aus dieser Perspektive kaum zu erkennen. Wohl aber gibt es allenthalben Menschen, die von Phänomenen berichten, von Schwingungen, die den Körper erfassen, von magnetischem Sog, der sie in die Mitte des niedergelegten Korns zieht, von Heilenergie. Man kann sie also offenbar fühlen, die Kreise. Sehend erfassen kann man sie aber erst von einer Anhöhe aus – von Flugzeugen und Hubschraubern am besten. Für wen also sind sie gemacht?
Zeichen in der Landschaft. Bei aller Meinungsverschiedenheit über ihre Herkunft ist ihre schiere Existenz unbestreitbar. Sobald das Korn reift, sprießen die Kreise in den Feldern, von einfachen Formen bis zu komplexen zweidimensionalen Skulpturen von etlichen 10.000 Quadratmetern Ausdehnung. Bilder auf Zeit. Denn spätestens der nächste Herbst macht ihrem irdischen Dasein ein Ende. So sind sie auf wundersame Weise in den Kreislauf der Natur eingebunden, in das Werden und Vergehen. Was bleibt, sind Fotografien, Zeugen ihres verblichenen Daseins.
Während man sich vielerorts in die Frage verbeißt, wer denn nun die Urheber der Kreise sind – und sich in ihr zu verlieren droht -, lohnt die Sicht auf das, was unzweifelhaft vorliegt: die Bilder im Feld. Ihre Vorläufer, die in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts vor allem im Südwesten Englands beobachtet wurden, waren durch mehr oder weniger klare geometrische Formen charakterisiert. Kreise, Linien, Dreiecke. Anfang der neunziger erschienen multiple abstrakte Gebilde. Inzwischen werden binäre Codes, archetypische Symbole und chaostheoretische Darstellungen identifiziert.
Wozu das alles? Was sagt uns das?

Die Kornkreisgemeinde

Eine wild wuchernde Kornkreisszenerie ist entstanden, die sich inzwischen in eine Vielzahl von Gruppen, Grüppchen und Einzelkämpfern aufgespalten hat. Forscher, Skeptiker, Nachahmer, Enthusiasten, Gläubige. Während sich mythische Rationalisten wie die Berliner Forscher und Autoren Grazyna Fosar und Franz Bludorf um eine naturwissenschaftlich fundierte Klärung des Phänomens bemühen (zu verfolgen auf ihrer Website: www.fosarbludorf.com), sprechen andere wie die der Skeptikerfraktion angehörenden Buchautoren Florian Brunner und Harald Hoos („Kornkreise. Rätsel in mythischer Landschaft“, Beust Verlag, 2002) ganz schlicht von „Land-Art“ – Landschaftskunst. Wieder andere – Wünschelrutengänger, Channel-Medien, Hellsichtige – fahnden nach Energiephänomenen, die den Kornkreisen eingebrannt sein mögen.
Jenen haben sich inzwischen auch die Berliner Kornkreisenthusiasten Joachim Koch, im Hauptberuf Chirurg an der Charité, und sein Kompagnon Hans-Jürgen Kyborg angenähert („Die Antwort des Orion“, „Vernetzte Welten“, Kopp Verlag). Beide sind seit langem von der Idee begeistert, Kontakt mit außerirdischen Wesenheiten im Weltall aufzunehmen. 1981 gehörten sie zu den Gründern der Volkssternwarte in Berlin-Spandau, seit Ende der achtziger Jahre leben sie im Banne der Kornkreise. Jahr für Jahr reisen sie in deren Mekka, die südenglische Grafschaft Wiltshire. Kochs und Kyborgs These: die ursprünglichen Kornkreise bis Anfang der neunziger Jahre waren Versuche extraterrestrischer Intelligenzen, mit der Erde Kontakt aufzunehmen. In ihrem ersten Buch „Die Antwort des Orion“ schilderten sie 1996, wie sie per Kornkreis Fragen ins All geschickt und Antworten aus nachfolgend entstandenen Zirkeln identifiziert haben (siehe unseren Beitrag auf den Seiten 14/15). In ihrem neuen Buch „Vernetzte Welten“ gehen Koch und Kyborg noch einen Schritt weiter. Danach gehen die Botschaften ihrer fernen Gesprächspartner weit über das sichtbare Phänomen hinaus. Per Wünschelrute haben sie innerhalb der Kornkreisfelder gitterartig angelegte, dreidimensionale Energiemuster festgestellt, die sich, für das Auge unsichtbar, zu weit über hundert Meter hohen Energiekathedralen auftürmen.

Kornkreismacher aus Passion: die „Hoaxer“

Unbestritten ist, dass inzwischen zumindest eine große Zahl, möglicherweise die Mehrzahl der Kornkreise, die allsommerlich in den Feldern auftauchen, von Menschenhand gemacht ist. Selbst der einstige englische Kornkreisprophet Colin Andrews („Kreisrunde Zeichen“, mit Pat Delgado, Zweitausendeins 1990) oder der deutsche Experte Andreas Müller („Kornkreise. Geometrie, Phänomene, Forschung“, AT Verlag, 2001), rechnen bis zu 80 Prozent der alljährlich in England entstehenden Kreise den sogenannten „Hoaxern“, den Fälschern zu. Spieltrieb. Streichlust. Sportlergeist. Nicht nur in Großbritannien gibt es mittlerweile eine regelrechte Bewegung sich lustvoll bekennender Cropcirclemakers (www.circlemakers.org). Wie immer sie ihr Handwerk auch betreiben mögen – über die Machbarkeit bestimmter Formationen in quasi rasender Geschwindigkeit im Dunkeln gibt es nach wie vor begründete Zweifel -, sie bekennen sich zum Phänomen. Etwas Jugendlich-Abenteuerliches liegt über der Szene. Da mutet es wie eine Ironie der Geschichte an, dass ausgerechnet zwei unternehmungslustige Rentner, Doug Bower und David Chroley, von der Boulevardpresse unterstützt 1991 behaupteten, Urheber der englischen Kornkreise zu sein – was die von der selben Presse zuvor gehypte Kornkreismanie zum Zusammenbruch und für lange Zeit zum Erliegen brachte. Es wurden seitdem zwar immer mehr Kornkreise gesichtet, nur beehrte sie das Auge der Öffentlichkeit nicht mehr mit derselben schrillen Aufregung wie einst in den schönen Achtzigern. So hat die über einige Jahre sehr vielfältige Medienberichterstattung paradoxerweise gerade zu der Zeit nachgelassen, als die Muster immer komplexer und schöner wurden. Dennoch: die Szene lebt. Auftrieb gab es in diesem Jahr vor allem durch die großflächige Werbekampagne zum Hollywoodstreifen „Signs“ mit Mel Gibson – seitdem rauscht es wieder verstärkt im deutschen Blätterwald. In Bulgarien und England werden weitere Kinofilme zum Thema produziert (von denen man sich einen angemesseneren Umgang mit dem Stoff wünschen würde) – und natürlich gibt es Fernsehsender, die versuchen, mit dem ehemaligen Außenseiterthema Quote zu machen – und sei es mit in Auftrag gegebenen Kreisen …

Der Auftragskreis

So geschehen in diesem Sommer bei Stern-TV (RTL). In seiner Sendung vom 9. Oktober enthüllte das Jauch-Magazin, dass der im südbrandenburgischen Schönwalde aufgetauchte Kornkreis ein Auftragswerk war, kreiert vom bekennenden Kreis(nach)macher Friedemann Ohms. In aller Ausführlichkeit wurde in dem Beitrag das Ohms“sche Werk präsentiert – und dazu die herbeigeeilten und die von Stern-TV eigens herangekarrten Interessierten und Experten vorgeführt. Erstaunlich (und fast schon wieder sympathisch) dabei war die Naivität, mit der die Kornkreisforscher, Wünschelrutengänger und Channelmedien den TV-Leuten auf den Leim gingen. Peinlich wurde es allerdings, als selbst im geschnittenen Fernsehbeitrag noch zu hören war, wie die Filmemacher der Berliner Produktionsfirma „Machwerk“ den von ihnen vorgeführten Opfern manche Antwort per Suggestivfrage geradezu in den Mund legten. Und überdies fiel das vergleichsweise plumpe Kornkreisrund des fröhlichen Norddeutschen Ohms gegen die Vielzahl komplexer, zum Teil akribisch gefertigter Kreise in England und anderswo deutlich ab. Letztlich ein billiger Gag, der nichts bewies. Mehr noch, vielleicht erst recht die Frage aufwarf, wie denn solch ein Haufen stöhnender und schwitzender, durch Zeitdruck und Entdeckungsgefahr unter größtem Stress stehender Feldarbeiter, als der sich die Ohms“sche Truppe in dem TV-Beitrag darstellte, in der Lage sein sollte, in kurzer Zeit so feinziselierte, bis in kleinste Winkelmaße exakte, elegante Kunstwerke zu erschaffen, wie es die sogenannten „echten“ Kornkreise oft sind. Zieht man dazu in Betracht, dass ein englischer Mathematiker und Astronom, Gerald Hawkins, anhand von Kornkreisen gar fünf neue mathematische Theoreme entwickeln konnte, kommt einem die von Ohms vorgeführte Methode des Kornkreismachens mehr als lächerlich vor. Dennoch diente sie dem Moderator Jauch in besagter Sendung dazu, sämtliche Kornkreise pauschal als „mystische Tricks“ (was immer das sein mag!) abzutun – Thema erledigt. Der oben erwähnte Mathematiker will übrigens auch herausgefunden haben, dass der Aufbau einer Reihe von Kornkreisen „diatonischen Verhältnissen“ entspreche – d.h., perfekten musikalischen Intervallen. Die Chance, ein derartiges Muster „zufällig“ zu erschaffen, bezeichnet er mit 1 zu 25.000…

Kunst und Kult

Doug and Dave sind heute die Ikonen der britischen Cropcirclemaker-Bewegung. Während Dave 1997 gestorben ist, wird Doug als Held und Ehrengast herumgereicht. Der englische Journalist David Sutton erhob ihn jüngst gar zum Erfinder einer auf besondere Art „britischen“ Form von Landschaftskunst. „Land-Art“ – unter diesem Firmenschild versammeln sich inzwischen die meisten Kornkreismacher der zweiten Generation. Ihnen geht es weniger darum, Anhänger mythologischer Tiefen zu foppen als um um eine eigene Form des Ausdrucks.
Kornkreise als Kunst im öffentlichen Raum also, als Gesellschaftsspiel mit Zeichen. Viele Hoaxer sehen sich ebenso als Künstler wie ihre Kollegen von der Graffiti-Sprayer-Front. Diese Welle ist inzwischen auch zu uns herübergeschwappt. Die Berliner Künstlerin Susanne Blessing (Künstlername
SUSA-N-OI), versucht, mittels auf ihren Körper drapierter und in Mode verarbeiteter Kornkreissymbole eine Verbindung „des Schöpferischen und des Spirituellen“. Sie schlägt eine Interpretation der Kornkreise als ein Angebot zur Kommunikation mit Parallelwelten vor. Dabei erfreut sie sich übrigens einer erstaunlich bunten Schar von Unterstützern und Sponsoren, nachzusehen auf ihrer optisch durchaus ansprechenden Webseite www.aion-world.com: außer den Cinemaxx-Kinos sind die grüne Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer und die BVG mit dabei. Kornkreise als Werbemedium – auch nicht mehr ganz neu, haben Autofirmen und Filmvertreiber ihre eindeutigen Symbole doch schon mehrfach – vorzugsweise in England – in Raps- und Kornfelder legen lassen.

 

Antwort vom Jupiter?

Der Mythos bleibt von alledem unbeeinflusst. Letztlich ist es ja auch immer eine Frage der jeweiligen Brille, der Sichtweise, was man sieht und wie man das, was man sieht, interpretiert. Bedeutung hat immer viel mit dem zu tun, was man erwartet. So wurden im August 2001 in der Nähe des Radioteleskops von Chilbolton im englischen Hampshire (wo seit mehreren Jahren regelmäßig einige der spektakulärsten Formationen entstehen) zwei fußballplatzgroße Bilder im Kornfeld gefunden (s. Abb. 9). Während eines, aus der Luft betrachtet, die grobgerastereten Züge eines menschlichen Gesichts erkennen ließ, schien das andere eine in Pixeln dargestellte Botschaft zu sein – vergleichbar derjenigen, die im November 1974 von Forschern des SETI-Institute (Search for Extra-Terrestrial Intelligence) ins All geschickt worden war. In binärer Form waren darin Informationen über unser Sonnensystem, die menschliche Gestalt, die Erbsubstanz DNS und anderes codiert.
27 Jahre später also die Antwort? Das glauben jedenfalls der österreichische Paranormal-Forscher Jay Goldner („ET hat geantwortet“, Silberschnur Verlag) sowie der UFO-Experte und Direktor des Independent Research Centre for Unexplained Phenomena, Paul Vigay (www.vigay.com). Jay Goldner (www.hellojupiter.com) vermutet die Absender der „Antwort“ auf einem der Jupiter-Monde. Demgegenüber disqualifiziert das SETI-Institute das, was im Chilbolton-Feld zu sehen war, als schlicht zu läppisch. Es sei im höchsten Maße unwahrscheinlich, dass wir es hier mit einer außerirdischen Nachricht zu tun hätten. Kornkreise sind aus Sicht des SETI „dekorativ, eindrucksvoll und provokativ – aber nicht informativ. Wir können Besseres von extraterrestrischen Intelligenzen erwarten“
(www.seti.org). Ende der Durchsage.
Fast genau ein Jahr nach dem Auftauchen der vermeintlichen Alien-Botschaft wurde in diesem Sommer nicht weit davon entfernt, in Crabwood, ein weiteres High-Tech-Piktogramm im Korn entdeckt: ein Aliengesicht plus Abbildung einer Scheibe, in der sich eine (inzwischen entschlüsselte) Nachricht befand – allerdings in höchst irdischem ASCII-Code, was wiederum die Frage aufwirft: menschen- oder nicht-menschengemacht?
Der Streit tobt weiter.

 

„Mutter Erde spricht zur Menschheit“

Manche Kornkreis-Erforscher suchen in der entgegengesetzten Richtung: sie richten ihr Sensorium nicht in die unendlichen Weiten des Alls, sondern in den Urgrund der Erde. Für sie sind die Zeichen Abbilder eines Urwissens, das über Jahrtausende in den Erdgrund hinabgesunken ist und nun als Kornkreis oder Energiemuster wieder an die Oberfläche drängt. Spirituelle Forscher wie Horst Michael Jungbauer (Gareth) (www.adonai.de) aus Bayern finden in den oft archetypisch anmutenden Gebilden im Feld die Regeln der heiligen Geometrie wieder. Für die Anhänger solcher Theorien ist es kein Zufall, dass Kornkreise gehäuft im energetischen Dunstkreis alter Kultstätten auftauchen, wie Jahr für Jahr rund um den Steinkreis von Stonehenge.

Der Mythos lebt

Landen wir bei all dem Pro und Contra am Ende im Niemandsland? Festzuhalten ist: das Phänomen existiert. Es tauchen immer mehr Kreise auf (auch bei uns: etwa 35 Formationen wurden hierzulande allein in diesem Jahr registriert – minutiös dokumentiert von www.invisiblecircle.org, der informativsten deutschsprachigen Kornkreisseite im Web). Und die Szene lebt. Kornkreise sind weiterhin Gegenstand von Faszination, Forschung, Spekulation und Passion. Unabhängig von ihrer Herkunft scheinen sie uns mit einer Dimension zu verbinden, die jenseits des natürlich Gewachsenen liegt. Was Stern-TV-Reporter und Wissenschaftler gleichermaßen versuchen, ist, eine rationale Erklärung für die Kreise zu finden. Doch was brächte das? Würde jemand nachweisen, dass alle Zeichen Botschaften aus dem All sind – das Rätselraten würde doch erst recht beginnen. Und selbst, wenn man bei der erdnahen Land-Art-Variante bleibt, stellt sich doch die Frage: was bringt Erdenmenschen dazu, sich des Nachts ins Kornfeld zu schleichen, um zum Teil irrwitzig komplexe und überirdisch schöne Gebilde zu produzieren? – Meiner Meinung nach bildet sich in jedem Fall allein schon mit dem Auftauchen eines Zeichens ein Energiefeld. Die Produzenten stecken Energie hinein, die Betrachter, Berichterstatter, Untersucher ebenso. Es gab verschiedentlich schon die Idee, alle Kornkreisfälscher dieser Welt aufzufordern, einen Sommer lang ihre Tätigkeit einzustellen – um damit zu beweisen, dass ausschließlich sie die Urheber der Kreise sind. Statt dessen werden immer mehr Kreise „produziert“ – und wird um eine Erklärung ihrer Herkunft, ihre Bedeutung gerungen.

 

Angebot ins Offene

Dieser Drang nach Erklärung ist oft ein Zeichen für die Angst vor dem Ungewissen, vor dem Unfassbaren. Die demonstrativ flapsige Haltung manch bekennender Hoaxer vom Schlage Doug, Dave und Ohms könnte so auch als Hinweis auf die Furcht vor der (auch eigenen) Tiefe verstanden werden. Wenn man sich viele der komplexen Feldmuster anschaut, dann spricht aus ihnen Liebe – ob es ihren Erschaffern bewusst ist oder nicht. Im Glauben, einen Scherz zu machen, täuschen sich die Hoaxer womöglich über ihre eigene Energie der Entäußerung von Schönheit und Liebe hinweg. Sie sind dabei gläubiger, tiefsinniger, vielleicht gar religiöser als sie selbst glauben. Bewusstes Motiv und faktisches Ergebnis können weit auseinander liegen. Während sie meinen, die Welt an der Nase herumzuführen, dienen die Hoaxer mit ihrem Tun unbewusst womöglich einer Kraft, die weit größer ist als sie selbst. Man kann die Kornkreise auch als Einladung sehen, ins Offene zu gehen, uns auf das, was unzweifelhaft da ist, mit allen unseren Sinnen einzulassen. Viele Menschen tun das. Manche wie der Zierenberger Bio-Unternehmer Eckhard Weber (www.weberbio.de) empfinden gar eine Aufforderung an die Menschheit, die Welt verstärkt mit unserer rechten Gehirnhälfte wahrzunehmen, mit unserer Intuition, unserem Kanal zur Ganzheitlichkeit des Kosmos.

Der Koan

Es ist wie ein Rätsel, das der Welt gestellt wird. Bereits 1993 forderte das Channelmedium Varda Hasselmann dazu auf, die Zeichen wie Mantren, Mandalas oder Koans zu behandeln („Welten der Seele“, Goldmann Verlag, 1993). Das Wort ‚Koan‘ stammt aus der ostasiatischen Zen-Tradition. Es bezeichnet Fragen, die der Zen-Meister seinem Schüler stellt und auf die es keine logisch-eindeutigen Antworten gibt. Die schönste Form des Erkennens ist in diesem Sinne die An-Schauung, Versenkung und Meditation – sich mit allen Sinnen in das Phänomen hineinzubegeben. Die Kreise weisen ins Weite, über sich selbst hinaus. Insofern hat es etwas ungemein Tröstliches, dass ihr sichtbares Dasein auf wenige Wochen des Jahres beschränkt ist. So können sich die Menschen in jedem Jahr neu wieder die Frage stellen, was das denn soll, diese Zeichen, was sie ihnen bedeuten. Jeder kann seine Antwort finden.
 

Zu den Abbildungen:

* Abb.1: Über Nacht ins Korn gebeamt? Im August 2001 entstand in England in einer einzigen Nacht ein Kornkreis von ca. 300m Größe, mit 409 Kreisen über eine Fläche von 60.000qm (Milk Hill)

*Abb.2: Kornkreis am Nachmittag Augenzeugenberichten zufolge soll diese Formation in unmittelbarer Nähe von Stonehenge an einem Sonntagnachmittag zwischen 17.30h und 18h entstanden sein.

*Abb.3: Rekordverdächtig. Wohl die längste zusammenhängende Formation, die es je gab.

*Abb.4: Kornkreisveteran Mit solch simplen Gebilden fing alles an.

*Abb.5: Überirdisch schön Gestochen scharfe Konturen, perfekte Geometrie: „Saroszyklus“ aus dem Jahre 1999, Südengland

*Abb.6: Plumpes Machwerk Auftragsarbeit für „sternTV“ –
der Kornkreis bei Schönwalde bei Berlin

*Abb.7:Kornkreise sind Kult: Plakat für den Kinoknüller „Signs“

*Abb.8: Plattencover der Rockband Led Zeppelin

*Abb.9: Botschaft aus dem All? Zwei ungewöhnliche Darstellungen vom August 2001

*Abb.10: Jay Goldner, Autor von „ET hat geantwortet“ (Silberschnur-Verlag) und Schöpfer der farbigen Konkreisgrafiken auf unserer Titelseite (mehr davon unter www.hellojupiter.com) hat in seinem Buch auch das im Jahre 2000 direkt neben einem Radioteleskop erschienene sogenannte „Schmetterlingsfraktal“ (40x90m) einer genaueren Analyse unterzogen. Dabei kam er auf die geniale Idee einer dreidimensionalen Darstellung des Piktogramms
(siehe Abb.11, 12, 13).

*Abb.11, 12, 13: Kosmischer Kornzeichenbeamer? 3 D – Darstellung des „Schmetterlingsfraktals“

*Abb.14: Vielleicht die spektakulärste Formation des Jahres 2002: Alien Face mit Botschaft auf CD

*Abb.15: Die Angaben zu den hier abgebildeten Buchtiteln finden Sie im Text.

*Abb.16: Berliner Kornkreishexe, die Künstlerin Susanne Blessing alias SUSA-N-OI

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