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Fast alle Kriege begannen mit einer Medien-Lüge, mit der die Bevölkerung zum Krieg aufgestachelt wurde. Wird es auch bei der Ukraine gelingen?

Das einfache Schema der Kriegs-Lügen

Fast alle Kriege der jüngeren Zeit beruhen auf einem einfachen Schema: Die USA oder andere westliche Imperialmächte beschließen aus geostrategischen, wirtschaftlichen oder politischen Interessen einen Krieg. Durch die Geheimdienste und die gleichgeschalteten Massenmedien werden Falschinformationen und emotional aufgeladene Lügen in der ganzen Welt verbreitet, mit denen der Krieg in Bezug auf die Wahrung von Demokratie und Menschenrechte gerechtfertigt werden soll.

Mit dieser Taktik gelingt es fast immer, den Krieg nicht gegen den Willen der eigenen Bevölkerung durchführen zu müssen, sondern es in vielen Fällen sogar so aussehen zu lassen, als zöge man überhaupt erst auf Druck der Öffentlichkeit in den Krieg.

Dieses simple Schema funktioniert nun erstaunlicherweise schon seit über 100 Jahren und noch immer glauben große Teile der Öffentlichkeit tatsächlich, Kriege würden geführt, um Sicherheit, Demokratie und Menschenrechte zu verteidigen, obwohl schon der kleinste Blick in die Geschichte deutlich machen sollte, dass es schon immer allein um wirtschaftliche und geostrategische Interessen ging.

Nun wird das gleiche Schema wieder in der Ukraine durchgezogen – wird es auch diesmal gelingen?

Die Kriegs-Lügen der letzten 100 Jahre

Vielleicht hilft ein kleiner Blick nach hinten, um besser verstehen zu können, was gerade in der Ukraine passiert. Hier eine kleine Auswahl von Meilensteinen der Kriegs-Lügen-Taktik und ihrer Folgen.

1898 Spanisch-Amerikanischer-Krieg: Die „Explosions-Lüge“

Der Anlass: Die USA wollten auf Druck von US-Unternehmen Kuba, Puerto Rico und die Philippinen in ihren Einflussbereich bringen.

Die Lüge: Die USA brachten das Kriegsschiff USS Maine in den Hafen des spanisch besetzen Havanna. Das Schiff explodierte und den Spaniern wurde der Abschuss unterstellt. Die großen Zeitungen starteten eine hetzerische Kampagne gegen Spanien („Remember the Maine, to hell with Spain!“) In der Folge forderte die US-Öffentlichkeit den Krieg. Später stellte sich heraus, dass das Schiff von Innen gesprengt worden war.

Die Folgen: Ein viermonatiger Krieg endete mit der US-Besetzung von Kuba, Puerto Rico, Guam und den Philippinen. Spanien verlor damit alle bedeutenden Kolonien und die USA begannen erstmals, offen als Imperialmacht aufzutreten und ihr Einflussgebiet über nordamerikanische Festland hinaus auszudehnen. Es folgen den nächsten 20 Jahren: Honduras, Panama, Nicaragua, Dominikanische Republik und Haiti.

 

1941 Zweiter Weltkrieg – die „Pearl-Habour-Lüge“

Der Anlass: Die USA suchten nach einem Grund in das Kriegsgeschehen einzugreifen, dass sie bis dahin nur durch Materiallieferungen beeinflusst hatte. Die Bevölkerung war gegen eine Einmischung in den Krieg.

Die Lüge: Am 7. Dezember 1941 griff Japan erfolgreich den offenbar völlig unvorbereiteten US-Hafen Pearl Harbour auf Hawaii an und zerstörte einen Teil der US-Pazifikflotte. Der US-Öffentlichkeit wurde der Angriff als völlig überraschend dargestellt, weil es keine Kriegserklärung Japans gab. Kritiker bezweifeln dies jedoch, da das Gerücht eines Angriffs auf Pearl Habour schon lange die Runde machte und der japanische Funkverkehr flächendeckend abgehört wurde. Diese Kritiker vermuten, dass der Angriff in Kauf genommen wurde, um den Kriegseintritt zu rechtfertigen.

Die Folge: Die öffentliche Stimmung in den USA kippte quasi über Nacht und die USA zogen in den Krieg, wodurch der Zweite Weltkrieg ausgelöst wurde. Er endete mit dem Abwurf zweier US-Atombomben auf Japan, einem großen Zugewinn von US-Einfluss in Europa, der Gründung der NATO und dem Beginn des Kalten Krieges.

 

1990 – Zweiter Golfkrieg – die „Brutkasten-Lüge“

Der Anlass: Die USA suchten nach einem Grund für Militärpräsenz im Nahen Osten, der die größten Erdölreserven der Welt beherbergt. Die Bevölkerung war auch hier gegen eine Einmischung.

Die Lüge: Der Irak hatte gewaltsam Kuwait erobert. Im US-Fernsehen tauchte daraufhin eine Teenagerin auf, die sich als Hilfskrankenschwester ausgab und vor einem informellen Menschenrechtskomitee des US-Kongresses berichtete, irakische Soldaten hätten in kuwaitischen Krankenhäusern Säuglinge getötet, indem sie diese aus den Brutkästen gerissen und auf dem Boden zerschmettert hätten. Die Geschichte sorgte international für Entsetzen und der Forderung, in den Krieg einzugreifen. Die Teenagerin stellte sich Jahre später als Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA heraus. Sie war nie in Kuwait gewesen und die gesamte Geschichte frei erfunden. Recherchen ergaben, dass der Auftritt teil einer bezahlten Kampagne der amerikanischen PR-Agentur Hill & Knowlton auf Veranlassung der Regierung Kuwaits war. Die Kampagne kostete 10 Millionen US-Dollar.

Die Folgen: Die USA griffen in den Krieg ein und haben seither ständige Militärpräsenz im Nahen Osten. Öl-Firmen wie Shell und BP profitieren massiv vom Bündnis mit Kuwait.

2003 Irakkrieg – die „Massenvernichtungswaffen-Lüge“

Der Anlass: Die USA wollten aufgrund geopolitischer Interessen das Regime im Irak austauschen.

Die Lüge: Saddam Hussein wurde einerseits medial mit den Anschlägen vom 11. September assoziiert, andererseits wurde öffentlich behauptet, man verfüge über geheimdienstliche Beweise, dass der Irak über „Massenvernichtungswaffen“ verfüge. Dies stellte sich wenige Jahre später als vorsätzliche Lüge und bewusste Irreführung der Öffentlichkeit heraus.

Die Folgen: Der Irak versank im Bürgerkrieg, zahlreiche radikale Gruppierungen formierten sich. US-Unternehmen bekamen stärkeren Einfluss im Erdölgeschäft.

2014 Ukraine-Krise – Die „Russland-Lüge“

Der Anlass: Die USA wollen eine Allianz von Europa und Russland verhindern und die europäischen Staaten langfristig an die NATO binden.

Die Lüge: Trotz der bei der deutschen Wiedervereinigung getroffenen Übereinkunft, die NATO nicht weiter in den Einflussbereich Russlands zu erweitern, wurden seitdem Tschechien, Polen, Ungarn, Bulgarien, Slowakei, Slowenien, Litauen, Lettland, Estland, Rumänien, Albanien und Kroatien in die Nato aufgenommen, wodurch die USA nun Militärstützpunkte direkt an der Grenze Russland hat. 2014 sollte auch die Ukraine aufgenommen werden, was jedoch auf Widerstand der Regierung und Bevölkerung stieß. Eine umstrittene Revolution warf das Land in Bürgerkriegsähnliche Zustände. Seither wird Russland Kriegstreiberei und eine militärische Beteiligung vorgeworfen, obgleich Russland sich erstaunlich passiv verhält und für eine militärische Beteiligung keinerlei Beweise vorliegen. Ex-NSA-Mitarbeiter vergleichen die Situation mit dem im Irak 2003: Für eine Beteiligung Russlands 2014 gibt es ebenso wenig Beweise, wie für Massenvernichtungswaffen 2003

Die Folgen: Die Medien schüren eine Russland-feindliche Stimmung, der kalte Krieg scheint wieder aufzuleben. Die USA versuchen Russland durch gezielte Provokation zu Militäroperationen zu verleiten. Der Ausgang ist bisher unklar.

 

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2 Responses

  1. Kristina

    Sehr klarer, mutiger und wertvoller Artikel, der hoffentlich vielen Menschen die Augen öffnet. Das Ziel ist diese Lug- und Betrugsspiele rechtzeitig zu durchschauen und jeglichen Krieg in Europa vorzubeugen.
    Zu dieser Erkenntnis rufen gerade viele aufgewachte und bewusste Wissenschaftler auf, u.a. der Arzt Rüdiger Dahlke und der schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser, die ich hier herzlich empfehlen möchte:

    Dr. Ruediger Dahlke – Aufruf zum Aufwachen
    http://www.youtube.com/watch?v=r_Vq8-jK0Qg

    Dr. Daniele Ganser – Verdeckte Kriegsführung
    http://www.youtube.com/watch?v=cF-PVmCv8eM

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