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Bei Verschwörungstheoretikern sind sie schon lange ein heißes Thema: Mikrochips. Glaubt man den mitunter wilden Theorien, wird bald jeder Bürger seine gesamten biometrischen Daten, seine DNA, seine Krankenversicherung und sein Bankkonto unter der Haut mit sich herumtragen. Die Polizei kann jeden überall orten, Bewegungsprofile erstellen, weiß, wer mit wem zusammenhängt – und wer sich unbeliebt macht, wird einfach abgeschaltet, denn ohne den Chip geht dann gar nichts mehr.

Fifi zuerst

Was immer man von solch Orwell’schen Fantasien halten mag, fest steht: Die Mikrochips kommen. Unsere Haustiere waren die Ersten. Seit 2004 müssen Hunde bei Auslandsreisen „gechippt“ werden – in Wien besteht sogar generelle Chip-Pflicht, ob man nun verreist oder nicht. Der implantierte Mikrochip trägt eine 15-stellige Nummer. Dieser internationale, individuelle Code wird zusammen mit den Daten des Tieres (Name, Rasse, Geschlecht, Geburtsdatum) und den Daten des Tierbesitzers (Name und Anschrift) in ein europäisches Zentralregister eingetragen, so dass der Hund durch einen Handscanner eindeutig zu erkennen ist.

Chips für die Cyber-Freaks

Dann kamen die elektronischen Türschlösser: Technikverliebte vor allem in den USA, aber auch in Deutschland ließen sich ihre „Haustürschlüssel“ unter die Haut implantieren und brauchen fortan nun nur noch den Arm zu heben, um in ihr Haus zu gelangen. Durchgesetzt hat sich das Verfahren allerdings nicht – der Gedanke, den Schlüssel zu verlieren ist für die Meisten offenbar noch nicht erschreckend genug, als dass sie sich einen Chip unter die Haut bohren lassen würden.

Danach drängte der Chip in viele Lebensbereiche: Der „Baja Beach Club“ in Barcelona beispielsweise bietet seinen Stammgästen an, sich einen Chip in den Oberarm implantieren zu lassen. Der ist dann sowohl Eintrittskarte als auch Portemonnaie: Auf dem Microchip werden nämlich nicht alle relevanten Personendaten gespeichert – die Träger können auch Geld darauf einzahlen und auf ihrem „VeriChip“ gutschreiben lassen. Das Bar-Personal bucht die Getränke dann direkt aus dem Oberarm ab. Durch solche Aktionen soll laut Herstellerfirma „die breite Akzeptanz der Technologie“ verbessert werden. Und je besser die verbessert wird, desto besser: Chips könnten schon bald ein Milliardenmarkt sein – wenn die Verbraucher nur nicht so zögerlich wären.

Chips für die Sicherheit

Sehr ernst war die Idee, Kindern die Chips zu implantieren, um sie jederzeit ortbar zu machen und sie so im Falle einer Entführung leichter ausfindig machen zu können. Angesichts der vielen Horror-Meldungen in den Boulevard-Nachrichten für viele Eltern eine echte Option – sie scheiterte jedoch am Protest von Kinderrechtsorganisationen.

In Amerika war es vor allem er 11. September, der zu einer grundsätzlichen Aufgeschlossenheit der Bevölkerung gegenüber neuen Überwachungstechnologien geführt hat. So kam zum Beispiel die Idee der „Smart-Guns“ ganz gut an, auch wenn die wohl aufgrund des Widerstandes von Waffenliebhabern ebenfalls keine weite Verbreitung finden wird. Sie sah vor, dass Waffenbesitzer sich einen Chip in die Handfläche implantieren müssen und Schusswaffen, ausgestattet mit einem Scanner, dann jeweils nur noch von ihrem Besitzer abgefeuert werden könnten.

Chips im Alltag

Nun kommt eine weitere Welle von Chips: In unseren neuen Reisepässen speichern Chips ab sofort unsere Fingerabdrücke und biometrischen Daten – und dann bald auch in unseren Personalausweisen. Da wir den immer bei uns tragen müssen, ist der Chip zumindest schonmal in die Hosentasche implantiert.

Und dort wahrscheinlich gleich doppelt: Ab Sommer 2010 werden alle neu produzierten Handys mit einem eingebauten RFID-Chip ausgeliefert werden, ließ der Vizechef von Ericssons Abteilung für Systemarchitektur, Håkan Djuphammar durchblicken. Die sollen das Handy besser ortbar machen – um Straßenkarten genauer zu generieren und in Zusammenspiel mit Kreditkarten-Unternehmen Betrugsfälle zu vermeiden. Nebenbei lässt sich damit allerdings auch der Besitzer des Handys sehr genau überwachen.

Chips in der Medizin

Das alles scheint den Konsumenten noch nicht zu überzeugen, jetzt gibt es aber zwei Anwendungen in der Medizin, die den Chip populärer machen und ihm zum Durchbruch verhelfen sollen: Chips bei Krebs und gegen die Schweinegrippe. Die gleiche Firma, die sowohl die Chips für den Nachtclub als auch für die Kindesüberwachung entwickelte, arbeitet nun an einem Chip, der im Blut des Trägers Viren und „Biokampfstoffe“ erkennen kann – das könnte in einem Klima der Angst durchaus ein Erfolg werden.

Da kommt eine Entwicklung vom Massachusetts Institute of Technologie gerade recht: dort wurde ein Mikro-Implantat entwickelt, welches das Krebswachstum überwacht. Das Mikro-Implantat soll im Zuge einer herkömmlichen Biopsie im Körper platziert werden. Danach könne der Verlauf der Krankheit ohne einen weiteren Eingriff verfolgt werden. Neben der Beobachtung sollen Implantate der Zukunft auch selbstständig die nötige Therapie durchführen.

Chips überall

Was immer man also von den Horror-Szenarien der Verschwörungstheoretiker halten mag – der Siegeszug der Mikrochips ist nicht zu leugnen und die kleinen Dinger könnten noch eine große Rolle spielen – vor allem in der Kennzeichnung von Produkten, aber auch implantiert in Menschen. Fragen kann man sich dabei neben den offensichtlichen Datenschutz-Problemen allerdings auch, welche gesundheitlichen Folgen ein implantierter GPS-Chip haben wird.

4 Responses

  1. Maxim

    Alle die Bibel lesen und Gottes Wort befolgen.
    Die wissen was auf die zukommt.

    Bevor das alles von den Menschen erschaffen wurde stand es schon in der Bibel.

    Offenbarung: 13. 15.

    Und es ward ihm gegeben, daß es dem Bilde des Tiers den Geist gab, daß des Tiers Bild redete und machte, daß alle, welche nicht des Tiers Bild anbeteten, getötet würden.
    16. Und es macht, daß die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Knechte-allesamt sich ein Malzeichen geben an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn,
    17. daß niemand kaufen oder verkaufen kann, er habe denn das Malzeichen, nämlich den Namen des Tiers oder die Zahl seines Namens.
    18. Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tiers; denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.

    Glauben an Gott heißt errettet zu sein.

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  2. hox

    Die einfachsten und schon in Einsatz befindlichen RFID’s speichern eine einfache Weltweit eindeutige Nummer. Ein Lesegerät kann sie auf bis zu einigen Metern auslesen.
    Die Daten selber werden in Datenbanken verknüpft mit dieser Nummer gespeichert.
    Jeder der Zugang zu den Datenbänken hat kann alles was er will darauf abspeichern oder ablesen. Viel besser als die Daten auf dem RFID zu speichern, den der Träger hat überhaupt keinen Einfluß und Ahnung von den Daten.
    Wir kaufen die RFIDs in vielen Produkten und tragen diese dann mit uns herum.
    Jedes Produkt hat eine Nummer. Jede Nummer weiß etwas über das Produkt und wer es gekauft hat. Wo es schon mal vorbeigekommen ist. Irgend wann wissen die Nummern(Produkte) dann auch mit welchen Nummern sie zusammen getragen werden.
    So mußt du nur eine Nummer deinen Namen kennen so kennen sie ale deine Nummern.
    Toll und wenn du eine Jacke verschenkst so kennen Sie auch deine Freunde.
    So ungefähr funktionierts schon heute.
    Morgen wird das Netz und die Fülle nur noch umfasender.

    PS
    Übrigens mit diesem Sicherheitscode helfen sie unendgeldlich Google Bücher einzuscannen.
    Umsonst!

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  3. Monika

    Kommt nur mit euren Chips! Dann werdet Ihr erleben wie ich euch in die Hölle schicke!!!

    In meine Nähe kommt keiner mit diesem Mist!!!

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  4. niemand

    Vor Jahren saß ich bei einem Strategietreffen von Medizindiagnostikern und Technikern, die sich euphorisch über demnächst implantierte Chips am Handgelenk oder auf der Stirn ausgelassen haben – kein Witz, alles nur zum Besten der Patienten….. Die Technik ist sicher schon reif und mich würde es nicht wundern, wenn sie bald zum Einsatz kommt.
    Wie Stasi-Mielke schon sagte: ich liebe Euch doch alle!

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