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Die Milch macht’s leider doch nicht

Wir alle sind mit den durch Werbekampagnen geprägten Glaubenssätzen wie “Milch macht müde Männer munter” oder “Die Milch macht’s” aufgewachsen. Doch scheint es, dass in den letzten Jahren eine Diskussion über Milch überhaupt möglich geworden ist, war sie doch als wertvolles Nahrungsmittel vermeintlich unantastbar, der Glauben an ihre positive Wirkung für die Gesundheit wie in Stein gemeißelt. Auch zweifeln immer mehr Menschen am sauberen Image der Milch und beginnen, dieses zu hinterfragen.

Milch war geschichtlich betrachtet am Anfang ein ländliches Naturprodukt, dem mit größter Skepsis begegnet wurde. Getrunken wurde sie fast gar nicht, da sie nicht gut verträglich war, und sie diente hauptsächlich als Rohstoff für die Verarbeitung zu Butter und Käse. Technischer Fortschritt und der Beginn der Industrialisierung brachten die Milch vom Land in die Stadt. Mit den neuen städtischen Konsumenten erlebte der Milchhandel einen ersten Aufschwung, doch Milch als Getränk haftete noch immer ein schlechter Ruf an. Die Bedenken in der Bevölkerung rührten einerseits vom Geschmack und Geruch der Milch, assoziierte man doch in städtischen Kreisen Stall und Bäuerlichkeit damit. Andererseits taten sich große Probleme in Bezug auf die Hygiene auf, denn diese unbehandelte Milch war belastet mit Bakterien und Krankheitskeimen. Die Einführung der Pasteurisierung führte hier zu erheblichen Verbesserungen und die zunehmende Industrialisierung brachte neue Qualitätsstandards mit sich. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch erstmals mittels Werbung ein neues Image für das bäuerliche Naturprodukt propagiert – Milch als hygienisch sauberes Industrieprodukt war geboren. Dieses Image hat die Milchwerbung bis heute gestützt und weiter ausgebaut.

Milch – das „weiße GolD“

Heute ist die Milchherstellung einer der wichtigsten Industriezweige in Deutschland. Die Deutschen haben Geschmack an der Milch gefunden und der Konsum von Milch ist gleichbleibend hoch. Das „weiße Gold“ generiert jährlich Milliardenumsätze für die Wirtschaft, sorgt für Arbeits- und Ausbildungsplätze und als Exportschlager verschafft sie Deutschland eine Position als Global Player auf dem Weltmarkt.

Doch die Industrialisierung und Globalisierung von Milch hat auch entscheidende Nachteile. Durch neue technische Behandlungsmethoden und Verarbeitungsprozesse, auf Effizienzmaximierung angelegte Zucht, Fütterung und Haltung hat sich Milch in ihrer Zusammensetzung verändert. Das moderne Industrieprodukt Milch ist mit hohen Konzentrationen an Hormonen belastet.

Homogenisierung gewährleistet zwar bessere Verdaulichkeit, schaffte jedoch gleichzeitig neue Gesundheitsrisiken. Ihre Keimflora und ihr natürlicher Fettgehalt wurden negativ beeinflusst, und die selektive Erhöhung bestimmter Eiweiße durch Zucht und Gentechnik verstärkt ihr allergenes Potenzial. Die Milch unserer Zeit ist ein in vielerlei Hinsicht künstlich erschaffenes Design-Produkt.

Das Märchen von der gesunden Milch

Ein breiter Spalt klafft zwischen dem vermeintlich positiven Image der Milch und dem, was sich in Wahrheit dahinter verbirgt: Ihre Vitamine werden durch Erhitzungsverfahren größtenteils zerstört, ihr Kalzium kann vom Körper nicht aufgenommen werden, ihre Proteine sind denaturiert, ihr Milchzucker verursacht Unverträglichkeiten und sogar Zellschäden. Der Fettanteil von Milch transportiert erhebliche Mengen von Hormonen und speichert Giftstoffe aus dem Futter und der Umwelt. Ihrem Werbeversprechen als gesunder Nährstoff- wie Vitaminlieferant und unentbehrliche Kalziumquelle kann die Milch nicht mehr gerecht werden.

Die Milch macht´s – Milch als Ursache von Erkrankungen

Milch ist global weiter auf dem Vormarsch und hält auch immer mehr in traditionell milchlosen Gesellschaften Einzug. So steigen in diesen Kulturen Krankheiten, die es vorher nicht oder kaum gab, und die mit Milch in Verbindung gebracht werden. So erhöht sich in diesen Kulturen die Häufigkeit von mit Milchkonsum in Verbindung stehenden Krankheiten, die dort vorher nur selten auftraten.

Die Inhaltsstoffe moderner Milch greifen an unterschiedlichsten Schlüsselpositionen in unseren Organismus ein und setzen Mechanismen in Gang, die über kurz oder lang Erkrankungen entstehen lassen können. Die Milchproteine beispielsweise verursachen eine Übereiweißung des Körpers, welche den Kalziumhaushalt des Körpers empfindlich stört und sich in chronischen Krankheiten wie Arthrose oder Osteoporose äußern kann. Auch besteht die Möglichkeit, dass die Eiweißverbindungen in der Milch Entzündungen, Säurebildung und Nahrungsmittelallergien hervorrufen.

Des Weiteren besteht die Gefahr, dass im Darm Kasomorphine entstehen können, die mittlerweile mit Autismus in Zusammenhang gebracht werden. Der Einfluss der Milchproteine auf die körperinterne Ausschüttung von Wachstumsfaktoren und Insulin ist besonders bedenklich, stellt er doch eine versteckte Ursache für Akne, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, neurodegenerative Krankheiten, kardiovaskuläre Herzerkrankungen und sogar für bösartige Tumorerkrankungen dar. Milchfett treibt den Cholesterinspiegel merklich in die Höhe und trägt derart maßgeblich zur Entstehung von Übergewicht und Arteriosklerose bei. Die Folge ist auch ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, die weltweit die häufigste Todesursache sind.

Mit zu den gefährlichsten Substanzen zählen auch die in der Milch enthaltenen Hormone und Wachstumsfaktoren. Zahlreiche neue Studien befassten sich bereits mit den dadurch verursachten Erkrankungen. Sie wirken nicht nur als Störfaktoren auf das fein abgestimmte hormonale Gleichgewicht des Körpers, sondern die über die Milch zugeführten Hormone können auch hormonsensible bösartige Tumorarten begünstigen. Hierzu zählen vor allem Tumore an den Fortpflanzungsorganen wie Eierstöcke, Gebärmutter und Hoden sowie Brust und Prostata. Wachstumsfaktoren wiederum treiben zusätzlich als Signalträger das unkontrollierte Wachstum von bösartigen Tumorzellen (sog. „Krebszellen“) an.

Beschleunigte Zellalterung und frühzeitiger Tod

Den Milchzucker Laktose bringt man meistens mit der weit verbreiteten Laktoseintoleranz, der Unverträglichkeit von Milchzucker, in Verbindung. Weitaus schädlicher für den Körper ist jedoch sein aggressives Spaltungsprodukt Galaktose: Der Einfachzucker kann zu Unfruchtbarkeit, bösartigen Tumorerkrankungen an Eierstock- und Hoden („Krebs“) führen sowie Entzündungen und oxidativen Stress im Organismus hervorrufen. Die Konsequenz aus Entzündungen und oxidativem Stress sind die Begünstigung von Osteoporose und einem erhöhten Risiko von Knochenfrakturen. Auf der Zellebene kann Galaktose sogar das rapide Fortschreiten von Alterungsprozessen in Gang setzen, was letztlich in einer potenziellen Verkürzung der Lebensdauer resultiert.

Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse sind also deutlich – Milch fördert nicht unsere Gesundheit, kräftigt nicht unsere Knochen und Zähne und macht uns nicht schlank, klug und schön. Die Milch macht uns vor allem eines – krank.

Das dicke Geschäft mit der Laktoseintoleranz

Als wäre das nicht genug, versucht die Milchindustrie sogar aus Problemen, die durch den Konsum von Milch auftreten können, Kapital zu schlagen – der Laktoseintoleranz. Milchproduzenten haben dieses lukrative Geschäft für sich entdeckt und entwickeln neue Marktsegmente mit laktosefreien Produktlinien, um die Bedürfnisse der Betroffenen gewinnbringend zu vermarkten. Doch laktosefreie Milch und Milchprodukte sind für die meisten Betroffenen überflüssig und zudem über die Maßen teuer. Der neue, lukrative Trend zu laktosefreien Milchprodukten dient daher weniger der Gesundheit der Konsumenten als dem Geldbeutel der Hersteller. Alternative Produkte auf rein pflanzlicher Basis werden zudem vom Gesetzgeber marginalisiert, um die Monopolstellung von Milch als Wirtschaftsfaktor zu schützen. So wird der Verbraucher mit dem Label „laktosefrei“ buchstäblich gemolken.

Das traurige Leben einer Hochleistungsmilchkuh

Auch ethische Bedenken kann man nicht ignorieren, wenn es um den Konsum von Milch geht. Das Leistungssystem bei der Milcherzeugung fordert seinen Tribut bei Tier und Natur: Für die überzüchteten Milchkühe ist das Streben nach Effizienz und maximaler Milchleistung ein Hochleistungssport, der ihren Körpern das Äußerste abverlangt. Das Leben einer Hochleistungskuh besteht aus einem qualvollen Kreislauf aus Dauerschwangerschaft, nicht artgerechten Haltungsbedingungen, hoher Anfälligkeit für schmerzhafte Erkrankungen und dem Zwang, unter diesen Bedingungen trotzdem immer mehr Milch geben zu müssen. Können sie diesen Dauerbelastungen nicht standhalten, wartet am Ende der Verwertungskette das Schlachthaus. So wird aus der Produktionseinheit Kuh ein Wegwerfprodukt. Der Raubbau durch die Erzeugung von Milch und Milchprodukten setzt sich aber auch in der Umwelt fort: Die Produktion von Milch verschlingt natürliche Ressourcen, lässt Treibhausgase entstehen, zerstört gewachsene Ökosysteme und verschmutzt Böden wie Gewässer.

Weißes Gold – oder Gift?

Am Ende der Suche bleibt vom Mythos Milch nicht mehr viel übrig. Die aus den verschiedenen Fragestellungen gewonnenen Erkenntnisse führen zu genau einer Schlussfolgerung – Milch und Milchprodukte sind weder für Mensch, Tier oder Umwelt gut. Ob man Milch trinkt oder nicht, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Aber die traurige Wahrheit ist: Die Milch macht´s – leider doch nicht.

Dies ist ein Auszug aus dem Buch

cover-milchluege„Die Milchlüge – Die Milch macht´s leider doch nicht“

von Dr. Elena Krieger, 

CBX-Verlag

www.cbx-verlag.de

 

 

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Über den Autor

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1979 in Gießen geboren, studierte Zahnmedizin und promovierte anschließend in ihrer Heimatstadt. An der Uniklinik Mainz legte sie ihre Facharztprüfung für Kieferorthopädie ab, führte dort während ihrer langjährigen Tätigkeit als Oberärztin diverse wissenschaftliche Studien durch und ist Autorin zahlreicher Fachartikel. Aus persönlichem Interesse an gesunder Ernährung und dem Leben als Veganerin ist dieses Buch entstanden.

Eine Antwort

  1. Marie-Luise Volk
    Homogenisierung

    Sehr geehrte Frau Krieger,
    Sie schreiben in Ihrem Beitrag, dass die Homogenisierung der Milch eine bessere Verdaulichkeit gewährleisten würde. Worauf stützen Sie Ihre These?

    Mit freundlichen Grüßen
    Marie-Luise Volk

    Antworten

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