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Im Golf von Mexiko entfaltet sich gerade eine der größten Umweltkatastrophen der neueren Zeit. 40 Millionen Liter Öl sind mittlerweile im Meer und bedrohen marine Leben – während der verantwortliche Ölkonzern BP und die US-Regierung mit kläglich-hilflosen Manövern versuchen, das Loch zu stopfen und das Ausmaß der Katastrophe zu vertuschen. Nun ist klar: Das Öl wird noch Monate sprudeln. Als Sinnbild für das Ende einer Ära.

Loch mit Symbolgehalt

Die Realität hat mitunter eine höchst symbolische Komponente – sei es das Sinken der unsinkbaren Titanic Anfang des 19. Jahrhunderts oder das nicht zu schließende Ölleck jetzt. Kein Autor hätte es sich besser ausdenken können. Ein Sinnbild für unsere Verantwortungslosigkeit, wie wir mit Techniken und Gefahren hantieren, die wir nicht im Ansatz beherrschen, für unseren gnadenlosen Umgang mit den Ressourcen der Natur, für das gedankenlose Streben nach Profit und das Ende der Öl-Ära.

Da ist in Loch in der Art, wie wir denken, mit Rohstoffen umgehen, die Natur behandeln. Da ist ein Loch in der Art und Weise, wie wir unsere Gesellschaft und unseren Wohlstand aufgebaut haben. Und es lässt sich nicht mehr leugnen. Und es will sich nicht schließen. Schwarz und todbringend quillt der giftige Lebenssaft unserer industriellen Gesellschaft in das empfindliche Ökosystem des Ozeans. Und die ganze Welt sieht hilflos zu, am Fernseher, sieht zu, wie unsere ganzen Illusionen an die Oberfläche kommen, dieser endlos emporquellende schwarze Strom unserer Lügen. Dieses Loch lässt sich nicht so einfach stopfen.

Verschleierung

Und die Taktik ist noch immer dieselbe: Kaschieren, verschleiern, vertuschen, verleugnen. Und wieder geht es ums Geld: Weil die Strafe, die BP für ihre Fahrlässigkeit zahlen wird, sich nach der Menge des ausgetretenen Öls bemisst, versucht der Konzern fieberhaft das Ausmaß zu verbergen. Erst falsche Zahlen und dann, als diese widerlegt wurden: Dispergatoren.

Diese in Europa verbotenen, hochgiftigen Chemikalien zersetzen das Öl, lösen es im Wasser und lassen es unter die Wasseroberfläche sinken, wo es riesige Giftwolken bildet, die nach und nach die ganze Nahrungskette töten. Öl, das man nicht sieht, das gibt es auch nicht – so lautet offenbar die Devise. Während sich alle Welt mit Ölverschmierten Vögeln und Stränden beschäftigt, lauert eine vielleicht größere Gefahr unsichtbar unter der Wasseroberfläche.

1.200.000 Liter von Dispergatoren hat BP bereits in die Meere gekippt, wodurch sich zwei riesige Ölwolken tief unter der Meeresoberfläche gebildet haben – beide über 20 Kilometer lang. Und je mehr Öl austritt, desto mehr Dispergatoren wird BP nachkippen.

„Dies ist Teil des Musters – des Kaschierungsversuchs von BP, die Leiche sozusagen verschwinden zu lassen. Sie wollen, dass man nicht sieht, wie viel Öl ausgetreten ist … also haben sie sich um das Öl gekümmert, das sich auf der Wasseroberfläche konzentriert und „lösten“ es auf. Es ist jedoch nach wie vor vorhanden – und noch giftiger. Es hat nun keine Klumpenform mehr, sondern kann sich, in aufgelöster Form, ausbreiten. Es rinnt in die Kiemen und läuft den Tieren ins Maul. Zuvor befand sich unter dem Öl, das an der Oberfläche trieb, Wasser. Nun befindet sich dort eine Giftbrühe. Ich denke, das ganze Muster, mit dem BP versucht, den Menschen zu verhehlen, was dort vor sich geht – die Idee mit den Chemikalien -, war der Versuch, die Leiche zu verstecken. Doch das Öl wird dadurch noch toxischer. Zudem wird eine unglaubliche Menge dieses an sich schon unglaublich toxischen, umweltschädlichen Stoffes freigesetzt“, erklärt Carl Safina, Meeresbiologe und Gründer des Blue Ocean Institute.

Die tödlichen Wolken aus Öl und Dispergatoren wälzen sich nun durch den Ozean und werden voraussichtlich in riesigen Bereichen das marine Leben langsam auslöschen.

Auch Dr Susan Shaw, Direktor des Marine Environmental Research Institute in Maine ist schockiert über den Einsatz der Dispergatoren

„Sie wurden in einer nie da gewesenen Menge eingesetzt. Der Schlimmste von ihnen – Corexit 9527 – ist der, den sie am meisten verwendet haben. Er lässt die roten Blutkörperchen platzen und verursacht, dass die Fische bluten. Mit über einer Million Liter davon können wir nur erahnen, welches Ausmaß an Tod hier verursacht wurde. Dies ist die Demontage der gesamten Nahrungskette, Stück für Stück. Wir werden bald die Leichen sehen. Haie, Delfine, Meeresschildkröten, Wale: Die Auswirkungen auf die Raubtiere werden in kurzer Zeit sichtbar werden, weil die Nahrungskette von unten nach oben belastet wird.“

Es ist zudem Laichzeit für die Fische und Brutzeit für die Vögel – die Katastrophe hätte nicht viel unpassender kommen können. Eine Tunfisch-Art wird wahrscheinlich komplett aussterben, viele andere Tiere sind stark bedroht. Ihr Laich und ihre Larven schwimmen in einer Giftbrühe aus Öl und öl-auflösenden Chemikalien.

Ignoranz

Öl

Bild: Oil-spill von US Gov Lizenz: US Gov NOAA

Die Katastrophe wurde ausgelöst, weil BP Geld sparen wollte bei der Wartung des Bohrlochs – trotz der bekannten Risiken. Und obwohl es nicht das erste Mal ist, dass dies passiert, gibt es keine Strategie für diesen Fall.

„Im Unterschied zu Tschernobyl wussten wir, dass so etwas passieren würde. Es passiert. Es ist schon vorher passiert. Es wird wieder passieren. Es passiert jetzt, in diesem Moment gerade. Wissen Sie, sie hatten offensichtlich keinen Plan für diesen Fall in der Schublade. Sie haben 30 000 Löcher in den Meeresboden des Golf von Mexiko gebohrt und betreiben 50 000 Bohrinseln. Gleichzeitig kommt es ihnen nicht in den Sinn zu sagen, „oh, was machen wir, wenn plötzlich aus einem der Löcher Öl auslaufen sollte? Das ist ja schon früher an anderen Orten passiert.“ Nein, sie waren völlig unvorbereitet. Sie verfügen nicht über die nötige Ausrüstung. Die offensichtliche Lehre aus all dem ist: Wir können nicht damit umgehen“, zieht Safina Bilanz.

Auf der Suche nach den letzten noch halbwegs zugänglichen Ölvorräten, dem schwarzen Blut unserer krebsartigen Zivilisation, sind wir nun endgültig in Gebieten angelangt, die uns überfordern. Aber unsere Strategie ändern wir nicht, wir versprühen Dispergatoren. Und amerikanische Politiker machen weiter Wahlkampf mit „Drill. Baby. Drill“. Und Obama hebt für BP kurz vor der Katastrophe (nach großzügigen Parteispenden) das seit Generationen bestehende Moratorium für Tiefseebohrungen auf. Wäre die Lage nicht so ernst, sie hätte fast eine gewisse Komik.

Zivilisation von Dreijährigen

Es ist nicht so, dass wir nicht Bescheid wüssten. Es ist nicht so, dass das Ökosystem, das Gaia uns nicht gewarnt hätte. Aber in einer Zivilisation von Dreijährigen in den Körpern von Erwachsenen, die für ein paar Gummibären alles tun würden, ist geduldiges Erklären anscheinend zwecklos. Der Lerneffekt setzt offenbar erst gemeinsam mit den Bauchschmerzen ein.

 


 

Link: Geht das Erdöl niemals zur Neige?

 

7 Responses

  1. Anna Maria

    Danke für diesen, für mich lehrreichen Beitrag – zum Thema BP-Tiefsee-Ölbohrinsel = Umweltkatastrophe + wie die BP-Verantwortlichen Diese
    uns Menschen als -jetzt haben wir alles im Griff- darstellen… man muß sich bitte einmal vor Augen halten, dafür erhalten diese Leute auch noch ein Gehalt… Provision…Bonus…vielleicht sogar noch eine
    „Anstecknadel“ von Rang+Namen !!!
    Ich kann mich nur den Ausführungen und Worten von Vigor Calma vom 5.Juni 2010 anschließen und uns ALLE motivieren – für unsere wertvolle ERDE zu kämpfen – ich denke schon seid einiger Zeit über einen
    „Solidaritätstag“ im Monat nach – vor kurzem hat mich eine andere liebevolle Gruppe informiert zum obigen Thema – immer am 15. des
    Monats – egal auf welchen Wochentag dieses Datum fällt – einfach
    keine Einkäufe vornehmen und auf jeden Fall Tanken ausfallen lassen,
    wenn möglich nur zu Fuß oder mit dem Rad/Bus/Bahn auf Strecke gehen, am allerbesten wäre jedoch an diesem Datum einfach nur einmal –
    zu Hause bleiben und „Du Selbst“ sein… ein gutes Buch lesen (was
    schon lange geplant war – oder ein Bild/ein ERDENMandala malen –
    oder seinen Garten/Balkon geniesen – einen langen ausgedehnten
    Spaziergang machen und die Natur mit jedem Atemzug einmal so
    richtig in uns aufnehmen und wahrnehmen – einfach etwas mit unserer
    Familie tun – an diesem Tag sollten wir ALLE solidarisch nur etwas tun, was unserer Mutter ERDE und uns,die wir gerne auf dieser Erde sind, dienlich ist …
    Die Leute der Großmacht und der Gier werden erkennen müssen
    „Gesundheit“ + „wahre innige Liebe“ ist niemals käuflich – und ein
    Sprichwort besagt – weniger = mehr –
    Ich habe am Dienstag, den 15.Juni 2010 meinen 1.Solidaritäts-Tag
    gemacht – habe mir freigenommen – einige Zeit meinen Garten genossen und eine Aufräumaktion in meinem Büro gestartet – ohne viel Strom –
    ohne Autofahren – ohne Einkäufe – ohne Handy+Telefon…wie ich weiter Solidarisch bin – 15.Juli 2010=Donnerstag – werde ich sehen…aber alles beginnt mit dem besagten -ersten Schritt-
    Ich wünsche uns ALLEN viel
    Licht und Energie für die kommende Zeit mit und auf unserer MutterERDE

    Antworten
  2. 2012spirit

    Liebe Freunde des Lichts,
    ich gebe zu, dass mich die Geschehnisse und offensichtlichen Merkwürdigkeiten der Ölbohrinsel-Katastrophe sehr interessieren und ich dazu neige, mir mehr Informationen darüber einholen zu wollen. Immer wieder fällt das Wort Apokalypse. Ich habe dieses Wort selbst schon in einem meiner Artikel gebraucht, jedoch sollten wir das Wort Apokalypse gegen das Wort Warnung austauschen.

    Weiter–>

    http://www.2012spirit.de/2010/06/olbohrkatastrophe-apokalypse-oder-warnung-an-die-menschheit/

    Antworten
  3. Stefan

    Ein geplanter und verzweifelter Akt der machtbesässenen dunklen Kabalen den Aufstieg energetisch doch zu stopen. Denn die wissen genau, dass Wale und Delphine mit ihrem Gesang ein sehr wichtiger Glied beim Aufstieg von Gaia darstellen. Indem sie diese große Engelwesen eliminieren in qualvoller Weise – wie im Bericht geschildert – glauben sie den Aufstieg stopen zu können.

    Es sterben Engelwesen damit die breite Bevölkerung endlich erwacht!

    Antworten
  4. Vigor Calma

    Und wieder einmal…Viele, viele Worte. Es hätte auch gereicht zu schreiben: „Katastrophe unendlichen Ausmaßes und Lügen von Seiten der Verursacher“.
    ABER!
    Wer ist denn der Verursacher? Die böse BP? Pfui, pfui! Wie konntet Ihr nur über Jahre all das Öl hochholen, dass wir alle so gerne genutzt haben. Weil es uns das tolle, bequeme Plastik schenkt, Wohnungen und Wasser heizt, und unsere heiß geliebten Autos antreibt, mit denen selbstverliebt-eitle Individualität bewiesen wird, oder die Tanks der Flugzeuge füllt, mit denen alle schön schnell abhauen können, wenn der Smog in der Heimatstadt zu arg wird…
    Wie üblich. Ein weiterer Text, wo ein Schuldpeter nach Außen geschoben wird.

    Aber ICH bin es! Genau wie Du!
    Egall wie gesund und ökologisch gelebt wird: „Wir“ hängen drin. Selbst der Computer auf dem ich tippe besteht aus Plastik, das womöglich zu einem bestimmten Prozentsatz aus Öl besteht – vielleicht sogar von BP.

    Sorry, aber dieser Artikel ist so wenig hilfreich wie alle anderen „Du-bist-Schuld“ und „Guck-mal-wie-schlimm-es-ist“ Reportagen.

    Die Frage ist vielmehr:
    Bin ich bereit auf meinen Komfort zu verzichten?
    Bin ich bereit die vielen liebgewonnenen Spielzeuge aufzugeben?
    Die Antwort lautet:
    Ich arbeite daran – und staune wie tief Gewohnheiten wurzeln schlagen können…

    Um es abzukürzen:
    Für eine wirkliche Änderung ist entweder ein Quantensprung nötig, oder eine größere Katastrophe.
    Niemand hier in Berlin scheint sein Auto deswegen stehen zu lassen,BP zu boykottieren, und die Flugzeuge donnern auch wie gehabt über meinen Kopf weg.

    Es ändert sich NICHTS solange sich nichts ändert. Und was sich gerade ändern müsste ist nur durch etwas verdammt altmodisches zu erreichen:

    Ich bete für ein Wunder!
    Mein persönliches Wunder.
    Das ich die Kraft finde den Wahnsinn, der mir implantiert wurde, abzuegen, und zur EINFACHHEIT zurück zu kehren…
    Und gelingt es mir, gelingt es Anderen.

    …wo hab ich denn die Zigaretten..? 😉

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