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Immer mehr Menschen weltweit empfinden sich als Sklave des herrschenden Geldsystems. Der Wohlstand ist ungleicher verteilt denn je. Bildung ist kein Garant mehr, um am Wohlstand teilzuhaben. Viele junge, gutausgebildete Menschen in den entwickelten Ländern sind arbeitslos. Neue Arbeitsplätze entstehen nach bisheriger Leseart nur durch Wachstum. Doch Wachstum in den entwickelten Ländern lässt vor allem die Reichen noch reicher werden. Reichtum, der nicht teilt, wird einerseits zunehmend zu einem Makel, andererseits zu einer unkalkulierbaren Variablen, wenn die Menschen an diesem Geldsystem zweifeln.

 

Erinnern wir uns. Neues Geld kommt in diesem Geldsystem nur durch neue Schulden in die Welt. Geld entsteht in dem Moment, in dem ein Kredit durch eine private Geschäftsbank erteilt wird. Dort wird es per Mausklick in einem Computer “geboren”, aus dem Nichts geschöpft. Die private Geschäftsbank hinterlegt für diesen Kredit lediglich eine Mindestreserve von zwei Prozent der Kreditsumme bei der Zentralbank. Theoretisch, denn die Hinterlegung der Mindestreserve erfolgt für die private Geschäftsbank als Kredit, den sie wiederum von der Zentralbank erhält. Der Zinssatz, den die Bank hierfür bezahlt, ist der Leitzins, der im Moment 0,75 Prozent beträgt.

Soweit das Prozedere der Geldschöpfung in Kurzform. Nun fragen sich viele: Warum hat der Staat sein Recht, im eigenen Hoheitsgebiet das Zahlungsmittel in Umlauf zu bringen, an private Institutionen und Unternehmen abgegeben? Würde der Staat das allgemein akzeptierte Zahlungsmittel selbst schöpfen, so könnte es keine Staatsverschuldung in der eigenen Währung geben. Bei wem sollte sich der Staat denn auch verschulden?

Was würde nun passieren, wenn das Insiderwissen, wie Geld entsteht, von der breiten Bevölkerung verstanden wird? Geraten da nicht alle Werte rund ums Geld ins Wanken? Ja, sie wanken. Die Zweifel fressen sich langsam in das System. Die großen Vermögensverwalter wie z.B. Pensionsfonds, geraten mit zunehmend aussichtsloser Suche nach einem sicheren Hafen für das Geld ihrer Anleger langsam in Bedrängnis. Unlängst lieh sich der deutsche Staat bei Investoren 4,17 Mrd. Euro für zwei Jahre zu minus 0,06 Prozent. Das heißt, Investoren bezahlen dafür, Geld beim Staat “sicher” unterbringen zu dürfen. Auch eine Form der Umverteilung von oben nach unten.

Umverteilung scheint das Gebot der Stunde für die Reichen und Superreichen. Allen voran der Milliardär Warren Buffet. Er gilt als Genie, wenn es darum geht, neue Millarden z.B. durch Investments wie in den Zuckerbrauseproduzenten CocaCola zu erwirtschaften. 99 Prozent seines Vermögens will er zu seinen Lebzeiten stiften. Der Großteil davon dürfte er der Bill und Melinda Gates Stiftung anvertrauen, weil er sich selbst nach eigener Aussage außer Stande sieht, diese gewaltige Summe im Sinne des Allgemeinwohls zu verteilen. Diese Superreichen zeigen öffentlichkeitswirksam, dass sie bereit sind zurückzugeben. Mit gutem Grund, denn die großen Geldvermögen haben nur Bestand, wenn der kleine Mann an das zugrunde liegende Geldsystem glaubt. Ohne den Glauben der Straße wird jedes Geldsystem und damit jedes Geldvermögen schnell zu Makulatur.

Überhaupt scheint die Geldelite ihr schlechtes Gewissen einzuholen. Gerne genießen sie z.B. in Deutschland den Vorteil demokratischer, rechtstaatlicher Prinzipien und den Schutz des Eigentums durch das Grundgesetz. Dass es sich hierzulande friedlich leben lässt, ohne sich hinter Schutzmauern und Sicherheitsschleusen verstecken zu müssen, ist vor allem den Lohnsteuerzahlern zu verdanken, die hierzulande den höchsten Anteil am Steueraufkommen leisten. So gesehen sind es die Normalverdiener, die die Sicherheit der großen Vermögen sicherstellen, indem sie durch ihre Abgaben die staatliche Infrastruktur erhalten. Wenn es dem Staat angesichts immer neuer Ausgabenposten, z.B. für die Bankenrettung, immer schwerer fällt Recht und Ordnung aufrechzuerhalten, sollten bei den Vermögenden die Alarmglocken schrillen. Mitunter kann auch der Besuch einer Polizeiwache auf die Sprünge helfen, um sich selbst ein Bild von den niederschmetternden Bedingungen zu machen, unter denen heutzutage Polizeibeamte für ein äußerst bescheidenes Gehalt ihren Dienst verrichten müssen.

Diejenigen an der Spitze der Einkommenspyramide täten gut daran, dem “gemeinen” Volk mehr Wertschätzung entgegenzubringen. Der Besitz von Vermögen allein qualifiziert nicht automatisch zu einem hohen Einkommen, wenn Wissen, Fähigkeiten und Verantwortung (für das Gemeinwohl) nicht gleichsam entwickelt sind. Leistungslose Einkommen werden es in Zeiten von Negativzinsen und wachsendem Zweifel am bestehenden Geldsystem immer schwerer haben zu bestehen.

Wird der kritische Punkt erreicht, an dem die Mehrheit erkennt, dass für sie ein gutes Leben unerreichbar bleibt, gefährdet das nicht nur die sozialen Zusammenhänge, sondern auch die Grundlage unserer Demokratie.


Abb.: © Marcus Kretschmar – Fotolia.com

Eine Antwort

  1. sieba
    In Wirklichkeit wird nichts zurückgegeben

    „Diese Superreichen zeigen öffentlichkeitswirksam, dass sie bereit sind zurückzugeben.“ Tatsächlich? Wo kann man denn sehen, dass dieses Geld welches in irgendwelche Stiftungen gepackt wird, wirklich an Bedürftige umverteilt wird? Nirgends! Denn das ganze ist nur ein Gag zur Image-Aufbesserung!

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