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Für den Weisheitslehrer und Philosophen OM C. Parkin führt die Sehnsucht nach Liebe meist in eine Sackgasse: die Beziehung ­zwischen Mann und Frau. Dort kann tiefe ­Erfüllung nie stattfinden, da die Sehnsucht nach der Liebe letztlich immer die Sehnsucht nach dem eigenen Wesenskern ist. Erst „wenn der Liebende um sein Wesen weiß, dann ist es die Vollkommenheit der Liebe auf Erden, dass Mann und Frau sich begegnen“ , sagt OM. ­Sagra Hannich und Steffen Wöhner sprachen mit ihm.

 

Der Titel eines deiner Vorträge heißt: Von der (Un-)Möglichkeit der Liebe zwischen Mann und Frau. Heißt das, dass sich ein Mann und eine Frau überhaupt nicht lieben können?
Unter normalen Voraussetzungen nicht.

Bedeutet das, dass sie erst erleuchtet sein müssen, bevor Mann und Frau sich lieben können? Oder was sind diese Voraussetzungen?
Die Voraussetzung ist ein innerer Weg. Vom höchsten Standpunkt aus gesprochen ist Erleuchtung die Verwirklichung von Liebe als unpersönliches, wesenhaftes Sein im Menschen. Der innere Weg ist eine Annäherung an die Liebe, und wir können uns das so vorstellen: Manchmal ist der Himmel frei, und dann ziehen wieder Wolken auf, dann ist der Himmel wieder frei, und dann ziehen wieder Wolken auf. Es gibt immer wieder Wolkenlöcher, in denen Liebe verwirklicht ist, aber als vergängliche Erfahrung und nicht von bleibendem Wert. Im Normalfall gibt es einen wolkigen Himmel mit kurzen Aufheiterungen – während dieser Aufheiterungen ist eine Begegnung zwischen Mann und Frau möglich. Auf dem inneren Weg nehmen Aufheiterungen zu und die Wolken können schneller weggeweht werden oder vorbeiziehen; sie werden nicht mehr zu Dunstglocken.

Du verwendest ja den Mythos von Tristan und Isolde, um diese Liebe zu beschreiben zwischen Mann und Frau.
Nicht um diese Liebe zu beschreiben, sondern um die Missverständnisse zu beschreiben, die dem zugrunde liegen, was abendländische Männer und Frauen unter der Liebe verstehen. Tristan und Isolde stehen für die Unerreichbarkeit einer erfüllten Liebe. Die Geschichte beschreibt die Unmöglichkeit, diese Liebe frei zu leben. Und genau so, wie diese beiden nicht zusammenkommen, geht es den meisten Menschen, weil sie sich verstricken in die Beziehung, verstricken in Besitztum, blind sind für das, was ist, abhängig von ihren Emotionen. Die romantische Liebe ist eine ganz große Wolke, sozusagen eine Monsterwolke, eine Gewitterwolke, die mit sehr viel Flüssigkeit geladen ist und sich dann eben entsprechend entlädt.

Und diese Wolke ist jetzt das „normale“ Zusammensein zwischen Mann und Frau?
Die romantische Liebe entspricht dem, und das sind die Voraussetzungen einer normalen Begegnung zwischen Mann und Frau. Sie zeigen, was sie über die Liebe gelernt haben, so wie sie in der abendländischen Kultur nun schon über viele hundert Jahre weitergegeben wird: Die romantische Liebe ist eine Form des Rausches, ein Liebesrausch, sowohl im positiven, also ekstatischen, wie auch im negativen Sinn.

Die Liebe zwischen Mann und Frau geht ja durch vorhersehbare Phasen. Die erste Phase ist immer die Phase der Projektion von Liebe, der dann zwangsläufig die negative Projektion folgt. Nach dem Verliebtsein kommt zunächst die Ernüchterung, und nach der Ernüchterung kommt die Umkehrung, und bestenfalls kommt dann, als letzte Phase, ein Arrangement zustande – oder es erfolgt die Trennung.

Das klingt eher traurig. Welche Chance entsteht durch die Beziehung zwischen Mann und Frau dann überhaupt?
Wenn Mann und Frau ineinander verliebt sind, dann stehen sie an einer Weggabelung, und 99 von 100 gehen dann den Weg des Todes, den Tristan und Isolde gehen. Und vielleicht einer geht, sieht und erkennt die Chance des inneren Weges, die Chance, die Herausforderung, die durch die Liebe entfacht wird. Liebe kann immer auch die Sehnsucht nach innen lenken. Wenn also die Liebe in einem Menschen erweckt wird, dann gibt es, wie immer, zwei Möglichkeiten. Entweder sie führt nach außen, oder sie führt nach innen. Die reine Tatsache, dass ein Mensch beispielsweise Sehnsucht erlebt, ist an sich nicht von Wert. Die Frage ist: Verfolgt dieser Mensch sie nach innen oder verfolgt er sie nach außen?

Die Begegnung zwischen Mann und Frau, das Sein zwischen Mann und Frau, ist zweifellos eine große Möglichkeit für die Verwirklichung des inneren Wesens. Dort, wo Liebe ist, ist das Wesen zu Hause. Aber für diese Verwirklichung gibt es eben gewisse Bedingungen, und die grundlegende Bedingung ist, dass ein Mensch diese Liebe, die Erweckung der Liebe, die Entflammung der Liebe nutzt, um durch das geöffnete Tor der Seele zu schreiten, anstatt der Illusion von einem geliebten Objekt im Außen zu folgen und sich an diesem Objekt dann festzuhalten, so wie es eigentlich alle tun. Sie verwechseln auf dem äußeren Weg das geliebte Objekt mit der Liebe selbst und verfallen dann im Grunde nur in einen Zustand ängstlichen Haltens und Besitzergreifens eines Objektes, das ihnen eigentlich unter den Fingern wegstirbt.

Dem Rausch der jungen Liebe folgt zwangsläufig die Ernüchterung, und nach der Ernüchterung gibt es entweder den Versuch, den Rausch direkt zurückzuerlangen, was dann ein direkter Weg in ein Suchtverhalten ist, weil das Verliebtsein in der romantischen Liebe mit der Liebe selbst verwechselt wird, oder es gibt die Möglichkeit zu einem Arrangement, was ich nicht abschätzig meine, sondern eben als eine Möglichkeit partnerschaftlicher Wegbegleitung, vorausgesetzt, jeder ist bereit, den inneren Weg an die höchste Stelle zu stellen und den Partner dafür in jedem Moment zu opfern, wenn es notwendig ist. Dazu sind aber die meisten nicht bereit, und deswegen kann es auch keine wirkliche Liebe zwischen Mann und Frau geben. Liebe kann nur dann verwirklicht sein, wenn es dir in letzter Instanz gleichgültig ist, ob du mit dem Partner zusammen bist oder nicht.

Stell dir vor, du bist mit einer Frau zusammen und in deinem inneren Verständnis, worum es in diesem Leben geht, in dieser absoluten Klarheit der Essenz: Du hast den Punkt erreicht, wo du weißt, dass es gleichgültig ist, ob du mit dieser Frau zusammen bist oder nicht, weil die Frau dir nichts geben kann, was nicht in dir ist; sie kann dir nichts geben, gar nichts. Wenn du das weißt, ist das nicht das Gleiche wie bei einem Mann, der eine Beziehung zu ­einer Frau hat, die er befrachtet mit Vorstellungen und Wünschen seines Unterbewusstseins. Beziehung im herkömmlichen Sinn bedeutet ja immer, dass der Partner mir etwas geben muss, was ich nicht habe. Er muss mich vervollständigen, damit ich vollständig sein kann. Das sind Bedingungen für eine normale Beziehung, und diese Bedingungen werden früher oder später zum Scheitern führen, und das Scheitern ist nicht falsch. Das Scheitern ist vorhersehbar für den Weisheitslehrer, es ist ein Teil des Erkenntnisweges. Der Moment des Scheiterns ist ein großartiger Moment von möglicher tiefer Erkenntnis.

Das ist die radikale Essenz, die Eröffnung der Liebe, die nur dann verwirklicht sein kann, wenn eine Gleichgültigkeit in dir darüber existiert, ob du mit diesem Partner zusammen bist oder nicht. Das ist die Verwirklichung von Leben und Tod, des Dualismus von Leben und Tod, der normalerweise in der Liebe nicht verwirklicht ist, weil das Ende der Beziehung, die Wandlung, der Tod, abgewehrt wird. Wenn dieser Dualismus verwirklicht ist, wenn alle Kräfte da sein dürfen, erscheint die Liebe zwischen Mann und Frau als die Königsblume der Entfaltung der Liebe auf Erden, und diese Königsblume sieht man eben nicht so häufig.

Ist es dann so, dass Menschen auf dem inneren Weg besser allein sein sollten als zusammen zu sein mit einem Partner?
Ich sage nicht, dass Mann und Frau nicht äußerlich zusammen sein können, ich spreche eher davon, dass es eigentlich egal ist, ob ein Mann mit einer Frau ist oder nicht; es ist eigentlich gleichgültig. Die Grundbedingung für die Begegnung zwischen Mann und Frau ist die Bereitschaft zum absoluten Alleinsein des Mannes wie der Frau. Einen inneren Weg zu gehen bedeutet, dass die Sehnsucht in ihrem Kern erkannt ist als die Kraft, die in die Verwirklichung des Göttlichen strebt. Aus dieser Sicht kann die Begegnung zwischen Mann und Frau in Liebe dieser Verwirklichung dienen, aber niemals umgekehrt. Die inneren Prioritäten eines Menschen müssen sich radikal verschieben: von einem Weg, der auf Leiden ausgerichtet ist – und die Beziehung zwischen Mann und Frau ist ein Teil des Leidensweges – hin zu einem Weg, der auf Freiheit und auf Liebe ausgerichtet ist. Dann wird die äußere Welt, und darin auch die Begegnung zwischen Mann und Frau, einfach als eine Manifestation dieser inneren Sehnsucht gesehen und nicht als ein getrenntes Schauspiel in der Außenwelt, das von dieser tiefsten Sehnsucht wegführt oder gar getrennt ist. Das ist eine ganz andere Priorität. Der Weg in die Verwirklichung des göttlichen Wesens zeigt sich auf Erden, in der äußeren Welt, als die Verwirklichung von Liebe des menschlichen Wesens. Darin liegt kein Widerspruch, aber es braucht nicht die Manifestation der menschlichen Liebe zwischen Mann und Frau, um göttliche Liebe zu realisieren. Das zu wissen ist das Entscheidende.


Abb: © Artistan – Fotolia.com

Vortrag und Dialog mit OM in Berlin
Tristan und Isolde – Von der (Un)-Möglichkeit der Liebe zwischen Mann und Frau

Do, 13.9.2012,
19-22 Uhr, ohne ­Anmeldung, 30 €
Ort: Literaturhaus Berlin, Fasanenstr. 23, 10719 Berlin
Info: Andreas von Oertzen,
Tel.: 0163-556 86 06 oder andreas@vonoertzen.com

Darshan
Sa, 15. und So, 16.9., jeweils 11-18 Uhr; 175 €
Praxisgemeinschaft ONEWORLDfamily, Agricolastraße 24
Anmeldung erforderlich über Allionce e.V., Tel.: 038424-22 97 36 oder info@allionce.de
 
Weitere Veranstaltungen mit OM auf www.allionce.de und www.om-c-parkin.de

Über den Autor

Avatar of OM C. Parkin

Der spirituelle Meister OM C. Parkin und Spiritus Rector von „Gut Saunstorf – Ort der Stille“ nutzt in der Arbeit mit Schülern auf dem inneren Weg das Wissen um die Charakterfixierung des Enneagramms. Diesem zufolge gibt es neun Leiden – schaften, die Leiden schaffen, ähnlich den sieben Todsünden aus der christlichen Übertragung.

Mehr Infos

Informationen zu Veranstaltungen mit OM C. Parkin und Kontakt zu Gut Saunstorf – Ort der Stille
unter
Tel.: 038424-223060
oder
info@gut-saunstorf.de
www.gutsaunstorf.de

9 Responses

  1. Manju

    ……ach ja der OM, mein alter Seminarkumpane, wir machten über 10 Jahre lang tolle Workshops in den östrreichischen Alpen als Team mit noch anderen THERAPEUTENINNEN/MYSTIKERENINNEN usw.……ich stimme ja fast über ein mit seinem Text……nur nicht mit dem letzten Satz, und a paar dazwischen auch nicht………der Mensch lernt die Liebe nur durch andere Menschen……als Kind lerne ich die Liebe durch meine Bezugspersonen die mich lieben, liebkosen, streicheln (sonst sterbe ich) ……als Erwachsener lebe ich diese Konditionierung weiter……waren sie „problematisch“ setzte ich sie „problematische“ fort……es geht darum diesen KERN der LIEBE den ich absolut ausnahmslos nur über andere MENSCH gelernt habe von der Problematik zu befreien……und das geht wieder nur in der GEMEINSCHAFT ……ja außer ich lebe im KLOSTER|SEMINARHOF und projiziere die als Kind positiv gelernte Liebe auf GOTT………ja und dann ist das FALLEN in der PARTNERSCHAFT vorprogrammiert, weil ich nur mehr „GOTT“ lieben kann………und ich das LERNFELD GEMEINSCHAFT übersprungen hab……mich aus der „problematischen“ Liebe zu (er)lösen geschieht nur durch leben der freien LIEBE in BEZIEHUNGen ……DER MENSCH WIRD AM DU ZUM ICH…… es geht darum die DUALITÄT von Innen und Außen aufzulösen und LIEBE SELBST zu sein………und LIEBEN beinhaltet die absolute FÜRSORGE für den|die anderen…… ES IST MIR DANN EBEN NICHT GLEICHGÜLTIG wie es meinen MITMENSCHEN geht, sondern ich bin vollere liebevoller ZUWENDUNG für den/die MENSCHEN, das ist auch viel weiter zu fassen als auf eine zwei/drei/poly BEZIEHUNG, da geht es auch um SOZIALE Verantwortung gegenüber allen MENSCHEN auf diese PLANETEN……… eine leidender MENSCHEN darf mir nie GLEICHGÜLTIG sein! ……auch wenn ich selber an LIEBESVERLUST leide darf es mir nicht GLEICHGÜLTIG sein………ich gehe durch die trauer – wut pahsen hindurch und dann bin ich wieder bereit für die LIEBE dich ich hoffentlich ganz hemmungslos auf soviele MENSCHEN wie möglich projiziere und sie dadurch mit LEIB&SEELE berühre………

    http://www.celtoslavica.de/sophia/Buber.html

    ………und die ganze ERLEUTUNGS- ERWACHEN – SATSANG SZENE find ich so was von dissoziert von ihren KÖRPER INNEN ……das das ganze ERWACHEN sich bei den meisten maximal zwischen SCHÄDELDECKE und ZWERCHFELL abspielt und sie den KÖRPER genau so als HINDERNIS an der ERLEUCHTUNG/ERWACHEN verdammen wie die KATHOLEN/CHRISTEN………traurig traurig…… diese ART DER ERLEUCHTUNG brauch ich echt nimmer……nur ist halt die aktuelle SATSANG SZENE voll in Aufschwung als die neue RELIGION die für alles a ANTWORT hat und alle renne sie hin weil sie einen brauchen der ihn Antworten auf ihre Fragen vorkaut, wie früher halt zum PFARRER………ICH STEHE DIESER BEWEGUNG sehr kritisch GEGENÜBER………und ich kann mir das erlauben, weil ich sie SEIT 1990 (ich war über 4 Jahre regelmäßig in Indien bei einem Satsangmeister, ich habe OM dorthin mitgenommen…… H.W.L. POONJAJI, daher auch meine Name- MANJU) u.a.. in DIESER SZENE zu HAUSE bin und ihre Auswüchse kenne ………

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  2. Karl-Heinz Middendorf

    Es ist richtig, daß jede Liebesbeziehung zwischen Frau und Mann auf der Erde letztlich zum Scheitern verurteilt ist, wenn es sich bei den beiden nicht um Komplementärseelen handelt. Nur bei solchen ewigen Paaren läßt die Frau ihre GANZE Liebe in ihren ewigen und einzigen Mann fließen und der Mann nimmt die Liebe seiner Frau vollständig auf, so daß in dieser insbesondere von Swedenborg beschriebenen Beziehung kein Platz für andere Frauen und Männer ist. Allerdings kann ein solches himmlisches Paar Kinder, natürlich auch Komplementärseelen, erschaffen und so eine himmlische Familie gründen. Nach Swedenborg sind wahre Ehen hier auf der Erde unbekannt, ewige Paare inkarnieren sich nicht auf dieser Erde, sondern bleiben glücklich im „siebten Himmel der ehelichen Liebe“. Bitte lest das Buch von Swedenborg: „Die Wonnen der ehelichen Liebe“.

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  3. Venja

    „den Partner zu opfern“, nein, das stimmt nicht.
    „es ist egal, ob wir letztlich mit ihm zusammen sind oder nicht“, stimmt auch nicht*g
    Verbunden sind wir ja sowieso alle und ab und zu begegnen uns Menschen, das blitzt es und wir haben das Bedürfnis, uns etwas zu sagen, uns energetisch zu befruchten, der Funke ist übergesprungen (bitte mal aus elektrotechnischer Sicht erklären, wann es dort funkt*g).

    Wir haben ja Angst vor der Freiheit. Is auch nich einfach;-)

    ICH denke.. wenn wir es schaffen, wirklich bei uns zu bleiben, jeder bei sich, bleiben wir mit dem anderen verbunden. Wir opfern also eher, wenn wir uns trennen. Trennung ist für mich immer eher Flucht. Die Kunst ist es, diesen Faden, diese Verbindung zu halten und das geht nur, wenn man sich selbst l(i)ebt. AUCH, wenn man den anderen erst mal nicht mehr sieht. Innerlich bleibt der Kontakt und dadurch finden auch noch weitere Downloads statt. Man befruchtet sich weiter.
    Auch, wenn der andere gerade bei jemand anders ist.
    Wichtig ist, dass man innerlich immer zusammen ist und wichtig ist es, dass das Äußere authentisch ist. Oft – wie hier im Text beschrieben – klebt man äußerlich zusammen und innerlich ist kein Kontakt da. Oder innerlich ist Kontakt da, man lebt es aber nicht authentisch äußerlich.

    Ich dachte heute so: Liebe ist, dem anderen keine Energie zu klauen, also nicht Krieg zu führen*g Und da, wo Energie fehlt, sich einfach in die Sonne zu stellen, die Arme zu öffnen und einfach nur atmen*g und sie nicht beim anderen zu holen. Liebe ist, das Energieniveau des anderen nicht herabzusenken. Das ist nämlich ein ganz schöner Angriff.
    Und das gilt auch für Tiere, Pflanzen, Gegenstände, etc.

    Also.. nicht den Göttern irgendwas opfern*gg Das war gestern*wink

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  4. Pavlotse

    Was Om C. Parking hier vermittelt ist nicht neu. Es ist im Grunde das was unter „Platonischer Liebe“ verstanden wird. Platon und Co. waren keine Kostverächter. Aber auch sie wiesen darauf hin, dass die Liebe ein Mittler zwischen dem Relativen und dem Absoluten ist. Auch wenn ich die spröde Art von Herrn Parking nicht mag, so ist eben die Frage, ob wir „als Menschen“ am Schweinetrog hängen wollen oder wieder ins „Himmelreich“ wollen, welches inwendig in uns ist. Allerdings, wenn man das wieder zu sehr als entweder oder formuliert, da wieder einen „Kluft“ erzeugt, die nur den „Lehrerfinger“ unterstützt, dann ist das sehr hartes Brot.

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  5. Kristina

    Die Liebe zwischen Mann und Frau ist nicht nur möglich, sondern lebendig, wundervoll und für Menschen zwingend notwendig. Ohne diese Liebe würde kein Mensch existieren, außer er wäre mechanisch im Reagenzglas erzeugt.
    Ich glaube, dass jeder von uns in einem wundervollen Liebesakt gezeugt wurde (außer wenige Ausnahmen).
    Aber es war schon immer schwer in Liebe zu leben und Liebe zu verteidigen, wegen einem künstlichen unmenschlichen Wertesystem. Auch wurden viele Menschen in Elend und Kriege gestürzt, in welchen gerade die Stärksten umgebracht, geschädigt und traumatisiert wurden und ohne familiäre Geborgenheit überleben mussten.
    Heute wurden andere moderne Waffen und Methoden gegen die Liebe zwischen Mann und Frau geschmiedet. Es sind Ideologen, Psychologen und Demagogen, welche massiv durch die Medien manipulieren, um eine neue Ordnung ohne Liebe und ohne Individuum zu installieren. Sie versuchen Liebe als Dienstleistung zu degradieren, in welchen alle Männer, Frauen und Kinder nur Objekte und Sex-Spielzeuge sind. Vor allem den Suchenden, Gläubigen und Esoterikern wird eingehämmert unter Missbrauch von Gott (wie in diesem Artikel), dass die irdische Liebe gar nicht existieren kann und schon gar nicht zwischen Mann und Frau.
    Und das will ausgerechnet ein Psychologe übermitteln, der langzeitig Komapatient war und sicherlich einige Implantate im Körper hat.

    Solche Artikel bringen nur Verzweiflung und Deprimierung und es ist wichtig über dieses Thema aus anderen ethischen Quellen zu erfahren, wie von Detlef Schöneberg und Dagmar Neubronner, die von Jo Conrad interviewt wurden.
    http://bewusst.tv/sexualitat/

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  6. Nico

    Natürlich sollte es unser langfristiges Ziel sein uns von dem gängigen Modell einer romantischen Liebesbeziehung zu verabschieden, aber das ist ein Prozess den wir nicht erzwingen können, wir müssen ihn geschehen lassen. Wenn wir zwanghaft versuchen dem Ideal der bedingungslosen Liebe gerecht zu werden, indem wir uns einem Gedankenkozept unterwerfen, hat das nur einen Verlust der Authenzität zur Folge, bei dem es nur noch darum geht die eigenen Gefühle zu leugen und mit einer scheinhaften spirituellen Reife zu überspielen. Ziel ist es nicht einer Erwartung gerecht zu werden, indem wir unserem Ego den Krieg erklären und vor unseren eigenen Gefühlen flüchten (so verlockend das auch sein mag), denn dadurch schleicht es sich nur wieder durch die Hintertür ein und wir vertsricken uns immer weiter in seinen Fängen. Wir kühlen ab, wir stagnieren in unserer Entwicklung, weil wir unsere eigenen Emotionen nicht mehr zu lassen. So vermeiden wir es nur eine tiefere Bindung einzugehen und uns unseren Gefühlen zu stellen. Dabei kommt es genau darauf an! Um die Blockaden aufzulösen, die wahre Liebe vermeiden, müssen wir sie erst einmal akzeptieren, sie anerkennen und sie in all ihren unterschiedlichen Facetten durchleben. Wir müssen uns tief hineinfühlen in den Schmerz, um ihn an der Wurzel zu greifen und ihn als das zu erkennen was er wirklich ist, eine Illusion von Trennung. Das ist ein langwiriger Prozess, dem wir nicht ausweichen können, wenn wir wirklich wachsen wollen. Die Beziehung zwischen Mann und Frau ist wahrscheinlich der größte Lehrmeister den es gibt, denn hier werden wir mit unseren eigenen Schatten konfrontiert. Dabei ist es enorm wichtig ehrlich und authentisch gegenüber sich selbst und seinem Partner zu sein. Indem wir uns gegenseitig unsere Schwächen eingestehen und verstehen, dass wir aus dem selben Holz geschnitzt sind, schaffen wir eine Basis der Gemeinsamkeit, in der wir uns selbst im gegenüber spieglen und Raum für wahre Annahme und bedingungslose Liebe schaffen. Erst wenn wir uns wirklich und ernsthaft auf eine Bezihung einlassen haben wir die Möglichkeit uns slebst in ihr zu begegenen. Seid ehrlich zu euch selbst und eurem Partner und versteckt euch nicht hinter irgendwelchen voreiligen, pseudospirituellen Erleuchtungsideen! Geht euren Weg in Geduld und Gelassenheit. Wer aufsteigen möchte muss erst einmal den Absteig schaffen. Wer sein ICH transzendieren will, sollte erst einmal eins entwickeln. Um die Dualität zu erkennen, muss sie durchlebt werden, erst dann können wir mit ihr abschließen und uns die höheren ebenen des Seins erschleißen. Dies ist schließlich der Grund weshalb wir hier sind! Und wo wird uns das Prinzip der Dualität, die Illusion der Trennung deutlicher vor Augen geführt als in der Beziehung zwischen Mann und Frau? Lasst euch ein auf das Drama, auf den Schmerz! Lasst euch fallen! Ihr werdet den Punkt erreichen an dem all das erkennt, aus euch selbst heraus und dann werdet ihr euch aus eurer eigenen, innersten Kraft davon befreien können!

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  7. Oliver

    Der romantischen Liebe scheint mir in der Tat eine Sehnsucht nach Einheit zugrunde zu liegen, die enttäuscht werden muss. Eins werden mit jemanden kann man wohl nur dann, wenn man selbst eins ist. Und wer ist das schon? Vermutlich niemand.

    Aber deswegen ist die Liebe in einem anderen Sinne nicht unmöglich, nämlich die Liebe als Partnerschaft, als tätiges Miteinander, in dem Platz ist für Verstehen und Nicht-Verstehen, für Einheit und Zweiheit, Gemeinsames und Trennendes. Warum diese Liebe an einem übersteigerten Ideal messen? Sie ist wunderschön – und sie erhält die Menschheit am Leben.

    Und sie enthält unter Umständen meiner Wahrnehmung nach durchaus Momente bedingungsloser Liebe, etwa wenn man nach einer Trennung dem anderen Glück und sogar eine neue Partnerschaft wünscht. Wenn man das kann, zeigt sich, dass die davor bestehende Partnerschaft mehr war als ein bloßes Arrangement.

    Die romantische Überhöhung zu verabschieden und die Liebe als Partnerschaft zu leben, heißt erwachsen werden. Nach mehr zu streben, heißt, etwas zu suchen, das jenseits des Alltags liegt – und in gar keinem Gegensatz zu Partnerschaft steht, einfach weil es sie übersteigt.

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  8. klarheitwahrheit

    Der Artikel wirkt gut, nur fehlt, oder wurde von Dir die andersgeschlechtsliebenden tollen Menschen leider nicht erwähnt… wirkt von daher eingeschränkt, unbeweglich und einseitig…

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  9. christine klein

    Hallo,
    Der Artikel hat mich sehr angesprochen. Endlich mal etwas was mir hilft mit dem Gefühlschaos klarer zu kommen.Seit 10 Monaten erfahre ich mich durch eine Dreiecks – Beziehung (wir Frauen wissen voneinander, kommen aber nicht klar)die das letzte bischen Ego wegradiert. Bin sehr telepatisch und bekomme auf diesem Weg, Zärtlichkeiten Leidenschaft etc mit.Es tut dermaßend weh. Ich versuche sein zu lassen im Sinne von leben, auszubrechen, beenden, ergründen klage, leide und liebe und verstehe gleichzeitig und habe absolut KEINE CHANCE irgendetwas zu verändern oder weniger leidvoll zu machen. Es ist ein Wahnsinns Wechselbad der Gefühle und des Verstandes. Ich erkenne die Abhängigkeiten die mich schier auffressen, beuteln um mich wiederum das absolute Seinlassen zu katapultieren.
    Ist dies auch ein Weg zum Erwachen? Vielen Dank für die Zeilen!

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