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Unsere natürliche Neugier liegt meist vergraben unter einem Berg von Konzepten, mit denen wir versuchen, das Leben in ­bestimmte Kategorien zu pressen – mit dem Ziel, uns angesichts der Unvorhersehbarkeit der Existenz trotzdem einigermaßen ­sicher zu fühlen. Doch damit verschließen wir uns genau den Weg, der zu tiefer Erfüllung führt. Die Wiederentdeckung der natürlichen Neugier ist der erste Schritt aus diesem Gefängnis.

 

 

Das vorrangige Interesse aller ­Lebensformen gilt dem Überleben. Im Fall des Menschen dreht sich alles Denken auf einer grundlegenden Ebene irgendwie um sein Überleben. Unser ganzes Verstehenwollen dient diesem Zweck. Denn wenn wir etwas verstehen, können wir es kategorisieren, einordnen – und haben damit eine Version der Realität, mit der wir zurechtkommen können.

Das menschliche Denken ist Segen und Fluch zugleich. Wir sind gesegnet, wenn unser Denken frisch und kreativ ist. Wir sind verflucht, wenn unser Denken ausschließlich unsere Gewohnheit zu kategorisieren bedient. Es geht nicht darum, dass Denken und Kategorisieren falsch sind. Gedanken zu denken ist nicht das Problem. Aber sich auf einige Gedanken zu verlassen, die wir im Namen des Überlebens fassen, hüten oder auch fernhalten, kann unsere Aufmerksamkeit an diese Kategorien binden.

Aus all diesen Gedanken entstehen Geschichten. Diese Geschichten können durchaus kompliziert und vielschichtig sein. Sie bestehen oft aus ganzen Themenkomplexen, die von tiefgreifenden persönlichen und sogar kosmischen Fragestellungen handeln. Wir formen auch Gedanken und Geschichten, die ihren Ursprung darin haben, was wir in der Zeitung lesen oder der Werbung entnehmen. Oder sie entstammen einfach unserer Phantasie. Alle unsere Geschichten sind Teil eines manchmal schönen und manchmal schrecklichen und immer phantastischen Mandala des Lebens.

 

Was ist die Quelle der Gedanken?

Irgendwann im Leben eines Menschen, der sich diese Geschichten erzählt, kann die Neugierde, die Quelle der Gedanken und Geschichten zu entdecken, verlockender sein, als den jeweiligen Gedanken und Geschichten immer wieder zu folgen. Mit Entdeckergeist können wir den Faden ziehen, mit dem die Entwirrung aller Geschichten beginnt.

Ramana Maharishi, ein Weiser des zwanzigsten Jahrhunderts, sagte, dass es der Selbstzweifel sei, welcher der Entdeckung, sich als frei zu erkennen, im Wege steht. Selbstzweifel ist auch eine Form des Wissens, und Wissen dreht sich, wie gesagt, um das Überleben. Wir glauben, dass wir dann, wenn wir vergessen, an uns zu zweifeln, sterben könnten oder dass die Welt zusammenbrechen würde. Der Selbstzweifel erzeugt ein „ja, aber“ oder „das kann nicht so einfach sein“ oder „ich doch nicht“ sowie alle Gedanken, die gewohnheitsmäßig auf den höchst außergewöhnlichen Moment der Entdeckung folgen können, dass ich frei bin.

Mein Lehrer, H.W.L Poonja (Papaji), sagte: „Das letzte Hindernis, Freiheit zu erlangen, ist der Glaube, dass es da ein Hindernis gibt.“ Was auch immer du dir selbst über irgendein Hindernis erzählen magst, das der augenblicklichen Erfüllung deiner selbst im Wege steht, ist ein Gedanke, den du erkennen und durchdringen kannst. Du kannst entdecken, was unter jedem Gedanken oder jeder Geschichte liegt, aber um zu entdecken, was unter dem Gedanken liegt, musst du bereit dazu sein, den Gedanken zu erkennen oder die Geschichte, die deine Aufmerksamkeit beansprucht. Die Geschichte über jedwedes Hindernis, die dauerhafter Erfüllung im Weg steht, ist schlussendlich nur ein Gedankenkonstrukt, das mit der Bereitwilligkeit, den Faden zu ziehen, entwirrt werden kann.

 

Alles zulassen, was erfahren werden will

Die Bereitwilligkeit ist die sich selbst gegebene Erlaubnis, neugierig zu sein und die „Antwort“ nicht zu kennen. Es ist die Bereitwilligkeit, alles zuzulassen, was erfahren werden will, ohne zuvor zu wissen, was das sein wird. Es ist die Bereitwilligkeit, nicht zu wissen, was das Ergebnis der Untersuchung sein wird. Dann steht dir deine natürliche Neugierde zur Verfügung, unbelastet von dem, was du denkst, dass du lernen solltest, oder von dem, was du denkst, dass du wissen solltest, oder was du denkst, dass du denken oder fühlen solltest, um zu überleben.

Freie unbelastete Neugierde ist für dich jetzt in deinem Leben möglich. Alles, was es erfordert, ist Bereitwilligkeit. Diese Bereitwilligkeit ist ein Diener der Wahrheit. Sie ist das, was dich offen und neugierig gemacht hat, diese Zeilen zu lesen.

Veranstaltungen mit Gangaji und Eli
Offenes Treffen am Freitag, 7.6.
Ort: Kalkscheune, Johannisstr. 2, 10117 B.
Beginn: 19.30 Uhr, Einlass: 18.30 Uhr
Beitrag: 15 €

Wochenend-Retreat am 8.-9.6.
im Gotischen Saal, Schmiedehof 17, 10965 Berlin-Kreuzbg.
Beitrag: 180 €
Infos und Anm. bei Hannelore Rueedi unter info@leelafoundation.de oder Tel.: 0041-22- 757 00 03

Weitere Infos auf http://leela.org und www.gangaji.org

Über den Autor

Avatar of Gangaji

ist eine amerikanische spirituelle Lehrerin und Autorin. Sie reist um die ganze Welt und spricht zu Suchenden jeglicher Herkunft. Ihre Botschaft ist kraftvoll, klar und einfach: Wahrer Frieden und immerwährende Erfüllung sind die wahre Natur deines Seins. Gangaji lädt dich dazu ein, die Möglichkeit zu entdecken, dein Leben in Frieden und Freude zu leben, indem du einfach bist.

3 Responses

  1. Dagmar

    Diese Idee kann mir helfen. Es gibt noch Gedanken, die Freiheit in sich tragen, wenn man gerade ganz gefangen ist in seinen. Danke!

    Antworten

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