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Earthing oder auch Grounding – zu Deutsch Erdung – ist nicht mehr nur in der Energiearbeit ein heißes Thema. Auch einige amerikanischer Forscher behaupten, dass der Mensch den direkten Kontakt zu Mutter Erde braucht, um nachhaltig gesund zu bleiben -aus elektrischen Gründen.

 

Erdung: Barfuß ins Glück

Am Ende behalten die Hippies doch recht: Wir brauchen vor allem viel Liebe, Sonne – und nackte Füße. Dass Barfußgehen ein besonderes Wohlgefühl verursacht, dürften die meisten Menschen schon selbst erlebt haben – warum allerdings, dass haben einige Forscher um Clint Ober erst vor wenigen Jahren herausgefunden. Ihre Theorie: Der Mensch braucht den direkten Hautkontakt mit der Erde, um sich elektrisch zu erden. Was klingt wie eine New-Age-Fabel – und von Skeptikern auch nach wie vor als solche betrachtet wird – hat nach Meinung einer kleinen Gruppe von Forschern tatsächlich weniger mit wundersamen Energien zu tun, als mit schnöder Elektrizität. Mit zahlreichen Studien versuchen sie, ihre Theorie zu beweisen.

Für Jahrtausende ist der Mensch barfuß über diesen Planeten gelaufen, hat auf der Erde gesessen und teils auch geschlafen. In modernerer Zeit allerdings ist uns dieser direkte Kontakt mit der Erde immer mehr abhanden gekommen. Das hat nicht nur in geistig-seelischer Hinsicht schwere Konsequenzen, sondern vielleicht auch ganz und gar körperliche, wenn man dieser Theorie Glauben schenkt.

 

Fehlende Erdung ist wie abgeschnittene Wurzeln

Die Idee zu Earthing entstand eines sonnigen Tages im Jahre 1998, als der Amerikaner Clint Ober in der überwältigenden Landschaft von Sedona saß und eine Gruppe Touristen beobachtete. Ihm wurde etwas gewahr, was er bis dahin schlicht übersehen hatte: Inmitten dieser wundervollen Natur trugen alle von ihnen Schuhe mit einer Kunstoff- oder Gummisohle – und waren so zwar irgendwie in der Natur, aber auch seltsam entkoppelt von ihr, getrennt durch zentimeterdicken Kunststoff. Was anderen Menschen vielleicht weniger zu denken gäbe, warf für den ehemaligen Nachrichtentechniker eine interessante Frage auf:

Wenn der Mensch bekanntermaßen ein elektromagnetisches Wesen ist, dessen sämtliche Nerven- und Gehirnfunktionen auf der Übertragung von schwachen elektrischen Signalen beruhen, welchen Effekt hat es dann, dass er sich mit Kleidung, Behausung, Sitz- und Schlafgelegenheiten über die Zeit fast komplett der elektrischen Erdung beraubt hat?

Die Idee ließ ihn nicht mehr los. Denn in seinem ehemaligen Job hatte er viel mit Kabelfernsehen zu tun gehabt – Erdung und Abschirmung der Kabel war hier enorm wichtig, um das Fernseh-Signal von elektromagnetischen Fremdeinflüssen zu schützen – war es beim Menschen vielleicht genauso? Eine interessante Frage insbesondere, da der Elektrosmog immer gröbere Ausmaße annahm. Dies gab den Startschuss zu einer jahrelangen Erforschung des Phänomens Erdung – oder Earthing und Grounding, wie Ober es später nannte.

Vielleicht, so überlegte Ober, gleicht Erdung genau wie beim Kabelfernsehen auch im Körper den Einfluss des elektromagnetischen ‚Kraches‘ auf das Nervensystem aus. Eine These, die unter alternativ denkenden Wissenschaftlern 2001 Aufsehen erregte, denn Elektrosmog wurde ein immer größeres Thema.

Nach einigen vielversprechenden Hobby-Versuchen und einer ersten durchweg positiven Studie über den Einfluss von Earthing auf den Cortisol-Spiegel fand er bald in den Forschern James Oshmann und Stephen Sinatra wissenschaftlich versierte Mitstreiter, die seine Fragen ebenso faszinierend fanden wie er und eine Reihe von Studien durchführte, um die Wirkung von Earthing zu erforschen.

Die Erde: ein elektrisches System

Die Theorie hinter der Theorie: Wie unser Körper so hat auch die Erde ein elektrisches System. In der Atmosphäre wie auch an der Erdoberfläche wimmelt es von elektrisch geladenen Teilchen. Die Erdoberfläche hat dabei eine negative elektrische Überschussladung und die gesamte Atmosphäre nahe der Oberfläche bildet ein elektrostatisches Feld. Aber auch weit unter der Erdoberfläche gibt es regelrechte Ströme solcher Ionen, die der Wissenschaft lange ein Rätsel waren, bis entdeckt wurde, dass diese Schichten größere Mengen flüssiges Karbonats enthalten. Die Forschungsrichtung der Magnetotellurik widmet sich ganz der Erforschung dieser manchmal auch als ‚tellurische Ströme‘ bezeichneten elektrischen Ströme der Erde, die auch an der Erdoberfläche noch ihre Auswirkung in Form elektromagnetischer Felder zeigen.

Wie beim Wasser gibt es auch für die elektrischen Ströme einen globalen Kreislauf (global electrical circuit), winzige Ionenströme fließen zwischen der Erdoberfläche und der Ionosphäre und von dort zurück. Zudem spielen vor allem Blitze und auch die ionisierende Strahlung aus dem Weltraum eine große Rolle in diesem Kreislauf-System.

Unser Körper – so die Earthing-Theorie – ist an dieses System perfekt angepasst. Das Körper-System funktioniert dann perfekt, wenn es durch Erdung die Chance hat, sich mit dem Potenzial der Erde auszugleichen. Induzierte Ladungen können wie bei einem Blitzableiter einfach an die Erde abgegeben werden, ohne dass es den Menschen beeinflusst. Besonders der negative Einfluss von Elektrosmog soll so durch Erdung minimiert werden können. Außerdem, so postulieren die Forscher gibt es durch diesen Ausgleichs-Mechanismus andersherum auch einen steten Strom von Elektronen von der Erde in den Körper, der helfen soll, sogenannte freie Radikale zu neutralisieren. Das ganze Nervensystem beruhigt und entspannt sich, der Körper findet wieder zu seiner natürlichen Harmonie und den natürlichen Rhythmen zurück.

Verliert der Körper jedoch seine Erdung, bringt das unser ganzes Nervensystem durcheinander, so behaupten die Wissenschaftler. Ihre Empfehlung: Täglich mindestens 30-40 Minuten mit nackten Füßen auf der Erde laufen – oder nackt auf ihr liegen. Dies lässt sich wunderbar mit einem Sonnenbad verbinden – und deren Heilwirkung ist nun mittlerweile wissenschaftlich unumstritten.

Die Verbindung zu ‚Vater Sonne‘ und ‚Mutter Erde‘ – für fast alle indigenen Völker auf der Welt ein heiliger Bund – ist also vielleicht mehr als nur eine nostalgische Idee. Und vielleicht würden viele unserer sogenannten „Zivilisationskrankheiten“ verschwinden, wenn wir etwas mehr zu einem Lebensstil zurückkehren würden, wie ihn diese alten Völker praktizieren. Vielleicht sind Nahrung, Luft, Wasser, Sonne und Erde die wichtigsten Heilmittel, die wir haben. Die Pflanzen, mit ihren tiefen Wurzeln und den der Sonne entgegengestreckten Blättern erinnern uns täglich daran.

Geerdeter Kommerz?

Die Forschungen hierzu stecken akademisch gesehen noch immer in den Kinderschuhen und werden vor allem durch eine Gruppe von Forschern betrieben, die Clint Ober nicht nur im Geiste sehr verbunden sind: Zusammen haben sie nicht nur ein Buch veröffentlicht, sondern auch eine Reihe von teuren Earthing-Produkten entwickelt, die es ermöglichen sollen, auch im Inneren von Häusern geerdet zu bleiben. Finanzielle Interessen sind da nicht zu übersehen.

Kein Wunder, dass Skeptiker vermuten, dass hier kommerzielle Quacksalberei mit Pseudo-wissenschaftlichem Hintergrund betrieben wird. Die Forscher kontern mit einfachen Experimenten, die jeder leicht nachahmen kann und betonen, dass sich dergleiche Apparaturen auch leicht selbst herstellen lassen. Die Produkte seinen nicht Selbstzweck, sondern seien aus der therapeutischen Anwendung von Earthing entstanden, weil Menschen darum gebeten hätten.

Ein wenig Skepsis ist wohl angebracht, aber jeder kann den Sommer über ja leicht selbst ausprobieren, wie es ist, mal ein paar Monate barfuß zu laufen und Hautkontakt mit der Erde zu suchen. Und wer sich gerne selbst eine Earthing-Matte fürs Bett oder unter dem Schreibtisch bauen möchte, findet dazu im Internet → detaillierte Anleitungen.

Die Vorstellung, dass die Wissenschaft uns nach allem technologischen Fortschritt letztlich doch nach und nach wieder an den Punkt bringt, zu einer natürlichen und ursprünglichen Lebensweise zurückzuführen ist ebenso amüsant wie faszierend. Die Idee, wir bräuchten dafür noch mehr noch komischere Produkte wirkt da fast ein bisschen wunderlich. Wenn die Theorie tatsächlich stimmen sollte, ist die Lösung dann wirklich eine leitende Gummi-Matte unter dem Schreibtisch oder mit Silberfäden durchwebte Bettlaken? Oder zeigt uns unsere Gesundheit vielmehr an, dass wir uns zu weit vom harmonischen Fluss der Natur entfernt haben, dass es Zeit wird, zurückzukehren in die natürliche Ordnung?

Vielleicht stehen wir ja kurz vor der Erkenntnis, dass die Natur tatsächlich und im wahrsten Sinne des Wortes ‚heilig‘ ist.

 

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Bilder: Barfuß – Lorenz kerscher cc-by-sa; Körper im elektrischen Erdfeld – MovGP0 cc-by-sa;

 

6 Responses

  1. Joachim

    Die Wirkung kann ja jeder selbst für sich erforschen. Im Film „Grounded“ wird bspw. ein Versuch gezeigt, bei dem zwei Schnittblumen in Vasen stehen – eine davon über ein Kabel direkt geerdet. Die geerdete Pflanze blieb offenbar deutlich länger frisch. Das kann problemlos jeder nachvollziehen, der ein Kabel abisolieren kann.

    Jeder kann sich auch für sich selbst ein Erdungskabel für wenig Geld bauen (bitte nicht vergessen, einen 100kOhm Widerstand einzubauen!) und ausprobieren, welche Wirkung das hat. Fakt ist: Mißt man im Wohnbereich die Spannung zwischen dem eigenen Körper und einer Erde, stellt man je nach umgebenden Leitungen, Verbrauchern und Strahlungseinflüssen durchaus beeindruckende Spannungen fest. In meinem Fall deutlich über der 200V Grenze (AC). Durch Erdung sinkt diese Spannung auf nahezu Null ab. Rein physikalisch ist also in jedem Fall eine Entlastung des Organismus gegeben.

    Wer das Gebastel scheut, kann auch einfach mehr Barfuß gehen, vorzugsweise in der Natur. Ich mache das aus anderen Gründen seit mehreren Jahren (überall und ja, auch im Winter) und kann bestätigen, dass sich das positiv auf die Gesundheit auswirkt. Ich hatte seitdem keinerlei Infekte mehr. Ob das auf einen Kneipp-Effekt zurückzuführen ist oder auf Elektronen sei mal dahingestellt, aber es hat in jedem Fall einen deutlich spürbaren positiven Effekt. Auch wirkt sich ein Barfußgang durch die Natur sehr positiv auf die Stimmung aus. Auch hier kann das unterschiedliche Ursachen haben – es werden teils auch Bodenbakterien dafür verantwortlich gemacht. Aber unabhängig von den möglichen Ursachen funktioniert es und das ist das Einzige, das wirklich zählt.

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  2. peter REINHARD

    Ich beschäftige mich nun schon einige Zeit mit dem Thema „Earthing“, „Grounding“ oder einfach nur „Erden“.

    Als Elektrotechniker kann ich ein Erden an der Steckdose (an der Hausinstallation) nicht befürworten.

    Die „Erde“ der Hausinstallation ist niemals gleichzusetzen mit der richtigen Erde.
    Je nach Netzsystem liegen immer mehr oder weniger mit Frequenzen behaftete Spannungsanteile auf der Erdungsleitung vor. Dies würde dann bedeuten, dass eine solche Erdung zusätzlichen Elektrosmog in den Körper einbringt.
    Darum sollten Erdungsmatten immer über eine gesonderte Leitung direkt im Erdboden geerdet werden. Hierbei ist immer ein gewisser Abstand zum hauseigenen Erder einzuhalten.
    Wer diese Möglichkeit nicht hat sollte solche Erdungsprodukte auch nicht verwenden.

    Gleiche Effekte wie mit der Erdung werden auch erreicht wenn dem Körper galvanischer Feinstrom zugeführt wird ( http://www.gghev.de )

    Auch hierbei werden dem Körper Elektronen zugeführt die antioxidativ wirken und der fehlende Ausgleichsstrom durch das Luftelektrische Feld wird ersetzt.
    ( http://www.gghev.de/index.php/gghmagazin/berichte/126-elektronen-die-urkraft-der-natur )

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  3. Kristina

    Der Artikel ist sehr interessant, sachlich und enorm wertvoll.
    Für mich besteht kein Zweifel darüber, dass der direkte barfuss-Kontakt zu Erde stets ganzheitlich heilend, reinigend, energetisierend und entladend auf Menschen, Tiere und auf alle Organismen wirkt.
    Auch ist der Sinn und Zweck von erdungs-Produkten gut nachvollziehbar und
    ich empfehle vor allem den Skeptikern, diesbezügliches Interview mit Dr. med. Manfred Doepp.
    http://www.alpenparlament.tv/video/revolutionaeres-gesundheitskonzept/

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  4. Robin

    Also Ehrlich gesagt, weiß ich nicht ob es auf dieser Therorie wirklich Sinn macht. Fakt ist allerdings – und das können viele Menschen die ich kennen gelernt habe bezeugen, Barfußlaufen ist Gesund.. ob nun Elektromanetisch, oder eher nicht.

    Sehrwohl spielt Vitamin D eine Rolle (da ausschließlich im sommer ein barfußlaufen möglich ist) um sich gut zu fühlen.

    ich sehe immer mehr menschen, die bei warmen wetter – gänzlich auf schuhe verzichten, da es auch aus Orthopädischer sicht am besten ist…
    und mal ehrlich? Wer spürt nicht gerne das gras unter seinen füßen an einem heißen sommerabend, oder den sand zwischen den Zehen am strand?

    Ob sich soetwas tatsächlich mit wissenschaft „beweisen“ lässt ist fraglich… unsere wisseschaft ist sowieso bald am ende – und wenn diese „esoterik“ und Energie die überall um uns ist – die wir senden und empfangen nicht irgendwann in unserer „schulwissenschaft“ berücksichtigt wird – bleiben wir stehen! 😉

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  5. Yanif

    selten so einen Schwachsinn gelesen… den Eso-Fuzzis gehen die Ideen auch nicht aus, den Leichtgläubigen das Hemd auszuziehen – einfach unfassbar…

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  6. Simon

    Hab mir letztens für 5 € ein Erdungskabel selbst gebaut. Anleitungen gibts im Netz. Ich benutze es mehrmals täglich (auch nachts zum Schlagen) und die Energie ist sehr deutlich spürbar – für mich jedenfalls.

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