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Vom 1. bis 21. August findet in Wiesenburg im Hohen Fläming, 80 Kilometer südwestlich von Berlin, das internationale ökologische Camp „ECOTOPIA“ statt. Drei Wochen lang soll der Ort Ausdruck eines vielfarbigen, selbstorganisierten und interkulturellen Miteinanders sein. Ein freudvolles Beispiel für nachhaltiges Leben.

 

 

Der Name „Ecotopia“ ist zusammengesetzt aus den englischen Wörtern für Ökologie und Utopie (ecology und utopia). Er bezeichnet das „interkulturelle Miteinander für nachhaltiges Leben“, das bereits seit 21 Jahren immer in wechselnden europäischen Ländern stattfindet – beispielsweise in Deutschland, Ungarn, Polen, Rumänien, Irland, der Ukraine, den Niederlanden, Moldawien, Slowakei, Portugal und der Türkei.

Auf den Ecotopia-Festivals treffen sich Menschen aus den verschiedensten Ländern und Kulturen mit Interesse an Fragen zu Umwelt und sozialer Gerechtigkeit. Man lernt sich kennen beim Miteinander-Arbeiten, Lernen, Reden, Spielen und Feiern. Erklärtes Ziel ist es, die Vernetzung von Umweltaktivisten aus ganz Europa voranzutreiben, Menschen für diese Thematik zu begeistern und das Bewusstsein vor Ort für ökologische Themen nachhaltig zu stärken.

Alles, was mit dem Thema ‚Ökologie’ im weitesten Sinne verbunden ist, wird innerhalb von Workshops, Schulungen, Vorträgen, Filmvorführungen, Kunst-, Theater- und Musikaktionen bearbeitet. Drei Wochen lang werden die Grundsätze eines umweltfreundlichen Lebensstils praktiziert – von Abfallvermeidung und -recycling über Ökodörfer, vegetarische/vegane Ernährung bis hin zur Nutzung alternativer Energien.

 

Spontanität gefragt

Für das Camp gibt es keine festgelegte Tagesordnung. Mit ihrer Anmeldung können die Teilnehmenden zwar vorab schon Angebote ankündigen, das tatsächliche Programm entwickelt sich allerdings vor Ort durch die Interessen und Initiativen der Anwesenden weiter.

Absehbar sind bereits Workshops zum Bau von Komposttoiletten und Solarduschen, zur Internetnutzung und zum Webseiten-Aufbau, Trommel-, Gesangs- und Theaterworkshops, ein bis zwei Filmnächte mit ökologisch- und gemeinschaftsorientierten Filmen aus ganz Europa sowie Vorträge und Gesprächsrunden zum Klimawandel. Viele Gemeinschaften und Ökodörfer werden vertreten sein, es geht um die Themen Verkehr, Lebensmittel, ökologisches Bauen und Wirtschaften, den Austausch von Erfahrungen mit Kampagnen, viele verschiedene Formen von Meditation und Massagetechniken, alternative Medien, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Erkundung der ökologischen Besonderheiten der Region sowie Umwelt-Aktionen in Afrika.

Ecotopia ist basisdemokratisch und selbstorganisiert. Alle sind gleichberechtigt und aktiv gemäß dem Motto: „Wenn du siehst, dass was getan werden muss, tu es!“ Jeden Morgen werden im „Morgenzirkel“ die notwendigen Tätigkeiten des Camp-Lebens aufgeteilt und das Tagesprogramm entwickelt. Alle Anwesenden, ob ortsansässig oder aus anderen Ländern, haben die gleiche Verantwortung für das Leben auf dem Platz.

Durch eine eigene Währung, den Eco, dessen Umrechnung sich nach dem monatlichen Einkommen richtet (ein Eco = ein Tausendstel des jeweiligen monatlichen Nettoeinkommens in Euro – je mehr ich also verdiene, desto mehr zahle ich beim Eintauschen für einen Eco), wird einkommensschwächeren Menschen und Familien die Teilnahme erleichtert. Die Teilnahme kostet 15 Eco pro Tag und für die gesamten drei Wochen 200 Eco.

 

 

Gemeinschaftlich tragen

Auf dem fünf Hektar großen gemeindeeigenen Gelände werden vom 1. bis 21. August insgesamt etwa 1.000 Menschen erwartet. Das ganze Camp wird über eine zentrale Küche versorgt.

Vorbereitet wird das Festival in diesem Jahr von einem regionalen Netzwerk aus Privatpersonen und regionalen Vereinen. Die regionale Bevölkerung ist aktiv in die Geschehnisse in und um das Festival eingebunden. Die große Unterstützung zeigt sich beispielsweise dadurch, dass nach einem Aufruf in kürzester Zeit über 6000 Euro an Darlehen von Privatpersonen aus der Region zur Verfügung gestellt wurden.

Seit Mai finden regelmäßig Bauwochenenden mit guter Beteiligung auf dem Gelände statt, um die nötige Infrastruktur für das Camp vorzubereiten. In der zweiten Julihälfte organisieren wir ein internationales Workcamp.

Auch an die Kinder hat Ecotopia gedacht: Es gibt ein selbstorganisiertes, interkulturelles Kindercamp mit Kindern aus unserer Region und von Camp-Teilnehmern aus anderen Regionen. Kunst und Kultur kommen ebenfalls nicht zu kurz – verschiedenste regionale und internationale Musikgruppen haben ihre Auftritte bereits angekündigt. Ein besonderes Highlight ist das Künstler-Symposium „Planet B“. Künstler aus der Flämingregion und internationale Künstler aus den Sparten bildende Kunst, Theater, Musik sowie verschiedenste Autoren ringen öffentlich und interdisziplinär um die Themen Zukunft, Ökologie und nachhaltiges Leben. Festgefahrene Denkräume sollen geöffnet und Kommunikation auf ungewöhnlichen Wegen ermöglicht werden.

Auch für die Zeit nach Ecotopia gibt es bereits Pläne: An einer Regionalwährung, dem „Steintaler“, wird gearbeitet, und bis 2012 soll das Festival-Gelände als dauerhafter ökologischer Campingplatz eingerichtet werden.

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