Viele Menschen sehnen sich nach einer echten Verbesserung ihres Lebens. Wenn wir schließlich einmal verstanden haben, dass diese Verbesserung nur durch eine innere Transformation geschehen kann, steigen die Chancen, dass sich irgendwann das eigene Leben grundlegend positiv verändert. Auf dem Weg dahin lesen wir vielleicht viel, besuchen Workshops und treffen Menschen, die uns einen oder mehrere Schritte auf diesem Pfad voraus sind. Ich selbst habe immer wieder erlebt, wie die Begegnung mit einer „fortgeschrittenen Seele“ oder das Erlernen einer Methode mir einen wichtigen Schritt ermöglicht hat.

Doch wie wäre es, wenn uns neben all diesen Helfern und Hilfsmitteln unser ganz normales Leben bereits grundlegend mit dem versorgt, was wir für den großen „Change“ benötigen? Um diesen Gedanken in mir zulassen zu können, finde ich es wichtig, dass ich begreife, dass die Welt genau so richtig ist, wie sie ist. Dass es also nicht darum geht, sie nach meinen Vorstellungen zu verändern, sondern mich all den Manifestationen des Seins hinzugeben und einfach zu fühlen, was das in mir auslöst (denn Fühlen an sich ist schon eine transformative Kraft). Aus diesem Blickwinkel ist all das Leid der Welt nicht falsch und durch einen strafenden Gott verursacht, sondern kann ein Geschenk für mich sein, wenn ich bereit bin, in Resonanz dazu zu gehen und einfach erst mal den damit zusammenhängenden Schmerz, die Verzweiflung, die Angst, die Enttäuschung zu fühlen, die all die Katastrophen des Lebens in mir auslösen.

Dieses Durchlässig- und Berührbar-Werden ist allerdings eine Mammutaufgabe, weil die meisten von uns es gewohnt sind, uns gegenüber dem Leben zu schützen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Doch wie kann die gewünschte Transformation geschehen, wenn wir ihr mit unserer Vorstellung, wie sie abzulaufen hat, im Wege stehen? Echte Transformation wird uns nur erreichen, wenn wir irgendwann aufgegeben haben, es besser als das Leben zu wissen. Leider gelten heute Empfänglichkeit und Hingabe (unser weiblicher Teil) gegenüber Aktion und Wollen (männliche Archetypen) immer noch als minderwertig und schwach. Doch vielleicht brauchen gerade dieses Sich-nicht-Wehren und das innerlich bewegungslose Aushalten der Angst vor dem Unbekannten mehr Mut, als mit Getöse in den Kampf gegen irgendeinen „Feind“ zu ziehen.

Jörg Engelsing

Author: Oliver Bartsch

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