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Reinkarnationstherapie besitzt ­einen ebenso umstrittenen Ruf wie eine große Kraft. Allein die Grundannahme früherer Leben bewerten viele Menschen als Phantasterei. Wer sich allerdings darauf einlässt, in die spannende Geschichte der eigenen Seele zu reisen, erhält nicht nur die Möglichkeit, seinem Leben eine neue, zutiefst stimmige und beglückende Richtung zu geben und blockierte Potenziale endlich freizusetzen, sondern wird dabei auch den tiefen Sinn der eigenen Existenz erfahren.

 

Die Idee der Wiedergeburt lässt uns Sinn in der Welt erkennen. Solange wir durch den Ausschnitt nur eines Lebens in unsere Umwelt blicken, trüben Ungerechtigkeit und Leid unsere Freude. Philosophisch und spirituell halten wir zwar dagegen, indem wir einer höheren Macht die Verantwortung übertragen, Sinnlosigkeit annehmen und uns den besten Platz im Spiel erkämpfen oder auch versuchen, alles zu akzeptieren und zu lieben, wie es ist. Doch tief in sich spüren viele Menschen, dass sie sich damit einen Lebenszweck einzureden versuchen. Ihr Weltbild fühlt sich unvollständig an und sie sich selbst auch. Uns vorzustellen, eine Seele lebe mehrfach, und zwar mit wechselnden Körpern und Persönlichkeiten, erweitert unsere Sichtweise. Statt auf der Horizontale des Zeitstrahls nur das aktuelle Leben zu sehen, überblicken wir mehrere Inkarnationen, die in logischem Zusammenhang stehen, und erkennen, wie sich menschliche Erfahrung im Laufe der Zeit wandelt – auch unsere eigene. Wir bekommen Zugang zu unserer Vergangenheit, die vor der Geburt in dieses Leben liegt. Wir bekommen ebenso Zugang zu anderen Dimensionen, die wir uns über die Zeit zwischen den Leben, das sogenannte Jenseits, erschließen. Über diese Vertikale tasten wir uns an körperlose Seinszustände heran. Wir erahnen, dass wir bereits vor Beginn unserer Reise durch das Menschsein existierten und dass unser Kern diesen Zustand einmal verlassen und überleben wird. Diese Gewissheit, als Seele unsterblich zu sein, fühlen wir in uns als eine grenzenlos über den Alltag hinausreichende Weite.

 

Wiedergeburt – erweiterte ­Wahrnehmung des Lebens

Eingetaucht in die menschlichen Rollen, die bereits hinter uns liegen, begreifen wir, dass Ursache und Wirkung aufeinander folgen und ein Auf und Ab kreieren – in diesem Leben wie von Inkarnation zu Inkarnation. Bisher haben wir dieses als angenehm und unangenehm bewertet. Doch blicken wir auf die Entwicklung, die eine Seele im Laufe vieler Leben erfährt, verändern wir unsere Wahrnehmung: Der Bettler auf der Straße wird nun nicht kategorisch als ein Versager abgestempelt, dem sein Leben misslingt, sondern in ihm wohnt vielleicht eine alte Seele, die von vielem loslassen möchte. Die Streber nach Ruhm und Geld stürmen womöglich in ihre ersten materiellen Erfahrungen, auf die sie ein Recht haben, während die Weisen und Heiler heute das besser machen, was ihnen früher misslang. Sogar unsere Erde selbst erscheint als ein Organismus, der Veränderungen durchläuft und sich ebenso entwickelt wie das Leben, das auf ihm stattfindet. Und das Unerklärliche im eigenen Werdegang – die Verluste, zufälligen Begegnungen, Krankheiten und verschlungenen Pfade – kann durch den deutlich gewordenen roten Faden plötzlich eingeordnet werden. Solche Karmafrüchte gilt es zunächst zu akzeptieren, anschließend jedoch nicht fatalistisch auszuhalten. Vielmehr geht es darum, klug mit den Voraussetzungen umzugehen, die wir in diese Existenz mitgebracht haben. Als Europäer beispielsweise sind wir bewusst in die wohlhabende westliche Welt hineingeboren, denn in den Themen dieser Region – der Einsamkeit, dem Leistungsdenken und Überfluss, den Zivilisationskrankheiten und psychischen Störungen – liegen unsere Herausforderungen und Aufforderungen zu handeln. Das Gleiche gilt für unsere individuellen Lebensbedingungen.

Reinkarnation anzunehmen tröstet zwar, aber es verwirrt auch, sobald wir uns im Sinne der Quantenphysik vergegenwärtigen, dass es keine Zeit gibt, keine Chronologie und damit keine Kausalität. Was wir als kausal begreifen, könnte tatsächlich gleichzeitig geschehen in parallelen Räumen. Wie handhaben wir dieses Dilemma? Vorerst, indem wir es den verschiedenen Ebenen entsprechend angehen: Das menschliche Denkvermögen mag an unser aktuelles Verständnis von Zeit und Raum gebunden bleiben, in anderen Dimensionen nehmen wir über diese Koordinaten hinaus wahr und behalten zudem die hier gewonnenen Erfahrungen.

 

Therapie – zur Heilung anleiten und begleiten

In meiner Praxis als Heilpraktikerin für Psychotherapie richtet sich Therapie an klinisch gesunde Menschen, die dennoch an einer Beeinträchtigung leiden. Es geht in ihrem Leben nicht oder nicht in die gewünschte Richtung voran. Stattdessen geschehen Dinge, mit denen die Betroffenen nicht einverstanden sind. Allgemeine Beispiele sehen so aus: Gewünscht wird Gesundheit, aber der Körper kränkelt psychosomatisch; gesucht wird die erfüllende Tätigkeit, tatsächlich steckt jemand im Hamsterrad eines energiezehrenden Jobs; versucht wird die liebevolle Beziehung, doch erlebt werden Singledasein und Trennungen. Was steckt dahinter? Einer oder mehrere wesentliche Teile der Persönlichkeit eines Menschen werden nicht genutzt, obwohl sie vorhanden sind. Dabei kann es sich um Eigenschaften wie Mut handeln oder um das Kennen der eigenen Lebensaufgaben. Gleichzeitig steht etwas im Weg, ist also zu viel. In der Regel geht es dabei um Muster, in denen ein Mensch denkt, fühlt und handelt und mit denen er sich lediglich auf Überlebenskurs hält, während der wahrhaftige Lebensweg verpasst wird. Das Fehlende und das Überflüssige müssen in Harmonie bzw. Heilung gebracht werden.

(Psycho-)Therapie zielt dementsprechend darauf ab, das Leben eines Menschen zu verbessern. Sie sollte sich an dem persönlichen Entwicklungsspielraum des oder der Betroffenen orientieren, aber innerhalb dieser Möglichkeiten das optimale Ergebnis erzielen. Sie führt in die Veränderung, die realistischerweise angestrebt werden kann – einen gesünderen Körper, eine harmonische Familie, erfüllende Beziehungen und Sexualität, eine Arbeit, zu der sie/er sich berufen fühlt, ein komfortables finanzielles Einkommen, das Überwinden persönlicher Krisen usw. Therapie kommuniziert und begleitet über den aktuellen Horizont hinweg, der ohne die therapeutische Begleitung Grenze bliebe. Sie findet unterbewusste Hindernisse und deckt diese auf, gibt Anregung und erarbeitet Schritte, wie die Verbesserung zu erreichen ist. Umsetzen muss diese jeder allein, wollen auch. Therapie gebiert sowohl einen inneren Erkenntnisprozess als auch einen äußeren Veränderungsprozess. Denn bloße Erkenntnis bliebe folgenloses Kopfkino, während bei unbewusster Heilung die Führung und Verantwortung für den eigenen Weg abgegeben würden. Therapie setzt also Ziele, begreift, geht bewusst Schritte und erreicht ein Ergebnis.

 

Reinkarnationstherapie – Tor in ein bewusstes, authentisches Leben

Nun zur Synthese: der Reinkarnationstherapie. Zuerst muss festgehalten werden, dass es die Reinkarnationstherapie nicht gibt. Mehrere Schulen bestimmen das Angebot mit unterschiedlich ausgearbeiteten Methoden und basierend auf verschiedenartiger Weltsicht. Hinzu kommt, dass die Qualität der Reinkarnationstherapie besonders von den Fähigkeiten des Therapeuten abhängt. Neben der sensiblen Einfühlung in den Menschen gepaart mit Führungsstärke sind von Reinkarnationstherapeuten eine umfassende Lebenserfahrung und Bildung, der tiefe Blick in die Seele sowie der souveräne Umgang mit den Spielarten des Egos gefordert, denn in Rückführungen kann alles menschlich Mögliche zutage treten. Nur wenn der Klient fühlt, dass er sowohl angenommen als auch begriffen wird, kann er sich vertrauensvoll öffnen.

Reinkarnationstherapie ist imstande, Besonderes zu leisten: Sie erklärt den kausalen Zusammenhang zwischen dem heutigen Erleben eines Menschen und den Ursachen in seiner Vergangenheit. Die bohrende Frage nach dem Warum, die sich bis dato nicht hat beantworten lassen, löst sich und dies entspannt. Viel wichtiger ist es nach meiner Erfahrung jedoch, die heute wie früher wirkenden Glaubenssätze, Berechnungen und Verhaltensmuster aufzudecken, weil diese den Fluss des Lebens hemmen. Sich selbst im Spiegel der eigenen Gewohnheiten zu erleben, die aus ihnen entstehenden Konsequenzen hautnah und bewusst zu erfahren und sodann lebbare Alternativen zu erarbeiten, befreit. Im Rahmen früherer Leben, die gleichzeitig nah und doch fern sind, gelingt diese Schau auf die psychologischen Zusammenhänge wie unter dem Mikroskop. Leugnen ist danach zwecklos, Selbstbetrug unmöglich. Ein oft langer Weg des Irrens und Verlaufens kann bewusst beendet und durch authentische Schritte ersetzt werden. Wahrhaftige Veränderung wird aus der Tiefe des Herzens und einem klarsichtigen Kopf gestaltet.

 

Notwendiger Veränderungsprozess

Ein Beispiel: Christian fühlt wiederholt Schmerzen in der Herzgegend, für die sich keine physische Ursache finden lässt. Der Level der Herzneurose ist (noch) nicht erreicht. Er reduziert dennoch seine beruflichen und sportlichen Aktivitäten und konsultiert einen Reinkarnationstherapeuten. Schritt A: Eine Rückführung deckt auf, dass Christian in einem früheren Leben hinterrücks durch einen Speer getötet wurde, der den linken Brustraum traf. Aus diesem traumatischen Vorfall werden die heutigen Schmerzen hergeleitet. Das Problem: Christians Herzschmerzen verschwinden nicht. Der Grund: Die Erklärung ist unzureichend, denn der therapeutische Veränderungsprozess fehlt. Schritt B: Ausgehend von Christians Herzschmerzen wird er in weitere seiner früheren Leben rückgeführt. Es stellt sich heraus, dass er in unterschiedlichen Rollen und Kulissen auf Herausforderung jeweils mit Rückzug reagiert – notfalls auch in den Tod. In der Anamnese ist bereits deutlich geworden, dass Christian im heutigen Leben in eine verantwortungsvolle Position befördert werden sollte. Wegen der kurz darauf einsetzenden Herzprobleme lehnte er dieses Angebot ab. Es gilt für ihn zu erkennen, dass seine Schmerzen ihm als Grund dienen, den Lebensanforderungen aus dem Weg zu gehen. Er darf lernen, und zwar aus den früheren wie für das heutige Leben, sich selbst und seinen Fähigkeiten zu vertrauen, sich das Leben zuzumuten und sich darin durchzusetzen. Die Perspektive: Es ist zu erwarten, dass die Schmerzen verschwinden, je mehr Christian diese Aufgabe umsetzt.

 

Reinkarnationstherapie heute: präzise und lösungsorientiert

Reinkarnationstherapie wurde im 20. Jahrhundert geboren, als Patienten in Hypnose unbeabsichtigt in vergangene Leben rutschten. Diese Erlebnisse veranlassten Psychiater, ihre Patienten im Rahmen von Hypnotherapie bewusst in frühere Inkarnationen zu leiten. Es gelang zu beweisen, dass sich Menschen an historische Fakten erinnern, die weit vor ihrem jetzigen Leben lagen. Wiedergeburt wurde dadurch vermehrt anerkannt. Und Rückführungen als Selbst- und Grenzerfahrung wuchsen zu einer Mode heran, bis diese von der Flut neuer Therapiemethoden verdrängt wurde. Inzwischen hat sich Reinkarnationstherapie zu einer ernsthaften Therapieform entwickelt, die ohne Hypnose auskommt und präzise und lösungsorientiert angewendet werden kann. Menschen sind heute so bewusst und gleichzeitig so sediert wie vielleicht niemals zuvor. Wir leisten uns Eigennutz und Passivität in einer Welt, deren Bedingungen uns das eigentlich nicht erlauben. Stattdessen sind Eigenverantwortung, Visionen und Wandlung von uns gefragt. Wir leben im Schongang, suchen Therapie meist nur als Wohlfühlprogramm und verkennen dabei, dass tiefgreifende Veränderungen auf diesem Weg nicht erreicht werden. Reinkarnationstherapie ist eine Methode, die den Finger in Wunden zu legen vermag, damit diese endlich ausheilen. Dieser Prozess birgt neben Befreiung auch Schmerz. Es ist meine therapeutische, politische und menschliche Überzeugung, dass es höchste Zeit ist, den Wunden ins Auge zu sehen und den Schmerz der Wahrheit auszuhalten, damit Heilung auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene geschehen kann. Reinkarnationstherapie verortet uns sicher an dem Platz, auf dem wir stehen, sie beleuchtet unsere Herkunft und weist unseren Weg in die Zukunft. Sie leistet damit das, wonach wir heute suchen.


Abb: Martina-Taylor_pixelio.de

Veranstaltungen:
Lust-und-Liebe-Workshop am 20.9.2014 in Berlin

Infos und Kontakt: Tel.: 05461-95 91 00 oder 0170-407 94 69 oder k.rick@transformaktiv.com
www.transformaktiv.com

Über den Autor

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Kathrin Rick bekam Neurodermitis in ihrem dritten Lebensjahr, in der Pubertät kam eine schwere Pollenallergie hinzu. Im Alter von 32 erfuhr sie in einem Vortrag, dass Neurodermitis und Allergien heilbar seien. Unterstützt durch einen Klinikaufenthalt, lernte sie daraufhin, sich selbst zu heilen.

 2008 hat sie das Buch „Gefangen Geheilt in Neurodermitis-Haut“ veröffentlicht. Seit 2009 widmet sie sich der therapeutischen Arbeit und arbeitet als Heilpraktikerin für Psychotherapie in Berlin und Osnabrück sowie online.

Info und Kontakt unter
Tel.: 0170-4079469 oder k.rick@neurodermitisheilen.com
www.neurodermitisheilen.com

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