Bist du ein Empath? Die Fähigkeit, sich in einen anderen Menschen tief hineinversetzen zu können, ist die wohl schönste Gabe, die dir zuteilwerden kann. Doch ein hoher Grad an Empathie geht zunächst mit einigen Hürden einher. Womöglich fühlst du dich vom Alltag derzeit noch nicht sehr in deinem Sein bestärkt. Vielleicht fühlst du dich sogar oft leer und ausgelaugt, suchst Schutz oder sogar Isolation. Doch das muss so nicht sein. Aktive Arbeit mit deinem Bewusstsein lässt dich Empathie als das erfahren und genießen, was sie wirklich ist ― ein wertvolles Geschenk für mehr Wahrnehmung.

Von Dr. Erik Neitzel

Als Empath bewirkst du auf der Erde sehr viel mehr, als dir vielleicht bewusst ist. Deine feinfühlige Wahrnehmung ist die Folge einer hohen Frequenz deines Bewusstseins. Mit dieser hohen Frequenz erhöhst du ganz automatisch auch die Schwingung eines jeden anderen Menschen. Und mit dieser Schwingungserhöhung steigt auch der Grad an Selbsterkenntnis deines Gegenübers, denn Selbsterkenntnis ist das Resultat einer gestiegenen Frequenz des eigenen Bewusstseins. Dazu später mehr!

Doch gleichzeitig ist der empathische Sinn für viele Menschen noch neu und damit eher verwirrend. Für die allermeisten ist es die erste Inkarnation mit einer so stark ausgeprägten Wahrnehmung. Die folgenden Zeilen sollen dir helfen, dich und deine Empathie besser einzuordnen, und dir konkrete Werkzeuge an die Hand geben, um dich von den Schwingungen anderer nicht unfreiwillig beeinflussen zu lassen.

Eine höhere Form der Empathie

Kognitive Empathie meint lediglich das Verstehen von Gefühlen, emotionale Empathie meint das Nachempfinden von Gefühlen. Doch auch innerhalb der emotionalen Empathie gibt es starke Unterschiede. Wer einen anderen Menschen weinen sieht, erinnert sich oft einfach selbst an das eigene Gefühl starker Traurigkeit. Doch es gibt auch den energetischen Empathen, als Spezialform des emotionalen. Er fühlt das, was ein anderer fühlt, real ― ob er es kennt oder nicht.

Wir sprechen hier von genau dieser energetischen Empathie, die das Erspüren von Informationen in einem gemeinsamen Bewusstseinsfeld meint. Innerhalb dieses Feldes existieren natürlich auch sämtliche Energien, die darin in Bewegung sind (E-Motionen, lat.“Heraus-Bewegungen“). Jeder sensitiv gereifte Mensch kann diese Informationen als selbst erlebte Emotionen wahrnehmen und anfangs gar nicht unterscheiden, von wem sie kommen.

Erkennst du dich darin wieder?

Die Unterscheidung zwischen eigenen und fremden Energien ist deshalb erschwert, weil sich nur der Ursprung unterscheidet, nicht aber die stets (gemeinsam) wahrgenommene Emotion. Ist man nicht in sich selbst stabil und sich seiner eigenen Steuerungs-Fähigkeiten bewusst, dann löst fast jede Emotion aus dem „Außen“ auch eine gefühlsmäßige Reaktion im eigenen Selbst aus. Um mit dem Empathen-Dasein dauerhaft glücklich zu sein, bedarf es daher einer emotionalen Transzendenz oder Erhabenheit ― das heißt einer gefühlsmäßigen Unabhängigkeit vom „Außen“. Diese entwickelt sich entlang aktiver Bewusstseinsarbeit.

Was ist damit gemeint?

Bewusstes Sein als Mittel der Selbstfindung

Empathie geht wie gesagt an sich schon mit einem höheren Bewusstsein einher. Um aber damit umgehen zu können, hilft es, das Bewusstsein noch weiter zu erhöhen. Wenn du also deine Frequenz zum Zwecke emotionaler Erhabenheit noch weiter erhöhen möchtest, ist der erste Schritt, die Frequenz deines wahren Selbst zu finden. Das mag sich selbstverständlich anhören, doch sehr viele Empathen leben ihr Leben auf der Schwingungsebene eines anderen. Sei es das Leben des aktuellen Partners, das Leben, welches die Eltern sich wünschten, oder das Leben, welches die Gesellschaft als (be-)lohnenswert ansieht. Sehr oft ist das Leben, das uns wirklich entspricht, aber ein ganz anderes.

Zentraler Bestandteil dieser Selbst-Findung ist das bewusste Sein. Allgegenwärtiges Bewusstsein erfährst du stets im Jetzt ― durch das Ausleben deiner größten Euphorie und den Ausdruck deiner Leidenschaften, deiner Kreativität, deiner Träume und ja, auch deines Mitgefühls. Nimm wahr, was in dir ist und was jetzt gelebt werden möchte, und tue das, was dich am meisten erfüllt, sei es das Malen eines Bildes, ein Spaziergang zum Strand oder das Engagement in einer Hilfsorganisation.

Gern kannst du das natürlich in Begleitung deiner liebsten Mitmenschen tun. Doch sei dir auch darüber im Klaren, dass die Präsenz eines anderen dich als Empath immer etwas von dir selbst entfernt ― und sei es nur ein kleines Stück. Wenn du voll und ganz zu dir finden möchtest, sei allein. Dann bist du in bester Gesellschaft. Natürlich bedeutet das nicht, dass du dich isolieren musst.

Ausgehend von deiner eigenen Frequenz darfst du diese für mehr emotionale Erhabenheit weiter erhöhen. Der effektivste Weg zur Erhöhung deiner Schwingungsebene ist ― wenig verwunderlich ― Meditation. Doch nicht irgend eine Sorte Meditation. Sie sollte auf dich als Empath abgestimmt sein und dein Energiefeld ganzheitlich formen. Hierdurch gewinnst du Erhabenheit gegenüber den eigenen Emotionen durch das Transzendieren von Negativität, übernommenen Glaubenssätzen und tief vergrabenen Ängsten. Du bietest „fremden“ Emotionen so nach und nach weniger Angriffsfläche in deiner eigenen Gefühlswelt.

Ein konkreter Einstieg in die Meditation

In der stillen Meditation beruhigt sich unser Geist bis zu einem Zustand völliger Neutralität. Die Lebensenergie, die permanent zu uns strömt, wird dann nicht länger durch Denkvorgänge verbraucht, die das Alltagsbewusstsein beschäftigt halten. Hierdurch kann mehr dieser Energie in uns wirken, und die geringere Frequenz unseres einfachen Selbst erhöht sich.

Der Zustand völliger Gedankenstille entsteht zu Beginn vielleicht nicht per Fingerschnipsen. Mit der Zeit wird es jedoch zunehmend leichter, die Gedanken tatsächlich loszulassen.

Als Einstieg in die Meditation empfiehlt sich die bewusste Atmung, die du zur Auflösung von Altlasten einsetzen kannst. Hierüber kannst du dich zunächst auf eine Sache konzentrieren und innere Bilder bewusst zulassen:

  1. Sorge dafür, dass dich nichts vom Augenblick ablenken kann: Keine Geräusche, keine Lichter, keine Menschen, keine Erwartungen, kein Zeitdruck. Du gibst für die nächsten zehn Minuten den Takt vor.

  2. Begib dich in eine Umgebung, in der du vollkommen entspannen kannst, und in der dich nichts an etwas erinnert, das mit zu erledigenden Aufgaben zu tun hat. Dieser Ort ist für die nächsten Minuten dein Tempel.

  3. Setz dich auf ein Kissen auf den Boden, sodass du Kontakt mit der Erde hast, aber bequem sitzt. Du musst deinen Körper nicht in eine unangenehme Position zwingen. Auch Anlehnen ist in Ordnung.

  4. Schließ die Augen. Unsere Augen sind das Tor zum Geist, doch eben den wollen wir in den nächsten Minuten ruhen lassen. Er leistet schon genug für uns.

  5. Atme langsam und bewusst in den Bauch. Erst danach füllst du die Lungen.

  6. Nun atme auch wieder zunächst aus dem Bauch und dann aus der Lunge wieder aus.

  7. Wiederhole diese bewusste Atmung, ohne Druck.

  8. Konzentriere dich nur auf den Atem und kehre nach jedem Abschweifen immer wieder dorthin zurück.

  9. Nach einigen Minuten wirst du Emotionen spüren, die in dir aufsteigen. Akzeptiere sie. Lass sie zu. Diese Themen sind es, die du von dir fernhalten willst und denen du damit Macht über dich verleihst.

  10. Schau diese Themen an und erlaube dir darauf mit einem Gefühl zu reagieren. Jedes Gefühl, welches in dir aufsteigt, ist berechtigt — egal was jemand anderes darüber denken könnte. Es ist dein Thema, nimm es wahr.

  11. Atme auf diese Weise jedes in dir aufsteigende Thema bewusst aus. Verabschiede es.

  12. Sobald keine Themen mehr aufsteigen wollen, genieße die Stille im Geiste, solange es sich für dich gut anfühlt.

  13. Öffne wieder die Augen, doch behalte deine Sitzposition noch einen Moment lang bei. Komm wieder in deiner Umgebung an. Bedanke dich für diese Sitzung.

Kehre am nächsten Tag wieder in diesen Zustand zurück und erfreue dich an deiner Transformation.

Ausgehend von dieser Übung wird es dir mehr und mehr gelingen, deinen Geist immer mehr auf eine Sache zu konzentrieren. Stille Meditation ist dann Ausgangspunkt eines fundamentalen Transformationsprozesses, der die Basis zur emotionalen Transzendenz bildet. Auf diesem Pfad gelangst du Schritt für Schritt näher zu einer stabilen und selbstbestimmten empathischen Wahrnehmung.

Achtsamkeit als Meditation des Alltags

Wendest du Meditation regelmäßig an, lernst du, mehr von der Erhabenheit des Seins mit in deinen Alltag zu nehmen. Die Schranken, die anfangs nur innerhalb der Versenkung fallen, werden mit der Zeit immer tiefer und verschwinden schließlich ganz. Genau darum geht es in der Meditation: das Erlernen der Aufrechterhaltung einer höheren Frequenz.

Diese höhere Frequenz kannst du später immer weiter in den Alltag integrieren. Meditation wird dann nicht länger als zehnminütiges Werkzeug gebraucht, sondern das Leben selbst wird zur Meditation: Du entwickelst Achtsamkeit. Auch diese kannst du schon jetzt üben:

  • Geh bewusst spazieren, am besten barfuß. Was nimmst du wahr — vielleicht das Spiegeln der Sonne in der Pfütze oder die unterschiedliche Beschaffenheit des Bodens unter deinen Füßen?

  • Iss dein Essen bewusst. Schmeckst du die Nuancen heraus? Tut das Gericht deinem Magen gut?

  • Kommuniziere bewusst mit deinem Gesprächspartner. Was empfindest du dabei? Bist du entspannt? Fühlst du dich unwohl? Möchtest du flüchten? Warum?

Besonders am letzten Punkt siehst du schon: Gefühle spielen in der Bewusstseinsarbeit eine sehr wichtige Rolle. Sie sind nichts, vor dem wir kapitulieren müssten. Auch müssen wir niemanden für unsere Gefühle verantwortlich machen. Jedes Gefühl möchte dir etwas ganz über dich selbst sagen. Du brauchst nur zuzuhören, du erfährst viel über deine Glaubenssätze. Alte Glaubenssätze gegen neue auszutauschen, die besser zu dir passen, kann dich der empathischen Höhe einen kräftigen Schritt näher bringen. Doch hierzu darfst du dich selbst in jedem Augenblick beobachten lernen. Diese Form der innewohnenden Achtsamkeit beginnt in der Meditation.

Das kleine Fazit

Als Empath leistest du einen großen Beitrag für die Selbsterkenntnis aller Menschen, die dir begegnen. Denn wenn eine hohe Schwingung (wie die eines Empathen) in das Bewusstseinsfeld eines anderen Menschen tritt, führt dies unweigerlich zu einer Erhöhung der Frequenz des Bewusstseins dieser Person. Als würde eine stark schwingende Stimmgabel eine andere, geringer schwingende Stimmgabel dazu anregen, die gleiche Frequenz einzunehmen. Ein größeres Geschenk kannst du niemandem machen ― sofern du deine eigene Frequenz halten kannst.

Doch zu Beginn wird das Energiefeld deines Gegenübers immer auch einen großen Einfluss auf dich haben. Wie gesagt: Das muss keinesfalls so bleiben. Wenn du deine Empathie wahrhaftig genießen möchtest, benötigst du eine innere Höhe, eine allumfassende Abgeklärtheit und Transzendenz gegenüber möglichst sämtlichen energetischen Eindrücken. Und diese Höhe stellt sich als Ergebnis aktiver Bewusstseinsarbeit ein.

Du kannst deine Frequenz natürlich noch weiter erhöhen. Bis hin zu einem Zustand bedingungsloser Liebe, in der du jede Emotion als etwas Wunderschönes wahrnehmen kannst ― ohne dass du dich von ihr mitgerissen fühlen musst. Wenn du den direkten Weg zur Erhöhung deiner Frequenz und somit deiner emotionalen Transzendenz gehen möchtest: lerne zu meditieren. Schau hierzu auch gern in meinen Blog Erlernen der Meditation.


Wenn du bereits meditierst und dennoch mehr Empathie in dir hast, als du derzeit tragen kannst, lies gern meinen Artikel über empathische Menschen. Auch biete ich dir als spiritueller Coach für Empathen sehr gern meine Hilfe beim Aufstieg in höhere Sphären und bei der Navigation durch deine persönliche Transformation an.

Eine Antwort

  1. Nina Bednarz
    Merci

    Danke dir. Der Artikel hat mir Klarheit gebracht. Ich habe verstanden, was da aus mir raus gebrochen ist und wie ich es ins Leben integrieren kann. Na denn…mal auf…

    Antworten

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