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Zeige mir, wie du gehst, und ich sage dir, wer du bist: Wir alle haben gelernt, beim Gehen über die Ferse abzurollen, und verursachen durch diese ­unnatürliche Bewegung unnötige Belastungen für unsere Muskeln, Bänder, Knochen und ­Gelenke. Für die Gesundheit am besten ist das Abrollen über den Fußballen.

Das Umschulen zum „Fuß-baller“ ist ein Weg der Achtsamkeit,  ­spezielle ­Barfußschuhe erleichtern die Veränderung. Die Heilpraktikerin Sabine Schumacher erklärt die Vorteile des Ballengangs – für sie sind normale Schuhe eine Fußnote der Geschichte.

Der frühe Morgen – das ist meine Zeit. Die ersten Schritte in den neuen Tag widme ich der Wahrnehmung und dem Spüren. Da-SEIN. Ohne Schuhe. Mit Achtsamkeit und Freude berührt zuerst der Fußballen den Boden und nimmt so den Kontakt zur Welt auf. Einatmen – Bewegen, Ausatmen – Ankommen. Innehalten.

Vor vier Jahren bin ich durch eine Erkrankung an Borreliose und die schulmedizinische Diagnose „fortschreitende Lähmung“ zum Barfußlaufen geführt worden. Mein erster Lehrer war ein kleiner Welpe. Bei gemeinsamen, für mich schmerzhaften Spaziergängen beobachtete ich neugierig die leicht-pfotigen Bewegungen meines Begleiters. Ich zog meine Schuhe aus und versuchte seinen Gang nachzuahmen. Als ich so den Vorfuß-Ballengang erprobte, fand mein schmerzhaftes Knie sofortige Erleichterung! Ich wechselte zum herkömmlichen Fersengang – mit der Konsequenz, dass sich beim Aufprall der Hacke die Schmerzstöße zurück ins Knie verlagerten.
Seit dieser Erkenntnis erwachte in mir die „Barfüßlerin“.

Auf dem Rückweg kamen wir an einem Spielplatz vorbei. Neugierig beobachtete ich die ersten Gehversuche eines barfüßigen Kindes. Beim Aufrichten aus dem Vierfüßlerstand berührte sein Ballen zuerst den Boden. Auch die weiteren Gehversuche machte das Kind ausschließlich auf dem Vorfuß, die Ferse berührte dabei kaum den Untergrund. Mein Herz hüpfte vor Freude beim Betrachten dieses tänzelnden und leichtfüßigen Ausprobierens. Mit dem Ballen balancierte das Kind seinen Stand. Wenn es fiel, landete es weich auf dem Po.

Ein dreijähriges Kind mit festem Schuhwerk rannte an mir vorbei, stolperte über seine eigenen Füße und fiel nach vorne auf die Knie. Es weinte – auch in meiner Seele.

 

Reflexzonenstimulation

An diesem Tag hatte ich keine Lust mehr, meine unflexiblen Schuhe zu tragen, und praktizierte weiter den Ballengang. Leider sind in der Stadt Scherben, Hundekot und Müll an der Tagesordnung.

Aus diesem Grund recherchierte ich zu Hause im Internet zum Thema Barfußschuhe. Ein großer Markt mit vielen unterschiedlichen Schuhmodellen, Beiträgen und Büchern. Ein Buch mit dem Titel: „Godo – mit dem Herzen gehen“ weckte meine Neugier. Beim Lesen bestätigte sich „meine Entdeckung“ des Ballengangs. Das Buch beschreibt die Nachahmung des elterlichen Fersengangs durch das Kind. Unflexible Schuhsohlen verhindern den natürlichen und knieschonenden Vorfußgang. Auch die Tarahumaras, ein Naturvolk aus Südamerika, laufen schmerzfrei bis zu 100 Kilometer täglich auf selbstgebastelten, flexiblen „Sandalen“ mit sehr dünnen Sohlen. Diese habe ich mir als Sommerschuh gebastelt und täglich mit ihnen geübt.

Nach einem Vierteljahr Borreliose wurde ich beschwerdefrei. Auch mein Joggingstil hat sich seitdem radikal verändert und ich habe mich für Barfußsocken entschieden, die meine Fußbeweglichkeit nicht einschränken und mich gleichzeitig vor spitzen Gegenständen und Schmutz schützen.

Nach vier Jahren eigener Barfußerfahrung ist die Laufberatung zu einem wichtigen Bestandteil meines ganzheitlichen Ansatzes in der Naturheilpraxis geworden. Barfußlaufen stimuliert die Reflexzonen der Füße und aktiviert die inneren Organe, die den jeweiligen Zonen zugeordnet werden. Auf der Bewusstseinsebene kann das Praktizieren des Ballengangs eine alltagstaugliche Meditation sein, die das Wahrnehmen des Körpers vertieft. Auch in der Zen-Praxis wird zwischen Phasen  stillen Sitzens (Zazen) das achtsame Gehen (Kinhin) gelehrt, damit unser Geist in einen Zustand entspannter Präsenz zurückfindet. In dieser Wachheit verbindet sich der Atem mit unseren Schritten. „Werdet (so natürlich) wie die Kinder, denn ihnen gehört das Himmelreich“, hat einer gesagt, der es wissen muss – und barfuß ging.


Abb: © Murat Subatli – Fotolia.com

ist Heilpraktikerin, seit 2002 tätig in Berlin und Brandenburg in eigener Praxis. Schwerpunkte: ­energetische Entgiftung, Homöopathie, Lebenscoaching

 

Infoabend: „Energetisch leicht-füßig“ am Fr, 9. Mai, 19.30 Uhr

Tagesseminar: „Entspannt barfuß unterwegs – Theorie und gemeinsame Praxis des Ballengangs“
So, 11. Mai, 11-16 Uhr
Beide Veranstaltungen in der Naturheilpraxis Inner Chi, ­Karolinenstr. 10 in 14165 Bln-Zehlendorf (Nähe S-Bhf. Zehlend.)

Anm.: Katja Poeche Tel.: 030-57 70 23 46 oder info@inner-chi.de
Kinderbetreuung & Kinderbarfußlaufen auf Anfrage.

Barfußwandertag:
So, 25. Mai 2014, Anm. erforderlich.

Barfußpilgern 2015: Termine bitte erfragen.

Mehr Infos auf www.inner-chi.de

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