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Jede fünfte Wirbeltierart ist derzeit vom Aussterben bedroht. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam in der ersten Auswertung der globalen Biodiversität, die in der Zeitschrift „Science“ veröffentlicht wurde. „Es gibt drei große Schuldige am Verlust der Arten: die Abholzung, die Ausbeutung der Erde – zu denen auch Jagd und Fischfang zählen, sowie der Klimawandel“, berichtet Studienleiter Paul Leadley von der Universität Paris-Süd.

Aussterben wird immer schneller

Die Wissenschaftler werteten mehrere große Studien zur Artenvielfalt bei insgesamt 25.000 verschiedenen Wirbeltieren aus. Gefährdet sind demnach 13 Prozent der Vögel, 25 Prozent der Säugetier- und Reptilienarten und sogar 40 Prozent der Amphibien. Das Artensterben wird immer rasanter und hat heute bereits zwei- bis dreifache Geschwindigkeit von 1970 erreicht. Betroffen sind vor allem die tropischen Regionen, wobei in Asien die Situation am schlimmsten ist. Zwar haben Schutzprogramme Ärgeres verhindert, doch sprechen die Forscher auch so bereits von einem „sechsten Massensterben der Erdgeschichte“.

Dabei geht es um weit mehr als den Verlust ein paar kurioser Tierarten, die wir sonst nur im Zoo zu sehen bekommen.

„Noch immer glauben die meisten, es gehe hier um den Verlust von Würmern oder von Lebewesen, die man aus dem Zoo kennt. Die Folgen beschränken sich jedoch nicht auf die Auslöschung von Spezies, sondern betreffen auch deren Neuverteilung, die sich auf das gesamte ökologische System auswirkt“, erklärt Leadley.

Die sechs Massensterben

1. Massensterben (vor 440 Millionen Jahren)

Grund: Klimawandel

Aussterberate: 25% aller Arten-Familien (Eine Arten-Familie kan mehrer Tausend Spezies umfassen)

2. Massensterben (vor 370 Millionen Jahren)

Grund: vermutlich Klimawandel

Aussterberate: 19% aller Arten-Familien

 

3. Massensterben (vor 245 Millionen Jahren)

Grund: Klimawandel und/oder Einschlag eines Boliden

Aussterberate: 54% aller Arten-Familien (90% aller Spezies)

 

4. Massensterben (vor 210 Millionen Jahren)

Grund: unklar

Aussterberate: 23% aller Arten-Familien

 

5. Massensterben (vor 65 Millionen Jahren)

Grund: vermutlich Komet und/oder Vulkan

Aussterberate: 17% aller Arten-Familien

 

6. Massensterben (gerade jetzt)

Grund: Klimawandel, Naturzerstörung

Aussterberate: unklar, Gefährdung siehe oben

 

Das sechste Massensterben und die Landwirtschaft

LandwirtschaftDas sechste Aussterben begann etwa vor 10.000 Jahren und hängt eng mit dem Aufkommen der Landwirtschaft zusammen. Denn durch die Landwirtschaft begab sich der Mensch außerhalb natürlicher Ökosysteme und begann andere Spezies für seine Zwecke zu manipulieren und missbrauchen ( z.B. Nutztiere). Durch diesen Schritt glaubte der Mensch, sich nicht mehr an die Regeln eines Ökosystems halten zu müssen und die Überpopulation des Menschen begann.

Durch die technische Entwicklung setzte sich die Abkopplung von den natürlichen Ökosystemen immer weiter fort und hat mit der modernen Industrialisierung extreme Ausmaße angenommen.

„Der Homo sapiens war die erste Spezies, die aufhörte, in lokalen Ökosystemen zu leben. […] In der Tat bedeutet die Entwicklung der Landwirtschaft im Wesentlichen, den Ökosystemen den Krieg zu erklären – durch Umwandlung von Flächen, um ein oder zwei Nahrungspflanzen zu produzieren, während alle anderen einheimischen Pflanzenarten geschlossen als unerwünschte „Unkräuter“ eingestuft werden – und sämtliche Tierarten, bis auf ein paar domestizierte, als Schädlinge.“ schreibt Dr. Niles Eldredge hierzu.

Ist der Mensch schuld?

Ob der Mensch allein Schuld am derzeitigen Massensterben und dem Klimawandel ist, bleibt unklar. Sehr klar ist jedoch, dass der derzeitige Kurs der Menschheit nicht beibehalten werden kann. Die Urwälder sind zerstört, die Meere leergefischt, der einst fruchtbare Boden in eine Agrarwüste verwandelt.

Wir haben nun die Wahl: Den Weg in unser eigens Aussterben fortsetzen, oder unser Verhalten endlich dem Ökosystem des Planten anpassen, zu dem wir immer noch auf innigste Weise gehören. Es wird Zeit von der Natur und der Weisheit alter indigener Völker zu lernen und zu einer natürlichen Lebensform zurückzukehren.

Dabei müssen wir weder unsere Technik, noch unsere Landwirtschaft aufgeben – nur Transformieren. Ideen gibt es genug.

 

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Bild Frosch: Stephen Richards

mit Material von Pressetext.de

 

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