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Wir haben oft bestimmte Vorstellungen, wie sich das Leben gestalten soll, damit wir entspannen und uns dem großen Ganzen öffnen und hingeben können. Doch genau diese Vorstellungen stehen der gewünschten Erfahrung dann im Weg. Wenn wir den Mut haben, unsere Vorstellungen von der Realität und uns selbst loszulassen, dann beginnt das Universum die Fragmente unserer Wahrnehmung in eine höhere Ordnung der Liebe anzuheben – die Geburt in einen neuen Raum.

 

Uns allen ist auf die eine oder andere Weise bewusst, dass wir mitten in einem unglaublichen Transformationsprozess stehen, der den Lauf der Menschheit auf immer verändern wird. Und viele von uns verspüren eine immense Sehnsucht danach, an dieser großen Veränderung mitzuwirken, in unsere volle Verantwortung zu treten, unsere Kraft anzunehmen, in unser wahres oder höheres Selbst hinein zu erwachen und unsere einzigartigen Gaben in diesen Wandel einzubringen. Durch wen soll diese neue Welt entstehen, wenn nicht durch uns? Da ist dieses Gefühl, jetzt dafür bereit zu sein, wie noch nie zuvor in unserem Leben. Wir sind bereit, aufzuwachen: in die nächste Stufe der Evolution als Mensch, als Frau oder als Mann. So als wären wir schwanger mit den unendlichen Möglichkeiten des Universums, die sich durch uns entfalten möchten. Es ist ein sehr starker Impuls, aufzustehen und vorwärts zu gehen. Und gleichzeitig empfinden wir eine große Kluft zwischen dem, was wir an Potenzial in uns wahrnehmen, und dem, was wir wirklich leben, was sich als unser Leben im Außen manifestiert. Wir spüren eine enorme Spannung. Das wahre Selbst in uns will geboren werden. Aber wie?

 

Sich im Kreis drehen

Ich selbst fühlte mich in diesem Prozess oft wie ein Rennpferd in der Box, kurz vor dem Start. Ich drehte und drehte mich im Kreis, doch die Türe ging nicht auf. Ich sehnte mich nach meinem authentischen Ausdruck, nach tieferer Nähe, mehr Verbundenheit und Lebendigkeit, Kreativität und Wahrhaftigkeit in meinem Leben. Ich suchte verzweifelt nach Möglichkeiten, meine Gaben in die Welt zu bringen. Doch alles, was ich begann, führte mich letztlich immer wieder zu dieser tiefen Unruhe und Kluft zurück. Ich ahnte, dass die Lösung, die ich suchte, auf einer anderen Ebene zu finden war. Dass diese Geburt etwas von mir verlangte, das mir große Angst machte. Doch mitten im Alltag fand ich meistens nicht die Kraft dazu. Stattdessen füllte ich mich täglich mit wichtigen Beschäftigungen, Projekten und Informationen, um mein wahres Selbst endlich zu gebären und die Welt zu verändern. Die Spannung wurde immer größer.

 

Schritt für Schritt

Aufwachen ist für die wenigsten ein großes Erwachen. Für die meisten ist es ein langsamer Prozess. Schritt für Schritt wachsen wir in die nächsten Stufen des Bewusstseins hinein. Wir verlagern allmählich unseren Bewusstseins-Schwerpunkt. Der Grundton oder die Frequenz, auf der wir vorzugsweise schwingen, verändert sich. Auf dem Weg dorthin gibt es große Schwankungen. Mal erreichen wir ungeahnte Höhen, dann stürzen wir wieder in die Tiefe. So lange, bis sich unser neuer Schwerpunkt stabilisiert hat. So genannte Gipfelerfahrungen sind dabei eine Art Wegweiser. Als würde das große Mysterium, das wir sind, ein Spotlight anschalten, um uns erfahren zu lassen, was wir jenseits unserer gewohnten Begrenzungen, in unserer wahren, grenzenlosen Essenz sind. Dann geht das Licht wieder aus und wir sind gefragt, den Weg Schritt für Schritt zu gehen, zu lernen, das Licht in unserem Inneren zu finden und aufzubauen, so dass wir es auf der physischen Ebene stabil halten und verkörpern können.

 

Im Herz des Universums

Ein solches Spotlight ging einmal für mich auf einer Reise durch Großbritannien an. Aufgrund von ein paar Zwischenfällen war ich unerwartet gezwungen, einen Tag in London zu verbringen. Da es mich in die Weite der schottischen Highlands, in den mystischen Süden und in die Stille der Natur zog, erschien mir das als ein eher größeres Übel. Aus Berlin war ich geflohen, weil meine Feinsinnigkeit derart zugenommen hatte, dass ich kaum noch aus dem Haus gehen wollte. Und jetzt war ich in London gestrandet! Wie werde ich das bloß überstehen, dachte ich, als ich früh am Morgen inmitten eines hektischen Menschenstroms stand. Wie immer in solchen Momenten haben wir die Wahl, uns das Leben schwer zu machen oder mit dem zu gehen, was ist. Also entschloss ich mich, einfach loszulassen. Einen Tag lang Treibgut im Meer dieser Straßen zu sein. Der Nachmittag spülte mich in die Markthallen von Covent Garden. Dort setzte ich mich auf einen Randstein, um einer Gruppe von Musikern zuzuhören. Kinder tanzten davor. Inspiration und Lachen lagen in der Luft. Plötzlich tat sich ein heiliger Raum auf, mein Herz öffnete sich in einer Tiefe, wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte. Ein unendlicher Fluss Liebe strömte durch mich hindurch, das ganze Universum war in meinem Herzen und ich war eins mit dem Herzen des Universums. Covent Garden erstrahlte in unirdischen, leuchtenden Farben. Die Realität wurde flüssig. Eine göttliche Ekstase erfasste mich.

Weder in der Stille der Natur noch in einem einsamen Retreat, sondern bei einem Streifzug durch die bevölkerungsreichste Stadt der EU erfuhr ich spontan eine tiefe Herzöffnung. Das Universum hat Humor. Vielleicht war es auch ein Hinweis darauf, dass wir Spiritualität nicht in eine Nische unseres Lebens packen können. Im Gegenteil, es bedeutet, in das Leben hinein zu erwachen. Uns immer tiefer auf jeden Moment einzulassen. Das “Ich” in mir hatte sich derart entspannt, an diesem Ort, der nicht in meinen Plan passte, der eine Lücke verursachte in meinen Erwartungen, so dass ich ganz und gar in den Moment hinein rutschte und eine Schicht der Realität berührte, in der wir eins und Liebe sind. Unauffällig, unspektakulär und leicht. Plötzlich war ich Liebe. Jede einzelne Zelle, jedes Partikelchen meines Seins schwang in der hohen Frequenz göttlichen Lichts und ich hatte keine Grenzen mehr.

Ich verstand, dass dies der Weg war: Das Hineinschmelzen der Persönlichkeit in ihren authentischeren, wahrhaftigeren, göttlichen Ausdruck. Alle Vorstellungen und Impulse, die von der Ebene meines alten Selbst kamen, hatten mich immer nur im Kreis herumgeführt. Das alte Selbst besteht aus Erfahrungen der Getrenntheit und des Mangels. Wie soll es uns in das Einssein, in die Liebe, ins Vertrauen und in die Erfahrung von göttlicher Unbegrenztheit führen? Es hat an einem bestimmten Punkt unserer Entwicklung zu lernen, die Zügel abzugeben. Das ist der Sprung, der uns so viel Angst macht. Er verlangt Hingabe und Mut.

 

Magnetisch angezogen

Aus der Perspektive unseres alten Selbst ist dies das Schlimmste, was wir ihm antun können: Kontrolle aufgeben, Schritte ins Unbekannte machen, nicht wissen, was als Nächstes kommt, allen Schutz aufgeben, uns nackt und verletzlich fühlen. Egal ob in der Beziehung mit anderen Menschen, mit uns selbst, mit unserem Leben oder mit Gott – so fühlt es sich an, wenn wir in das Chaos der Transformation, in den Schmelztiegel hineintauchen: ein Sterbeprozess. Aus der Perspektive unseres neuen Selbst ist es eine Heimkehr und eine Neugeburt. Erfüllt von Freude und Liebe. Die Quelle, Alles-was-ist oder das Höhere Selbst – ganz gleich, wie wir das große Mysterium im Moment nennen wollen – funktioniert in diesem Prozess wie ein mächtiger Magnet. Wenn wir uns mit all unserer Entschlossenheit auf diesen Magneten ausrichten und den Mut haben, unsere Vorstellungen von der Realität und uns selbst loszulassen, dann beginnt er die Fragmente unserer Wahrnehmung in eine höhere Ordnung der Liebe anzuheben. Je klarer und beständiger wir uns auf diesen Magneten ausrichten, desto stärker werden seine Präsenz und sein Licht in unserem Alltag. Irgendwann wundern wir uns über die großen Veränderungen und Synchronizitäten in unserem Leben. Über die Strahlkraft, Leichtigkeit und Freude, die es gewonnen hat. Wir haben gelernt, den Impulsen unserer Seele zu folgen und Unmögliches für möglich zu halten. Wir spüren die unendliche Quelle der Liebe in unserem Herzen. Wir schauen zurück und stellen fest, dass die Geburt schon stattgefunden hat und wir jetzt dabei sind, das Laufen zu lernen.


Abb: © Michael Kempf – Fotolia.com

Herzraum-Meditationen,
jeden Montag,
19.30 bis 21 Uhr,
Schönhauser Allee 177, Praxis am Pfefferberg, U2 Senefelder Platz, Beitrag 10 €
 
Workshop „Im Heilraum des Herzens: Begegnung mit den Drachenenergien“, 12.-14.11.2010,
Seminarhaus Bad Saarow,
Beitrag 110 € zzgl. 40 € für ÜN, weitere Infos auf Anfrage

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