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Arthritis wird im Ayurveda vor allem als eine Dosha-Störung behandelt: Der Mix der verschiedenen Energien im Körper befindet sich im Ungleichgewicht, was krankmachende Folgen nach sich zieht. Gezielte Ausgleichsmaßnahmen – von der Ernährung bis hin zur Ausleitung von Giftstoffen – sollen Balance und Gesundheit wieder zurückbringen.

 

Gelenkbeschwerden werden zu einem großen Gesundheitsproblem in der modernen Gesellschaft. Ayurveda hat bereits vor langer Zeit die Anzeichen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten verschiedener Gelenk- erkrankungen beschrieben.
In ayurvedischen Texten werden einige Funktionsstörungen des Bewegungsapparates unter dem Begriff Vata Vyadhi zusammengefasst.

Besonders Menschen über 55 Jahren leiden an Arthritis. Neben der Behandlung durch Allopathie, Homöopathie und andere therapeutische Ansätze gewinnt die Ayurveda-Medizin immer mehr an Popularität. Wie nähert sich Ayurveda dieser Krankheit? Im Ayurveda geht man von drei Doshas (Lebensenergien) aus: Vata, Pitta und Kapha. Dosha bedeutet wörtlich übersetzt: Lebensenergien. Die Doshas sind die Basis des Ayurveda. Sie verleihen jedem Menschen seine individuelle Konstitution und regulieren seine körperlichen und geistigen Funktionen. Gemäß der ayurvedischen Lehre entstehen Krankheiten aufgrund einer Doshastörung, einer Dysbalance dieser qualitativ unterschiedlichen Energien im Körper. Wenn die Doshas im Gleichgewicht sind, haben selbst ansteckende Bakterien keine Möglichkeit, eine Krankheit im Körper hervorzurufen. Das Gleichgewicht der Doshas befindet sich ständig in einem Fluss und folgt einem bestimmten Rhythmus im Körper. Diese Harmonie kann durch innere und äußere Einflüsse gestört werden.

Eine Arthritis kann natürlich sehr viele verschiedene Ursachen haben. Ayurveda sieht Arthritis vor allem als eine Vata-Störung an. Vata verkörpert die Elemente Luft und Raum und steht für das Prinzip der kinetischen Energie im Körper, es ist mit dem Nervensystem und Kreislauf, Bewegung und Pathologie verbunden. Im Ayurveda werden bezüglich der Funktionsstörungen von Vata zwei Arten der Krankheitsentstehung bei Arthritis genannt.

 

1. Sandhigatvat (Osteo-Arthritis)

Die Gelenkflüssigkeit (im Ayurveda Sleshak-Kapha) befindet sich in den Gelenkspalten, ernährt den Knorpel und gewährleistet somit die Funktionsfähigkeit der Gelenke. Die Erhöhung des Vata-Doshas (zum Beispiel durch Stress) verursacht ein Ungleichgewicht des Sleshak-Kaphas bzw. trocknet es aus. Es kann zu Reibung, Entzündung und Schmerzen in den Gelenken kommen sowie später zu Deformationen. Es entsteht eine Arthritis.

 

2. Ama Vata (Rheumatoide Arthritis):
Je nach den Lebensumständen einer Person, der Ernährung und den emotionalen Mustern können die Lebensenergien aus dem Gleichgewicht geraten. Durch diese Störung wird die Verdauungskraft (Agni) geschwächt, was zu giftigen Abfallprodukten des Stoffwechsels (ayurvedisch: Ama=Toxine) führt. Vata, das Haupt-Dosha, bringt Ama in den Dickdarm, und von dort aus gelangt es in das Knochengewebe und in die Gelenke, was zu Steifigkeit und Schmerzen als Merkmale der Arthritis führen kann. Wenn die Quantität von Ama erhöht ist, beginnt es sich immer in den schwächeren Bereichen des Körpers abzulagern. Sammelt es sich in den Gelenken an, ist das Ergebnis Ama Vata. 

 

Weitere Krankheitsursachen aus ayurvedischer Sicht sind

  • die Ernährung: übermäßiger Genuss von trockenem und leichtem Essen mit bitterem, herb-zusammenziehendem Geschmack, verminderte Nahrungsaufnahme und Fasten
  • das Verhalten: übermäßiger Sex, wenig Schlaf, zu viel Arbeit, zu große körperliche Belastungen (zum Beispiel durch exzessiven Sport), übermäßiger Gebrauch von Sinnesorganen sowie die Unterdrückung der natürlichen Bedürfnisse
  • psychologische Faktoren: Alter (aus ayurvedischer Sicht erhöht sich im Alter immer Vata), Depression, Stress, Anspannung etc.

 

Arthritis-Behandlung im Ayurveda

Im Ayurveda konzentriert sich die Behandlung von Arthritis gleichzeitig auf die Verdauung und Ausleitung der unverdauten Stoffwechsel-Toxine (Ama) und die Reduzierung von Vata, zum Beispiel durch Stressreduktion und Massagen.
Die wichtigsten Schritte des Ayurveda für eine Arthritis-Behandlung sind:

 

  1. die Beseitigung oder Reduktion der Ursachen (z.B. Schonung der Gelenke bei vorheriger übermäßiger Beanspruchung)
  2. ein spezieller Diätplan
  3. eine medikamentöse Behandlung
  4. Panchakarma–Reinigungskuren

Suchen Sie sich einen Ayurveda-Experten bzw. Ayurveda-Arzt des eigenen Vertrauens und erstellen Sie mit ihm einen individuellen Therapieplan. Die Erfolgsaussichten einer Heilung beruhen auf verschiedenen Faktoren wie der Konstitution, dem Alter, dem Stadium der Erkrankung, der Lebensweise und den beruflichen Belastungen.

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Über den Autor

Avatar of Dr. Anand M. Parwar

ist Gastdozent und Ayurveda-Arzt im EIFAM (Europäisches Institut für Ayurveda-Medizin) in Berlin. Ausbildung zum Ayurveda-Arzt an der berühmten Pune-Universität und weiterführendes Studium an der Gujarat Ayurveda-Universität in Jamnagar.

Mehr Infos

Weitere Infos unter:
Europäisches Institut Für Ayurveda-Medizin (EIFAM)
Togostr. 1, 13353 Bln
Tel.: 030 – 351 32 650

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