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Auf DVD: Im Kopfstand zum Glück

Yogalehrerausbildung

Zitternde Muskelstränge, etwas verzagte Vorstellungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die Stimme der Kursleiterin – das sind die ersten Minuten des Dokumentarfilmes von Irene Gräf. Über zwei Jahre hinweg begleitete die Filmemacherin die Ausbildung der vier Berliner Till (Journalist), Deborah (Theater- und Hörspielautorin), Alina (Flötistin) und Nikolas (Deutschlehrer) bei der bekannten Yoga-Lehrer-Größe in Berlin, Patricia Thielemann, die das Studio Spirit Yoga in Berlin Mitte betreibt. Alle vier Schüler sind im Grunde in kreativen/geistigen Berufen tätig, die hier auf dem Weg zu persönlicher spiritueller Erfüllung sind, einen Ausgleich zum Berufsstress oder einfach ein zweites berufliches Standbein suchen.

Der Dokumentarfilm, der übrigens von dem Lindenstraßen-Produzenten Hans W. Geißendörfer co-produziert ist, verläuft im Grunde unkommentiert, die Yogaschüler kommen allerdings ausführlich mit ihren Gedanken zu Wort. Im Laufe der 90 Minuten sieht man sie aber nicht nur bei ihren Übungen und Beurteilungen im Yogastudio, sondern erhält auch sehr intime, manchmal auch emotionale Einblicke in Wohnung, Denkwelt, Ängste, Hoffnungen und Privatleben und Arbeitsumfeld der Yoga-Aspiranten. Spannend auch Patricia Thielemann hier mal abseits ihrer durchgestylten Yoga-DVDs zu erleben. Man begegnet einer in sich ruhenden, dominant-anleitenden und trotz ihres kühlen Äußeren überraschend offen und mütterlich wirkenden Frau.

Fazit: Im Grunde ein Special-Interest-Film, der aber trotz seines stellenweise fragmentarischen und durchaus auch etwas künstlich-klischeeerfüllenden Flairs seinen Charme hat und bestimmt für viele an der Yoga-Ausbildung Interessierte sehenswert sein dürfte.

 

Irene Gräf
Im Kopfstand zum Glück
Polyband, 2011
90 Minuten, 14,99 Euro

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