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Auf DVD: Wasser ist Leben – Flow

Wasserarmut

Auch dieser Dokumentarfilm beschäftigt sich mit der Gefahr des schwindenden, entweder verseuchten oder von Konzernen an sich gerissenen Wassers und der Absurdität von Flaschenwasser. Studien zufolge erkranken in den USA pro Jahr 500.000 bis 7 Millionen Menschen durch Krankheitserreger oder Chemikalien im Leitungswasser. Dazu muss man es nicht mal unbedingt trinken, da einige dieser flüchtigen Stoffe auch über die Hautporen beim Duschen aufgenommen werden können. Darunter so hübsche Sachen wie Pestizide, die – so ergaben Tests an Tieren – quasi eine chemische Kastration hervorrufen.

Wasseraufbereitung wird in armen Ländern zunehmend privatisiert und große Unternehmen, wie Suez oder Vivendi, übernehmen diese Aufgabe. In Bolivien stirbt jedes zehnte Kind unter fünf Jahren an verschmutztem Wasser. In Südafrika bringen die Wasserkonzerne jetzt Prepaid- Wasserzähler in den Slums an, wer kein Geld hat, verdurstet eben – oder trinkt verseuchtes Flusswasser und stirbt an Cholera. Dass es auch anders geht, zeigen selbstverwaltete Wasseraufbereitungen in indischen Gemeinden.

Fazit: Spannend und informativ, auch wenn die Bildqualität leider ab und an zu wünschen übrig lässt. Wasserarmut, der akute Mangel am lebensnotwendigen Stoff, ist schlicht entsetzlich. Dabei sollte Wasser – für uns ja eine kostbare Selbstverständlichkeit – Grundrecht für jeden Menschen sein.

 

Irena Salina
Wasser ist Leben – Flow
Sunfilm Entertainment, 2012
DVD, 81 Minuten, 13,99 Euro

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