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Das der Konsum von Fleisch verheerende Folgen für die Umwelt hat, wurde schon 2006 im Bericht „Livestock’s Long Shadow“ der Welternährungsorganisation FAO (Vereinte Nationen) festgestellt. Mindestens 18% der weltweiten Treibhausgasemissionen sollten nach dieser Studie auf das Konto von Viehzucht gehen. Das ist mehr als der Anteil des gesamten Verkehrssektors. Dazu kommt noch der astronomische Wasserverbrauch, die Bodenschäden, die Vergiftung der Gewässer und die Abholzung des Regenwaldes.

Doch selbst der Bericht der UN war anscheinend noch zu wohlwollend mit der Fleischindustrie – die Auswirkungen sind offenbar noch katastrophaler, als gedacht. Wissenschaftler des Washingtoner Worldwatch Instituts haben berechnet, dass sogar über die Hälfte aller Treibhausgasemissionen durch die Viehzucht verursacht wird, wenn man die indirekten Emissionen wie Versorgungsketten, Transportwege etc. mit einbezieht.

Vegetarisch leben ist der beste Umweltbeitrag

Die beste Strategie gegen den Klimawandel ist demnach eine Umstellung der Fleichproduktion auf vegetarische Alternativen, so Studienautor Robert Goodland: „Das hätte einen noch stärkeren Effekt als die Abkehr von der fossilen Energieerzeugung“.

Eine verblüffende Erkenntnis. Denn der öffentliche Fokus liegt fast ausschließlich auf alternativen Energien, Elektroautos und Recycling. All das ist auch zweifelsohne wichtig – aber eine Umstellung auf eine vegetarische Lebensweise würde nicht nur einen viel größeren Effekt haben, sie ist auch per sofort, von heute auf morgen umsetzbar – ohne Übergangszeiten, teure Forschung, neue Technologien, Einspeisevergütung oder sonstigen Aufwand.

Eine öffentliche Diskussion darüber findet trotzdem fast nicht statt, erst langsam beginnt sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass die Menschen sich zwischen Fleisch und dem Planeten entscheiden müssen. Und endlich sprechen sich auch führende Ökonomen wie Nicholas Stern für einen radikalen Fleischverzicht als wichtigste Klimaschutz-Maßnahme aus.

Zeit für politische Maßnahmen?

Verbot von FleischEine Petition fordert schon länger ein Verbot von Fleisch als Nahrungsmittel – angesichts der Fakten eine weitaus weniger verrückte Forderung, als es zunächst scheinen mag. Sehr viel wahrscheinlicher sind aber Maßnahmen wie fleischfreie Tage oder eine Steuer auf Fleisch, die den Konsum automatisch reduzieren würde. Auch wenn es zunächst sonderbar erscheinen mag, den Menschen vorschreiben zu wollen, was sie zu essen haben – letztlich geht es nicht nur um den Massenmord an Milliarden von Lebewesen, sondern um den Fortbestand des gesamten Ökosystems, so dass solche Maßnahmen durchaus gerechtfertigt wären.

Sehr viel wünschenswerter wäre aber, wenn es endlich eine breite öffentliche Aufklärung über das Thema gäbe und die Berichterstattung ein ähnliches Maß erreichen würde, wie dies bei den alternativen Energien der Fall ist. Öffentliche Kampagnen, Aufklärung in den Schulen, Hinweise auf Fleischprodukten – all dies könnte hoffentlich dazu führen, dass viele Menschen ihre Ernährung überdenken. Vor allem aber muss mit vielen Vorurteilen gebrochen werden, die noch aus der Generation unserer Großeltern tradiert sind. Die vegetarische oder vegane Ernährung ist erwiesenermaßen die gesündeste, ethischste und klimafreundlichste. Sie hat ausschließlich Vorteile – für Fleisch trifft das Gegenteil zu.

Vielleicht kommen wir bald endlich in eine Zeit, in der Fleischesser als so verantwortungslos wahrgenommen werden, wie sie es faktisch sind. Vielleicht wird Fleichessen wird bald ebenso verpönt sein, wie struzbetrunken Auto zu fahren.

 


 

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Bild Fleischverbot: Sein.de

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Eine Antwort

  1. Anonymous

    ich freue mich, dass auf dieser seite relativ oft über die probleme der tierhaltung aufmerksam macht, jedoch finde ich den fokus auf fleisch zu kurz gegriffen. ich möchte zu bedenken geben, dass innerhalb des „tiersektors“ rinderhaltung die größten klimaschäden verursacht und dass vegetarier_innen jetzt nicht soo weit von der rinderhaltung abrücken, da sie ja noch (oft sogar mehr als fleischessende leute) milchprodukte konsumieren. interessant ist übrigens auch, dass milchprodukte (allen voran käse) deutlich klimaschädlicher sind als fleischprodukte. (s. http://fliederlisveganlifestyle.blogspot.com/2008/10/oo-kse-killt-klima-ethikportal.html)
    nichtsdestotrotz möchte ich natürlich keinesfalls den fleischkonsum in schutz nehmen, milch- und fleischindustrie reichen sich die hand und bedingen sich gegenseitig. ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass ovo-lacto-vegetarismus einen nicht zur_zum klimaschützer_in macht, sondern dass eine konsequente haltung den schritt zum veganismus beinhaltet. oft kommt das den menschen viel zu übertrieben und radikal vor, wer sich aber näher damit befasst, kann in wenigen tagen* seine ernährung (und auch sonstiges konsumverhalten) auf vegan umstellen. im internet gibt es zahllose informationsmöglichkeiten, die ich hier nicht aufliste, um nicht rumzuspammen, aber wer sich einfach mal ein paar minuten zeit nimmt, wird sicher fündig werden.
    * ich behaupte mal, das ginge auch noch am gleichen tag, wer richtig engagiert ist 😉

    durch die aufgabe der tierhaltung würde nicht nur das klima entlastet, sondern auch unsere wasservorräte (1), fossile brennstoffe (2), ökosysteme (3) und natürlich (das wichtigste) es müssten nicht mehr milliarden von tieren jedes jahr für völlig unnötige konsumprodukte leiden und gewaltvoll sterben.

    (1) tierhaltung ist maßgeblich am verseuchen und verschwenden von wasser beteiligt. in den usa, im sog. „rinderland“ (gebiet mit massiver rinderzucht und -haltung) wurde sogar schon nachgewiesen, dass ein unterirdischer fluss ausgetrocknet ist, weil für die tierhaltung so extreme mengen an wasser verbraucht werden. nach einem gülletanker-unglück in einem europäischen land brach eine fischseuche aus, worauf hin zehntausende fische starben. (außerdem gebe ich zu bedenken, dass wir selbst immer betroffen davon sein werden, wenn wir wasser vergiften, das wir selbst benötigen – wasser steckt in allem und zirkuliert um die ganze welt, es ist nicht nur in unseren leitungsrohren, sondern auch in unserem essen, auf unserer haut, in den pfützen, in denen unsere kinder spielen…)
    (2) im gegensatz zu pflanzen bzw. -licher nahrung, bei der IMMER mehr energie gewonnen wird als verbraucht, ist es bei tierlicher „nahrung“ (ich möchte tiere eigentlich nicht als lebensmittel ansehen) IMMER so, dass mehr energie verbraucht wird als erzeugt, da tiere ja zur selbsterhaltung energie verbrauchen (in nicht unerheblichem maße) und sie mit erheblichen mengen pflanzlicher nahrung ernährt werden. d.h. eine tierliche kalorie entspricht etwa 7-10 pflanzlichen kalorien. wir könnten also nicht nur MEHR nahrung erzeugen, sondern auch ressourcen- und platzsparender.
    (3) durch die platzersparnis, der wegfall vieler hormon- und medikamentenstoffe, die bei der tierhaltung eingesetzt werden, wegfall von gülle und abgasen durch die verschwendung von fossilen brennstoffen bei der „tierprodukterzeugung“ würde die umwelt erheblich entlastet werden, was sich natürlich auch auf artenreichtum und einzelne populationen positiv auswirken würde.
    -> also, lange rede, kurzer sinn: vegan werden und tiere, umwelt, klima und gesundheit retten 😉 wir geben uns übrigens die größte mühe, menschen aufzuklären, aber werden zu schnell als radikale, spinner_innen, leute mit „bambisyndrom“ abgestempelt, weil wir einfach noch eine zu kleine und daher nicht ernstzunehmende minderheit darstellen. aber jede_r einzelne kann helfen, dass sich das ändert!

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