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Es gibt keine Umwege. Nur längere Wege. Und in die Irre gehen kannst du nicht wirklich. Du wirst genau den richtigen Menschen und Situationen begegnen, die du für deine Entwicklung brauchst. Darauf kannst du vertrauen.

Wie wählt man unter all den spirituellen Wegen den richtigen aus? Ganz einfach: Man geht dorthin, wo man sich hingezogen fühlt. Vor vielen Jahren hat mich beeindruckt, was ich dazu in Carlos Castanedas erstem Buch las, wo er über die Begegnung mit seinem Meister Don Juan berichtet. Er zitiert seinen Meister etwa so: „Es spielt keine Rolle, welchem Weg du folgst, denn sie alle führen nirgendwo hin. Aber einer der Wege hat Herz. Folge dem Weg des Herzens.“ Ich sage dasselbe: Wir erkennen, dass wir bestimmte Menschen oder Ereignisse interessant finden. Ganz natürlich werden wir von ihnen angezogen. Diese Dinge, Ereignisse und Menschen sind es, denen wir näher kommen sollten. Auf diese Weise spricht das Göttliche zu uns. Es sind immer die genau richtigen Menschen oder Situationen, die uns anziehen, darauf kannst du vertrauen. Wenn du also einem Lehrer begegnest, zu dem du dich hingezogen fühlst, dann ist es der richtige Lehrer für dich. Wenn du den aufrichtigen Wunsch hast, die Wahrheit zu entdecken, dann wird alles, was du brauchst, zur Verfügung gestellt. Dieser Wunsch bringt dich in Einklang mit deinem Höheren Selbst oder deinem Höheren Ziel. Das höchste Ziel im Leben ist es, deine wahre Identität zu entdecken.

Meditation ist eine Lebensweise

Was ist der Wert einzelner Methoden wie Meditation und Psychotherapie auf diesem Weg? Zunächst einmal muss man verstehen, was Meditation wirklich ist. Meditation bedeutet einfach nur, deine Aufmerksamkeit auf etwas anderes als den Verstand zu richten. Alle Meditationsmethoden können dabei helfen, aber wenn du einmal entdeckt hast, wie es ist, einfach ohne Denken zu sein, ist keine weitere Methode mehr nötig. Da ruhst dann ganz natürlich im Selbst.
Wahre Meditation ist eine Lebensweise, nicht irgendeine Übung, die man macht. Man lernt einfach zu leben, ohne dem geschwätzigen Verstand Aufmerksamkeit zu zollen. Eine sehr einfache und erholsame Lebensweise. Hat man das einmal entdeckt, wird es schwer vorstellbar, mit dem Stress ständigen Denkens zu leben.

Psychotherapie ist in diesem Sinne eigentlich keine Methode, die zum Entdecken deiner wahren Identität führt, außer du hast das große Glück, einen erleuchteten Therapeuten zu haben, und das ist sehr selten. Die meisten Therapeuten wissen nicht, wer sie sind. Also können sie dir nicht dabei helfen zu entdecken, wer du bist. Stattdessen versuchen sie, dir etwas zu geben, was sie „positives Selbstwertgefühl“ nennen. Man könnte auch sagen, dass sie versuchen, dein negatives Ego durch ein positives zu ersetzen. Dies ist unsinnig. Wenn du ein negatives Ego hast, ist das in Ordnung. Ein negatives Ego ist genau so einfach loszulassen wie ein positives Ego. Aus meiner eigenen Erfahrung scheint es sogar einfacher zu sein. Warum nicht gleich alle Vorstellungen über dich selbst fallen lassen? Die Vorstellungen des Ichs sind ohnehin alle falsch.

Entdecke, wer du bist

Meine Methode fängt darum am Ende der Reise an: Anstatt dir anstrengende Übungen zu geben, die du jahrelang praktizieren musst um erleuchtet zu werden, zeige ich dir die Erleuchtung, die bereits hier ist und die schon immer hier war, weil sie deine Natur ist. Du bist bereits wer du bist. Es geht nur darum, dies zu entdecken. Das Verändern deiner Persönlichkeit oder deines Selbstbildes bringt dich dem in keiner Weise näher.

Trotzdem ist Therapie nicht sinnlos. Ich habe Psychotherapie und Psychotherapeuten oft herunter gespielt, aber wenn man sich meinen Hintergrund anschaut, entdeckt man, dass ich genau dort meine Suche nach Wahrheit und Freiheit begonnen habe. Ich wollte verstehen, warum ich mich so elend fühlte. Das brachte mich dazu, Psychologie zu studieren. Darum ermutige ich meine Freunde, ihre psychotherapeutische Arbeit fortzusetzen, dabei aber das Licht der Wahrheit mit einzubringen. Die Wahrheit ist das beste therapeutische Werkzeug überhaupt.

Hör auf, dich ändern zu wollen

Meine eigene Wahrheit erkannte ich, als ich aufhörte mich ändern zu wollen und mich damit entspannte wie ich war. In dem Moment geschah etwas Wunderbares: Ich begann zu entdecken, dass ich okay bin so wie ich bin – und nicht nur okay: Wie ich bin, ist perfekt für das, was Gott von mir will. Wie ich bin, mit meiner seltsamen Persönlichkeit, hilft mir dabei, mit anderen Menschen Mitgefühl zu haben. Denn aufgrund meiner eigenen schmerzhaften Erfahrungen verstehe ich, was es heißt, ein Mensch zu sein.

Können wir auf dem Weg der Selbsterkenntnis Umwege vermeiden? Eigentlich gibt es keine Umwege, aber manche Menschen müssen einen langen Weg wählen, nur um zu entdecken, dass das Ende der Reise genau hier ist. Dies ist der Witz spiritueller Reisen. In Wirklichkeit gehen wir nirgendwo hin. Vielleicht reisen wir nach Indien, oder in den Himalaja, aber was wir nach all dem Reisen entdecken ist, dass wir schon immer da waren, wo wir hin wollten. Und doch müssen wir manchmal viel reisen oder Therapie und spirituelle Übungen machen, um das zu entdecken.

Über den Autor

Avatar of Samarpan

1941 in San Francisco geboren, studierte Psycholgie und wurde vierfacher Vater, bevor er 1981 dem indischen Mystiker Osho begegnete, mit dem er in Oregon lebte. Von ihm nahm er den Namen Samarpan an, was Hingabe bedeutet. 1995 erwachte er während eines Retreats mit der Amerikanerin Gangaji, einer Schülerin des Inders Poonjaji. Seine Satsangs sind geprägt von einer liebevollen, alles bejahenden Atmosphäre.

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