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Geld an sich ist eine reine Energie, mit der jedoch viel Unfug getrieben wird, meint Evelin Rosenfeld. Was wäre ein gesundes Verhältnis zu Geld? Wie gehen wir mit Geld um, ohne Mangel zu erleiden oder unsere Seele zu verkaufen?

Geld und Unbestechlichkeit

Eben habe ich meinen besten Kunden und einen Auftrag, mit dem ich mehr als das Jahresgehalt einer mittleren Führungskraft in kurzer Zeit verdient hätte, zum Mond geschickt.

Weil die Energie in dem Projekt nicht wahrhaftig ist.
Weil die Beteiligten vor allem darauf aus sind, angstgesteuerte Interessen durchzusetzen und nicht darauf, (ihre) Wahrheit zu finden und miteinander umzusetzen.

Das habe ich schon ein paarmal in meinem Leben gemacht: Auf große Geltung, großen Ertrag verzichtet, zugunsten dessen, was mir wirklich wichtig ist. Zugunsten meines Seelenanliegens. Und weil ich so handle – weil ich unbestechlich bin, was meine Berufung und meine Seele angeht – bringt der Verzicht mich nicht in Mangel sondern in Fülle. Auch materiell.

Geld ohne Gier: Verzicht bringt Fülle

Vielen, die aus dem Mangel heraus für Geld, für Sicherheit, für ihre Position kämpfen, haben diesen Zusammenhang offensichtlich noch nicht erkannt:

Gründer und Firmen in kleinsten Konstellationen bieten eine Sortimentsbreite an, die so groß ist, dass sie unsichtbar werden auf dem Markt. Weil sie glauben, sie könnten etwas verlieren, wenn sie Nischen, die gar nicht ihre sind, nicht doch „abdecken“. Was sie nicht zu sehen scheinen ist, dass ohne präzise, möglichst enge Zielkundenadressierung sich selten gutes Geschäft machen lässt.

Das gleiche gilt für Freiberufler, die sich so unter Druck sehen, dass sie jedes Angebot annehmen – wie weit es auch von ihren eigentlichen Kompetenzen entfernt sein mag. Oder einzelne – ob angestellt oder in finanziellen Beziehungen verstrickt – nehmen Demütigungen, Verzerrungen, angebliche Sachzwänge in Kauf. Weil sie glauben, sie „brauchen“ das Geld. Weil sie glauben, Geld fordere Unterwerfung. Und damit verkaufen sie ihre Seele.

Und eine verkaufte Seele führt in den Mangel.
Auch materiell.

Der präzise innere Standpunkt, das unmissverständliche „Wofür“ unserer Handlungen hingegen entstammt der Fülle und bringt Fülle hervor.Und dieses kosmische Gesetzt spiegelt sich auch im Geld wider.Der Mechanismus des Geldes ist recht einfach:

Geld ist nichts anderes, als der Beleg dafür, dass eine Leistung erbracht wurde, für die es keine direkte Gegenleistung gab. (sonst wären wir beim realen Tausch). Geld ersetzt die Gleichwertigkeit in der Gegenwart.

Dienen oder Stehlen?

Nun gibt es zwei Wege, zu Geld zu kommen:

  • zu dienen, das heißt, einem anderen einen Dienst zu erweisen, ohne selbst einen (gleichwertigen) Dienst zu empfangen. Die Energie fließt (vor allem) in eine Richtung. Geld stellt virtuell eine Balance her und befreit die Beteiligten von „offenen Schuldenbüchern“.
  • zu stehlen, das heißt, dem anderen das Gefühl zu geben, er oder das was er zu geben hat, sei minderwertig oder sich gar auf eine ältere Schuld zu berufen und deren Ausgleich zu fordern.

Von Außen ist es oft nicht leicht, den Unterschied zu erkennen. Und das ist auch gut so, denn relevant ist, was Du selbst hier tust – nicht die anderen. Von Innen ist der Unterschied recht leicht zu erkennen, vorausgesetzt, Du bist weitgehend angstfrei und dadurch wirklich wahrhaftig:

Dienen heißt, eine Sache zu tun um der Wirkung willen. Und die Wirkung hat etwas zu tun mit deinem Verständnis von „Liebe“.

Die Absolvent/innen des wDww-Prozesses kennen diese Orientierung aus ihrem Inneren Kompass: Das Handeln ist ausschließlich dadurch getrieben, eine bestimmte Energie in die Welt zu bringen: Transformation & Wahrhaftigkeit, etwa oder Entfaltung & Erlösung, oder Kontakt & Raum.

Diese Begriffe sind hoch energetische „Formeln“ für einen sehr individuellen Seelenkern, der einem Dritten als bloße Wortpaare kaum verständlich ist. Der Träger eines solch klar realisierten Seelenanliegens jedoch weiß genau, worauf es ankommt und handelt nicht, weil er oder sie etwas dafür bekommt, sondern weil sich die Gelegenheit bietet, etwas ganz bestimmtes –eine ganz bestimmte Form der Liebe – in die Welt zu bringen. Hier wird gedient. Einer Sache. Einem Wert. Einem Herzensanliegen.

Und ein Handeln aus dieser Intention führt zu Fülle: Materiell und immateriell.

„Gestohlen“ im obigen Sinne wird in all den kleinen Kämpfen um Recht, Interessen und Bedürfnisse. Die Art eigentlich, wie (fast) alle Welt sucht, zu Geld und Geltung zu kommen. Der Treiber dieser Art des Handelns ist nicht ein inneres Seelenanliegen, sondern die Angst, nicht genug zu bekommen, die Angst, in Bedeutungslosigkeit oder Mangel unterzugehen. Dieses Handeln kann in selten Fällen dennoch zu – zeitweiligem –Reichtum und „Wichtigkeit“ in bestimmten Hierarchien führen. Doch die Seele verkümmert – und so entsteht letztlich Mangel.

Seltsamer Weise werden wir dazu „erzogen“ unsere Interessen durchzusetzen, „dranzubleiben“, unseren Teil zu erkämpfen. Manche können sich auf diese Weise recht lange halten – das sind die, die rennen. Andere scheitern in diesem Wettkampf und ziehen sich dann auf die „soziale“ oder „systemabgewandte“ Nummer zurück, ohne jedoch zu erkennen, dass sie einfach gescheitert und weiterhin angstgetrieben sind. Und so leben wir in dieser seltsamen Dichotomie des Geldes.

Geld ist rein

Geld ist eine sehr reine Energie, ein Abstraktum, das zusammen mit der inneren Befindlichkeit eine gute Beurteilung der eigenen, energetischen Verfasstheit erlaubt.

Wer dient, hat mehr Geld, als er braucht. UND Seelenfrieden. Das ist eigentlich sehr einfach.

Nun wird mit Geld jedoch weiterhin viel Unfug getrieben – etwa Zinsen oder rein kapitale Firmenbeteiligungen oder eben das Schüren von Angst: Nicht umsonst ziehen sich viele Menschen aus Mitteleuropa zurück – es ist einfach zu teuer geworden für die, die weder bereit sind, zu rennen (die Angstmaschine mit anzutreten) noch bereit sind, zu dienen. Es ist schon ein Akt für Fortgeschrittene, bei Lebenshaltungskosten von mindestens 800€ selbstbestimmt zu sein.

Doch es geht. Mit sehr viel Klarheit, sehr viel innerer Stabilität und Verankerung. Und vor allem: angstfrei. Denn der Zahlzwang kann Angst machen und uns dazu verleiten, doch wieder in das Existenzgejammer zu fallen statt aus der Inneren Kraft heraus zu dienen und in der balancierten Fülle zu bleiben.

Die Geld-Angst-Maschine

Ich habe diesen „Einbruch“ der Geld-Angst-Maschine in meinen frühen Jahren in Thailand miterlebt. Meine hoch geschätzte Lehrerin Nang Ngu Yot etwa lebte gut sechzig Jahre lang fast ohne Geld. Die 100 Bath (etwa 2,50), zu denen sie im Monat irgendwie gekommen war, gab sie auf dem alljährlichen Jahrmarkt für irgendeinen Tingeltangel aus – wenn die Händler ihr Geld überhaupt annahmen – oder für Reis oder für ein damals seltenes „gekauftes Geschenk“ für ihre Enkel. Aber sie brauchte es nicht wirklich: Die Kokosnüsse und Mangos, die sie jeden Morgen aus ihrem Garten noch vor Sonnenaufgang auf den Markt ihres Dorfes brachte, reichten aus, um ein Stück Fisch oder einen Beutel Reis zu tauschen. Wenn etwas an ihrem Haus gerichtet werden musste, kamen irgendwann die Nachbarn und trugen das benötigte Material zusammen.

Doch dann kam der Strom. Und die Touristen. Plötzlich „konsumierte“ Nang etwas, das mit Geld ausgeglichen werden musste. Das brachte sie in Schwierigkeiten und zwang sie, ein Stück von ihrem Land an einen Ausländer zu „vermieten“ – später gar Land zu verkaufen. Aber es war nicht das Geld, das Schwierigkeiten erzeugt hat. Sondern die Intention bzw. ein Mangel an Bewusstheit. Das Fehlen des „Wofür“ bei der Entscheidung, den Strom installieren zu lassen, einerseits, und bei der Entscheidung, fremde Menschen auf ihrem Land wohnen zu lassen andererseits, erzeugte eine – zum Glück nur kurzzeitige – Schieflage im Leben dieser weisen und eigenständigen Frau.

Sie konnte in ihr inneres System zurückkehren – mit Strom und einem zugebauten Nachbargrundstück – viele ihrer Landsleute konnten es nicht und haben – trotz Buddhismus und Traditionen – begonnen zu rennen und zu stehlen, wie alle Welt auch…

Es ist nicht das Geld, das Ungleichgewicht schafft und Ängste schürt. Sondern es ist unser Verhältnis zum Geld.
Geld selbst kann ein guter Spiegel sein, wenn unsere Intentionen und Handlungsimpulse reflektiert und wahrhaftig gelebt sind.

Geld oder Mangel – Es beginnt in Dir.

 

Links

Interview zum Thema Geld mit der Autorin Evelin Rosenfeld auf youtube

 

Dieser Artikel ist Teil der Themenseite(n):

Über den Autor

Avatar of Evelin Rosenfeld

begleitet Menschen in Lebensphasen, in denen alte Strukturen und Überzeugungen zusammenbrechen und die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens und Strebens deutlicher hervortritt. Jenseits von Begriffen wie Burn-out, Angstund Traumabewältigung, Depression, Dauerstress, spirituellem Erwachen, Neuorientierung, Selbstfindung führt sie durch einen strukturierten Prozess.

Kontakt
Tel.: 030-643 277 35
Mehr Infos

Das Buch zum Prozess:
„Was Dir wirklich wichtig ist. Arbeitsbuch zum Personal Empowerment“
Junfermann Verlag 2004

Kurzvideos zu Evelins Arbeit auf Youtube.com

5 Responses

  1. Sascha
    Vertauschen von Persönlichem und Geldsystem

    ich kann dem artikel viel abgewinnen. ja, da ist jedenfalls was dran. nur da es ja auch um das geld selbst geht möchte ich ergänzen:

    wer glaubt denn immer noch, es sei nur ein papier und seine projektion darauf ! ?
    …hier werden die ebenen gscheit vermischt.
    absichtlich? bewusst ? ich weiß es nicht.

    diese vermischung von individueller psychologie und kollektivem gewaltätigen täglich wachsenden wahnsinn ist eine wunderbare verdienstquelle für seminaranbieter aus der personal-growth szene .

    sie schweigen darüber. ich hab sie nicht nur einmal darauf angesprochen. ich möchte ihnen nichts unterstellen. es wundert mich nur immer wieder außerordentlich, dass sie glauben geld hätte mit der inhärenten gewalt des geldsystems nichts zu tun.

    ich verstehe das argument, dass man gleichsam „spiel“geld haben muss, um mitspielen zu können. dass man so andere und neue werte einspielen könne. ja, das hat was, natürlich …und diesbezüglich stimme ich der intelligenz dieses artikels voll zu.

    doch wie wird geld geschöpft? wie rein ist geld dann noch ? konsequenter wäre es doch einfach von heute auf morgen nicht mehr mitzuspielen (tauschkreis, informationsgeld, usw.). ausstieg aus diesem blutgeld. statt so einseitig zu behaupten, geld ist nur das, was du darauf projezierst oder es sei rein. das ist wirklich irreführend, finde ich.

    was meinst du ?

    hier ein gute aufklärung zum geld als sogenanntes „tauschmittel“: https://www.facebook.com/Willy.Maitner.85/videos/1202327909797038/

    Antworten
  2. Elisabeth
    Danke

    Die Unabhängigkeit im Bezug auf Geld und Leben sind

    Aus dem Artikel für mich hervorgehoben es ist ein Lernschritt wohin ich meine Aufmerksamkeiten richte Und die daraus entstehende Erfahrung löst mein Mangelbewusstsein

    Antworten
  3. WellenbeobachterHH
    Verwechslung des Wesens von Geld

    Da liegt leider eine falsche Annahme zu Grunde. Geld ist / hat keine eigene Energie!

    Geld ist lediglich eine gesellschaftliche (genauer soziale) Konvention.

    Die Philosophie, wie man damit umgehen kann – ja, o.k. – mach ich auch so. Das ist dann aber meine eigene Energie / Haltung / Einstellung – nicht die Energie des Geldes an sich.

    Antworten
  4. Mah'saa
    Paradox

    Wie kann Geld “reine“ Energie sein?

    Der Mangel liegt im und am Geld selbst.

    Antworten
    • Joel
      Überschrift

      Geld ist eine Illusion. Die Illusion etwas tun zu müssen um OK zu sein. Mangel, also das Gefühl nicht genug zu haben wird dann damit assoziiert, nicht genug zu sein. Haben oder Sein? Das macht den „Mangel“ erst zu diesem leidvollen gefühl, da dann die abgeschiedenheit von allem, das nicht-OK sein empfunden wird.

      Antworten

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