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Seit den historischen Anfängen der medizinischen Mikrobiologie ausgangs des 19. Jahrhunderts wusste man um die Existenz der menschlichen Darmflora. So berichtete der Pädiater Theodor Escherich bereits 1884 anlässlich seiner Beobachtung von choleraähnlichen Durchfällen bei Säuglingen, über verschiedengestaltige Darmbakterien. Schon damals ahnte man, welche wichtigen physiologischen Funktionen die den Magen-Darmtrakt besiedelnden Mikroorganismen haben.

Dank der Errungenschaften der Zivilisation ist die durchschnittliche Lebenserwartung höher als je zuvor, und dank Ihrer Begleiterscheinungen wie Umwelt- und Schadstoffbelastung leiden immer Menschen an chronischen, degenerativen und allergischen Erkrankungen wie die ansteigenden Zahlen alarmierend vor Augen führen: Die Allergieanfälligkeit hat sich in Deutschland in den letzten zehn Jahren verfünffacht und jeder Dritte hierzulande hat Verdauungsprobleme. In Mitteleuropa treten mittlerweile bei jedem Zweiten Durchblutungsstörungen auf und jeder Vierte bekommt Krebs. Der Vision der modernen Medizin, eine „krankheitsfreie Gesellschaft“ zu schaffen, wirkten selbst ihre Vertreter, die Schulmediziner, kontraproduktiv entgegen: leichtfertige Verschreibungsmentalität führte zu Medikamentenmissbrauch, der auf Dauer Immunschwächen und Stoffwechselstörungen zur Folge hat. Dazu kommt der stark gestiegene psychosoziale Druck in unserer leistungsorientierten Gesellschaft, der oft mit Nikotin- und Alkoholkonsum oder falscher Ernährung kompensiert wird. Die kleinen „Alltagssünden“ um den „Alltagsstress“ abzuschütteln oder hinunterzuschütten, erhöhen die Belastung des Gesundheitssystems. Dass Naturheilverfahren gerade heute eine wahre Renaissance erleben, lässt darauf schließen, dass wissenschaftsgläubiger Fortschrittsoptimismus und unreflektiertes Konsumdenken einer „kranken Gesellschaft“ einer reflexiven Rückbesinnung weichen. Es wird erkannt, dass alles krank machen kann, aber man nur von selbst oder durch sich selbst gesund wird.

Kommunikationsorgan Darm

Die Hauptkontaktflächen des Körpers mit der Umwelt sind weder die Haut noch die Schleimhäute des Atemtraktes – wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag – sondern der Darm. Dieser stellt mit seiner mehrere hundert Quadratmeter umfassenden Oberfläche das eigentliche Kommunikations- und Kontaktorgan mit der Umgebung dar. Diese ins Innere des Körpers verlagerte „Außenwelt“ macht einen Schutz gegenüber dem Eindringen von Mikroorganismen, anderen Antigenen oder Schadstoffen in den Körper notwendig. Eine morphologisch-funktionelle „Durchlässigkeit“ der Darmschleimhaut ist die Voraussetzung für die Resorption von Nährstoffen und Flüssigkeit sowie Sekretionsmechanismen.
Die zumeist über die Nahrung aufgenommenen Mikroorganismen, soweit sie die Magenpassage überleben, sind nicht in der Lage, die wandständige Darmflora zu verdrängen oder gar die Darmschranke zu überwinden. Die vielgestaltige Barrierefunktion des Darmes ist also von großer Bedeutung für die Abwehr von Mikroorganismen, Toxinen und Antigenen. Eine entzündete Darmschleimhaut kann ihre bestimmungsgemäßen Funktionen Resorption/Sekretion/Barriere nicht erfüllen. 10 – 100 mal mehr bakterielle Keime als Körperzellen sind bei einem erwachsenen Menschen im Darm beheimatet. Bei einem Erwachsenen steuert die Darmflora immerhin circa 700 g zum Körpergewicht bei. Diese starke Keimbesiedlung besteht allerdings nicht von Geburt an, sondern baut sich im Laufe der Individualentwicklung auf. Dabei lassen sich drei entscheidende Phasen unterscheiden:
In der ersten Phase erfolgt die Erstbesiedelung des Magen-Darm-Traktes durch Keimarten, die sich in der Umgebung des weiblichen Geburtskanals angesiedelt haben (Vaginal- und Analkeime).
In der zweiten Phase, circa 14 Tage nach der Geburt, bildet sich – bedingt durch Brust- oder Flaschenmilch – eine vorwiegend kohlehydratspaltende Darmflora aus, die aus aeroben (sauerstoffabhängigen) und anaeroben (sauerstoffunabhängigen) Keimen besteht.
Die dritte Phase beginnt mit dem Zufüttern von sogenannter „Nicht-Milch-Nahrung“. In dieser wichtigen Phase ist die weitere Ansiedlung von Keimen stark von der zugeführten Nahrung abhängig. Hier wird also schon der Grundstein für eine ausgeglichene Darmflora gelegt. Ernährt man sein Kind in dieser Phase sehr einseitig, können sich auch nur bestimmte Keimarten entwickeln. Diese Einseitigkeit kann dann zur sogenannten Dysbiose (Fehlbesiedlung) führen und sich sehr negativ, d.h. schwächend auf das Immunsystem auswirken.
Die verschiedenen im Magen-Darm-Trakt vorhandenen Mikroorganismen beeinflussen sich untereinander auf vielfältigste Weise und werden zudem durch wirtsseitige und externe Faktoren beeinflusst. Die Folgen: aus der Ansiedlung und Vermehrung von Fremdkeimen resultiert eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut für Schadstoffe.
Es ist darauf hinzuweisen, dass viele der so bezeichneten „Interaktionen“ zwischen Mikroorganismen noch weitgehend unerforscht sind oder nur im Labormaßstab abgebildet wurden. In diesem Zusammenhang darf auch nicht der 1879 von der BARY geprägte Begriff „Symbiose“ fehlen. Er wurde seinerzeit als „das fortwährende und innige Zusammenleben ungleichnamiger Organismen“ definiert. Dieser Begriff erfuhr in der Folgezeit eine Umdeutung/Beschränkung in Richtung einer Organismengemeinschaft, die von gegenseitigem Nutzen geprägt ist. Daraus resultieren bis zum heutigen Tag bestehende Missverständnisse, z.B. durch den therapeutisch ge- und missbrauchten Begriff der sog. „Symbioselenkung“.
Der Körper ist immer den Angriffen fremder Mikroorganismen (Parasiten, Pilze…) ausgesetzt. Der Verdauungstrakt ist also ein sehr exponierter Bereich des Körpers, er ist das Organ mit der größten Oberfläche. Jüngste Forschungen haben ergeben, dass im Dünn- und Dickdarm ebenso viele Hormone produziert werden wie in den Hormondrüsen im Gehirn. Der große Irrtum der meisten Menschen ist es, den Darm immer noch als eine Art Entleerungskanal zu betrachten.
Es ist wichtig, dass sich der Körper selbst gegen schädliche Mikroorganismen schützen kann und wir den Aufbau der Darmflora unterstützen und optimieren.

Dieser Prozess kann durch Nahrungsergänzungsmittel unterstützt und befördert werden. Das in der EU als Nahrungsmittel zugelassene Mikroorganismengetränk „VitaBiosa“ zum Beispiel ist eine Mischung aus Kräutern, fermentiert mit verschiedenen Milchsäurebakterien und nützlichen Hefen mit einem niedrigen pH-Wert von etwa 3,5. Folgende Kräuter sind in der Mischung enthalten: Süßholzwurzel, Petersilie, Dill, Minze, Thymian, Basilikum, Majoran, Roter Sonnenhut, Bockshornkleesamen, Brennessel, Seegras und Traubenkerne. Alle diese Kräuter sind seit Jahrhunderten für die Pflege der Gesundheit im Gebrauch. Die Kräuter haben eine wohltuende Wirkung auf die Verdauung und versorgen den Organismus bis ins Blut mit wichtigen Antioxidantien, die der Entwicklung von freien Radikalen entgegenwirken.
Durch den Aufbau der Darmflora wird es dem Körper möglich, die ihm zugeführte Nahrung bestens aufzuschließen und so seine Versorgung mit Nährstoffen zu optimieren.

Der Teufelskreis der Fehlbesiedelung des Darms (Dysbiose) Das Verdauungssystem
Grafiken aus dem Buch „Fitness für den Darm“ von N. Schulz, K. Lühr, H. Daniel, Verlag Gesundheit,

 

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