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Rosmarin ist eine Heilpflanze mit langer Tradition. Besonders in der konzentrierten Form eines Öls kann der Rosmarinus officinalis seine besondere gesundheitliche Wirkung entfalten. Ob innerlich als Speiseöl oder äußerlich und durch Inhalation des ätherischen Öls – Rosmarinöl ist vielseitig anzuwenden und nicht zuletzt deswegen eines der beliebtesten Öle in Naturheilkunde und Aromatherapie.

 

Rosmarinus officinalis

Die Rosmarinpflanze, ein immergrüner Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler,  ist ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet. Dort wächst er noch immer in großen Wildbeständen und prägt das Landschaftsbild. Die hübschen, hellblauen Blüten können das ganze Jahr über bestehen. Vermutlich durch Mönche kam der Rosmarin im Mittelalter schließlich auch in unsere Gefilde und wurde schnell in den Klostergärten und schließlich auch in den meisten Küchen heimisch.

Ros marinus – Tau des Meeres – so nannten die alten Römer den Rosmarin und glaubten, dass der Tau, der sich des Morgens auf den Rosmarinsträuchern abgesetzt hatte, seinen balsamischen Duft hervorruft. Heute wissen wir, dass der einzigartige Geruch des Rosmarins seinem reichen Anteil ätherischen Öls zu verdanken ist. Diesen Ölen und den weiteren wertvollen Inhaltsstoffe wie Gerbstoffen und Flavonoiden ist die große gesundheitliche Wirkung des Rosmarins zuzuschreiben.

 

Rosmarin als Heilpflanze

Nicht umsonst wurde der Rosmarin in den Jahren 2000 und 2011 Heilpflanze des Jahres. Er gehört zu den ältesten, bekanntesten und vor allem auch vielseitigsten Heilpflanzen. Schon lange bevor er als Küchengewürz entdeckt wurde, maßen die Menschen dem Rosmarin eine große Kraft bei. Diese verband man zunächst weniger mit direkten medizinischen Zwecken, sondern nutze die Pflanze zu rituellen Handlungen als „Weihrauchkraut“ bei rituellen Räucherungen oder Reinigungszeremonien oder zum Schutz vor bösen Geistern. Rosmarin symbolisierte Treue, Freundschaft und Erinnerung. So band man Rosmarinkränze für junge Bräute und überreichte sich Rosmarin zum Abschied. Auch bei Beerdigungszeremonien spielte der Rosmarin eine Rolle. Eine Sage erzählt, dass die Babys aus Rosmarinsträuchern erwachsen. Rosmarin war somit ein Bindeglied zwischen Leben und Tod, Freundschaft, Treue und Trennung.

In Arzneibüchern ist Rosmarin seit dem 13. Jahrhundert zu finden. So kann man in den Aufzeichnungen des Apothekers und Botanikers Tabernaemontanus (1522 – 1590) über diese besondere Pflanze lesen:
„Rosmarin gehöret in die Küchen / Keller und Apotheken/darum dass alle Speiß und Tranck mit Rosmarin bereitet / lieblich und wol schmecken / auch zu vielen Gebresten dienlich ist.“

Schon damals nutzte man Rosmarin gegen kalte Füße, Gelenkschmerzen und um die geistige Leistungsfähigkeit anzuregen. Zahlreiche Behandlungen mit Rosmarin, die auf eine lange Tradition zurückgehen, sind heute durch Studien bestätigt. So wird beispielsweise aktuell die Wirkung von Rosmarin auf das Gedächtnis und sein Nutzen gegen Demenz vermehrt erforscht.

 

Wertvolles Rosmarinöl

Beim Stichwort Rosmarinöl werden inzwischen nicht nur Aromatherapeuten und Naturheilkundler an die gute gesundheitliche Wirkung des durch Wasserdampfdestillation gewonnen ätherischen Rosmarinöls denken, während die anderen sich zunächst an die Zubereitung mediterraner Köstlichkeiten erinnert fühlen. Fakt ist, dass Rosmarinöl nicht nur in seiner konzentrierten Form als ätherisches Öl äußerlich oder durch Inhalation angewendet der Gesundheit zu Gute kommen kann, sondern auch innerlich als Speiseöl. Gerade ein mit frisch geerntetem Rosmarin angesetztes Speiseöl profitiert von den im Rosmarin enthaltenen fettlöslichen wertvollen Inhaltsstoffen und kann so beim Essen quasi ganz nebenbei unserem Körper etwas Gutes tun. Die hervorragende gesundheitliche Wirkung verdanken sowohl das ätherische Rosmarinöl, als auch das Rosmarinspeiseöl der einzigartigen Kombination der gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe des Rosmarins.

 

Die Inhaltsstoffe des Rosmarinöls

Die Rosmarinpflanze besteht bis zu 2,5 Prozent aus ätherischen Ölen, die durch Wasserdampfdestillation gewonnen werden, aber auch beim Einlegen von frischem oder getrocknetem Rosmarin in ein gutes Speiseöl bemerkbar machen.
Ein reines ätherisches Rosmarinöl setzt sich vornehmlich aus Cineol, Borneol, Bornylacetat, Campher, Carnosol, Carnosolsäure und Terpineol zusammen. Was die wenigsten wissen ist, dass abhängig von Wuchsort und Klimabedingungen die genauen Bestandteile und Ausprägung der Inhaltsstoffe von Pflanze zu Pflanze variieren können. Der Rosmarin – phänotypisch gleich – bildet unterschiedliche Chemotypen aus. So bildet sich im gemäßigten bis warmen Klima Spaniens ein stark kampferhaltiger Rosmarintyp aus. Im subtropischen nordafrikanischen Klima herrscht der Cineol-Typ vor und im Mittelmeerklima von Südfrankreich entstehen Typen mit auffällig hohem Verbenon-Anteil.

 

Vielfältige gesundheitliche Wirkung

Den genauen Herkunftsort des für das gewählte Rosmarinöl genutzten Rosmarins zu kennen, ist somit doppelt sinnvoll. Zum einen kann der Rosmarin in seiner gesundheitlichen Wirkung je nach Herkunftsort völlig unterschiedliche Effekte erzielen. Zum anderen hängt mit der genauen Herkunft des Rosmarins natürlich auch eine eventuelle Schadstoffbelastung zusammen. Ein Rosmarin in guter Bioqualität hat eine größere gesundheitliche Wirkung als ein Rosmarin, mit dem man dem Körper neben den wertvollen Inhaltsstoffen Rückstände von Pestiziden zuführt. Sowohl beim Kauf von Rosmarinöl für die Küche als auch beim Kauf von ätherischem Rosmarinöl lohnt es sich somit, auf Herkunftsort, Chemotyp und Bioqualität zu achten.
Je nach Herkunft und Ausprägung des Öls fällt der gesundheitliche Schwerpunkt unterschiedlich aus. Allgemein sind jedoch die großen Themen des Rosmarinöls Haut- und Haarpflege – wobei Rosmarinöl das Öl gegen Haarausfall ist – Schwäche von Leber und Galle, Probleme mit der Muskulatur, wie Muskelschmerzen, Muskelkater oder Muskelverspannungen und Muskelkrämpfe und Herz-Kreislauf-Probleme wie zu niedriger Blutdruck und Durchblutungsstörungen. Auch auf unsere geistige Leistungsfähigkeit hat Rosmarinöl positive Auswirkungen. Er stärkt Konzentration und vor allem auch unser Gedächtnis. Diese Wirkung ist Studien zufolge besonders auf den hohen 1,8-Cineol-Anteil im Rosmarinöl zurückzuführen.

 

Die richtige Anwendung

Rosmarinöl ist vielseitig anwendbar. Während man das ätherische Rosmarinöl nur äußerlich oder zum Inhalieren bzw. in der Duftlampe nutzen sollte, kann man durch die Verwendung eines hochwertigen und konzentrierten Rosmarinspeiseöls auch innerlich von seiner gesundheitlichen Wirkung profitieren. Die Art der Anwendung sollte sich dem Beschwerdebild anpassen. So bieten sich bei Muskelbeschwerden Massagen mit ätherischem Rosmarinöl an. Hierbei und auch bei den meisten anderen Anwendungen gilt es zu beachten, dass ätherisches Rosmarinöl nur in verdünnter Form zum Einsatz kommen sollte, da es leicht zu Hautirritationen führen kann. Außerdem kann man durch die gezielte Mischung des ätherischen Rosmarinöls mit weiteren ätherischen oder fetten Ölen die gewünschte Wirkung verbessern. Bei Atemweginfekten wirkt am besten die Inhalation des ätherischen Öls und wer seiner Konzentration oder dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen soll, der verdampft einige Tropfen des ätherischen Rosmarinöls in der Duftlampe oder im Vaporisierer. Bei Haut- und Haarproblemen können bereits einige Tropfen Rosmarinöl im Lieblingsshampoo oder einer neutralen Creme zu einer Besserung führen.

Wer Leber und Galle etwas Gutes tun möchte oder Probleme mit der Verdauung hat, der wird die regelmäßige Verwendung eines guten Rosmarinspeiseöls schätzen lernen. Gute Alternativen bei der inneren Anwendung sind Rosmarintee und Rosmaringewürz – aus den frischen Blättern oder auch getrocknet – denn Rosmarin verliert auch beim Trocknen verhältnismäßig wenig Aroma und ein großer Teil der wertvollen Inhaltsstoffe bleibt erhalten.

Bei der Anwendung von Rosmarin und besonders von ätherischem Rosmarinöl gilt es allerdings ein paar Dinge zu beachten. Rosmarin hat eine anregende Wirkung, so ist von Rosmarintee oder einem Rosmarinbad am Abend abzuraten. Aufgrund dieser anregenden Wirkung sollten Menschen mit Bluthochdruck ätherisches Rosmarinöl nur in Absprache mit ihrem Arzt verwenden. Auch Schwangere sollten auf Anwendungen mit ätherischem Rosmarinöl verzichten, da es wehenfördernd wirken kann.
Rosmarin ist eine pflegeleichte und anspruchslose Pflanze, wer seine gesundheitsfördernde Wirkung in der ein oder anderen Form gerne selbst testen möchte, ist mit einem Rosmarinstrauch auf der Fensterbank oder im eigenen Garten zunächst gut beraten. So hat man immer ein paar frische Nadeln zum Verfeinern eines Öls, zum Würzen oder zum Aufgießen eines Tees parat. Für akute Leiden empfiehlt sich besonders die konzentrierte Form des ätherischen Öls, das inzwischen in den meisten Apotheken und Reformhäusern zu finden ist.

 

 

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