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Der griechische Begriff „Gnosis“ steht für eine Erkenntnis, die der bewussten, experimentellen Erfahrung entspringt. Eine solche Erkenntnis ist universell und befreit das Bewusstsein von seinen Bürden. Als Gnosis in diesem Sinne bezeichnete der Kolumbianer Samael Aun Weor seine weltweite Bewegung und Mysterienschule.

 

Gnosis glaubt nicht, theoretisiert nicht, baut keine Konzepte, stellt keine Hypothesen. Sie verkörpert Freiheit und eint die Menschen in ihrer Suche nach dem Sinn und Zweck ihrer Existenz, unabhängig von Kultur, Rasse und Geschlecht.

Wir alle haben etwas Gnosis, denn wir alle verfügen über ein bestimmtes Maß an Bewusstsein und Wahrheit. Im spirituellen Sinne ist Bewusstsein eng mit Wahrnehmung verbunden. Mit unserem herkömmlichen, mentalen Denken nehmen wir kein Ding wahr, wie es ist. Wir sehen stattdessen alles in Bezug zu anderen Dingen – und durch unsere Prägung hindurch. Wir träumen, statt wirklich wach zu sehen. Echtes Bewusstsein ist aber unmöglich in Prägungen und gedankliche Konzepte zu betten. Bewusst Sein äußert sich in zeitloser Präsenz, hier und jetzt, von Moment zu Moment.

Das Wissen darüber und die direkte Erfahrung sind allerdings nicht dasselbe, Wissen muss gelebt, ja verkörpert werden und wandelt sich dann in Weisheit. Theorien sind die Seifenblasen des Verstandes, sie platzen und hinterlassen Leere. Wer aber Studium und Praxis zu vereinen weiß, der wird Fülle finden, ein neues Leben und einen neuen Weg. Das Leben selbst ist der Weg des Gnostikers, und die Umstände, die ihn umgeben, lehren ihn. Aus jeder Widrigkeit weiß er das Gute zu nehmen. Er weiß: Wer vor den Widrigkeiten des Lebens flieht und nur das Angenehme schätzt, der stagniert im ewigen Kreislauf der Begierden und Abneigungen. Die Philosophie des Momentes lehrt den Gnostiker über die wahre Beschaffenheit des Willens und des Bewusstseins. Das Hier und Jetzt, die momentane Mitte, ist die Domäne des Göttlichen. Wer den Weg sehen will, der muss wach sein, zu jeder Zeit. Grundvoraussetzung dafür ist erst einmal ein Bewusstsein der eigenen Beschränkungen, denn „Wer nicht weiß, dass er schläft, der wird nicht aufwachen“, wie G.I.Gurdjieff einst schrieb. Auch Jesus hielt tiefe Selbsterkenntnis für unabdingbar, um den sprituellen Weg zu gehen: „Ihr haltet die Becher und Schüsseln auswendig reinlich, aber euer Inwendiges ist voll Raubes und Bosheit. Ihr Narren, meinet ihr, dass es inwendig rein sei, wenn’s auswendig rein ist?“ Jesus, (Lukas 11:39-40)

 

Die Gnosis im Zeitalter Aquarius

Das spirituelle Licht hat während tausender von Jahren viele Formen angenommen. Es brachte Weisheit und Güte – gemäß den Nöten der Menschen in ihrer jeweiligen Zeit und ihrem jeweiligen Ort. Was davon überliefert wurde, nennen wir heute Religion. Doch entsprangen alle Glaubenstraditionen einem Quell und alle Botschafter des Lichts kamen, um die Menschheit an dieses Licht zu erinnern.

„Wenn das Gebot untergeht und der Sinn des Lebens in Vergessenheit gerät, dann komme ich auf Erden. In jedem Zeitalter werde ich geboren, um das Gute zu beschützen, um das Böse zu schlagen und um das Gebot wiederherzustellen.“ Hinduismus, Krishna, Bhagavad Gita 4:7-8

„Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.“ Christus, Christentum, Matthäus 5:14

„Nicht mehr ist dir (Mohammed) gesagt, das nicht auch den Botschaftern vor dir gesagt wurde“ Islam, Koran, 41:43

„Ich habe einen sehr alten Weg gesehen, einen Weg, der von Gerechten und Erleuchteten alter Tage begangen wurde.“ Buddhismus, Samyutta Nikaya, ii:106

„Ich habe nur weitergegeben, was mir gelehrt wurde und nichts habe ich dazugetan. Ich war den Vorvätern treu und habe sie geliebt.“ Konfuzianismus, Analekte 7:1

Demzufolge unterliegen auch alle Religionen denselben Prinzipien. Eine Religion wird geboren, wächst heran, ihre Anhänger vermehren und trennen sich voneinander ab… und irgendwann verlischt die Religion. Doch die religiösen Prinzipien bleiben bestehen und enden nicht. Die Form, die ihre Prinzipien umgibt, kennt ihr Ende; doch die geistigen Werte sind für die Ewigkeit. Geschmückt in immer neuen Gewändern nehmen sie ihren Lauf und dauern fort.

Im Jahre 1954 überbrachte ein weiterer Avatar, Samael Aun Weor, die universelle Botschaft für diese Zeit und diese Ära (Aquarius). Gemäß den heutigen Umständen wurde erneut eine esoterische Tradition ins Leben gerufen, in diesem Fall Gnosis genannt. Die Gnosis, mit der wir es heute zu tun haben, gehört zu keiner bestimmten Kultur und Strömung und enthält doch alle. Die Gnosis in der Tradition Samael Aun Weors ist die Synthese aller spirituellen Manifestationen, die Philosophen aller Zeiten einst in die Welt brachten.

 

Der gnostische Meister Samael Aun Weor

Samael Aun Weor (1917-1977), geboren in Bogota, Kolumbien, studierte seit seiner Kindheit die Geisteswissenschaften, Philosophie, Kunst, Mystik, Okkultismus, Theosophie, Psychologie, Anthropologie und weiteres. Insbesondere die Werke des Berliner Arztes und Okkultisten Dr. Arnold Krumm-Heller hatten es ihm angetan. In Krumm-Hellers Schriften fand er Hinweise für die Praxis der Alchemie, die er prompt umzusetzen wusste, worauf er erwachte. Zwischen 1950 und 1977 schrieb er über siebzig Bücher und gründete die internationale Gnostische Bewegung, die sich anfangs über ganz Lateinamerika ausdehnte.

Heute umfasst die gnostische Bewegung alle Länder der Erde und unterhält unzählige Schulen, Zentren, Studiengruppen und Tempel. Diesen Ausmaßen zum Trotz ist es um die Bewegung eher still, denn jeder weiß, dass nur innere Arbeit Früchte bringt, kein Theater, kein Personenkult. Der Weg ist die Lehre, doch gehen muss ihn jeder selbst.

Die Gnosis ist bis heute die erste und einzige Mysterienschule, in der esoterische Gehalte (das heißt Geheimlehren & Mysterien) öffentlich (also exoterisch) gelehrt werden. Andere authentische Schulen lehren ihre Mysterien ausschließlich in den höheren „Kammern“, wie beispielsweise im Mahamudra, der esoterischen Kammer des Buddhismus, die nur für wenige Auserkorene (bzw. Initiierte) zugänglich ist. Allen Mysterien voran steht die Alchemie.

 

Die Alchemie

Die Krönung des Weges ist die Alchemie, das höchste aller Mysterien. Alchemie leitet sich aus dem arabischen Al-Khem ab, „Vereinigung“ auf gut Deutsch. So auch Religion (lat. Re-Ligare, „Vereinigung“) und Yoga (sanskr. Yug, „Vereinigung“). Die Kreuzung der zwei Prinzipien, männlich und weiblich, in den Zeichen der Glaubenstraditionen symbolisiert, begründet das Geheimnis der Schöpfung. In vielen religiösen Richtungen wird dieses alchemistische Prinzip der Vereinigung genutzt – oft sehr konkret.
„Kein Mensch wird durch Theorien geboren. Nicht die kleinste Mikrobe wird durch Theorien geboren. Niemand kommt in die Welt durch Mund und Nase. Jedes Wesen entspringt der Sexualität. So wie oben, so auch unten. Ist der Mensch, hier in den physikalischen Gefilden, durch Sex geboren, so ist es nur logisch, dass das Gleiche auch für die internen Welten gilt. Gesetz ist Gesetz und das Gesetz wird erfüllt“ erklärt Samael Aun Weor. Auch S.H. der 14. Dalai Lama weiß: „Sexueller Kontakt ohne das Vergießen des Samens wird zur Notwendigkeit in den höheren Aspekten der Lehre“ (Berzin Archive, Fragen zur Kalachakra Initiation).

Der Weise Lao Tzu erklärt dazu im Hua Hu Jing: „Wo ordinärer sexueller Verkehr anstrengend ist, so ist die kultivierte Form engelsgleich, gelassen, ruhig und natürlich. Wo ordinärer Verkehr ein sexuelles Organ mit dem anderen eint, so eint die höhere Form Geist mit Geist und jede Zelle des einen Körpers mit jeder Zelle des anderen. Kulminieren oder gipfeln Mann und Frau nicht Ausschüttung, sondern Integration, steht ihnen die Gelegenheit offen, sich zu transformieren und einander zu erhöhen in Gefilde des Glücks und der Fülle.“

Tantra, diese Art der spirituellen Arbeit, wird allerdings in der heutigen Welt oft missbraucht. Ein großer Teil dessen, was im Westen als Tantra verkauft wird, ist schwarz, das heißt, die Übungen enden im Samenerguss und oft in Untreue, Ehebruch, Orgien und anderen Praktiken, die nur körperliche Befriedigung zum Ziel haben. Was bleibt, ist Enttäuschung – in spiritueller Hinsicht wie auch in körperlicher. Die Schriften und Meister haben immer und immer wieder – wie oben ausgeführt – darauf hingewiesen, dass dies der Spiritualität abträglich ist. Doch wird auch der dabei gebrauchte Begriff „Enthaltsamkeit“ missverstanden, denn Sexualität ist die Grundlage des Lebens. Alles entspringt der Sexualität, und das spirituelle Leben ist keine Ausnahme. Sex ist daher eine Notwendigkeit für das spirituelle Erwachen. Das Labor der alten Alchemisten war ihr Körper, ihr Blei das Ego und ihr Gold das Licht der Seele, die heranwächst, wie alles andere in der Natur auch. Wer sammelt und nicht verschüttet, der ist auf dem Weg, sich zu transformieren. Es obliegt dem Menschen selbst, über seine rein körperlichen Triebe hinauszuwachsen.
Weißes Tantra oder Alchemie ist ein zentraler Aspekt der Gnosis und wird dort theoretisch gelehrt. Die Praktiken werden diskutiert und die weiteren Aspekte wie Psychologie, Meditation, Mantren, Pranayama (Atemübungen) etc. mit auf den Weg gegeben. Wenn Mann und Frau, allein zu Hause, die Lehren umsetzen, so bietet sich ihnen dabei die Möglichkeit einer tiefgehenden Transformation.

 

Gnosis heute

Der gnostische Studienkreis möchte Interesse für Praxis, Kultur und Selbsterkenntnis wecken. Er studiert die Lehren alter Kulturen und die Wissenschaft der Meditation, mit der er in eine Weisheit vorstoßen will, die fernab des Verstandes liegt.

Er organisiert regelmäßig Konferenzen, Vorträge und Seminare in öffentlichen Einrichtungen wie der Freien Universität Berlin. Ferner bietet er Kurse an, die das gesamte Spektrum der okkulten und spirituellen Wissenschaften abdecken. Themen sind unter anderem: das Hier und Jetzt, Selbsterinnerung, Meditation, Astralprojektion, Mantren, Alchemie, Tarot etc. Spenden stehen jedem frei, Beiträge werden jedoch nicht verlangt. Jeder ist herzlich eingeladen, an sich selbst zu arbeiten. Es werden lediglich die Lehren und Praktiken über- mittelt, seinen individuellen Weg geht jeder selbst. Alle Aktivitäten werden, wie bei jeder anderen Tradition auch, in drei Kammern abgehalten.

 


Abb.: © imageteam – Fotolia.com
Abb.2: Der Begründer von Gnosis im Alter von 30 Jahren.

2 Responses

  1. Lothar

    ich interessiere mich für die christliche kabbala und anderen dingen die mir bei der suche über die höhere erkenntnis hilfreich sein können.
    Lieben Gruß
    Lothar

    Antworten
  2. Martina Stammler

    Es gibt noch weitere gnostische Schulen in Berlin, so z.B. die Sophia-Gnostik, in der viele der Lehren eine tiefe Resonanz mit anderen spirituellen Traditionen, wie den buddhistischen Dzogchen- und Vajrayana-Lehren, der Spiritualität der amerikanischen Ureinwohner und den Lehren der antiken gnostischen Schriften wie der Pistis Sophia, dem Thomasevangelium, dem Evangelium des Philipp und dem Evangelium der Maria Magdalena haben.

    Der Tikkune-Sophia-Gnostik-Kreis in Berlin ist Teil der Ecclesia Pistis Sophia (Vereinigung der Glaubensweisheit) unter der Führung des vorsitzenden Lehrers und Meister dieser Generation der Sophia-Tradition, Tau Malachi, in Grass Valley, Californien (http://www.sophian.org). Das hebräische Wort Tikkune bedeutet Heilung der Seele durch spirituelle Arbeit und beschreibt einen zentralen Teil der gnostischen Erfahrung. Die Sophia-Gnostik ist ein moderner, esoterischer, christlicher, spritueller Weg, der die Sophia (das göttlich Weibliche) in Form von Maria Magdalena betont. Er umfasst auch kabbalistische Lehren und hat damit einen starken jüdischen Einfluß. Die Tradition wurde ursprünglich mündlich im kleinen Kreis weitergegeben. Sie kann ihre Wurzeln bis in das Europa und das Deutschland des späten 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Durch die Einsicht ihrer Meister und die spirituelle Gemeinschaft entwickelt sie sich ständig weiter als lebendiger spiritueller Weg ohne Dogmen.

    Aufbauend auf dem tiefen Glauben an Gott streben wir nach der Gnosis, der direkten und persönlichen Erfahrung Gottes während der Meditation und durch das Studium und die Kontemplation der heiligen Schriften sowie der Umsetzung dieser Erfahrung in unserem eigenen Leben. Die Tradition lehrt Erleuchtung durch eine spirituelle Lebensweise im westlichen Alltag. Es werden die Bibel und die gnostischen Evangelien sowie die Christliche Kabbala verwendet, die Meditation nimmt eine zentrale Rolle ein.

    Ich bin eine persönliche Schülerin von Tau Malachi und eng mit der Ecclesia Pistis Sophia verbunden. Ich gebe mein Wissen über die Christliche Kabbala gern kostenfrei an Interessierte weiter. (lena.martina@gmx.de, http://www.tikkune-sophia-gnostik-kreis.de). Viele interessante Lehren findet Ihr auch in unserem Blog (http://sophiagnostik.wordpress.com/)

    Shalom & Segen,
    Martina

    Antworten

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