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Selbständig als Therapeut mit Arbeitslosengeld II – heutzutage eine fast schon normale Situation. Gerade in Berlin gibt es viele Menschen, die sich als Heiler, Yogalehrer oder Ähnliches selbstständig machen, aber ganz realistisch erkennen, dass sie ohne staatliche Unterstützung die erste Durststrecke nicht überleben werden. Drei langjährig Selbständige haben sich jetzt überlegt, wie sie berufliche „Freigeister“ auf ihrem Weg in die Selbständigkeit unterstützen können.

 

In Deutschland sind zurzeit zirka 130.000 Selbständige tätig, die mit Arbeitslosengeld (ALG) II-Bezug ihr Einkommen aufstocken und ihre Selbständigkeit sichern – darunter auch viele Menschen in Heilberufen oder mit Dienstleistungen im Bereich Spiritualität und Lebenskunst. Sie betreiben einen spirituellen Buchladen, bieten Massagen, Heilbehandlungen, Lebensberatung, Körper- und Seelenarbeit oder Workshops und Seminare an, arbeiten als Freelancer, Sport- und Yogatrainer, als Friseure und als Therapeuten in verschiedenster Form. Die meisten sind eher Kleinunternehmer, ihr Einkommen ist niedrig und reicht noch nicht aus, um ihre beruflichen und privaten Kosten zu decken!

Für viele ist es dabei immer noch ein Tabu, offen damit umzugehen, dass sie auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Es wird als Makel empfunden, als Schwäche, es nicht ganz allein zu schaffen. Doch viele Millionen Angestellte mit sicherem Gehaltsscheck am Ende des Monats verdienen ihren Lebensunterhalt in Berufen, die sie zu keinem Zeitpunkt erfüllen. Viele träumen davon, ihren finanziellen Lebensunterhalt mit etwas zu verdienen, was ihnen persönlich liegt und sie begeistert. Doch sie trauen sich nicht und funktionieren lieber  unglücklich als Angestellte. Darum: Es ist an der Zeit, sich nicht mehr selbst zu tabuisieren, sondern staatliche Unterstützung als zeitgeistige Variante des Geschäftsaufbaus oder der Geschäftssicherung anzusehen. Im Grunde stellt diese finanzielle Absicherung durch das staatliche Programm, das SGB (Sozialgesetzbuch) II – das ALG II, eine neuartige Kreditform für Menschen dar, die bereit sind, mutig und voller Enthusiasmus ihr wahres Potenzial der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen!

 

Der Schrecken Buchhaltung

Das Einkommen eines Selbständigen unterliegt natürlicherweise Schwankungen und Unregelmäßigkeiten. Aus diesem Grund muss ein ALG-II-unterstützter Selbständiger ein wachsames Auge haben und regelmäßig schriftliches Zahlenwerk anfertigen, vom Jobcenter Anlage EKS genannt. Nicht jedem liegt es, kaufmännisch und buchhalterisch zu denken und zu handeln, doch die Anlage EKS fordert genau das! Die Selbständigen müssen dabei beispielsweise monatlich alle Einnahmen und beruflichen Ausgaben in einer Tabelle eintragen, um eine Übersicht zu erstellen, wie viel Gewinn monatlich und in den gesamten sechs Monaten gemacht wurde. Ebenso müssen sie einschätzen, was sie in den nächsten sechs Monaten des Bewilligungszeitraums vermutlich an Geld einnehmen! Dies ist die Grundlage fürs JobCenter, um eine Berechnung über die Höhe der ALG-II- Bezugssumme auszurechnen und dann monatlich auszuzahlen.

Es fällt allerdings oft schwer, vorausschauend das Einkommen einzuschätzen, und manch einer mag keine Tabellen. Der Selbständige fragt sich, wie viele Kunden er haben wird – im ersten, im zweiten … im sechsten Monat. Wie viel Einnahme pro Kunde wird er generieren können? Wie hoch werden wohl seine Büro-, Telefon-, Werbungskosten sein? Viele Fragen, auf die sich Antworten finden lassen müssen. Das kostet Nerven und Zeit. Oft haben Selbständige mit ALG-II-Bezug Schweißausbrüche, wenn sie sich diesen Anforderungen stellen. Wird doch von ihnen echte kaufmännische Verantwortung gefordert.

 

Gegenseitige Unterstützung

Bisher waren Selbständige mit ALG-II-Bezug meist auf sich allein gestellt, denn die beratenden Vereine, die  HARTZ-IV-Empfänger unterstützen, können ihnen selten helfen. Aus diesem Grunde haben drei Selbständige, die sich mit Existenzgründung, Unternehmensberatung, Coaching und Steuerrecht auskennen, eine Arbeitsgruppe EKS ins Leben gerufen und im Internet dafür eine Plattform zur Verfügung gestellt. Hier tauschen sich im „Forum“ Selbständige mit ALG-II-Bezug direkt aus, unterstützen sich mit Erfahrungswerten und Hinweisen. Die dafür vorgegebene Struktur ist übersichtlich und leicht zu nutzen. Die Arbeitsgruppe EKS selbst stellt handfeste Informationen zum Umgang mit der Anlage EKS bereit, wie zum Beispiel in den Investitions- und Ausgabefeldern: Werbung, Bewirtungsaufwand, Fortbildungen, Beratungen, Fachbücher, Reisen, Raummieten etc.

Eine speziell programmierte Buchhaltungs-Software erstellt die Anlage EKS mit einem Minimum an Zeit und Nerven. Die Selbständigen tragen dafür nur ihre Beträge fortlaufend ein. Selbst die Finanzamtsformulare werden komplikationslos ausgefüllt. Die Arbeitsgruppe ruft auch dazu auf, regionale Stammtische für Selbständige mit ALG-II-Bezug zu gründen, und lädt Rechtsanwälte mit Spezialgebiet Sozialrecht, Unternehmensberater, soziale Vereine und Verbände ein, ihre Form der Unterstützung und Angebote für Selbständige mit ALG-II-Bezug auf der Website im Bereich „regionale Netzwerke“ kostenlos zu veröffentlichen!


Abb: © N-Media-Images – Fotolia.com

www.Arbeitsgruppe-EKS.de
www.EKS-Kompakt.de

Die Buchhaltungs-Software ist über die website für 39,90 € erhältlich. Eine ­kostenlose Kennenlernversion steht als Download zur ­Verfügung!

6 Responses

  1. Makeba

    Hallo, danke fuer die Infos und aufklaerung !

    Das hat mir etwas geholfen.

    Schoen das es Leute gibt, die ihr wissen so grosszuegig und liebevoll weitergeben .

    Danke !

    Antworten
  2. Hartz.IV muÃ

    Vorsicht vor dieser Jobcenter-Werbung !

    Dieser Artikel ist eine hinterlistige Werbung für dubiose Jobcenter, um möglichst viele Kunden und Gläubige aus der Selbstständigkeit zu holen und sie an das Jobcenter=Hartz.IV anzuschließen.

    Der Artikel wirbt für den Verkauf von teurer Software mit EKS-Jobcenteranlagen mit EKS-Einführung von € 39,90 +19% Steuer, um sich auf Kosten von kleinen verarmten Unternehmern gnadenlos zu bereichern. Das nennt sich Wucher.

    Wer die EKS-Jobcenteranlagen an 1.000 Hartz.IV-ler verkauft, verdient € 39.900
    ………………………………….an 10.000 -II-… verdient € 399.000 +19% Steuer
    …………………………………an 100.000 -II-..verdient € 3.990.000 +19% Steuer

    Der Werbeartikel rechnet mit 130.000 Jobcenter-Kunden und potenziellen Käufern von EKS-Jobcenteranlagen, wobei deren Zahl ständig wächst und durch Werbung wachsen soll. Solche Hartz.IV-Lobbyisten sollten angezeigt werden, weil sie offenbar Wucher auf Kosten von Steuerzahlern und Hartz.IV-Beziehern betreiben.

    Eigentlich muss das Jobcenter selbst dafür sorgen, daß alle Unterlagen kostenlos, klar und verständlich sind, um Arbeit und alle Abrechnungen zu erleichtern und Arbeit der Bürger zu fördern und nicht durch krumme Unterlagen zu bremsen.

    Alle Arbeitsbehörden die aus Steuergeldern finanziert sind und derzeit Arbeit derartig bremsen, erschweren und verwuchern, sind offenbar kriminell und abzuschaffen.

    Laut Presse, wurden seit der Hartz.IV-Reform über 70 Milliarden Euro an die Finanzierung von Billigarbeit mißbraucht.
    www.welt.de/politik/deutschland/article112199467/Hartz-IV-Aufstocker-kosten-den-Staat-Milliarden.html

    Hartz.IV muß weg !

    Antworten
  3. Reher, Manfred-Johannes

    Ich bin sehr dankbar für diesen Artikel; er hat mir einen letzten Anstoß gegeben, nun mit ganzer Aufmerksamkeit mich der Arbeit zu widmen, für die ich nach Berlin gerufen wurde; vorher habe ich nebenberuflich noch eine 30-Stunden-Stelle gehabt.

    Es war eine wertvolle Initialzündung, die Situation anzunehmen, dass ich mit 55 Jahren nach monatelangem Bewerben keine Stelle mehr bekommen habe.

    Dabei tue ich schon lange „meine“ Arbeit.
    Nochmals von Herzen Danke.
    Johannes

    Antworten
  4. Winfried

    Dieser Artikel ist eine Lüge, da das Jobcenter keine Selbstständigen unterstützen will … siehe Presseartikel vom 6.12.12:
    …“Selbständige sollen seltener Hartz IV erhalten“
    www.sueddeutsche.de/wirtschaft/arbeitsagentur-chef-weise-selbststaendige-sollen-seltener-hartz-iv-erhalten-1.1558892

    Die menschenunwürdigen und kriminellen Praktiken des Jobcenters kann man sowieso nicht als Unterstützung bezeichnen.
    …“Das beschämende Gefühl, Hartz IV zu beziehen“
    www.zeit.de/wirtschaft/2012-12/leserartikel-hartz-iv-arbeitslosigkeit
    …“Sanktionen für Hartz-IV-Empfänger erreichen Rekordwert“
    www.zeit.de/politik/deutschland/2012-11/hartz-empfaenger-sanktionen

    Die ganze Staatspolitik ist absurd und skandalös, da die Bürger trotz Arbeit nichtmal Hungerlohn bekommen und somit zu Hartz IV gezwungen werden, während die betrügerischen Banken, Milliarden von Steuergeldern vom deutschen Sozialstaat geschenkt bekommen.

    P.S.
    Bin sehr gespannt wie Frau Regina Hockwin-Thalmann auf den Titel „Gesundheitspädagogin, Bewußtseinstrainerin“ gekommen ist. Solche Berufe
    gibt es gar nicht, zumindest habe ich von solch einem Unsinn noch nie gehört.
    Vielleicht aber kann man diese Be-Rufe im Jobcenter erwerben.

    Antworten
  5. Conny

    Dieses menschenfeindliches System gehört sofort abgeschafft. Diese Bürokratie hilft niemanden, sondern belastet die ganze Gesellschaft.

    Hier ein starkes Plädoyer von Henning Windhoff für die Sozialdeindustrialisierung.
    „Umverteilung: Das soziale Mammut“
    http://ef-magazin.de/2011/06/04/3024-umverteilung-das-soziale-mammut

    „(..) Laut Sozialbericht der Bundesregierung wurden im Jahr 2009 754 Milliarden €
    von Staat, Ländern und Kommunen für soziale Hilfen und Dienste ausgegeben.
    153 Milliarden € gab nur der Bund 2010 für Soziales aus. Das BIP in Deutschland lag 2009 bei 2,39 Billionen €.
    Man kann also getrost davon ausgehen, dass jährlich ein knappes Drittel aller erwirtschafteten Geldmittel in die Fürsorge gegenüber den bedürftigen Bürgern fließt. Na gut, vielleicht ist dies auch notwendig. Vielleicht klafft die Schere zwischen Arm und Reich mittlerweile so weit auseinander, dass es wirklich nur noch ein Hopp oder ein Topp gibt.
    Doch natürlich gibt es auf der Aktivseite der bundesstaatlichen Bilanz auch Zahlen über die Empfänger dieser Gelder. Laut „Spiegel“ leben 11.500.000 Menschen in Deutschland in Armut.
    754 Milliarden € werden auf 11 Millionen Menschen verteilt. Dies ergibt eine jährliche öffentlich-rechtliche Investition von 68.545 € pro Kopf. Würde man dieses Geld einfach als monatliche Auszahlung an die Menschen überweisen, erhielten sie jeweils ein stattliches Monatssalär von 5.700 €. Ich denke, auch mit 5.700 € pro Monat sollte es sich sehr gut Leben lassen.
    Aus meinem ganz subjektiven Verständnis heraus denke ich, dass 1.000 € pro Monat und Bürger genügen, um die wichtigsten Grundbedürfnisse zu befriedigen. Wenn ein Sozialarbeiter 2.500 € pro Monat für eine Vollzeitstelle erhält, kann er sich auch nicht beklagen. Geht man von diesen Zahlen aus, könnte man die jährlichen Sozialtransfers von Bund, Ländern und Kommunen auf 150 Milliarden € begrenzen. Dies würde eine Reduzierung der öffentlichen Leistungen um gute
    600 Milliarden € bzw. um fast 80% bedeuten.
    Selbst wenn jeder der 10 Millionen Hilfebedürftigen monatlich 1.000 € bekommen würde, würde dies die öffentliche Hand nur mit 120 Milliarden € im Jahr belasten. 600 Milliarden € werden pro Jahr von einem sozialen Mammut gefressen, das seinen Auftrag anscheinend nicht erfüllt, denn die Zahl der Hilfebedürftigen sinkt keinesfalls.
    Es ist also höchste Zeit, das Mammut zu erlegen und den notwendigen Bereich der sozialen Hilfe zu deindustrialisieren. Denn weniger wäre hier sehr viel mehr.“

    Antworten
  6. Sigi

    Es gibt keine Jobcenter-Unterstützung. Das alles ist nur absurde Arbeit-Simulation um sich wichtig zu machen und ans Geld zu kommen.
    Wir müssen diese abstruse Hartz-4-SGB2-Mauer zu Fall bringen und die Menschen aus dem Hartz-KZ befreien.

    Die Hartz-Maschine: Geschäfte mit der Arbeitslosigkeit
    http://www.youtube.com/watch?v=R1C9nmntOmc

    Antworten

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