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In vielen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen Berlins können Patienten parallel zu den ­klassischen medizinischen Therapien eine energetische Heilbehandlung in Anspruch nehmen. ­Allein in der Therapeutic-Touch-Methode wurden mehr als 250 Krankenschwestern und -pfleger ausgebildet und ergänzen damit das übliche schulmedizinische Behandlungsangebot.

Besonders bei Ängsten, Stress und Schmerzen nehmen Patienten dieses Angebot inzwischen gern an. Da die Therapeutic-Touch-Behandlungen von geschultem Pflegepersonal innerhalb der normalen Arbeitszeit auf der Station durchgeführt werden, fällt es niemandem groß auf, dass hier etwas bislang Ungewöhnliches passiert. Gerade zur Schmerzlinderung kommt die therapeutische Berührung immer wieder erfolgreich zum Einsatz. In der vielbeachteten TV-Dokumentation „Das Geheimnis der Heilung“ von Joachim Faulstich wurde eindrucksvoll gezeigt, wie eine Berliner Anästhesistin während einer Operation parallel zum üblichen Narkoseverlauf auch Therapeutic Touch anwendet.

In einem anderen Fall hatte ein Patient nach einem operativen Eingriff am Knie große Schmerzen. Die Stationsleiterin der Unfallchirurgie eines Berliner Krankenhauses nutzte nach einem Verbandswechsel die Gelegenheit, Therapeutic Touch an dem Patienten anzuwenden. Gezielt legte sie ihre Hände auf die schmerzende Stelle, und er spürte sofort eine Wirkung. “Sie ziehen mir den Schmerz ja aus dem Knie heraus!“, war seine spontane Reaktion.

Therapeutic Touch ist eine Variante des Handauflegens, also eine energetische Behandlungsmethode, die gezielt als Pflegemaßnahme für den Einsatz in der Kranken- und Altenpflege entwickelt wurde, aber längst nicht mehr nur dort, sondern unter anderem auch in der Gesundheitsvorsorge Anwendung findet. Ziel dieser Methode war es immer, ein ergänzendes und ganzheitliches Angebot innerhalb der Schulmedizin zu sein, denn gezielte Berührung und sanfte Stimulationen aktivieren und harmonisieren die energetischen Prozesse im Körper.

Heilkräfte aktivieren

Die positive Wirkung von Therapeutic Touch zeigt sich nicht nur in der Schmerzwahrnehmung und -linderung, sondern auch als tiefe Entspannung bei Angst und Stress, als allgemeine Vitalisierung, in beschleunigter Wundheilung nach Operationen und als wohltuend bei chronischen und akuten Krankheiten. Auch Chemotherapien und Bestrahlungen können so besser vertragen werden.

Dabei handelt es sich um einen bewusst gesteuerten Prozess des Energieaustausches durch die Hände des Behandlers, um die jedem Menschen innewohnenden Heilungskräfte zu aktivieren, auszugleichen und zu stabilisieren. Dadurch wird der Heilungsprozess beschleunigt. Auch das Immunsystem erfährt durch die heilsame Berührung eine Stimulation. Ebenso wird die Wirkung von Medikamenten unterstützt, wodurch sich die Dosierung in vielen Fällen reduzieren lässt.

In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen wird Therapeutic Touch aber nicht nur für die Patienten eingesetzt. Auch Kollegen bitten gern um entsprechende Hilfe, wenn sie zum Beispiel starke Kopfschmerzen haben, der Chirurg vollkommen erschöpft aus der OP kommt und gleich weiteroperieren muss, oder wenn Pflegeschüler Angst vor den nächsten Prüfungen haben.

Gemeinsam neue Wege gehen

Bereits in den 1970er Jahren war die spätere Professorin für Krankenpflege an der University of New York, Dolores Krieger, zusammen mit der Heilerin Dora Kunz auf der Suche nach einer neuen Methode der energetischen Medizin. Ihr Wunsch war, das energetische Heilen so einfach und unkompliziert zu machen, dass es in den normalen Krankenhausalltag leicht integriert werden konnte. Dafür musste die Methode schnell anwendbar sein, unspektakulär wirken und messbare und überprüfbare Ergebnisse bringen. Da es aber keine solche Methode gab, beschlossen sie, eine neue zu entwickeln.

Dieses alte Heilwissen im modernen Gewand wurde zuerst für Krankenpflegekräfte in ihrem Umfeld angeboten. Dort „testeten“ diese, inwieweit man innerhalb von wenigen Kursen so viel lernen konnte, dass ein heilsamer Effekt bei anderen bewirkt wurde. Die beiden Begründerinnen waren selbst überrascht von ihrem Erfolg: Ihre ersten Schüler waren erstaunlich schnell dazu in der Lage gewesen, heilsame Energien zu entwickeln und anzuwenden.

Die Methode mit dem neuen Namen „Therapeutic Touch“ wurde daraufhin sehr schnell bekannt und füllte eine Lücke in der Schulmedizin, denn viele Pfleger waren unzufrieden mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, den Patienten Gutes zu tun. Gleichzeitig wollten sie aber auch keine fremdartigen Methoden in den Krankenhausalltag hineinbringen. Therapeutic Touch wurde deshalb bewusst so gestaltet, dass es auf Patienten und andere anwesende Personen nicht befremdlich wirkt.

Weltweiter Einsatz

Mittlerweile wird die Methode der heilsamen Berührung in über 100 Ländern unterrichtet und praktiziert. Etwa 200 000 Personen wurden in dieser Methode bislang ausgebildet. Diese arbeiten teilweise rein privat oder in eigenen Praxen, viele setzen sie aber auch in Krankenhäusern, in der Altenpflege, Psychiatrie, Hospizen etc. ein. In den USA, Kanada und Österreich ist Therapeutic Touch sogar Teil des Lehrplans in verschiedenen Krankenpflegeschulen geworden.

Ursprünglich wurde Therapeutic Touch als eine non-contact-Methode entwickelt, bei der nicht berührt, sondern ausschließlich in dem den Menschen umgebenden Energiefeld gearbeitet wurde. Aber die Entwicklung zeigt immer deutlicher, dass Menschen eine direkte körperliche Berührung als sehr entspannend und heilsam empfinden, und in Europa hat sich somit die berührende Variante deutlich durchgesetzt.

Auch in der begleitenden Krebsbehandlung wird die Methode immer öfter eingesetzt. Hier leistete die österreichische Ärztin Dr. Anita Ritt-Wollmersdorfer in Wien über viele Jahre hinweg Pionierarbeit. In Nachsorge-Einrichtungen bekommen Patientinnen mit Brustkrebs schon seit Jahren wöchentlich Therapeutic-Touch-Behandlungen parallel oder im Anschluss an die üblichen Chemotherapien oder Bestrahlungen. Sie berichten von der wohltuenden Wirkung, einer tiefen Entspannung, und fühlen sich durch diese berührende Methode sehr angenommen. Manchmal fließen auch ein paar ­Tränen, wenn sie diese liebevolle Zuwendung erfahren. Und sie fühlen sich dadurch meist ­gestärkt für die anstehenden nächsten schulmedizinischen Behandlungen.

Harmonisierung der Energien

Ziel der therapeutischen Berührung ist es, das menschliche Energiefeld – ein offenes elektromagnetisches Energiesystem, das sich ständig im Austausch mit der Umgebung befindet – mit den Händen zu erspüren, zu harmonisieren und Energien auszugleichen, aber auch, es dem Behandelten auf sanfte Weise zu ermöglichen, sich selbst zu beachten und wieder mit sich in Kontakt zu kommen. Dadurch können die Selbstheilungskräfte wieder ungehindert fließen.

Eine klassische Therapeutic Touch-Behandlung besteht aus vier Schritten:

1. Zentrieren
Die behandelnde Person bringt sich bewusst in einen entspannten, stillen und konzentrierten Bewusstseinszustand. Sie fokussiert sich auf den Patienten und aktiviert für sich selbst einen Zustand erweiterter Wahrnehmung. In diesem Zustand werden Störungen aus der Umgebung weitgehend ausgeblendet. Während der gesamten Behandlung soll dieser Bewusstseinszustand aufrechterhalten bleiben.

2. Energetische Befundaufnahme
Mit den Händen gleitet der Behandler langsam und gleichmäßig in einem Abstand von fünf bis fünfzehn Zentimetern über das gesamte Energiefeld des Patienten und stellt dabei eventuelle Unregelmäßigkeiten und Asymmetrien fest, die in Form von besonderer Wärme, Kälte, Prickeln, Fülle, Leere etc. wahrgenommen werden können. Diese Informationen bilden die Grundlage der darauffolgenden Behandlung.

3. Behandlung
Zuerst wird das Energiefeld geglättet und ausgestrichen; hierbei wird der Energiefluss angeregt. Wenn die Energie an bestimmten Stellen nicht gut fließt, wird dort in besonderem Maße aktiviert. Danach werden die soeben erspürten besonders bedürftigen Stellen gezielt mit den Händen harmonisiert. Es wird Energie hinzugefügt oder ausgeleitet und das Energiefeld neu geordnet. Die Bewegungen sind dabei immer weich und gleichmäßig.

4. Erneutes Erspüren des Energiefeldes
Abschließend wird nachkontrolliert, was sich durch die Behandlung geändert hat. Nach Bedarf wird eventuell auch der vorherige Schritt wiederholt, bis das Ergebnis stimmig ist. Jede Behandlung wird im Anschluss dokumentiert: Wie fühlte sich der Patient vor der Behandlung? Was wurde im Behandlungsablauf vom Behandler festgestellt? Wie fühlt sich der ­Patient danach? Wurden seine Erwartungen erfüllt?

Eine Wohltat auch für den Behandler

Die Anwender lernen in ihrer Ausbildung zu­allererst, wie sie sich selbst energetisch ver­sorgen und stärken können, damit sie bei ­dieser Art Behandlung nichts von den eigenen Energiereserven hergeben müssen und irgendwann ein Burnout droht. Diese energetische Selbstversorgung ist so effektiv, dass viele ­Therapeuten zusätzlich die Kraft für wichtige persönliche Entwicklungsschritte finden und ihr Leben immer mehr in eine für sie sinnvolle und gute Richtung lenken können.

Während einer Behandlung werden die ­Anwender selbst energetisch mitversorgt – sie sind sozusagen in der Lage, sich in einen fortlaufenden Energiestrom hineinzubegeben – und viele berichten, dass eine Behandlung auch für sie selbst eine wohltuende Wirkung hat.

Die Medizin befindet sich im Wandel. Wir ­dürfen darauf gespannt sein, welche neuen Einsichten und Therapien in einigen Jahren zum normalen Alltag gehören werden – vielleicht auch die besonders wohltuende heilsame Berührung.


 

Teile des Artikels sind bereits in der Zeitschrift „Natur und Heilen“ erschienen.

 

Literatur:
Vera Bartholomay:
Heilsame Berührung – Therapeutic Touch, Integral Verlag 2015

Dolores Krieger:
Therapeutic Touch – Die Heilkraft unserer Hände, Lüchow ­Verlag 2012

Joachim Faulstich:
Das Geheimnis der Heilung – Wie altes Wissen die Medizin verändert, MensSana bei Knaur, 2010

Dora van Gelder-Kunz/Shafica Karagulla:
Die Chakras und die feinstofflichen Körper des ­Menschen, Aquamarin Verlag 1994

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