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Ho´oponopono ist  eine hawaiianische Methode, um mit sich und der Welt ins Reine zu kommen und Harmonie, Freude und ein positives Miteinander zu manifestieren. Dabei geht es nicht darum, was „ich“ haben will, sondern darum, die Umwelt als Teil des eigenen Selbst zu erkennen und die Verantwortung für ihr Wohlergehen zu übernehmen.

 

Was bedeutet der Begriff Ho´oponopono?

ho’o heißt machen, begründen oder bewirken,
pono = korrekt, richtig, stimmig, flexibel, im Gleichgewicht,
ponopono = in Ordnung bringen, kümmern um, auf das, was stimmig ist, bezogen sein,
ho´oponopono = etwas richtigstellen, einen Irrtum zurücknehmen, korrigieren, die Dinge untereinander und mit Gott zurechtrücken, übernatürliche Kräfte wiederherstellen und erhalten.

Die traditionelle Aufgabe von Ho´oponopono war es, durch die Kraft der Vergebung und der Liebe Frieden innerhalb einer Sippe herzustellen. Man ging davon aus, dass alle Menschen einer Sippe miteinander einen größeren „Sippenkörper“ darstellen und dass jeder Einzelne die Verantwortung dafür trägt, dass es dem Ganzen gut geht. Wann immer jemand „aus der Reihe tanzte“, krank oder gar kriminell wurde, betrachtete die Sippe dies als das Problem  jedes Einzelnen im Stamm.

Um die Dinge in Ordnung zu bringen, wurde nicht der Außenseiter, Kriminelle oder Kranke verurteilt, sondern jeder Einzelne suchte in sich die Ursache für die Schwierigkeiten und baute für den Außenseiter, Kriminellen oder Kranken so eine Brücke zum großen Ganzen. Wie ein Blick auf einen afrikanischen Volksstamm zeigt, wird diese Tradition auch von anderen Kulturen geteilt. „Es gibt in Afrika einen Eingeborenenstamm, der ebenfalls auf eine ganz besondere Weise mit Außenseitern, Verrätern, Betrügern und destruktiven Menschen umgeht. Wenn dort bekannt wird, dass jemand etwas Schädliches getan hat, kommt das ganze Dorf zusammen. Alle hören auf zu arbeiten. Sie setzen sich in einen Kreis, und der Betroffene kommt in die Mitte des Kreises. Dann beginnt das Ritual: Jeder aus dem Dorf beginnt nun eine Geschichte zu erzählen über eine gute Sache, die dieser Mensch getan hat. Keinem ist es erlaubt, auch nur ein einziges negatives Wort über ihn zu sagen. Das Ritual dauert oft Tage und Nächte, bis alle zu Wort gekommen sind. Dann wird ein großes Fest gefeiert und alle gehen wieder ihrer Arbeit nach.“ 1

 

Für den Anderen da sein

Die Erfahrungswerte darüber, inwieweit sich diese Vorgehensweise auf unsere moderne westliche Zivilisation umsetzen lässt, sind noch relativ gering. Als jedoch eines Tages bekannt wurde, dass der Psychologe Dr. Ihalekala Len in Hawaii eine ganze Anstalt voller geistesgestörter Krimineller mittels Ho´oponopono geheilt hatte, ohne auch nur einen einzigen von ihnen gesehen zu haben, ging diese Methode um die Welt. Auf die Frage, wie Dr. Len diese Heilung zustande gebracht hätte, antwortete er: „Ich suchte lediglich in mir den Teil, der die Krankheit in den geistesgestörten Kriminellen erschaffen hatte!“ Auf die Frage, was er denn dann täte, sagte er: „Ich sprach zu diesem Teil in mir und sagte nur immer wieder ‚es tut mir Leid‘ und ‚ich liebe dich’“. Auf die Frage, ob das alles sei, entgegnete Dr. Len: „Ja, das ist alles!“

Die Erfahrungen von Dr. Len inspirieren seitdem weltweit Menschen, diese Methode auszuprobieren und eigenständig weiterzuentwickeln. Natürlich stellt sich hier die Frage, ob es dafür wissenschaftliche Grundlagen gibt.
Wir wissen aus der Quantenphysik, dass ein Quantum, wenn es gesichtet wird, zugleich überall im Universum existiert. Das bedeutet: Die Welt ist in dir. Du bist die ganze Welt. Und wenn du »alles« bist, gibt es keine Grenzen, sondern nur die Präsenz der einen Gegenwart, wahrgenommen durch deinen persönlichen Wahrnehmungsfilter.
Die Mayas bezeugen dies seit Jahrtausenden, wenn sie sagen: „In Lakesh“ (Du bist ein anderes Ich). Die Inder verkünden die gleiche Wahrheit ebenfalls seit Urzeiten mit den Worten: „Tat wam asi“ (Ich bin auch du). Im modernen Buddhismus kennen wir das Phänomen der „Wechselseitigkeit“ (engl.: mutuality).

 

Du bist das Ganze – alles ist in dir

Wenn du einen anderen Menschen siehst, wo findet das Sehen statt? In dir!
Wenn du jemand anderen als unangenehm empfindest, wo findet diese Wahrnehmung statt? In dir!
Wenn du dich über jemanden ärgerst, wo ist dann der Ärger? Die Antwort lautet logischerweise: in dir!
Wer ist immer dabei, wenn du ein Problem hast? Du!

Also liegt das Problem nicht bei den anderen, sondern bei dir, und kann dort geheilt werden. Jesus drückt diese Wahrheit in Matthäus 5 ,Vers 29, mit den folgenden Worten aus: „Wenn dich dein Auge ärgert, dann reiß es heraus“ – dies bedeutet nichts anderes, als dass wir die eigene Sichtweise verändern müssen.
Denn alles, was du als „im Außen“ erlebst, ist in Wahrheit eine Wahrnehmung innerer Vorgänge. Die Erfahrung, die du im äußeren Leben erlebst, ist in Wahrheit die Widerspiegelung einer inneren „Interaktion“, die sich im Außen zeigt, damit du erkennen kannst, was in dir abläuft. Und sie kann im Inneren geheilt werden.
Ein Beispiel: Wenn du mit deiner Mutter in Unfrieden bist, dann trägst du in deinen Gehirnarealen eine Spaltung zwischen den Regionen, in denen Informationen über Mutter gespeichert sind, und den Regionen, in denen Informationen über dich gespeichert sind. Solange in dir diese Spaltung besteht, wirst du stets deine Mutter durch das Zerrbild deiner Spaltungen erleben. Selbst wenn sie nur ganz nett „Guten Tag“ sagt, wirst du die Decke hochgehen, weil alleine ihre Stimme ungute Assoziationen in dir weckt. Und mehr noch: Wenn du später einen Partner hast, der sich irgendwann einmal so ähnlich verhält wie deine Mutter, wirst du ihn mit deiner Mutter verwechseln und ähnlich ablehnend mit ihm umgehen. Sobald du aber gedanklich zu dem Teil, der erschaffen hat, wie du deine Mutter erlebst, sagst: „Es tut mir Leid – bitte vergib mir – ich liebe dich – danke“ und diese Worte tief in deinem Inneren bewegst und immer wieder wiederholst, wirst du bemerken, dass in deinen Gehirnregionen der Krieg zwischen deiner Mutter und dir geheilt wird. Und dann kann deine Mutter anrufen und die kritischsten Dinge über dich sagen, du wirst nur noch lächeln und sagen: „Danke, Mutter, du hast wie immer völlig Recht“ und dich liebevoll zurücklehnen und das Telefonat genießen. Du gibst das, was gestört war, über das morphische Feld auf eine neue, geheilte Weise nach außen zurück. Dies wirkt sich dann positiv aus auf den Umgang mit deinem Partner und deinen Kindern. So kannst du in jeder Lebenslage deine Welt ein wenig verbessern, indem du Ho´oponopono machst.

 

Verantwortung heißt lieben

Ein Weiser sagte einmal: „Lerne von der Kokospalme. Wirft jemand einen Stein (etwas Unangenehmes) gegen sie, spendet sie eine köstliche Kokosnuss.“
Du bist sowohl das „Ich“ als auch das „Du“ als auch die „Interaktion zwischen Ich und Du“. Der Dalai Lama hat diese Wahrheit sehr schön ausgedrückt als Antwort auf die Frage, ob er die Chinesen dafür verurteile, dass sie ihn aus Tibet vertrieben hätten: „Mein Herz liebt die Chinesen, wie alle anderen Menschen auch. Wenn mein Verstand jetzt die Chinesen verurteilt, dann trage ich in mir eine Mauer zwischen meinem Herzen und meinem Verstand. Und damit kann ich nicht leben. Deshalb entscheide ich mich ganz bewusst dafür, die Chinesen zu lieben, so wie sie sind!“

Was bedeutet dies jetzt praktisch? Es gibt viele Möglichkeiten, Ho´oponopono einzusetzen. Nachfolgend eine Variante, die in dem Buch „Ho´oponopono und die Kraft der Selbstverantwortung“ beschrieben ist.
Übung: Denke an eine Situation, in der dich jemand geärgert, provoziert, aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Nimm zuerst alles wahr, alle Beteiligten, die Situation, dich selbst. So eine Situation kann zum Beispiel sein: ein Konflikt mit deinem Partner, Ärger über eine Politesse oder auch Frustration über bestimmte Politiker, die Finanzkrise…

Was fühlst du? Blende alles aus bis auf das, was du in deinem Körper wahrnimmst, deine reine Empfindung. Löse gedanklich alle Verkettungen mit etwas „da draußen“ und kümmere dich erst einmal nur um dich selbst. Benenne das Gefühl, das du hast und das durch die Situation getriggert wurde. Erlaube dir erst einmal, dieses Gefühl voll zu fühlen, falls erforderlich auch auszudrücken durch Körperanspannung, Gestik, Mimik, Grimassen oder Ähnliches, jedoch ohne das Gefühl auszuagieren. Sobald du dafür bereit bist, spüre in dein Herz, öffne dein Herz und sende zu deinem Gefühl/Empfinden innerlich den Gedanken: „Es tut mir Leid – bitte verzeih mir – ich liebe dich – danke!“ Fühle, wie sich dadurch deine Empfindungen verändern.

Wenn sich dadurch der Konflikt noch nicht gelöst hat: Nimm nur die andere(n) Person(en) wahr. Empfinde alles Mitgefühl für diese Person, wie sie geworden ist, was sie erlebt haben mag, dass sie so ist, wie sie ist, und so handelt, denkt, fühlt, wie sie es gerade tut. Stelle dir vor, du fühlst diese Person in dir, in deinem Bauch oder in deinem Herzen. Dies kannst du unterstützen, indem du den Namen dieser Person denkst und davor die Worte „mein innerer/meine innere“ verwendest, zum Beispiel „mein innerer Karl“ (falls die andere Person Karl heißt) oder auch „meine innere Politesse“ (falls der Konflikt sich auf eine Berufsgruppe, ethnische Gruppe oder Ähnliches bezieht). Wieder erlaube dir, deine Gefühle in vollem Umfang zu fühlen. Öffne dann dein Herz für den inneren Karl, die innere Politesse. Denke: „Ich verstehe dich, ich liebe dich, es tut mir leid, bitte verzeih mir, danke.“ Nimm wahr, wie sich dadurch deine Wahrnehmung von der anderen Person verändert, die ja nur eine äußere Repräsentanz von etwas in dir ist. Spüre, wie du dadurch die Welt (und die andere Person) ein wenig von seelischem Müll entlastest.
Dann nimm die Interaktion, die Beziehung zwischen euch, das Energiemuster als solches in dir wahr und spüre die Energie der Situation (zum Beispiel den Konflikt mit der Politesse) in dir, separat von den beteiligten Personen. Erkenne, dass das, was du erlebst, deine Kreation ist – dass es mit dir zu tun hat, sonst wäre es nicht in deinem Leben. Dies ergibt sich bereits aus dem „Gesetz der Anziehung“. Spüre wieder in dein Herz, öffne es. Sprich zu diesem Energiemuster: „Ich liebe dich, ich verstehe dich, es tut mir leid, bitte verzeih mir, danke.“ Spüre, wie sich dadurch deine Wahrnehmung von eurer Beziehung verändert.

 

Kraftvolle Formeln

Die vier Formeln von Ho´oponopono sind sehr kraftvoll – sie wirken auch, wenn du sie nur vor dich hersagst, vorausgesetzt, du meinst dabei wirklich, was du ausdrückst:

  • Es tut mir Leid: Damit bekunde ich, dass ich bereit bin, meine Gefühle voll zu fühlen und zu verantworten, so wie sie sind.
  • Bitte vergib mir: Ich nehme Kontakt auf mit dem Göttlichen und bitte um Vergebung für meine falsche Wahrnehmung. Vergebung in dem Sinne bedeutet, Löschung des irrigen Musters.
  • Ich liebe dich: Ich integriere das, was ich erlebe, als einen Teil von mir. Liebe verwandelt alles, was sie berührt. 
  • Danke: Ich bedanke mich bei der Göttlichkeit, dass dieser Punkt Bereinigung erfahren konnte.

Das Geschenk von Ho´oponopono ist, dass du dich mehr und mehr als „das Ganze“ erlebst. Es geht darum, wer du bist. Du bist das Ganze. Du bist ein voll wirksamer Bestandteil des kollektiven Avatars, auf den die Welt gewartet hat. Was dir gelingt zu wandeln, das ist in der Welt gelöst. Und dort, wo du selber festhängst, kannst du vielleicht deinen Nächsten bitten, mit dir Ho´oponopono zu machen. So helfen wir uns miteinander in eine bessere Welt hinein.

Dort, wo du den ‚sensitiven Punkt’ bei dir triffst, wirst du Ho´oponopono als einen ‚Zauberstab’ erleben, der binnen Sekunden deine Lebenssituationen verwandelt. Dort, wo du den ‚sensitiven Punkt’ noch nicht getroffen hast, gilt es dranzubleiben – oft wirst du bereits nach einigen Tagen erkennen, wo deine ‚Resonanz’ zu dem Thema liegt. Die hohe Kunst bei Ho´oponopono liegt nicht in den vier Formeln – diese sind einfach zu lernen –, sondern – wie bei anderen Selbsterfahrungsmethoden auch – in der praktischen Anwendung. Zudem ist es natürlich auch Gnade, wenn Ho´oponopono funktioniert. Deine Aufgabe ist es, sich dieser Gnade zu öffnen und den „sensitiven Punkt“ zu finden. Dafür gibt es in dem Buch „Ho´oponopono und die Kraft der Selbstverantwortung“ zahlreiche Tipps. 

 


An dem Tag, als ich später diesen Ho´oponopono-Artikel redigierte, bekam ich einen Brief von einem Freund, der extremem Ärger versprach. Aus den Zeilen rauchte förmlich die Wut und der Inhalt versprach echte Bedrängnis, sodass ich mich bedroht fühlte. Zuerst reagierte ich mit Schock und Unverständnis, dann kam Angst und schließlich nahmen verschiedene Szenarien der Wut und Verärgerung Gestalt an: Das lasse ich mir nicht bieten, ich kann auch zuschlagen… usw. Im Laufe des Tages kam zwar immer wieder Verständnis für den Schreiber auf, dessen Reaktion ich als die eines Menschen erkannte, der sich von mir nicht gesehen fühlte, aber ebenso oft ritt ich auf einer Welle des Zorns. Letztlich hatte ich aber keine Ahnung, wie ich das Problem angehen, geschweige denn lösen sollte. Abends nahm ich mir den Ho´oponopono-Artikel vor und dachte plötzlich: Das probiere ich jetzt einfach mal mit meinem Problem. Ich druckte mir den Text des Artikels aus, setzte mich aufs Bett und folgte genau den Anweisungen des Autors. Dabei merkte ich, dass sich währenddessen über wiederholtes tiefes Ein-und Ausatmen Stress löste. Als ich mit allem durch war, dachte ich: Okay, wenn jetzt direkt etwas passiert, dann glaube ich an die Methode. Kaum hatte ich den Gedanken zu Ende gedacht, klingelte das Telefon. Mein erster Gedanke: Das wär´ jetzt echt der Hammer, wenn… Und tatsächlich: Es war der Briefschreiber, und wir hatten ein langes Gespräch, in dem wir die ganze Sache wieder geradebiegen konnten und jeder dem anderen Verständnis entgegenbrachte. Also, liebe Leser: Es funktioniert wirklich! Just try it.
Jörg Engelsing

 


1 Hwowschinsky, Carol: Mit dem Herzen zuhören: Ein Leitfaden für das einfühlsame Zuhören. Jungfermann Verlag.
Abb.: © danielschoenen – Fotolia.com

Literatur:

Becker, Klaus Jürgen, Ho´oponopono und die Kraft der Selbstverantwortung, RiWei-Verlag Regensburg, 2009

 

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Über den Autor

Avatar of Klaus Jürgen Becker

ist Diplom-Lebensberater seit 1988, Paartherapeut und Life Coach in Seefeld/ Oberbayern. Seine Coachings, Beratungen und Seminare drücken den Geist der Ganzheitlichkeit aus und leisten einen Beitrag zu Mitgefühl, Selbstverantwortung und individuellem wie kollektivem Durchbruch in ein neues Bewusstsein. Ein Forum für Ho´oponopono im Internet, moderiert vom Autor, gibt es auf www. urteilchen.de/forum.

Eine Antwort

  1. lilith

    ich verneige mich vor diesem artikel, und bin dankbar, dass das ho oponopono existiert. ich selbst bin eine brücke für die wesenheit, wenn sie tat wam asi nicht verstanden oder ein suchender. ich bedanke mich von ganzem herzen beim gesamten sein team, dass es diese platform ermöglicht, um alle seelen zu bedienen, die den himmel auf erden auch lebbar machen möchten und auch leben. ein wundervolles weihnachtsfest dem ganzen team, lichtvolle geschenke sowie viel herzensenergie sendet euch eine treue begleiterin auf der reise des bewusstsein.
    in la kech Antworten

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