Im Hot Hatha Yoga bei bis zu 40° C zusammen mit anderen Menschen unglaublich vor sich hin schwitzen – ist das noch Yoga oder nur Turnen im warmen Raum?

von Farhad Djabbari

Tatsächlich haben die hohen Temperaturn beim Hot Hatha Yoga ihren Sinn: Wärme lässt den Körper im muskulären Bereich entspannter und geschmeidiger werden, im Normalfall sind intensivere Bewegungen möglich. Das Agni (nach der ayurvedischen Lehre das Verdauungsfeuer, durch das giftige Stoffwechselprodukte im Körper ausbalanciert werden), das durch die Asanas (Yoga-Stellungen) angeregt wird, wird zudem durch die Wärme im Außen noch zusätzlich unterstützt. Hot Hatha Yoga findet bei unterschiedlichen Temperaturen zwischen 33-36°C und 38-40°C statt.

Durch variierende Praxisschwerpunkte in „Basic & Korrektur“-, „All Level“-, „Advanced“- und „Silent“-Klassen werden für unterschiedliche Bedürfnisse und Voraussetzungen Kurse angeboten. In den Fortgeschrittenenkursen fließen beispielsweise Variationen und Umkehrhaltungen mit ein und besonders in den „Silent“-Klassen ohne gesprochene Anleitung ist eine über die Woche verbundene Struktur der Schlüssel zu vertiefender Übungspraxis. Die konsequent und wirkungsvoll aufeinander abgestimmten Körperübungen sprechen einen großen Teil der erreichbaren geistigen und körperlichen Energiefelder der Asana-Praxis an.

Bei individuell richtiger und regelmäßiger Ausübung können sich Körper, Geist und Seele wieder zur natürlichen Balance hin entwickeln. Auf dieser Grundlage sind der Kreativität im Umgang mit den Asanas keine Grenzen gesetzt und die Übenden können ihre Praxis stärkend und ausgleichend gestalten.

Wer hat‘s erfunden?

Hot Hatha Yoga basiert auf dem von Bikram Choudhoury, dem Schüler des Bishnu Gosh (Bruder von Paramahansa Yogananda) zusammengestellten Konzept des Hot Yoga oder schlicht Bikram Yoga, das bei hoher Raumtemperatur ausgeübt werden soll. Jede der 24 Positionen besteht aus 6 bis 12 hin- und zuführenden Asanas aus Hauptpositionen des Hatha Yoga. Eingeflossen sind hier jahrtausendealte Hatha-Yoga-Positionen, Ayurveda, Energie, Bewusstseinsarbeit und Grundwissen über die menschliche Psyche. Während in Bikrams Urversion eine Yoga-Klasse für alle einheitlich verläuft, gibt es im daraus weiterentwickelten Hot Hatha Yoga zahlreiche Variationen, Alternativen und angeleitete Hilfestellungen, um unterschiedlichen Bedürfnissen und Voraussetzungen gerecht zu werden.

Für jeden geeignet?

Für Yoga-Praktizierende mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie zum Beispiel zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck ist Hot Yoga nicht geeignet. Im Vorfeld gilt es gut zu trinken, und auch während der Yoga-Klasse – bei der bis zu zwei Liter ausgeschwitzt werden können – sollte die Wasserflasche immer dabei sein.

Workshop: Yoga & Bhagavad Gita am 21. & 22.9.19 mit Farhad & Rameshwar

Author: Oliver Bartsch

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*