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Das Herz steht im Ayurveda im Zentrum der Aufmerksamkeit. Es ist der Sitz des Bewusstseins und des Lebens. Es ist die Heimat des Ojas, der höchsten funktionalen und fein­stofflichen Energie, die Körper, Geist und Bewusstsein miteinander verbindet und lenkt. Mit 10 großen Arterien verbunden, sendet das Herz unermüdlich dieses Fluid des Lebens gleichzeitig und im Bruchteil einer Sekunde an jede einzelne Zelle des Körpers. Und dies ununterbrochen – bis zum letzten Atemzug.

Im Ayurveda werden Erkrankungen anhand der drei Bioenergien (die Doshas: Vata, Pitta und Kapha), welche die individuelle Konstitution (genetisches Profil) eines Menschen bilden, klassifiziert. Die Doshas steuern auch die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems. 

 

Ursachen für Herzerkrankungen

Laut der Lehre des Ayurveda werden die meisten ursächlichen Faktoren von Hrid-Roga (Herzerkrankungen) dem Vata-Dosha zugeordnet. Ein gestörtes Vata-Dosha beeinträchtigt besonders das Rasa Dhatu (Blutplasma), schwächt den Körper oder verhindert die Transportfunktion von Blutplasma durch die Srotas (Mikrokanäle), die auch für die Pathogenese (Krankheitsentwicklung) des Herz-Kreislauf-Systems wichtig ist.

In der Regel wird Bluthochdruck – als ein Beispiel für eine typische chronische Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems – oft als ein Ungleichgewicht von Vata und/oder Pitta angesehen. Neben starkem psychischem und physischem Stress als einem der Hauptauslöser bildet eine Ernährung, die hinsichtlich der Qualität und Quantität nicht der individuellen Konstitution entspricht, eine der Hauptursachen von Herzerkrankungen.

Die sich daraus ergebenden Abfallprodukte und Giftstoffe, im Ayurveda „Ama“ genannt, sind kalt, klebrig, zäh, hart. Sie verkleben nicht nur den Verdauungstrakt, sondern auch die Nadis und Srotas, die subtilen Kanäle, die die Blutgefäße bilden, und behindern so den Stoffwechsel auf der zellulären Ebene. Die Giftstoffe sammeln sich im Gewebe und blockieren den Kreislauf. Falsch gewählte Nahrung wird nicht in ausreichendem Maße verdaut, sie fängt an zu gären und es bilden sich Gase, die im Körper nach oben drücken. Weil sie nicht entkommen können, üben sie auf die Brust oder die darin liegenden Organe einen ungesunden Druck aus. Es bildet sich ein Ungleichgewicht des Nervensystems, das Immunsystem wird geschwächt und die natürlichen biologischen Rhythmen des Körpers in ihrer Gesamtheit gestört. 

 

Weitere Ursachen…

Weitere Faktoren, die Herzerkrankungen begünstigen können, sind zum Beispiel eine unregelmäßige Ernährung, ein Ungleichgewicht zwischen Ruhe und Anspannung (zum Beispiel Familie und Arbeit), geistige Disharmonie, körperliche Überanstrengung, Verletzungen in der Nähe des Herzens, starke Abmagerung (beispielsweise mit starker Schwäche als Nebenwirkung einer anderen schweren Krankheit), starkes Erbrechen, unsachgemäße medizinische Behandlung anderer Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck und zu intensiv durchgeführte Ausleitungsverfahren.

 

Wie wird im Ayurveda diagnostiziert? 

Das Konzept des Ayurveda basiert auf einer kombinierten Untersuchung von Körper (Sharira), Sinnesorganen (Indriyas), Geist (Manas) und Seele (Atman). Die Diagnostik des Ayurveda ist auf das Erkennen des aktuellen krankhaften Ungleichgewichts der drei Doshas/Bioenergien ausgerichtet. 

Hierbei werden nicht nur grobe körperliche Abnormitäten und Symptome identifiziert, sondern auch dazu passende Medikamente ermittelt. Im Ayurveda heißt es, dass die Symptome von Bluthochdruck abhängig von der Person und ihrem Konstitutionstyp sind. Das ist in der Regel eine Kombination von zwei Doshas, wobei ein Dosha dominiert.

 

Auch der Patient muss aktiv werden

Für die Ayurveda-Therapie als ganzheitlichen Ansatz ist das Erkennen der Zusammenhänge und Ursachen in dem Meer aus Einflussfaktoren die Voraussetzung für eine Heilung. Durch die Integration der Patienten selbst, durch selbstverantwortliches, bewusstes Verhalten, ist es möglich, einen positiven Beitrag zu seiner Genesung zu leisten. Laut der ayurvedischen Lehre sind Herzkreislauferkrankungen in erster Linie eine Folge eines ungesunden Lebensstils. Diese Erkrankungen sind daher oft vermeidbar und reversibel. Ziel ist es, mit natürlichen Mitteln zu erreichen, dass das Blut durch die Blutgefäße gepumpt wird.

Hierbei richtet sich der Blick vor allem auf die Stärkung des Körpers und die Aktivierung der natürlichen Heilungs- und Reparaturmechanismen. Der komplexe Heilungsprozess wird im Ayurveda durch eine einzigartige Kombination aus Ernährung, Bewegung, Kräuterpräparaten, Reinigungsverfahren (Panchakarma), Atemtherapie, Ölmassagen, Yoga und Meditation koordiniert, um so das gestörte Gleichgewicht der Doshas bei jedem Individuum nach seiner jeweiligen Konstitution wiederherzustellen. Die Herzerkrankung wird so auf zwei Ebenen angegangen: Vorbeugung und gleichzeitige Behandlung mit verschiedenen Pflanzen, Mineralien und deren Zubereitungen. Über die Anwendung der intensiven Ayurveda-Methoden ist es so möglich, fortgeschrittene Stadien einer Herz-Kreislauf-Krankheit auch mit dieser Form der Komplementärmedizin mit gutem Erfolg zu behandeln.


Abb: © Melpomene – Fotolia.com

Bitte beachten Sie, dass die Artikel nicht den Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker ersetzen.

Professor Dr. Shrikrishna Sharma MD (Ay) PhD, hat über 31 Jahre Lehrerfahrung, veröffentlichte viele Bücher und Monographien und erhielt zahlreiche Stipendien, Gastprofessuren und Ehrungen an ausländischen Universitäten und Krankenhäusern. Er ist Professor und Abteilungsleiter für klinische Diagnose des National Institute of Ayurveda der indischen Bundes­regierung Jaipur und Mitglied beim Ministerium für Gesundheit und Familie der indischen Bundesregierung in Neu Delhi.

 

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