Das erst 2006 entdeckte hyperthymestische Syndrom gibt neue Rätsel über die Natur des Gedächtnisses auf. Menschen mit diesem Syndrom können sich an so gut wie alles in ihrem Leben erinnern – jeder einzelne Tag, wie das Wetter war, wo sie gewesen sind, welche Kleidung sie trugen, was sie mit wem geredet haben. Einfach alles.

Gedächtnis wie eine Videokamera

Im Gegensatz zu Gedächtnis-Künstlern, die in Fernsehshows endlose Zahlenreihen oder Spielkarten-Sets auswendig vorsagen können, verwenden diese Menschen keinerlei Gedächtnis-Techniken und ihre Fähigkeiten sind auch nicht kontrollierbar – ihr Gedächtnis funktioniert ganz natürlich wie eine Videokamera, die jede Sekunde ihres Lebens aufzeichnet. Bisher sind nur 20 solcher Menschen weltweit bekannt und das Syndrom wird noch erforscht. In den meisten Fällen scheint sich das enorme Gedächtnis vor allem auf autobiografische Begebenheiten zu begrenzen, also solche Dinge, welche die Person selbst erlebt hat – auch das episodische Gedächtnis genannt.

Das spiegelt sich auch in der Art des Erinnerns. Die Amerikanerin Marilu Henner etwa beschreibt, sie „reise“ quasi innerlich an das entsprechende Datum zurück und sehe die Situation dann so, wie sie sich damals abgespielt hat – aus ihren eigenen Augen. Henner erinnert sich auf diese Weise sogar an Dinge, die sie mit nur 18 Monaten erlebt hat – ein Rätsel für die Psychologie, der Erinnerungen vor dem zweiten Lebensjahr als sehr unwahrscheinlich gelten.

Wie funktioniert das Gedächtnis?

Das Syndrom zeigt noch einmal: Bisher ist unklar, wie das menschliche Gedächtnis im Einzelnen überhaupt funktioniert. Haben wir vielleicht am Ende alle diese Gabe, oder ist das Gehirn der entsprechenden Personen auf besondere Weise ausgebildet?

Noch in den 50er Jahren war man der Ansicht, dass alle Informationen vom Gehirn wie von einer Art Videorekorder aufgezeichnet werden. In ihrer Gänze abrufbar sind diese Informationen jedoch erstmal nur in zeitlicher Nähe – aus dem sogenannten Kurzzeitgedächtnis. Später erinnern wir Informationen dann nur, insofern diese auch ins Langzeitgedächtnis gewandert sind. Grundsätzlich vorhanden sind nach dieser Sichtweise jedoch alle Informationen – und wenn wir nur wüssten, wie, dann könnten wir auch solche Information erinnern, die eben nicht im Langzeitgedächtnis abrufbar sind.

In den letzten 30 Jahren hat sich diese Ansicht dann jedoch geändert, und man geht heute größtenteils davon aus, dass das Kurzzeitgedächtnis wie eine Art Filter funktioniert – nur was sich als relevant erweist, wandert ins Langzeitgedächtnis, der Rest wird sozusagen „gelöscht“.

Quasi unbegrenzte Kapazität

Das hyperthymestische Syndrom wirft nun wieder die Frage auf, ob unser Gehirn nicht vielleicht doch alle Informationen speichert – und ob wir nicht theoretisch auch alle in der Lage wären, diese zu erinnern, wenn wir nur lernen würden, wie wir darauf zugreifen können.

Professor Giuliana Mazzoni von der Hull University in England ist sich sicher, dass die Forschungen zum Gedächtnis noch einige Überraschungen bergen werden:

„Dieser Zustand ist atemberaubend. Wenn eine Frau in ihren 40ern oder 50ern jeden einzelnen Tag ihres Lebens erinnern kann, dann ist die Kapazität unseres Gedächtnisses quasi unendlich. Und das legt nahe, dass es da noch eine Menge herauszufinden gilt. Die große Überraschung dieses Syndroms ist, dass es ein sehr altes Modell des Gedächtnisses stützt – das es nämlich reproduktiv ist, dass Begebenheiten buchstäblich ‚aufgenommen‘ werden.“

Relevanz für Therapie und Philosophie

Die Erkenntnisse sind auch aus therapeutischer Sicht interessant, denn manche Therapien setzen auf eine Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen durch ein Wieder-Erleben dieser Situationen. Verschiedene solche Ansätze behaupten seit jeher, dass der Mensch in bestimmten Bewusstseinszuständen wie Trance, Hypnose oder Tiefenentspannung jede Sekunde seines Lebens abrufen kann – wenn nicht sogar die Erlebnisse aus vergangenen Leben.

Sollte das Gedächtnis tatsächlich solche enormen Datenmengen speichern, so ist auch noch zu klären, wie dies in einem Organ wie dem Gehirn möglich sein soll – oder ob der Sitz des Gedächtnisses vielleicht gar nicht im Gehirn ist, wie verschiedene Wissenschafts-Philosophen vorgeschlagen haben. Diese vermuten den Sitz entweder im ganzen Körper verteilt oder in einem Informations- und Energiefeld, aus dem die Informationen dann vom Gehirn nur herausgelesen werden.

 

 

24 Responses

  1. M...
    M.F

    Hey ich bin 17 und eventuell zu jung für so eine Diagnose. Aber bei mit is es so ähnlich ich kann mich zwar nicht direkt an das datum und den Wochen Tag erinnern aber ich kann mich sogut wie an jeden tag meiner Kindheit bis heute erinnern. Seit dem ich gefühlt 3 bin. Bei meinen Freunden ist das nicht so und ich weiß nicht woran das sonst liegen könnte. Dennoch fällt es mir schwer Vokabeln zu lernen aber das könnte wiederum an meinem LRS liegen. Ich hoffe ihr könnt mir vielleicht weiterhelfen..
    danke fürs lesen und ich entschuldige mich schon mal für möglich Fehler in dem Text.

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  2. Noname (:

    Hallo 🙂
    Sehr toller Beitrag! Er ist zwar schon etwas älter, jedoch habe ich hierdurch alle meine Fragen beantwortet bekommen. Wenn ich das nächstes mal gefragt werde, warum ich aus der Vergangenheit nichts vergessen kann und noch alles gaaanz genau weiß… kann ich Ihnen jetzt endlich, eine Antwort darauf geben. :)🙆

    Antworten
    • Leonie Orzechowski
      Danke

      So geht es mir auch. Endlich mal eine plausible Erklärung. Ich kann mich sogar an Situationen ab meinem 4. Lebensmonat erinnern. Ich kann wunderbar damit leben. Manchmal ist es sogar sehr zum schmunzeln.☺

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  3. christiane carradine
    Muss ich für immer und ewig damit leben ???????????????

    Ich bin Christiane Rieckmann,40.
    Ich wurde 2002 in ein Folterheim gebracht und kam 2007 wieder raus.
    Ich kann keinen einzigen tag davon vergessen.
    Ich habe das alle alles in mir-so als ob es eben gerade wieder passiert ist.
    Mein Arzt ist seicht. Er meint,ich solle eine Psychotherapie machen – damit ich mich wieder an alles erinnere und es verarbeiten kann.
    Haaalloooooo !!!!!!
    Er hat nicht zugehört !
    Ich kann nicht aufhören daran zu denken und darüber zu reden !!!!!
    Kann man mir helfen ?
    Gibt es – ausser gut zu leben – was ich nicht durfte danach…mopping der Heimmitarbeiter – ein Wundermittel.

    Ich glaube nämlich nicht.
    Meine Freunde sind hilflos – Gott,das musst du doch mal vergessen dürfen – nur: werde ich nie !

    Was ist da los mit mir ?
    Ist das eine extra Form des PTBS ?

    Bitte wirklich um Hilfe und Anregung !

    Danke !Christiane Rieckmann

    Antworten
    • Christiane Rieckmann
      Denk erst, bevor du schreibst, Christiane !!!!!!

      Liebe Christiane,
      du warst wohl nicht ganz bei dir, als du das geschrieben hattest. Stressige Situationen die mit Folter und Gewalt verbunden waren-bleiben immer im Gedächnis -hat was mit Chemie im Hirn zu tun – und das weißt Du auch ganz genau.

      Alles Liebe von Dir selber, denk erst, bevor du was veröffentlichst..und geh ins Bett, wenn ich die Sabbelrietis überkommt.

      Antworten
      • Christiane Rieckmann
        .........

        …….wenn dich die Sabbelrities überkommt……

      • Lukas
        Christiane - Hoffentlich hilft das 🙂

        Auch, wenn ich das ganze etwas spät zu Gesicht bekam, meinen Senf muss ich „leider“ dazugeben. Als erstes sei Gesagt: Denk du mal nach, was du anrichtest. Jemandem seine vermeidlichen Unzulänglichkeiten aufzuzeigen, um sein eigenes unfassbar pseudo-empathisches Ego damit zu bestätigen, einfach nur Recht zu behalten und dann auch noch zu urteilen – in einer völlig anonymen digitalen Welt, wo absolut kein Ruf existiert (!!), ist mehr als verwerflich. Punkt. Ich beobachte nur, ich bewerte nicht, auch wenn du das in diesem Moment empfinden wirst. Bevor du das nächste mal Ratschläge gibst, versuche mal die Gefühlslage zu empfinden, so gut es geht – Egal durch welche Assoziation. Und? Klappt nicht, hm? Aber das gibst du nicht zu, ist auch nicht wichtig. Es geht absolut nicht um die URSACHE dieses Kausalzusammenhangs. Denn dazu wurde von Christiane bereits prägnant alles wichtige beschrieben. Es geht um die Kompensation der WIRKUNG! Und da sind Definitionen über irgendwelche Ferndiagnostiken, die nur beschreiben, was Sie bereits weiß, jedoch verpackt sind in schönere, teils inhaltsleeren Platitüden, Absolut Nutzlos und führen nur zur Bestätigung des Selbstzweifels. Aber…darüber wundere ich mich nicht. Auch nicht über das, was kommen wird – Sagt nichts, es ist so. Das macht euch nicht schlechter und auch nicht besser. Wenn man immernoch nach diesem bidirektionalen Denkmuster gehen muss, sind wir ALLE zusammen gleich wertlos. Jeder Mensch erschafft im Laufe seines Lebens sein eigenes Universum und ist (Achtung Wichtig) ein Resultat dessen, was ER gedacht hat. Und nicht IRGENDJEMAND. Oder für die absoluten Klugscheißer unter euch (ja, mir ist bewusst, dass ich in diesem Moment genauso klinge): Man kann nichts Rationales gegen Irrationalität tun. Und genau hier müssen wir anfangen.

        Christiane, nun zu dir persönlich – ich hoffe, falls du es liest, dass es dir noch helfen kann, dir selbst zu helfen. Wie das Gedächtnis funktioniert ist in diesem Fall relativ uninteressant, sondern von welcher Stabilität der Gedanke selbst abhängig ist. (Drücken wir es mal so aus) Im klaren gesagt: Das Wichtige ist, was den Gedanken auslöst und reproduziert, im Sinne der Wahrnehmung. Die Assoziationskette, ihre „Glieder“ und Priorität hinsichtlich: Wahrnehmung, Analysieren, Assoziieren und Manifestieren. Man sollte sich das ganze nicht so Subjektiv vorstellen. Nicht so plastisch und doch greifbar. Sagen wirs mal so: Der Gedanke ist nicht mehr latent, sondern fast schon statisch. Er läuft unabhängig, wenn man so mag. Das Gedächtnis benötigt die Assoziation nicht mehr (Bewusst wahrzunehmen), welche die Bilder, Gerüche etc. imaginär hervorruft, oder genau umgekehrt. Also das, was wir als „Erinnern“ bezeichnen. Wie das nun Biochemisch abläuft ist sicherlich interessant, aber könnte auch nur wenig zur eigentlichen Frage beisteuern. Mit Sicherheit sind deine Gedankengänge auch Teils völlig aus dem Zusammenhang gerissen und schwanken schnell hin und her, oder? Während des Denkens, bereits 5 Gedanken weiter, wieder zurück usw.. Klingt beknackt, ich weiß. Das resultiert in totalem Stress, dieser wiederrum in noch mehr Gedanken, dann ins Bewerten und hinterfragen, zweifeln, resignieren und von vorne. (Mit Gefühlt 200 Zwischenschritten). Unser Bewusstsein ist es nicht mehr gewohnt, dies überhaupt zuzulassen, so dermaßen vom Unterbewusstsein beeinflussbar zu sein. Um nochmal zurückzudenken -> Bewusstsein = Rational; Unterbwusstsein = Irrational. Sorgen machen brauchst du dir keine, auch wenn ich diesen Satz persönlich hasse. Tatsächlich bist du weniger restriktiv. Denk mal drüber nach, warum Menschen kaum sowas wie einen Instinkt besitzen. Tun Sie, der ist nur zum größten Teil überflüssig geworden – Weil wir uns hinsichtlich Evolutionstheorie voneinander abhängig gemacht haben, wurde der Verstand langsam „kreeiert“ – Die Fähigkeit zu analysieren, zu denken, zu beschreiben. DENK(!!) mal drüber nach, ohne eine Sprache (o.Ä. Art der Definition) nachzudenken, komplett reduziert, als wäre man isoliert aufgewachsen. Wird bei dir besser klappen, du bist vermutlich auch empathischer. Grundsätzlich wesentlich empfindlicher in ihrem Gespür. Das Ganze fühlt sich aber Anfangs sowas von ekelhaft ungewohnt an, dass der Verstand es automatisch ablehnt. Dann gehts von vorne Los – Gedankenkreise. Im Grunde blockiert man sich bewusst unterbewusst. Geht dann das Vergleichen los, reagiert man auf alle Arten der Gefühlslage – Du weißt nicht so recht, ob du weinen, schreien, schweigen, schlafen etc. willst. Du bist in ner Art von Patt Situation. Das ganze klingt sehr theoretisch, wird es auch bleiben, aber es ist schwer den Kontext so kurz zu fassen. Ich weiß nicht, wie es dir momentan geht, ich hoffe gut! Aber ja, dir ist zu Helfen, es gibt ein Wundermittel. NICHT ZERDENKEN! Akzeptieren! Und zwar dich selbst. Das ist auch viel zu einfach gesagt, immerhin kenne ich diese Lage auch, „leider“. Ist ein Wunder, dass ich nicht in den 13 Jahren des Mobbings vor den nächsten Zug gesprungen bring. Los gings in der ersten Klasse, plus Klassenlehrer. Voll geil… Ich bin kurioserweise dankbar dafür, dass ich kompensiert habe und nicht durchgedreht bin. Das wirst du auch, oder hast es sogar schon getan. Da ich aber (wie man merkt) langsam etwas den Kontext aus dem Auge verliere, aber immernoch nicht genau zu des Pudels Kern gekommen bin, warte ich erstmal ab, ob und wie du antwortest. Ich würd dir sehr gerne, falls noch erwünscht (und ich nicht rübergekommen bin, als sei ich kurz vorm Wiedereintritt in die Atmosphäre weggeglüht..:D), alles verständlicher darstellen. Und für die Kernaussage, die so Individuell ist, dass ich absolut nicht stigmatisieren darf/kann/würde, brauche ich deine Hilfe 🙂 – Bisher konnte ich wirklich allen helfen, denen ich mich annahm, oder umgekehrt… außer mir selbst. Das soll auf keinen Fall(!!) irgendwas in Richtung „Ich bin der Größte“ suggerieren. Nur, dass ich es sehr gerne mache, denn das wars immer Wert. Gibt nichts schöneres als Empathie. Ich hoffe ich höre von dir, bis dahin auf jeden Fall alles Gute!! Du wirst es nicht nur schaffen. Du bist zu weitaus mehr da. Und das meine ich nicht aus irgendwelchen Metapsychologischen Faktoren, die einen in erster Linie nur beruhigen sollen. Sondern, weils so ist. Oh, und ich hab das hier in einem Zug geschrieben, ohne zu korrigieren, ich hoffe das irritiert nicht total. Aber zu viele Dinge werden auch gerne absichtlich missverstanden von meinen gliebten Internet-„Kritikern“, aber die Menschen dahinter sind nicht schlecht, keiner ist schlecht, was er tut ist allerdings ne andere Kiste – in dieser Welt kompensiert jeder irgendwo. Aber das interessiert jetzt nicht. Und wenns dann zusätzlich nur Gegengehetze ohne jegliche Legitimation generiert wird, erst recht. Im Kern sind wir doch alle irgendwo noch gleich.

        In diesem Sinne 🙂
        Liebe Grüße!
        – Lukas

    • kir

      Auch wenn es sich hart anhört, es nochmal durchleben kann helfen. Man muss durch die Hölle wandern um zum Himmel zu gelangen. In unserer Gesellschaft werden Psychoaktive Substanzen zwar sehr verteufelt, aber wenn du wirklich dich deinem Trauma entledigen willst, dann google mal etwas über Therapie mit MDMA und LSD/psilicibin. Seit kurzem forschen wissenschaftler mit diesen Substanzen wieder und haben bereits erwiesen Krankheiten wie PTSD heilen zu können mit Atemberaubenen erfolgsquoten. Ich bin selber Afghanistan Veteran und habe durch LSD und psilocibin Pilze zu einer neuen Spiritualität gefunden und diese Substanzen haben mich vom Selbstmord abgehalten. Ich kann allerdings nicht jedem dazu raten es wie ich alleine zu tun, da das auch fatale Folgen haben kann. Und diese hochdosierten Trips die dir wirklich helfen Traumas zu heilen sind kein Spaß. Mein erster LSD Trip war eine wirkliche richtige Hölle, nachdem ich aber durch war war meine „Seele“ um einiges gereinigt. Wenn du einen Therapeuten der damit behandelt/Forscht findest kann ich nur dazu raten. Wie gesagt sind sie aber kein Wunderheilmittel, diese Substanzen zeigen dir nur die Tür, durchgehen musst du alleine und der Weg ist durch diese ist steinig und schwer. Wichtig ist, nicht einfach auf einen Kommentar hören und loslegen erkundige dich vorher genaustens durch verschiedene Quellen. Dank des Internets sind die Pros und Gefahren solcher Mittel genaustens nachlesbar.

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  4. Engel. G.
    Traumatisches bleibt auch unter 3 Jahren in der Erinnerung

    .. auch vom Babyalter im Gedächtnis! (nicht jeder Tag und jede Stunde) aber.. mit knapp 2 fast im Bett verbrannt..erste Heizdecke damals fing Feuer und ich kam nicht raus.. (heute noch Feuerpanik) von wegen nochmal erleben.. ich hasse schon Kerzen!.. 2.5 Jahre hinter der zukünftigen Wohnzimmertüre stand eine große Platte hinter der Tür an der Wand.. beim reingehn fiel die Platte um, schlug die Türe zu und ich lag drunter .. Die Last die Atemnot mein vergebliches Schreien.. die Eltern…riefen nach mir.. (ich versuchte mich zu bewegen rauszukrabbeln…wie denn.. die Platte bewegte sich nicht) ..an der Terrassentür tauchte Vater auf und brach die Tür von ausen auf.. er hob die Platte und zog mich raus..

    3 jahre Keuchhusten.. ich wär beinahe erstickt..konnte nicht abhusten..die Bilder als ich unter det Platte lag kamen wieder..aber nein ich wurde auf den Tisch gelegt..Oberkörper nach unten.. und so gehalten.. später sogar Beine hoch Kopf runtet.. „huste“ „atme“..

    mit 3.5 Jahren beinahe im seichten Wasser ertrunken.. Schwimmflügel an den Beinen.. zum Spielen.. ich war ja auf der Wiese vorm Wasser.. eine ältere nahm anlauf und sprang über mich hinweg ins Wasser..streifte mich und riss mich mit.. alle versuche den Kopf über Wasser zu halten war vergebens.. ich versuchte wie ein Hund zu platschen und den Kopf zu heben.. es ging nicht…die Finger berührten den Boden.. ich fing an Wasser zu schlucken…zu atmen..machte die Augen weit auf um zu sehn..alles hatte die Farbe der Wiese und die Sonne kam durch das Wasser..dann hat mich jemand bei den Füßen gepackt und aus dem Wasser gerissen..ich flog hoch…und das erste was kam war mein Mittagessen.. Nudelsuppe..die schwamm im Teich als ich wieder atmete..

    der selbe Teich im Winter.. ingefährlich f ein Kind wie mich.. bis es krachte und ich bis zur Brust im Wasser stand.. es war kalt.. die Kinder am Ufer haben mich rausgezogen … und sofort ist meine Kleidung steinhart gefroren..ich war in Eisgewand gefangen..sie habn mich trotz Schmerzen und den harten kalten Klamotten heim laufen lassen und mir Prügel angedroht (hat mir angeblich das leben gerettet) zuhause wurde ich von dem Gewand befreit und nur in eine Decke gewickelt.. für Stunden spürte ich nur Nadelstiche.. überall an mir.. von 4 weg habe ich daaaann eine sehr gute Erinnerung an meine schlechte Kindheit

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  5. Unknown
    Na klar...

    Mag ja sein dass das allds stimmt, aber von ca 20 Fällen auf der Welt sind bestimmt nicht die Hälfte Deutsche. Ausserdem würden sie sich an alles, wirklich alles erinnern. Sie wollen es nicht und würden bestimmt nicht so darüber reden…. vielleicht habt ihr ein gutes Gedächtnis, aber dieses Syndrom habt ihr sicher nicht. Sry, vlt habt ihr ja einfach nur ein besseres Gedächtnis, also hört auf euch was vorzumachen. Wenn ihr es hättet könntet ihr euch an wirklich alles erinnern; Datum, Wetter, Gespräche etc.

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  6. Noname

    Endlich habe ich einen Namen dafür gefunden 😀
    Dabei ist mir erst vor ein paar Monaten aufgefallen , dass ich ein „überdurchschnittlich“ gutes Gedächtnis habe . Ich kann mir aber nicht das Datum merken , es sei denn es hatte eine besondere Bedeutung oder ich konnte es aus dem Zusammenhang erschließen . Ich habe auch ein paar Erinnerung vor meinem ersten Lebensjahr . Mir geht es genau so , fast keiner glaubt einem . Außerdem ist es auch nervig sich an alles zu erinnern , besonders bei „nicht so schönen Erinnerungen“ oder man wirkt/ist nachtragend und besserwisserisch 🙁

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  7. Anonymous

    hej marion 🙂
    über so eine therapie dachte ich eigentlich noch nie nach, da ich auch keine ahnung hab an wen ich mich da wenden könnt. ein versuch wäre es aber bestimmt wert.
    ich hab da eine frage an dich…
    musst du dir auch immer von anderen anhören lassen wie veresslich du bist??
    dabei ist das eigentlich gar nicht so, sondern einfach deshalb weil man zu viep nachdenkt, über früher usw… man möchte gar nicht dran denken, aber plötzlich kommen wieder alle erinnerungen zum vorschein.
    nicht einfach..lg

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    • sabine scherzer

      hej.
      ich wusst gar nicht dass man das therapieren könnte. müsst ich auch fast mal machen.

      ohhh ja das kenn ich zu gut. du bist so vergesslich. schon wieder hast du das und das vergessen.
      ich denk mir dann: ach halt die ….. wenn du wüsstest was eigentlich in meinem erst 24 jahre alten hirn alles herumschwirrt, würdest du vl schon durchgedreht sein. glaubt mir manchmal bin ich kurz davor. *lach*
      na aber i kenn sowas zu gut.

      genau so die erlebnisse die eigentlich gar nicht wichtig waren… sitzen fest verankert in meinem kopf, und bring sie nicht weg.
      und dann die traurigen oder enttäuschenden erlebnisse, ich kann sie einfach nicht weglöschen. erlebnisse an die sich keiner mehr im normalfall erinnert oder erinnern möchte, jeden gott verdammten tag denk ich dran.
      sogar das hochwasser in ybbs/donau 1991 (ja ich war da nicht mal 1 jahr) vergess ich.
      ich sitze hinterm fahrersitz meiner mutter, rechts neben mir hinterm beifahrersitz kathi die tochter von mamas heutiger exchefin. wir bleiben stehn, ich seh das wasser und hatte voll angst.
      wir sind ausgestiegen weil wir nicht weiter konnten. mama hatte so kleine stöckl schuhe an, und is damit in eine wasserlacke (pfütze) gestiegen. mhm… und dann waren wir bei papa. auch von dort weiß ich noch einiges.

      Antworten
  8. Marion

    Mir geht es genauso wie in den letzten 3. Kommentaren. Ich komme nur schwer klar damit, weil mir (wie bei euch) das niemand wirklich glaubt. Ich habe auch gewisse Dinge in meinem bisherigen Leben erlebt, an die ich mich besser nicht mehr erinnern möchte. Das belasstet mich sehr. War jemand deswegen schon mal in Behandlung? Oder wie geht ihr damit um?

    Liebe Grüße Marion

    Antworten
  9. Jasmin

    bin froh dass die frage was das denn ist, wie das heißt geklärt ist. 😀 hab das ganze auch in abgeschwächter form sozusagen und mach freunden oft genug mit meinen erzählungen angst weil ich datum und selbst was ich in dem genauen augenblick dachte noch weiß… – aber einfach unglaublich was das gehirn für informationen speichert, genial. (:

    Antworten
  10. sabine

    Hallo zusammen 🙂 !!
    Ich kenn das auch zu gut.
    sw… wie dir, so gehts mir auch immer, ich fange an von erinnerungen zu erzählen und jeder meint: oh man du weißt das noch? warum? ich kann mich nicht dran erinnern, und denken ich bin verrückt oder so.
    ich weiß vl nicht immer das datum des geschehens, aber ich hab noch genau vor augen wie es damals war, und ich weiß auch dass die Erinnerungen weit zurück gehen, noch vor dem 1.Lebensjahr, nur glaubts keiner. ich kann auch keinem davon erzählen, weil ich weiß dass mich alle dann für verrückt halten.
    ich dachte dass dann oft selber schon, dass ich mir das einbilde.
    ich habe dann versucht herauszufinden ob dass auch andere betrifft oder ob nur ich dieses problem habe…
    nun ja, ich habe dann diesen artikel gefunden, und glaub mir wir sind nicht verrückt. 🙂

    Antworten
  11. Sabine Scherzer

    Endlich ist da auch jemand dem s so geht wie mir, ich kann mich nämlich auch an so gut wie alles im leben erinnern, vielleicht jetzt nicht mehr an den tag genau, aber wie auch du erwähnt hast was jemand gesagt hat, wie er es gesagt hat, wie er dabei reagierte,… usw.
    nur das problem ist keiner glaubt es,… alle sagen man kann sich an situationen vor dem 3.lebensjahr nicht erinnern.
    hej, ich weiß noch genau situationen bei denen ich erst 1 jahr alt war, und leider sogar noch früher. ich trau mich gar nicht jemanden es zu erzählen, weil mich dann alle für komplett gestört halten würden, aber endlich hat man herausgefunden dass es das wirklich gibt.
    ach mensch ich sags euch. eigentlich ist es toll sich an so vieles noch zu erinnern, aber wenn man dann so nachdenkt drüber,… so glücklich bin ich dann doch nicht mit sowas zu leben, weil dich eben immer alle schief anschaun wenn du zu erzählen beginnst… z.b. als ich 1 jahr alt war, war dass und dass :/
    so was ist echt nicht einfach.
    lg sabine

    Antworten
  12. sw

    Endlich hat das Kind einen Namen und ich weiß, dass ich nicht ganz verrückt bin. Ich bin eine Betroffene und leide sehr darunter. Es gibt Dinge im Leben, die möchte man vergessen, nur ich kann es nicht. Ich weiß, wie oben erwähnt und leicht abrufbar, was an einem bestimmten Tag, wer was gesagt hat, wie drein geschaut hat, was angehabt hat etc…. Ich dachte immer, dass jeder seine Vergangenheit bis ins Detail weiß, aber ich habe mittlerweile die Erfahrung gemacht, dass ich ziemlich alleine dastehe. Kann mir jemand helfen?

    Antworten
    • Jill Price
      das ich nicht lache

      Na sicher das behauptet jeder was für ein wochentag war der 19.oktober 2013

      Antworten
  13. R. Steiner

    Interessanter weise lernte ich kürzlich eine Person kennen, auf die diese Beschreibung zutreffen könnte. Wenn Sie über Ereignisse aus Ihrem Leben erzählt, kann Sie erstaunliche Einzelheiten zum Vorschein bringen. Ich hingegen verfüge über ein vollkommen anderes Gedächtnis und lebe mehr im Hier und Jetzt. Neben einer solchen Person fühle ich mich irritiert und frage mich, wie ein solcher Unterschied zustande kommt. Ist es möglicherweise eine Charakterfrage des nicht loslassen Wollens, wenn Menschen Ereignisse – auch wenn sie eher belanglos erscheinen noch nach Jahren detailgetreu mit Datum, Uhrzeit und etlichen verblüffenden Einzelheiten erinnern? Vergessen können scheint mir auch eine Schutzfunktion des menschlichen Seins. Wenn ich wirklich vergessen habe, habe ich losgelassen und kann wieder offen und neu auf Menschen und Situationen zugehen. Nachtragende Gedanken haben dann keinen Raum mehr. Ich hätte mir neben der schlichten Faszination für dieses Erinnerungsphänomen eine mehr spirituell ausgerichtete Betrachtungsweise in diesem Artikel vom Sein gewünscht.

    Antworten
  14. Hermann

    Servus Anton,

    Warum machst Du auf halber Strecke halt?

    „It’s all in the field.“ – Klar, so dürfte es sein…

    Und? Hast Du ’ne Ahnung, wie mensch sich da einklinken kann oder darf?

    Sollte er überhaupt? Oder bietet die größte Illusionskünstlerin MAYA uns

    da einfach nur eine weitere Spielart der EgoFopperei?

    Antworten
  15. Anton

    Das Gehirn speichert genau so informationen, wie das Radio die Radiosendungen. Nämlich gar nicht. It’s all in the field. Alles andere würde
    bedeuten, dass das Bewusstsein ein Epiphänomen der Materie ist. Was offensichtlicher (leider nicht für alle) Schwachsinn ist.

    Antworten

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