Anzeige

Nur indem man innere Stärke und Willenskraft entwickelt, kann man am Leben wirklich teilnehmen. Warum gerade spirituelle Menschen oft zu empfindlich sind und vor dem Leben flüchten.

Das Leben – nichts für schwache Nerven

Wenn das Leben auf der Erde als Fahrgeschäft in einem Vergnügungspark angeboten würde, ginge damit wahrscheinlich ein Warnschild einher: “Vorsicht! Nichts für schwache Nerven!” Bist du voll und ganz bereit, dich auf diese wilde Fahrt einzulassen?

In seinem Buch Anti-Fragilität weist Nassim Taleb darauf hin, dass die Menschen des 21. Jahrhunderts ihr Leben so gestaltet haben, dass es einer  sorgsam geplanten Touristenreise gleicht. Bei dieser künstlichen Lebensweise versucht der Mensch alles, was unbequem sein könnte, sogar kleinste Unsicherheiten, Fluktuationen und Druck auszusperren. Die Ironie dabei ist, meint Taleb, dass diese ganze Anstrengung, die Welt zu einem gemüt­lichen und berechenbaren Ort zu machen, uns noch empfindlicher macht, noch anfälliger den Turbulenzen des Daseins gegenüber.

Man sieht das an dem Arzt, der schnell ein eigentlich unnötiges Medikament verschreibt und so die natürlichen Heilkräfte des Körpers aushebelt, oder auch an übervorsichtigen Eltern, die ihre Kinder persönlich zu Treffen mit Freunden und Musikstunden chauffieren und sie niemals irgendwohin allein gehen lassen. Taleb schreibt, dass wir als Spezies unsere Gesundheit, Politik, Wirtschaft und Bildung schwächen, indem wir Zufälligkeit und Unbeständigkeit nicht zulassen. 

Seine Lösung: Diese Tendenz auf den Kopf stellen und dem Leben keine Ordnung aufzwängen.

Natürliche Widerstandsfähigkeit aufbauen

Wir sind in einem großen Missverständnis gefangen: Wir meinen, dass wir stärker sind, wenn wir das Leben besser kontrollieren. Tatsächlich aber kreieren wir so nur eine falsche Stabilität, die uns eigentlich schwächt, weil wir unsere natürliche Widerstandsfähigkeit verlieren. So wie das Immunsystem eines Kindes stärker wird, wenn es einem normalen Maß an Staub und Dreck ausgesetzt wird, und schwächer, wenn das Kind in einer sterilen Umgebung lebt, wird auch die Psyche schwächer, wenn sie nicht gelegentlich starkem Druck ausgesetzt wird. Ein solcher Mensch wird so schwach, dass fast jede Störung ihn erschüttern und brechen kann.

Manche versuchen, mit Hilfe spiritueller Praktiken wie Meditation stabiler und selbstbewusster zu werden. In meiner (Shais) Arbeit als Lehrer für innere Wandlungsprozesse habe ich jedoch festgestellt, dass diese Praktiken oft das Gegenteil bewirken: Sie nehmen dem Praktizierenden wichtige Abwehrkräfte und Filter. Der Mensch wird “entspannter” und “akzeptiert leichter”, aber dieser Zustand eignet sich am besten für Workshops oder Retreats. Im täglichen Leben stellt ein solcher Mensch meist fest, dass seine Abwehrkräfte ernsthaft geschädigt sind, dass er nicht wirklich zurechtkommt und am Leben teilnehmen kann. Er ist zu weich und empfindlich geworden, um in der Welt klar­zukommen.

Ich (Tim) habe dafür ein sehr deutliches Beispiel sehen können, als ich in einem buddhistischen Kloster im thailän­dischen Dschungel gelebt habe. Die Mönche gingen selten in die nahegelegene Stadt, und wenn sie es doch tun mussten (um zum Beispiel Vorräte einzukaufen), kamen sie oft überwältigt und erschöpft zurück, weil ihre Sinne überstimuliert worden waren. “So viel Samsara!” hörte ich sie klagen. Was, fragte ich mich, war der Wert einer spirituellen Praxis, die eine Person dahin brachte, dass ein einfacher Einkauf für sie zu schwierig wurde?

Den Prozess der Verweichlichung umkehren

Was können wir tun, um diesen Prozess der “Verweichlichung” umzukehren? Der Kern meiner (Shais) therapeutischen Arbeit und Dozententätigkeit ist es seit Jahren, Menschen die Tatsache akzeptieren zu helfen, dass wir in einer Welt der Machtspiele und -kämpfe leben. In einer solchen Welt braucht man innere Stärke. Sie ist für die mentale und emotionale Gesundheit entscheidend wichtig und auch dafür, dass man sich ganz fühlt. Man braucht auch Willenskraft, ­einen stabilen Willen, um im Leben voll engagiert zu sein. Nur indem man seine eigene innere Stärke und Willenskraft entwickelt, kann man an den Machtspielen des Lebens teilnehmen, ohne sich in einen sicheren, dunklen Ort in ­seinem Inneren zurückziehen zu müssen.

Wo aber fängt man an, wenn man diese innere Stärke entwickeln will? Man muss sich den Vertrag, den man mit dem Leben hat, bewusst machen und ihn akzeptieren. Diesen Vertrag unterschreibt man unbewusst in dem Moment, in dem man geboren wird. Man hat “Ja!” als Antwort auf die Frage: “Bist du bereit, aktiv an der Welt der Machtkämpfe teilzunehmen?” geantwortet. Man hat, mit anderen Worten, dem Leben zugestimmt. Vielleicht hat man sich damals nicht vorstellen können, wie eine solche Welt der Machtkämpfe aussehen würde. Genau deshalb muss man den Vertrag ein zweites Mal schließen – diesmal bewusst, als ­Erwachsener.

Wenn man diesen Vertrag akzeptiert, leitet dies das Ende des eigenen Selbstbilds als zerbrechliches Wesen ein. Wenn man sich selbst als empfindlich erlebt, meint man eigentlich: “Ich bin nicht so stark, wie ich es gerne wäre.” Wenn man in Momenten der Verzweiflung ruft: “Ich hasse diese Welt!” geht es eigentlich um das Gefühl “Die Machtspiele frustrieren mich, ich fühle mich so unendlich schwach und will meiner Niederlage nicht ins Gesicht ­sehen”. Was man eigentlich hasst, wenn man die Welt zu hassen meint, ist der Zustand, in dem man nicht so viel Macht hat, wie man gerne hätte.

Auf der Erde ankommen

Indem man die Welt hasst, meint man vielleicht, aus dem Vertrag herauskommen zu können, vielleicht macht man seine innere Welt zu einem “Schutzraum”, zu einem Rückzugsort. Manche sehnen sich danach, “in den Mutterleib” zurückkehren zu können, “in den Himmel zu kommen” oder einen anderen geistigen oder körperlichen Zustand zu erreichen, der dem ähneln könnte. Andere sehnen sich nach einem Menschen, einem Lebensgefährten oder einem Guru, der sie bedingungslos akzeptiert und ihnen das Gefühl gibt, dass es zumindest einen Ort gibt, an dem sie nicht um ihren eigenen Platz kämpfen müssen. Die Suche nach solchen sicheren Häfen ist nur ein Nebenprodukt der Schwierigkeiten, denen man begegnet, wenn man in dieser Welt nach Macht strebt.

Wenn das Leben auf der Erde ein Fahrgeschäft in einem Vergnügungspark wäre, für das man ein Ticket kaufen könnte, wäre daran wahrscheinlich ein Schild befestigt: “Vorsicht: Nichts für schwache Nerven!” Aber selbst, wenn man geistige Fluchten ­antritt, ist man immer noch hier.

Besser ist es, der Sache ins Gesicht zu sehen: Das Leben ist nicht einfach, aber es gibt keine Alternative. Gib deinen inneren Rückzug auf und komm raus. Immerhin bist du dieser Welt untrennbar verbunden, bist aus genau der gleichen Substanz gemacht wie jeder andere Teil von ihr. Es ist eine robuste Substanz, durch Milliarden Jahre der Evolution brachial geformt: im Weltraum, den Sternen und hier auf der Erde. Du bist viel härter im Nehmen, als du gerne zugeben würdest. Tief in dir, unter dem “guten Menschen”, der zu deinem Selbstbild passt, bist du  wie alle anderen. Du suchst nach deiner eigenen Kraft und das Machtspiel fasziniert dich – dieses Spiel, das letztlich nichts ist als Energie, die durch das Universum und deine Adern fließt.

“Schön,” sagst du vielleicht, “Vielleicht mache ich mit. Aber dieser Vertrag ist mir zu vage. Ich will genau wissen, was da drinsteht, bevor ich ihn unterschreibe!”

Hier also kommt der ganze Vertrag, ­zusammengedampft auf acht Klauseln:

1. Ich bin bereit, zu wollen. Jeder will etwas, zumindest bis zu einem gewissen Grad, aber nur wenige wollen ­etwas entschieden und mit aller Bestimmtheit. Die meisten von uns wollen zögerlich und vorsichtig. Das liegt darin, dass man den Schmerz, der mit einer möglichen Niederlage einhergeht, bereits gut kennt. Man bringt sich bei, nicht zu viel zu wollen, um diesen Schmerz zu vermeiden. Dank dieser Strategie nimmt man von vielen Leidenschaften Abstand, engt seine Möglichkeiten im Leben ein – und wird dadurch letztlich nur noch schwächer.   

2. Ich bin bereit, Schwäche zu erleben. Wenn man seine Momente der Schwäche als Teil des Spiels akzeptiert, ist das sehr bestärkend. Solange man Angst und Versagen fürchtet, ist man nicht wirklich lebendig: Man ist ängstlich. Wenn man seine eigenen schwachen Momente akzeptiert, macht einen das wirklich stärker. Stärke ist nur dann möglich, wenn man das Risiko eingeht, dass man geschwächt werden könnte oder sich Leiden einhandelt. Wenn man dieses Risiko zu akzeptieren bereit ist, verschwendet man keine extra Energie darauf, dagegen anzukämpfen. Ja, wenn man keine Angst vor diesen ­Momenten hast, sieht man sie als Preis, den man gerne zahlt, um mitspielen zu können. Überraschenderweise wird man dadurch viel stärker, kann kreativer auf Verluste reagieren und schneller ­darüber hinwegkommen.

3. Ich bin bereit, harte und schwierige Bedingungen zu erleben. Wenn man wachsen und sich entwickeln will, muss eine gewisse Reibung mit dem Leben stattfinden. Schwierige Situationen und harsche Umgebungen machen einen stärker. Freunde dich also mit deinen Problemen an. Sie machen dich stärker und bringen dich dazu, Präsenz zu ­zeigen, damit du sie anpacken kannst. Sogar schlechte Neuigkeiten, unfaire Kritik, Betrug und schwere Enttäuschungen können dich stärken und dafür sorgen, dass du dich neu sortierst und Widerstandskraft entwickelst.

4. Ich bin bereit, mir die Hände schmutzig zu machen. Viele Leute haben das Gefühl, dass sie nicht gleichzeitig gut und unkorrumpiert bleiben und voll am Leben teilnehmen können. Aber ist es realistisch, mit allem aufzuhören und sich in einen Zustand intensiver Kontemplation zurückzuziehen, bis alles perfekt ist? Nein. Wenn man sich in das Spiel einbringen will, muss man bereit sein sich mit seinen eigenen Motiven zu beschäftigen, auch wenn sie zweifelhaft sind. Natürlich ist es gut, zu verstehen, warum man etwas tut. Noch besser ist es, aktiv zu bleiben, während man seine Motive klärt. So bleibt kreatives Handeln in deinem Leben erhalten.

5. Ich bin bereit, weniger Macht als andere zu haben. Stell dir die Welt der Machtkämpfe als Pyramide vor: An der Spitze ist wenig Platz, während die Basis viel Raum bietet. Wenn du deine Kräfte mit denen anderer vergleichst, macht dich das nicht glücklich. Echte Selbstakzeptanz bedeutet, dass man auch das Maß an Macht akzeptiert, das man selbst mit in die Welt bekommen hat, und das Vorhandene nutzt, um sein maximales Potenzial auszuschöpfen: die bestmögliche Version seiner selbst zu werden.

6. Ich bin bereit, bescheiden zu sein.  Bescheiden sein bedeutet, dass man realistisch ist. Man erkennt, dass man nicht das Zentrum des Universums ist und nicht alles in Leben bekommen wird. Das mag für diejenigen von uns, die von unserer Kultur des Komforts und der Bequemlichkeit eher verwöhnt sind, schwierig sein. Wenn man bereit ist, realistisch zu sein, heißt das, dass man nicht mit Gewalt gegen das Leben ankämpft, wenn es einem nicht sofort das gibt, was man zu verdienen meint: dass man genau so angenommen wird, wie man wirklich ist, und dass man ­immer gesehen wird. Man akzeptiert Kompromisse und hört auf zu erwarten, dass das Leben einem etwas schuldet. Stattdessen ist man bereit, hart zu ­arbeiten und sich seinen Platz unter den acht Milliarden Menschen auf diesem Planeten zu verdienen.

7. Ich bin bereit, die Schönheit des Spiels zu sehen. Du wirst vielleicht die Versuchung spüren, die Kämpfe des Lebens immer hart und hässlich zu finden.  Nichts könnte weniger nah an der Wahrheit sein. Die Machtspiele der Natur und der Menschheit haben große Schönheit hervorgebracht. Durch die Evolution, durch Konkurrenz zwischen den Arten haben sich erstaunlich vielfältige Formen entwickelt: Der Schweif eines Pfaus, die Eleganz eines Delfins, die Blüte einer Rose. Generation um Generation wird alles Lebendige immer weiter neu und wunderbar geformt, das gilt auch für uns. Sogar das Leiden und der Kampf eines Menschen können seine mentale und spirituelle Evolution bewirken. Akzeptiere also die Anstrengungen des Lebens als Grundlage seiner Schönheit.

8. Ich bin bereit, in dieser Welt zu Hause zu sein. Manche Menschen möchten sich vom Leben zurückziehen, um einen immer anhaltenden, entspannten Geisteszustand zu erreichen. Mancher arbeitet eifrig daran, seinen Rückzug an einen idyllischen Ort finanzieren zu können. Wieder andere ergehen sich bloß in Fantasien darüber, “alles hinter sich zu lassen.” Diejenigen, die zu Spiritualität und Religion neigen, sehnen sich nach dem Himmel oder Nirwana. Aber wenn du dich an einen anderen Ort wünschst, bist du nur zum Teil hier. Als Gedankenspiel stell dir das Prinzip der Reinkarnation vor: Die ewige Wiedergeburt, aus der man nie entkommen kann. Könntest du eine solche Existenz akzeptieren, könntest du sagen: “Ja, ich bin bereit, wieder und wieder geboren zu werden, den Schwierigkeiten und der Härte der Welt zu begegnen. Ich werde niemals wegrennen, noch nicht einmal im Geiste. Ich bin bereit, mein Leben so zu leben, wie es ist, bis in alle Ewigkeit.“ Kannst du dein jetziges ­Leben mit genau dieser Hingabe und Verpflichtung leben? Diese Denkweise wird dir einen ganz neuen geistigen Frieden schenken.  
 

Dies sind die acht Prinzipien eines ­bewussten Vertrags mit deinem Leben. Akzeptiere diesen Vertrag nicht zu schnell. Gib den Bedingungen Zeit, auf dich einzuwirken. Wenn du bereit bist, unterschreibe den untenstehenden Vertrag und lege ihn an einen Ort, wo du ihn jeden Tag sehen kannst – um dich daran zu erinnern, dass du diesem ­Leben zugestimmt hast.

Mein bewusster Vertrag mit dem Leben
1.    Ich bin bereit, zu wollen
2.    Ich bin bereit, Schwäche zu erleben
3.    Ich bin bereit, harte und schwierige Bedingungen zu erleben.
4.    Ich bin bereit, mir die Hände schmutzig zu machen.
5.    Ich bin bereit, weniger Macht als ­andere zu haben.
6.    Ich bin bereit, bescheiden zu sein.
7.    Ich bin bereit, die Schönheit des Spiels zu sehen.
8.    Ich bin bereit, in dieser Welt zu ­Hause zu sein.

Unterschrift:

Datum:           

 


Dieser Artikel basiert auf dem Buch von Tim Ward und Shai Tubali „Indestructible You: Building a Self that can’t be broken“, einem praktischen Leitfaden für Power Psychologie, der demnächst auf Englisch erscheint und über amazon.de erhältlich ist.

8 Responses

  1. Sorbus
    Der Wahnsinn der Welt

    Ja, in Bezug zum Wahnsinn der Welt stimmt der Artikel absolut. Nur so wie in dem Text/Buch mit Handlungsanweisungen beschrieben kann man wohl in diesem wahnsinnigen Spiel der Welt mitmachen und seinen Platz finden. Doch die Welt ist nicht das wahre Leben auf Erden. In der Bibel wird bereits ein Unterschied gemacht zwischen dem Geist der Welt und dem Geist Gottes, dem Geist der Wahrheit. Wer diesen Unterschied schon mal gespürt hat (und das nicht nur zu Pfingsten), der wird ab sofort erkennen, dass er sich von Geist der Welt nicht einnehmen lassen muss. Jeder Mensch kann aus vollem Herzen darum bitten, dass er vom Geist der Wahrheit erfüllt werden möge und ab sofort anders handeln. Das ist manchmal schwierig, aber machbar. Viele weitere Weisheitslehrer haben diesen Unterschied erkannt, ihn mit unterschiedlichen Begriffen beschrieben. Ein Beispiel ist Barry Long (Buch „Nur die Angst stirbt“), der vor allem beschreibt, wie man durch die selbst geschaffene Welt im inneren gehen, seine wahnsinnigen Masken aufgeben muss, um zur Erde zurückzukehren.

    Eine bessere Welt, eine Rückkehr zum wahrhaftigen, heiligen Leben auf Erden ist möglich! Und der Weg dorthin führt garantiert nicht durch rosarotes Eso-Gesülze. In Letzterem stimme ich dem Autor absolut zu. Doch ich widerspreche ihm zutiefst, dass es darum geht, sich wieder einen Panzer anzulegen, um das Spiel der Welt mitzumachen. Schon allein die Öko-Systeme dieses Planeten werden dieses Macht-Spiel nicht mehr lange abpuffern können.

    Antworten
  2. Ela
    Vorsicht, der Verstand ist clever 😉

    Ich stimme dem Artikel nicht zu, kann aber nachvollziehen, woher diese Gedanken rühren. Je länger man sich auf seinem bewussten Weg befindet, umso cleverer wird eben auch der Verstand. Und dem ist das alles, also dieser Weg, raus aus der Identifikation und Definiertheit, hin zur eigenen Schöpfermacht eben viel zu vage, viel zu schwammig und langatmig mit vielen Durststrecken. Letztlich hat er es wohl bei dem Autor geschafft wieder zum Anfang des Weges zurückzukehren, da wo der Verstand eben auch am liebsten ist, in der gewohnten Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die mit konditionierten Mustern ausgestattet war, die einem suggerieren, das Leben sei hart und man müsse sich das Glück immer verdienen, indem man sich den Machtspielen eben hingibt, kämpft, sich zusammenreißt, aber dann dennoch seine Niederlage annimmt. Das ist unausgereift und nicht stimmig. Auch Verträge gehören in diesen vergangenen Raum.
    Netter Versuch, aber bei mir kommt’s nicht an.
    Herzlichst,
    Ela

    Antworten
  3. Eso-Mystiker

    Es gibt keinen jenseitigen Gott. Sondern es gibt in der Natur göttliche Dinge, die dem Menschen ewig verborgen sind. Der Mensch (und die Welt) wurde nicht „erschaffen“, sondern existiert von Natur aus.
    Das Beten ist sinnlos. Ein Mensch muss u. a. seine Willenskraft und Liebe vergrößern. Und sich dann mit mystischen Erfahrungen und mit Geistheilung beschäftigen.

    Antworten
  4. jörg

    Es beschreibt genau was mir seit einiger zeit immer klarer wird, aber aus Bequemlichkeit versuche ich dies zu verdrängen und darin besteht der Selbstbetrug, der einem das Leben vermiest. Im Leben gibt es nichts umsonst, alles hat seinen Preis. Nur wer bereit ist, diesen Preis zu zahlen, hat mehr vom Leben. Ein erfülltes Leben bedeutet nicht Müßiggang, sondern das Erweitern und Ausschöpfen seines Potentials, persönliches Wachstum. Mutter Natur ist wahnsinnig effizient, sie hat nichts zu verschenken. Brachliegendes Potential verschwindet einfach und mit ihm die Freude am Leben. Wäre es anders, würde nichts diese Welt antreiben.

    Antworten
  5. Sacha
    In Grenzen korrekt

    Hallo,
    grundsätzlich stimme ich dem Ansatz zu, denn die komplette Flucht in die Spiritualität ist denen vorbehalten die den Sinn des Lebens einzig und allein in Ihrer spirituellen Entwicklung sehen.

    Dennoch halte ich den Ansatz für falsch das die Natur und die Menschheit grundsätzlich von Macht besessen sind. Die richtigen Machtspiele haben wir selbst entwickelt. Das war nicht immer so, und muss auch nicht so sein.
    Daher sehe ich den Artikel auch ein wenig als aufruf zur Resignation am Leben selbst, den ich so nicht unterschreiben kann.

    Viele Grüße

    Sacha End

    Antworten
  6. lisa

    Genau dies habe ich gespürt als ich öfter Zeit in einem Kloster verbracht habe. Ich kann das Leben nur ergreifen und an ihm wachsen wenn ich daran teilnehme. Für mich haben ein paar Tage in einem Kloster den Sinn zu mir zu kommen. Nicht mehr und nicht weniger. Wirkliche Erfahrungen kann ich nur im „wahren“ Leben machen.

    Antworten

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*