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Schatten auf dem Pfad, so heißt das Buch des unorthodoxen Heilers Abdi Assadi. Ein Buch, das so unbequem ist, dass es in Amerika kein Verleger anfassen wollte – und dass obwohl Abdi Assadi mit Sting und Sheryl Crow überaus prominente Fürsprecher hat.

Der Grund: Das Buch nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, das spirituelle Business mit all seinen Gurus, Methoden und Workshops zu hinterfragen. All das, so meint Assadi, hilft uns nicht nur nicht aufzuwachen, sondern lässt uns noch tiefer schlafen.

Erleuchtung ist nichts für Junkies, sagt Abdi Assadi. Wir alle sind trickreiche Wesen, wenn es darum geht, das Ego zu stärken und Schmerz zu vermeiden. Ob im heiligen Gewand, als Yogi oder „friedvoller Krieger“: Scheinbar suchen wir nach der Wahrheit und merken nicht, dass wir auch auf dem spirituellen Weg einfach nur high werden wollen.

Das Buch ist ein Plädoyer für schonungslose Aufrichtigkeit gegenüber sich selbst, die Auseinandersetzung mit all den Schmerzen und Schatten, die wir im Herzen tragen und ein Aufwachen in eine Freiheit jenseits des Egos. David Rotter hat sich mit Abdi Assadi unterhalten.

 

Es wird derzeit viel über Lichtarbeit geredet. In deinem Verständnis geht es aber viel mehr um Schattenarbeit, das heißt die Orte, die unser Licht am Meisten brauchen, sind unsere eigenen Schatten. Nach einer Periode des positiven Denkens und Manifestier-Kulten scheint dieses Verständnis sich wieder mehr und mehr zu verbreiteten. Magst du etwas sagen über das ambivalente Verhältnis von Spiritualität und Schattenarbeit und warum du glaubst, dass diese gerade jetzt so wichtig ist?

Ich werde dir eine Geschichte erzählen. Ich war noch sehr jung als ich Therapeut und Akupunkteur wurde, etwa 23 oder 24 Jahre. Damals begann die AIDS-Epidemie in New York. Und das war vor der Erfindung der AIDS-Medikamente, die heute vielen helfen, damals starben alle Menschen mit AIDS. Ich gehe in einen Raum und da war dieser Mann, nur ein oder zwei Jahre älter als ich, er stirbt, wiegt nichts, ist dabei, zu erblinden. Und er schaut in den Handtuchspender und rezitiert positive Affirmationen „Meine Zähne wachsen jetzt nach. Meine Haut wird immer schöner…“ Ich glaube, er starb sechs Wochen später. Das war das erste Mal, dass ich erkannte, wie gefährlich dieses positiv-Denken-Zeug ist, und das war, als dieser Schwachsinn gerade erst begonnen hat.

All dieser positiv-Denken-Bullshit versucht, das Leben, wie es ist, zu negieren und Kontrolle darüber zu erlangen. Aber du erreichst das Licht nicht in dem du dir schillernde Lichter vorstellst, sondern indem du in den Untergrund gehst und dich mit dem auseinandersetzt, was ich die Schatten nennen. Zumindest in meiner Erfahrung gibt es keinen anderen Weg. Ich arbeite seit 25 Jahren und habe Tausende von Menschen behandelt und ich habe noch jemanden getroffen, der um diese Dinge herumgekommen wäre.

 

Also ist für dich die spirituelle Reise genau das: Das bewusste Umgehen mit den Schatten? Und es geht nicht darum, etwas zu bekommen, sondern darum, seine Schatten loszuwerden?

Ja, das hast du sehr schön gesagt. Die spirituelle Reise dreht sich allein ums Verlieren. Es geht darum, alles zu verlieren. Und es ist nur für die Mutigen. Es geht darum, auf die Angst einflößendste Art und Weise nackt zu werden, auf die man überhaupt nackt werden kan. Alles, was du auf der spirituellen Reise zu gewinnen scheinst, ist das Ego. Es gibt absolut keinen Gewinn. Wenn die Leute sagen: „Ich hatte diese wundervolle spirituelle Erfahrung“ – ja, dein Ich hatte diese Erfahrung. Eine wirklich spirituelle Erfahrung tötet das Ich. Aber du selbst kannst das Ich nicht töten, weil du das Ich bist. Also gibt es diese Verwirrung. Es ist wieder nur das Ego, das ständig alles ansammelt. Der wirkliche Duft der der Liebe erreicht dich erst, wenn schon genug getötet wurdest.

Das Ich, das die Umwelt retten will, ist das gleiche Ich, das sie zerstört. Das Ich, das ein Heiler sein will, ist das gleiche Ich, das durch seine Selbstsucht all die Schmerzen verursacht. Es ist genau dieses Gefühl ein Ich zu sein, das es zu verlieren gilt. Wenn du glaubst, du wärst dein T-Shirt, dann bist du in Schwierigkeiten. Aber das ist, was die Menschen tun: sie besorgen sich einfach nur ein netteres T-Shirt. Statt Nylon ist es nun Baumwolle. Aber es ist immer noch ein Shirt.

Letztlich muss man völlig wahnsinnig sein, um spirituelle Arbeit zu tun. Das Ego kommt zur Spiritualität und denk es kann machtvoller werden. Aber die geistige Arbeit ist die Guillotine für das Ich. Es ist schmerzhaft. Wenn du keine Schmerzen auf deinem spirituellen Weg hast, dann vergiss es, du bist auf einem Ego-Trip. Es ist nicht angenehm.

Alle diese positiv-Denken-Zeug versucht den Willen zu benutzen, um den Schmerz zu verdrängen. Aber bei der Spiritualität geht es gerade um Hingabe und darum, den kleinen Willen gehen zu lassen. Wir sind eben alle Kontroll-Freaks und wir haben Angst. Und das erzeugt eine Art spirituelle Sub-Persönlichkeit innerhalb des Egos.

Abdi AssadiWürdest du sagen, es ist sogar noch gefährlicher, weil das Ego durch diese so genannten „spirituellen Erfahrungen“ immer subtiler wird?

Wieder sehr schön, was du da sagst. Es gibt hier zwei Dinge. Erstens: Du und ich wir waren mal drogensüchtig. Als wir Süchtige waren, wussten wir, wir haben ein Problem. Und wenn Leute uns ansahen, wussten sie auch, dass wir ein Problem haben. Und du und ich wir hatten Kundalini-Erfahrungen, Einheits-Erlebnisse. Es ist das Ich, dass diese Erfahrungen hat und hast absolut recht, dass dies viel gefährlicher ist, weil der Heroinsüchtige weiß, dass er ein Problem hat, aber wenn man eine Einheits-Erfahrung hat, versteckt sich das Ego darunter und fühlt sich insgeheim als was Besonderes.

Zweitens werde ich alles tun, um solche Erfahrungen zu wiederholen. Im Moment ist definitiv ein evolutionärer Prozess im Gange. Ich bin kein New-Age-Typ, ich spreche allein aus dem, was ich während der Behandlung von Tausenden von Menschen sehe. Ich behandle 50 Personen in der Woche und es ist etwas passiert in den letzten paar Jahren. Plötzlich sind da Menschen, die keinerlei spirituellen Hintergrund haben mit sehr tiefen Kundalini-Erfahrungen. Es ist sehr faszinierend, sie zu beobachten, ohne eine spirituelle Sprache, in die sie diese Erlebnisse fassen könnten. Was sie aber tatsächlich versuchen, ist diese Erlebnisse zu wiederholen, und sie fühlen sich besonders. Es ist wirklich gefährlich, es sei denn man versteht, dass diese Erfahrungen wirklich absolut nichts bedeuten. Du kannst eine Kundalini-Erfahrung haben und immer noch völlig verdreht sein. Und wirst vielleicht eher sogar noch verdrehter, weil du jetzt denkst, du wärst was Besonderes. Mit einem Fuß stehst du in der Einheit-Erfahrung mit dem anderen im Ego.

Und es geht noch weiter: Die psychologische und die spirituelle Ebene sind zwei völlig verschiedene Dinge: Auch wenn du die volle Erfahrung des Erwachens hast. Es ist ein Irrglaube, dass wenn man erstmal „erwacht“ ist, das Ego automatisch geklärt ist. Bullshit!: Du kannst einen Fuß fest in der Erleuchtung haben und den anderen in dem, was wir in den USA PMS nennen: Power Money Sex. Und das ist, was du in viele Lehrern sehen kannst: Das Geld-Ding, das Macht-Ding und das Sex-Ding.

 

Du hast es gerade schon deine Geschichte mit Drogen erwähnt. Ich hatte die gleiche Erfahrung, und ich habe später auf meinem Weg realisiert, dass ich die Drogen eigentlich nur durch Spiritualität ersetzt hatte. Spiritualität war meine neue Droge, es war die gleiche Dynamik, sie sah nur besser aus. Aber ich war noch immer auf der Flucht vor meinen Gefühlen und Problemen … Kann Spiritualität eine Droge sein und sich selbst im Wege stehen?

Du bist viel milder als ich. Ich würde sagen, „spirituell sein“ ist immer eine Droge. Und sie ist immer kontraproduktiv. Es ist eine Sucht! Wir leben in einer Kultur von Süchtigen. Ich habe noch niemanden getroffen der nicht süchtig wäre. Anstatt wie du und ich Drogen zu nehmen, wird man Banker und macht Geld – das ist eine Sucht. Darüber hinaus sind wir alle Sex-Süchtige. Wenn wir Autos sammeln ist es das – es ist immer eine Sucht. Spiritualität ist immer eine Sucht.

Ich war gerade in Hamburg in einem spirituellen Zentrum und da wurde für eine Reihe von Workshops geworben. Nun: Ich habe nichts gegen Workshops. Du bist hier noch etwa 50 Jahre, genieß das als ein freies Wesen. Es geht nicht um die Aktion, es ist die Absicht. Ich kann zu zehn Workshops gehen und es kann eine interessante Erfahrung sein – aber wenn ich denke, dass sie mich erleuchten werden, dann ist das eine andere Sache. Die Quintessenz ist, dass wir Phänomene mit dem Absoluten verwechseln. Bist du auf der Suche nach dem Absoluten und deiner wahren Natur, ist das eine Geschichte. Geht es dir um farbige Erscheinungen, ist es eine andere. Jeder denkt, spirituelle Erfahrungen wären das Absolute. Sie sind es nicht. Aber da du hier bist, tue es als freies Wesen. Heute Fotografie, morgen Meditation.

Die andere Sache ist, dass wir in ständigem Bliss sein wollen. Es ist unmöglich. Es ist die gleiche Sache mit Drogen: Zuerst brauchst du einen Beutel pro Tag, dann fünf. Du jagst den Bliss, aber du weißt, du hast ein Problem. Mit Spiritualität leben wir sogar noch in der Illusion, wir würden dem Absoluten immer näher kommen.

 

Eine der grundlegend falschen Annahmen scheint die zu sein, dass die Erleuchtung automatisch alle unsere Schatten löscht. Du sprachst gerade von zwei völlig verschiedenen Schichten, die man getrennt angehen sollte.

Wir müssen! Es ist mein Gefühl, dass wirklich gerade ein Massen-Erwachen passiert. Ich habe keine Theorien, ich habe keine Ahnung, warum. Doch die Evolution geht weiter. Teil dessen, was ich tue, ist als Akupunkteur bei Geburten zu helfen. Und die Kinder, die vor 25 Jahren kamen, waren komplett anders, sie waren fast eine andere Spezies als die Kinder von heute. Wir entwicklen uns als Spezies, was natürlich ist. Es passiert etwas. Und weil etwas passiert, ist es umso entscheidender, das wir jetzt die psychologische Arbeit tun.

Wenn du siehst, was gerade in Japan passiert, das ist pure Arroganz. Wir bauen einen Kernreaktor auf einer Kontinentalspalte, auch wenn wir wissen, dass es alle so und so viele Jahre ein Erdbeben geben wird. Und wir können sagen „das waren die“, aber das sind wir! Wo in unserem Leben bauen wir einen Kernreaktor auf unsere eigene Erdspalte? Und wenn er dann explodiert, sind wir schockiert. „Ich bin schockiert! Ich habe alle meine Schüler gevögelt“ „Ich bin schockiert Ich nahm all ihr Geld“ „Ich bin schockiert, dass ich blind diesem Guru gefolgt bin“.

Das größte Geschenk, das wir der Welt momentan geben können, ist, unsere psychologische Arbeit zu tun. Aber psychologische Arbeit ist nicht sexy. Das Traurige daran ist, dass es den Menschen, die psychologische Arbeit tun an einer spirituellen Perspektive mangelt und viele der spirituellen Menschen haben totale Angst sich mit ihrer Psyche auseinanderzusetzen.

Du hast gerade Japan als einen Spiegel verwendet, ist es deine Wahrnehmung, dass das Leben nur ein Spiegel ist, in dem wir unsere eigenes Bewusstsein erkennen können?

Absolut. Alles, was dich an anderen Menschen stört, ist das, was in dir selbst feststeckt. Du kannst nicht alle Menschen mögen, aber Du kannst alle lieben. In der Spiritualität wird es oft verdreht: Wir versuchen, alle zu mögen. Aber mögen ist der Job deines Egos. Lieben ist der Job deiner Seele. Es können dir also bestimmte Dinge an anderen Menschen nicht gefallen, aber du hast deinen Frieden damit uns kannst sie immer noch lieben. Wenn es bei dir aber emotional etwas auslöst – dann ist das ist dein eigenes Zeug, was du da siehst. Wenn ich höre, dass bestimme Menschen immer über andere reden „die, die, die“ – das sind sie selbst! Alles, was dich an jemandem stört, ist das, wo du noch Arbeit zu tun hast.

Deshalb sagst du auch in deinem Buch, dass Beziehungen die größten Lehrer sind. Und das Leben kann tatsächlich dein Lehrer sein, wenn du es als solches lebst.

Absolut. Das Leben ist der einzige Lehrer. Und mit Beziehungen meine ich nicht nur romantische Beziehungen. Wir beide können uns sehr gut für ein paar Stunden unterhalten, aber wenn wir uns ein Zimmer teilen, wirst du plötzlich anfangen, all diese Dinge in mir zu sehen. Und Liebesbeziehungen sind die nächste Stufe. Das ist, warum sie in den ersten paar Monate so fantastisch sind. Alle unsere Abwehrmechanismen sind unten, der Sex unglaublich, wir fühlen uns offen. Aber wenn das Ego, das sich versteckt hält, sich bedroht fühlt – dann gehen die Sicherheits-Wände hoch. Und dann beginnt die Arbeit. Also für mich geht es bei romantischen Beziehungen nicht um Romantik. Es ist das Härteste, was du machen kannst. Ein Mönch zu sein, ist einfach. Und ich denke, nur einer von einer Million Menschen sollte wirklich ein Mönch werden. Und ich meine hier nicht romantische Beziehung in der Art, wie wir sie jetzt leben. Jetzt geht es um Sex. Die meisten Menschen kommen zusammen für Sex – und dann schlafen sie ein. Aber wirklich wach zu bleiben in einer Beziehung ist das Härteste, was du tun kannst.

Aber auch eine große Chance, wenn beide entschlossen sind, die Beziehung als ein Mittel des Wachstums zu nutzen?

Für mich ist es der ultimative Weg. Wirklich. Es ist der sauberste. Wenn du jemanden hast, der so fühlt und denkt wie du, und wenn ihr beide es wollt, ist es der ultimative Weg. Und ich stimme dir voll und ganz zu: Das Leben ist der ultimative Lehrer. Weil ständig Dinge passieren und du ständig damit befasst bist, sie zu verarbeiten. Nicht auf die New-Age-Art, sondern indem du wirklich dein Herz öffnest und schaust, wo du gerade stehst.

 

Du hattest es vorhin schon erwähnt: Es scheint ziemlich viele Gurus zu geben, die viel spirituelle Erfahrung haben, aber auch eine Menge unerlöster Schatten, was sich dann in ihrer Art zu unterrichten widerspiegelt.

Lass uns da noch mal ein paar Dinge ansehen. Das Verrückte ist, wie sogar sehr intelligente Menschen ihren Gurus hinterherlaufen und all ihre Intelligenz an der Tür zurücklassen. Es spielt keine Rolle, wie schlau du bist, denn dies ist die Eltern-Projektion. Wir haben eine solch verzweifelte Sehnsucht nach Mama oder Papa. Das ist die erste Sache.

Und die zweite Sache ist, dass niemand spirituell wird, wenn er nicht einige Schmerzen hat. So wie wir Drogen als Flucht benutzt haben, verwenden sie jetzt Spiritualität als eine Flucht und das macht es sehr kompliziert, weil du es dann genau deshalb machst, um dich eben nicht mit deinen Schatten zu beschäftigen. Zumindest treffe ich nur sehr wenige Menschen, die diese Dinge Hand in Hand tun. Sobald sie ein paar spirituelle Erfahrungen haben, denken sie, sie wären was Besonderes und denken: „Wozu brauche ich psychologische Arbeit? Das ist was für Idioten, die nicht spirituell sind?“ Das spricht derzeit in den USA kaum jemand an, auch wenn ich spüre, dass sich das gerade ändert.

Ich habe schon so viele Leute gesehen, die beobachten, wie ihre Lehrer Dinge tun, die ganz einfach indiskutabel sind und sich auch noch selbst die Schuld geben – das ist die Eltern-Projektion. Und meine Erfahrung ist, wenn ich in einer spirituellen Gemeinschaft sagte: „Das ist falsch, dieser Lehrer schläft mit allen Frauen, er hat diese Frauen sogar geschwängert“ …und so weiter, dass sich dann alle gegen mich wenden. Es ist wie das Verbrennen der Hexen: Die ganze Gemeinde kommt zusammen und tut das, es passiert immer noch, jetzt, und nicht nur im Jahre 1800 in Amerika. Also wegen der Verfolgung schweigen wir, weil wir Mami/Papi projizieren, schweigen wir. Weil wir so sehr jemanden wollen, der der Chef ist.

Und dann weiter: Diese Menschen können uns spirituelle Dinge lehren. So wie ich ein guter Motorrad-Mechaniker bin – bring mir dein Motorrad und ich repariere es. Aber warum solltest du eine Eheberatung von mir wollen? Und das ist, wo viele Menschen völlig verwirrt sind. Ich habe einen sehr guten Freund, der sehr auf Zen steht. Und er sagt eines Tages zu mir: „Mein Zen-Meister gab mir eine großartige Beziehungs-Beratung“ Und ich schaue ihn an und sage: „Dieser 80 Jahre alte Mann, der nie eine Beziehung hatte, (abgesehen davon, dass er mit den 20-jährigen Frauen in seiner Sangha vögelt), gibt dir Beziehungs-Ratschläge? Du fragst einen Mönch nach Beziehungs-Tipps? Der hatte doch noch nie eine Beziehung!“ Und das ist, wie verrückt es ist. Gerade aus der Sicht des Mönches. Seine Aufgabe ist es ZaZen zu lehren und Hilfe bei der Lösung der Koans zu geben. Warum zum Teufel gibt der Ratschläge zu Beziehungen? Das passiert, wenn du anfängst, deinen eigenen Hype zu glauben.

Und würdest du sagen, die Zeit der Gurus ist vorbei?

Ja. Wir brauchen ein neues Modell. Wir sind Brüder und Schwestern auf dem Weg. Und es sollte nicht anders sein, als die Beziehung zu einem Tischler. Es geht um grundlegenden menschlichen Respekt. Wir sind alle gleich. Und es ist interessant bei spirituellen Vorträgen: Alle „echten“ Lehrer, die ich hatte, haben im Kreis unterrichtet. Aber sobald es eine Guru-Sache ist, passieren zwei Dinge: Um mehr Menschen in den Raum zu kriegen, drehen sie die Stühle, so dass du hier bist und dort die Lehrer. So ist es schon mal „wir und die.“ Und die zweite Sache ist, dass sie die Lehrer auf ein Podest setzten. Es ist Zeit für uns, zu erkennen, wie bekloppt das ist.

Und was ist mit Heilern? Denn auch wenn es Selbstverwirklichung heißt, scheinen wir zu erwarten, dass andere Leute es für uns tun – das ist ja Teil dessen, was diese Guru-Projektion ist. Und das Gleiche scheint auch mit Heilern zu geschehen, dass Menschen abhängig werden. Letztlich ist es Selbst-Entmachtung.

Ein Heiler ist jemand, der anderen hilft, sich an ihre Ganzheit zu erinnern. Aber man kann Menschen nur dahin bringen, wo sie gerade stehen. Du kannst die Energie für Menschen halten, du kannst das Gewahrsein für Menschen halten, aber du bist nicht wirklich der Heiler. Du öffnest nur einen sicheren Raum, indem du absolut im Moment bist. Alle Heilung ist Selbstheilung.

Was im Widerspruch steht zu unserem aktuellen Glauben, wo es immer ein Arzt, ein Heiler oder eine Pille ist, die uns heilt…

Genau. Aber alle Heilung ist Selbstheilung. Die Aufgabe des Heilers ist absolut im Moment zu sein. Ich beginne meine Arbeit zwei Stunden vor dem Patienten mit Chanten und Beten – und ich bin nicht einmal ein religiöser Mensch, aber es geht um den Verstand. Was ich tue, ist mich zu zwingen, absolut im Moment zu sein, Abdi und seine Geschichten rauszuhalten. So kann ich zu einem Kanal werden, um Menschen zu helfen, sich in einem sicheren Raum ohne Urteile selbst zu sehen. Und am Ende ist es enorm wichtig, sie freizulassen, damit sie nicht abhängig werden. Ich gebe ständig die Heilung an sie zurück. Ich kann kein Bedürfnis haben in diesem Raum.

Für mich Krankheit ist eine große Chance, weil wir dann anfangen, zu fragen. Ich habe Leute, die auf und ab hüpfen, wenn sie Krebs haben: „Wenn nur dieser Krebs weg ist, werde ich mein Leben ändern“ Und wenn es vorbei ist, geht es weiter wie bisher. Oder Menschen beginnen zu beten: „Lieber Gott, wenn du mir diesen Krebs wegnimmst, werde ich mein Leben ändern.“ Es ist traurig zu sehen, wie jung wir in unserem Denken sind. Es ist nicht Gott, der uns bestraft. Das sind alles wir selbst und wir müssen Verantwortung übernehmen. Und wir müssen auch erkennen, dass wir manchmal hilflos sind und von der Gnade des natürlichen Geschehens abhängen – nenn es nun Karma oder nicht.

In deinem Buch schreibst du, dass die Realisation deiner Hilflosigkeit ein großer Durchbruch dich war.

Wenn du ständig in deiner Hilflosigkeit sein kannst, dann bist du OK. Wenn du wirklich eintauchst in die Hilflosigkeit, transzendierst du das Ego, das das Leben auf eine bestimmte Weise haben möchte.

Ich denke, du meinst nicht „hilflos“ im negativen Sinn des Wortes. Meinst du sowas wie Verletzlichkeit?

Ja, es ist ähnlich. Aber Verletzlichkeit ist irgendwie sexy in spirituellen Kreisen, weshalb ich Hilflosigkeit verwende. Hilflosigkeit ist brutal.

Es gibt eine Menge Meinungen über einen bevorstehenden Aufstieg der Menschheit. Obwohl du kein New-Age- und 2012-Mensch bist, erwähnst du immer wieder, dass gerade etwas passiert. Was siehst Du?

Nun zunächst einmal lieben die Menschen Sachen wie 2012, weil sie so unglücklich mit ihrem Leben sind und auf einen Katalysator für Veränderungen warten. Und es würde von selbst passieren, ohne dass sie Arbeit tun müssen. Aber ich kann sehen, und ich spreche hier nur aus meiner unmittelbaren Erfahrung, dass die Menschen immer bewusster werden. Ich sehe das in den Kindern, die geboren werden und bei Erwachsenen. Obwohl wir die intelligentesten Menschen auf der Welt haben, die Propaganda erzeugen, welche die Menschen von sich selbst fernhalten soll, passiert es dennoch.

Ich sehe viele Menschen mit der plötzlichen Offenbarung, dass die Wirklichkeit größer ist und dass sie selbst mehr sind, als sie dachten. Ich sehe eine Menge von hellsichtigen und intuitiven Einsichten. Ich bekomme eine Menge Leute, die plötzlich Auren sehen – Menschen, die keine psychedelischen Droge-Erfahrungen und keinerlei spirituellen Hintergrund haben, nicht mal Yoga. Etwas passiert. Ist es wegen der Stress-Umgebung? Oder Evolution? Es ist mir egal, für mich ist interessant, dass es geschieht. Und mein Job ist zweierlei, wenn solche Leute zu mir kommen. Einer besteht darin, sicherzustellen, dass sie nicht glauben, dass sie etwas Besonderes sind und der andere ist, aufzuzeigen, wie sie da tiefer hineingehen und es ihrem Leben sinnvoll machen können.

Wenn du dir deine eigene Reise und die deiner Patienten ansiehst, wie nimmst du es wahr? Aus meiner Sicht gibt es einen Unterschied zwischen Erleuchtung und Erwachen. Erwachen ist ein plötzlicher Einblick, während Erleuchtung ein Zustand ist, wo mit allen Schatten abgeschlossen wurde. Und siehst du die Reise dorthin als stufenweise oder plötzlich?

Wundervolle Frage! Es gibt Leute, die diese plötzlichen Ereignisse haben – wie etwa Ramana Marharshi oder Nisargadatta. Aber selbst für diese Schwergewichte war es noch ein Prozess. Ich denke nicht, dass es plötzlich passieren kann. Wie ich es in meinem Herzen fühle, kann es plötzliche Durchbrüche geben, wenn eine Menge Dinge im Körper-Geist bereits in vergangenen Leben gereinigt wurden. Aber für die meisten von uns ist das nicht so. Also es gibt definitiv viele, viele Schritte. Und sie passieren nicht von selbst, sondern durch unsere Arbeit mit den Schatten.

Ich persönlich hatte Erwachens-Erlebnisse mit 13, 18, 20 und 23 Jahren. Und für mich war es sehr enttäuschend, weil ich schließlich überzeugt war, ich wäre erleuchtet. Die Scheiße stand mir bis zum Kinn, aber ich wollte sie nicht sehen. Sie stieg mir bis zum Mund und ich konnte sie schmecken, aber ich sagte immer noch, da ist keine Scheiße. Aber als sie meine Augen erreichte, und ich nichts anderes mehr sehen konnte, musste ich zugeben: Es ist immer noch Scheiße da. Und meine Reise ist sehr da sehr stellvertretend für die meisten meiner Patienten. Sie haben diese Einheits-Erfahrungen, aber dann packen die vasanas, die Körper-Geist- Tendenzen sie bei den Eiern und ziehen sie wieder nach unten.

Also, nein, ich glaube nicht, dass es ein One-Shot-Deal ist. Und es ist sehr enttäuschend für viele Menschen, weil sie sich nach dem Erwachen sehr besonders fühlen. Ein Test ist: Fühlst du dich einzigartig oder fühlst du dich besonders? Wenn du dich besonders fühlst – vergiss die Erfahrung. Wenn du dich einzigartig fühlst, wird diese Einzigartigkeit auch noch sterben müssen. Aber besonders: Vergiss es einfach.

Du siehst also verschiedene Stufen?

Absolut. Und sie sind für jeden Menschen verschieden. Es gibt zwei gefährliche Fallen. Eine ist zu denken, man hätte etwas erreicht – denn dann denkt das Ego es hätte etwas erreicht. Die andere ist es, etwas nachzulaufen – denn das wird es wegschieben. Es gibt nichts zu bekommen. Alles, was du gewinnst, hattest du schon die ganze Zeit. Und ich möchte hinzufügen, dass viele Menschen sich verwirren lassen von ihren speziellen Fähigkeiten – die jeder hat – einige Leute werden Hellseher, einige Leute Heiler – das Zeug sind alles nur Phänomene. Du kannst das trainieren, aber nichts von diesen Dingen hat irgendeine Bedeutung für das Absolute. Aber viele Leute stecken dort fest, und fühlen sich besonders. Oder einige denken sofort, sie haben etwas zu lehren.

 

Ich möchte mal sagen, dass ich es gefährlich finde, wie du und viele Menschen über das Absolute sprechen, da es leicht missbraucht werden kann, um alle deine Wunden und Schatten zu verdrängen und es als absolute Vermeidungsstrategie zu verwenden.

Ja, wundervoll! Ich stimme dir absolut zu! Ich liebe Advaita und ich hasse Advaita. Ich liebe Advaita für die Art, wie die Meister es gelebt haben. Aber die Anhänger – und das sehr spezifisch für Advaita – haben angefangen die Idee des Phänomenalen gleichzusetzen mit „alles egal“. Bullshit, alles hat Konsequenzen. Ich bin auch drauf reingefallen, aber alles ist wichtig. Dies ist eine Erfahrung, und sie ist heilig. Die menschliche Erfahrung ist heilig.

Interessant ist, dass Advaita-Typen Menschen sind, die bereits zu sehr im Kopf sind und etwas ganz anderes tun müssten, mehr Bhakti und Hingabe, nicht Advaita oder Zen – aber sie tun es, weil unbewusst über Advaita versuchen, den linkshändigen Weg zur Zerstörung es Egos zu nehmen.

Also ich tendiere dazu zu sagen: Tu etwas, was dir unangenehm ist. Wenn du zu viel im Kopf bist – geh einen Herz-Pfad. Begib dich in Situationen, die unbequem sind. Wir hängen immer nur mit Menschen rum, die uns ein Gefühl von Sicherheit geben. Wenn wir Punkrocker sind, hängen wir nur mit Punks rum. Ich sage, wenn du ein Punk-Rocker bist – geh und sieh dir klassische Musik an, begib dich in eine Situation, mit der du dich nicht wohl fühlst. Es gibt keine bessere Möglichkeit zu testen, wo du als Ego stehst. Wir haben immer nur Leute um uns, die bequem sind. Spirituelle Menschen hängen nur mit spirituellen Menschen rum. Aber es braucht ein freies Wesen, um in eine unbequeme Situation zu gehen und noch immer man selbst zu sein. Begib dich in eine Situation, in der du sagen kannst: „Ich weiß nicht.“

Wo wir gerade bei Wissen sind. Ich kam auf meinem Weg an einen Punkt, in dem Bücher zu lesen nicht mehr interessant war, ich denke, dir geht es ähnlich – aber nun hast du selbst ein Buch geschrieben…

Nun meine ersten Worte sind: Alle Wörter sind Lügen. Das ist mein Haftungsausschluss. Wie die ersten Worte in das Tao Te Ching von Lao Tse „Diejenigen, die sprechen, wissen nicht, diejenigen, die wissen, sprechen nicht.“

Dann weißt du ganz offensichtlich nicht…

Einen Scheiß weiß ich. Aber ich weiß, was ich weiß und ich weiß, was ich nicht weiß. Ich schrieb dieses Buch aus der einer Art Frustration heraus. Seit 25 Jahren bin ich ein Heiler und sage die gleichen Dinge immer und immer wieder. Ich habe nichts zu verkaufen, ich habe meinen Job. Das Buch ist eine Herzensangelegenheit. Und ich würde sagen, es ist nichts drin, dass niemand weiß, aber vielleicht ist es anders präsentiert. Dieses Buch ist nicht jedermanns Sache, es ist nicht angenehm. Ich bin nicht einmal auf dem Trip anderen Wesen helfen zu wollen. Aber ich sehe, dass meine Erleuchtung verwoben ist mit der Erleuchtung von anderen Wesen. Und ich weiß, ich weiß bestimmte Dinge. Wenn du lernen willst, wie man Motorrad fährt: Ich kann es dir beibringen, ich habe es 23 Jahre lang getan. Wenn du einige Dinge über deinen Verstand lernen willst: Ich habe diese Arbeit gemacht.

 

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Buch

Abdi Assadi Buch

Schatten auf dem Pfad

Abdi Assadi

 

 

200 Seiten

Theseus /Kamphausen

 

 

 

 

 

35 Responses

  1. meta

    Grandios! Frage wie Antwort! Erhellend, wunderbar direkt! JA! GENAU! Alles war schon da, alles schon geschrieben.. doch wie und in welcher Zusammenstellung und wichtig.. vieles muß wiederholt werden um viele zu erreichen! Mich hat es erreicht.. danke, danke, danke!

    Antworten
  2. anouschka wenk

    Wir sind auf der Welt, um eine menschliche Erfahrung zu machen und um unsere Seelen zu befreien.
    Wir sind in diese Form gesteckt worden, um das was wir wirklich sind zum Ausdruck zu bringen und das geschieht auch indem wir immer und immer wieder dazu eingeladen werden uns mit unseren Kehrseiten unseres Lichtes konfrontieren.

    Von daher war es für meine Befreiung unumgänglich daß ich auf meinem Weg auch solche Gurus in mein Leben zog, die eigentlich selbst einen Guru bräuchten um ihre unerlösten Schatten zu erkennen.
    Aber nicht diese Erkenntniss sondern das Realisieren meiner Hilflosigkeit, die Beobachtung wie ich mich an ihre Fersen klebte und an ihren Lippen hing war der erste Schritt dazu meine Anhaftung wieder loszuwerden.
    Mich durch all das was dieser Prozess dieser Selbtserkenntniss mit sich bringt hindurchzubewegen und nach und nach zu verstehen, daß ich einer inneren Wahrheit einer inneren Führung vertrauen kann war ein weiterer Akt göttlicher Gnade.

    Auch wie ich in meiner Hilflosigkeit bleiben kann, in meinem Nichtwissen in meiner Unvollkommenheit und sogar in meiner kleinen Egoline ohne daß das all das für mich zum Drama wird.

    Abdi Assadi kommt für mich authentisch und integer rüber.

    Er beschreibt seinen spirituellen Weg und behauptet nicht, irgend etwas zu lehren und auch nicht, eine neue Wahrheit zu verkünden.

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  3. Cornelia

    Ein hervorragender Artikel. Genau das erfahre ich in meiner Arbeit mit Menschen auch immer wieder. Der Grad zwischen Spiritualität und Esoterik ist ein sehr schmaler; Dennoch muss jeder akzeptieren, dass jeder hat seinen eigenen Weg und seine eigene Zeit und Ziele hat, diesen zu gehen. Man zieht immer das in sein momentanes Leben, was einem „wachsen“ – bzw. weiter entwickeln lässt. Das können „Gurus“ sein oder einfache, weise alte Menschen, die ihr Leben mehr oder weniger bewusst gelebt haben. Wenn man zuhört, achtsam und bewusst annimmt oder aber auch ablehnt, geht man seinen eigenen Weg. Werten darf man! Jedoch nur im insgeheimen und nur für sich selbst. Wie Abdi schon Tao Te Ching von Lao Tse zitierte: „Diejenigen, die sprechen, wissen nicht, diejenigen, die wissen, sprechen nicht.“ Deswegen beende ich nun mein Statement – jedoch nicht ohne Dank an diesen, für mich weisen Artikel.

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  4. Matthias Pöhm

    Da ist endlich mal Einer, der weiss, was Spiritualität in letzter Konsequenz bedeutet.
    Man findet so selten Menschen, die die Erleuchtung verstanden haben. Es gibt zu viel „Heiler“, „Schmanen“ und „Pendel-Therapeuten“, die denken mit Chakren öffnen, luziden Träumen, und Engel reden wäre man bereits schon kurz vor der Erleuchtung. Ich nenne das die „Radieschen Spirituellen“, aussen rot, innen weiss. Ein roter spiritueller Anstrich, aber im Kern ist alles beim Alten. Das ICH ist die Trutzburg, die die Radieschen-Spirituellen nicht angetastet wissen wollen. Sie bessern diese Sandburg aus, renovieren, verschönern sie… dabei müssten sie sie abreissen, um sie wieder im endlosen Sandstrand aufgehen zu lassen. Abdi Assadi hat das verstanden. Danke für den Beitrag.

    Wen’s interessiert, ich habe sogar einen Blogeintrag über die Radieschen-Spirtuellen verfasst: http://www.anti-powerpoint-party.com/de/blog/radieschen-spirituelle

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  5. Wera Fengler

    Endlich ist das einmal ausgesprochen, was ich empfinde, lebe und meinen Patienten ihre Eigenverantwortung in die Hand drücke…

    Nicht nur den Artikel habe ich mir durchgelesen, sondern auch alle Kommentare. Und es ist erstaunlich, wie viele Menschen diesen Artikel nicht verstanden haben.
    Im Grunde kann man die Essenz mit einem Satz benennen:

    „Jeder Mensch ist sein eigener Lehrer“

    Wir haben alle Informationen über unser „Sein“ in uns, wir brauchen einfach nur Mut, in die Stille zu gehen und unserer Inneren Stimme zu lauschen. Ein Weg, seinen Schatten zu begegnen. . . .
    Es geht nur darum, sie an die Oberfläche zu bringen , sie zu fühlen und dann heilend aufzulösen. Nicht mehr und nicht weniger.

    Das ist Lichtarbeit… und Stück für Stück . . . Erwachen

    Mir gefällt der Artikel sehr gut, sehr authentisch, sehr direkt auf den Punkt gebracht, ohne überflüssige Ausmalung.

    Möglich, dass sich einige, spiritueller Lehrer und Heiler womöglich bei diesem Artikel die Nase rümpfen. . . .

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  6. Ina

    Interessanter weise sagt er nichts neues. Ich sage: hier hat man Osho gut nachgeplappert. Die alten Lehrer und Meister haben schon alles erkannt und weitergegeben. Es gibt nichts mehr zu erkennen ausser sich selbst. Erkennt man sich selbst, erkennt man Gott und alle anderen. Weiter Bücher in diesem Sektor sind doch schon längst überflüssig.

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  7. nydi

    Ich bin sehr froh diese Zeilen von Abdi Assadi und die Kommentare zu lesen. Ein tiefst schmerzhaftes Ereignis in meiner sehr jungen (Patchwork)Familie mit gemeinsamem Kind hat mich vieles des Artikels erleben lassen. Die Familie wurde von einem Tag auf den anderen mit der ‚Axt‘ auseinander geschlagen unter dem Deckmantel der Spiritualität, einer neuen ’spirituellen Liebe‘ mit grenzenlosem Egoismus, Arroganz und Abschätzigkeit gegenüber den Kindern und dem Gefährten der sogar geholfen hat der Partnerin den spirituellen Weg zu beschreiten. Alle Beteiligten sollen das Beste daraus lernen und der Weg ist ganz klar, es wurde alles klar erkannt. Keine Einsicht von eigenen Fehlern, kein einziges vernünftiges Wort mehr.

    Das höhere Bewusstsein und die gefundene Selbstbestimmung legitimieren absurde Handlungen und geben einem anscheinend den ‚Mut‘ auf Leute zu spucken die einem gerade nicht mehr so passen und die Realität zu seinen Gunsten zu verzerren oder ganz auszublenden, die Liebe zu vernichten und noch stolz sein darauf. Selbstverständlich geben einem die Leute in den (möchtegern) elitären Zirkeln noch recht und loben diesen Mut, sie kennen ja nur die eine Seite. Da die innere Überzeugung so gross ist, gibt es auch nichts zu besprechen, es wird verlangt das man dies schluckt, die Schnauze hält und sich vor der klaren Erkennung kauert und noch dankbar ist. Der totale Verlust der Selbstreflexion.

    So etwas überhebliches und unehrliches habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt und möchte es auch nicht mehr. Ich war mir nicht bewusst, wie gefährlich der spirituelle Weg für leicht beeinflussbare, stetig suchende Menschen und dessen Umfeld sein kann. Das gefährlichste ist, wenn sich eine Vielzahl Elemente von spirituellem Gedankengut zu mischen beginnen und dies nicht richtig eingeordnet werden kann, man findet überall noch mehr Bestätigung des eigenen Ich’s. Das innere eines Menschen kollabiert buchstäblich und übrig bleibt das Ego. Ich frage mich was am Ende dieses Weges übrig bleibt.

    Auf der einen Seite wird die Liebe mit den ‚Löffeln gefressen‘ und auf der anderen Seite wird Gift und Galle gespeit. Der Weg des Herzens ist das Ziel, in meinen Augen der Weg der Zerstörung von sozialem Gefüge und der Flucht vor sich selbst.

    Die Leidtragenden sind die Kinder, welche den Wert einer Partnerschaft und der Liebe nicht spüren/lernen eine Spaltung dieser Art und Weise nicht verstehen können und was das schlimmste ist, sie bleiben auf dem Weg der Selbstbestimmung emotional auf der Strecke, sie werden zur Ware.

    Ein Spruch den ich dazu gefunden habe

    ‚Tue was du willst, aber schade niemanden absichtlich damit‘

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  8. Elisabeth Marichal

    Interessanterweise sagt er genau das was ich auch immer sage und auf das keiner von diesen sogenannten spirituellen hören will, und damit für mich nichts neues da ich es auch so erkannt habe. Die meisten Menschen machen sich nun einmal etwas vor weil sie keine Schattenarbeit leisten wollen. Dabei ist diese Arbeit die wahre Spiritualität da sie zur Selbsterkenntnis führt, so wie ich es machte. Und dieser Weg ist die Erlösung von allen Schatten der über die Vergebung, die Dankbarkeit und die Annahme führt. Jeder Mensch kann diesen Weg nur alleine gehen, denn jeder Mensch ist ja auch alleine in sich. Doch da er sich Einsam fühlt sucht er all das was in ihm ist im Außen. Liebe, Anerkennung, Glück, Beziehungen, seinen Wert und noch so vieles mehr. Dabei übersieht er komplett das dieses alles nur über ihn selber zu erreichen ist und ihm das niemand geben kann. Für mich war dieser Weg der Selbsterkenntnis sehr leicht und er geschah einfach so ohne das da ein wollen war.

    In Liebe Elisabeth

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  9. Monika Petry

    Wer Abdi Assadi versteht, hat es schon verstanden. Letztendlich wird er nichts verändern an der Front der schönen Bildchenspiritualität bei Facebook, des spirituellen Hochmuts bei XING und der Buddhasprüche-Kommerzialität bei Twitter. Trotzdem gibt es überall herausragende Seelen, keine Frage, und wenn sich jeweils nur zwei finden, die sich gegenseitig ein Stück weiterbringen, findet die Vergeistigung des Menschen statt.

    Ich sehe mich in meiner Arbeit bestätigt. Ich helfe als Heilerin den Seelen, ich habe alles aufgegeben und erhalte jetzt von Gott bzw vom Leben, was ich brauche, und ich arbeite ständig an mir selbst durch die Arbeit mit Menschen und meine Beziehung zu sehr außergewöhnlichen Menschen, die sich nicht in ein Nirwana geflüchtet haben, sondern die Liebe Gottes in diesem Leben versuchen zu leben.

    Dieses Interview macht mich sehr demütig. Ich hoffe, dass es außer Sting und Sheryl Crow noch jemanden gibt, der wie ich fühlt, sogar in Deutschland?

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  10. sabine lange

    Dies ist ein sehr lesenswertes Interview mit einem, der die Nase voll hat von einem weit verbreiteten spirituellen Materialismus. SELBST- Betrug, Schein-heiligkeit und das Vermeiden von Verzweiflung sind so große Fallen.
    Um dies bei sich zu durchschauen, ist radikale Wahrheitsliebe nötig.
    Und es erfordert einen Lehrer, denn Schattenarbeit geht nun einmal nicht alleine. Man benötigt einen Lehrer, der Schattenarbeit gemacht hat und sich wirklich auskennt, und zwar einen spirituellen, einen erwachten Lehrer.
    Psychologische Arbeit ohne spirituelle Perspektive mag hilfreich sein, aber sie ermöglicht kaum, das Ego zu transzendieren. Auch ein Psychotherapeut mag hilfreich sein, aber wirklich erlösende, befreite Schattenarbeit muss eingebettet sein,  in die lebendige Weisheit um das Wissen dessen „WAS IST“ eines erwachten Lehrers.
    Sonst wird auch Schattenarbeit nur zu einem neuen, mentalen Konzept eines scheinbar „verbesserten“ egos.
    Was einfach gesagt werden muss:
    Es gibt eine spirituelle Lehrerin, mit der man die Chance hat, in Liebe den Schatten zu erkennen, der Erwachen „vermarkten“ will.
    Wenn Sie dieses Interview offen und interessiert gelesen haben,
    dann sind Sie bei MARIANANDA gut aufgehoben.
    Ich weiß, wovon ich rede.

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  11. Anke

    „Das ist richtig und das ist falsch“ entspringt dualem Denken.
    Auswählen bedeutet ausklammern.

    Sein ist Teil des Ganzen.

    DAS beinhaltet alles.

    Antworten
    • Odin
      So ist es...

      Lieben Dank für deinen Kommentar, den ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen kann.

      Hinzufügen möchte ich, dass auch das Loslassen von ALLEM ein wichter, mE unabdingbarer, Schritt ist.

      Ich hoffe, dieses hervorragende Interview mögen viele lesen und sie auf ihrem Weg weiter bringen.

      Antworten
  12. schon wieder ich

    Schatten auf dem Weg gibt es mit und ohne Gurus.
    Die Welt wimmelt von sogenannten Führern.

    Das lustige ist, dass sich in der (Ego)Geschichte von Raum und Zeit nicht nur durch scheinbar sogenannte und selbsternannte Führer Führung ergibt, sondern auch durch alle anderen, die nicht führen wollen, oder glauben nicht führen zu können. Das ist alles das gleiche.
    Und alles eins.

    Führen zu wollen, glauben nicht führen zu können, und so zu tun, als wüsste man darum, nicht führen zu können, ist alles das selbe: Ego-Geschichten erscheinen.
    Und das Ego hat nichts im Griff (weil nur Idee).

    Abdi Assadi ist gefrustet und hat sich Luft gemacht.

    Das freut mich einerseits, andererseits macht es mich wütend, weil da schon wieder jemand ist, der so tut, als wüsste er, wer zum Lehren berechtigt ist, und wer nicht.

    (Erleuchtung) SEIN hängt weder von jahrelangen Höhlen-Meditationen, noch von scheinbar echten Gurus ab, die glauben, irgendwas übertragen zu können.
    Das sind wieder Ego-Geschichten.
    Der eine kann`s, der andere nicht?
    So ein Schmarrn.

    Ja, warum freut und ärgert „mich“ das wohl?

    In der Identifikation mit Gefühlen und Gedanken erscheinen Ego-Geschichten.

    Das ist weder gut noch schlecht.
    Es ist einfach – Spiel in Gedanken.

    Und wer könnte denken?

    Antworten
  13. shumil.de

    auch ich stimme den beiden autoren freudig zu!

    wer wege zum selbst sowie verschiedene aspekte dieser so notwendigen arbeit kennenlernen will, der findet hier reichlich zu diesem thema:

    shumil.npage.de

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  14. Tira

    Dass der Versuch, jemanden heilen zu wollen, frustierend ist, kann ich mir vorstellen.
    Wer könnte heilen?
    Wer könnte geheilt werden?

    Wer könnte sagen, welche Beziehung etwas taugt, und welche nicht?
    Wer könnte wahrhaftig sein, und wer nicht?
    Wer wach, und wer schlafend?

    Wieviele wahre Lehrer/Heiler/Helfer gibt es in dieser Welt?
    Wer ist berechtigt?
    Wer sind die „dubiosen Lehrer“, die hier „entlarvt“ werden sollen?
    Die anderen?

    3-2-1 – zurück zur eigenen Nase – kann ich da nur sagen.

    Das sind Geschichten – einer Ego-Sichtweise.

    Das Ego freut sich zu lesen, wenn jemandem die Berechtigung abgesprochen wird zu tun, was er (scheinbar) tut.

    Wer tut hier irgendwas?

    Wieso lachen wohl die, die sehen?

    Das Ego ist wirklich findig.
    Es versucht sich immer besser darzustellen als andere – selbst in bad-guy-Kleidung.

    Wieso sollte („Erleuchtung“) Sein so kompliziert sein, dass jahrelanges Üben in Höhlen und Meister-Einweihungen dazu erforderlich sind?
    Was ist mit denen, die krank/unbeweglich im Bett liegen? Haben die das Nachsehen?

    Was wir alles noch zu tun haben, bevor wir die Berechtigung erhalten… – sind Geschichten des Egos.

    Hier taucht ein Gedanke auf, der lautet:
    Ich, Heiler mit jahrelanger Erfahrung, bin frustriert, u.a. über den Erfolg von anderen.

    ich stimme zu:
    Illusionen (scheinbar) zerschlagen macht Spaß!

    Zeig mir den, der lieben könnte.

    Zeig mir den, der (s)ein Herz öffnen könnte.

    Sein ist Sein.

    Antworten
  15. Anke

    Im Alter von ca. 26 Jahren musste ich nach einem Drogenkonsum mit anschließender Angst-Psychose erkennen, dass mein bis dahin schön-geglaubtes Leben eine einzige Lüge war.
    Auch wenn es das nicht war, war es das damals für mich.

    Darauf folgten Therapien, die mich nicht zu erreichen schienen.
    Ich glaubte verrückt zu werden, und hatte mit unglaublichen Ängsten und Schmerzen zu kämpfen. Kein Wunder, versuchte ich doch mit einer „anderen Art von Leben“, inkl. Beziehungsabbruch und Umzug, meinem Leben zu entkommen.
    Das mündete 2 Jahre später, nach einer exzessiven Workoholik-Phase in einem Burned-Out-Syndrom. Woraus sich – für mich aus heiterem bzw. düsterem Himmel heraus – tiefe spirituelle Erfahrungen ergaben, was zur Folge hatte, dass ich mich zuerst für heilig und erhaben hielt. Ein halbes Jahr später musste ich jedoch erkennen, dass der ganze Ego-Scheiß erst da anfing aufgedeckt zu werden.

    Es folgte eine 9-jährige Phase exzessiven Suchens, mit Literatur ohne Ende, vielen einzel- und Gruppen-Selbsterfahrungen, jahrelanger Ausbildung zur Therapeutin sowie Studien von Psychologie und Psychoanalyse, weiteren Therapien, das Aufsuchen von Heilern, Lehrern und Meistern (die Heiligen habe ich mir erspart), Meditationen bei Tag und bei Nacht, Übungen über Übungen, einigen Erleuchtungs-Alles gut-Einheits-Ich Bin-etc.-Erfahrungen,
    Erfahrungen als Sprech- und Schreib-Medium (wo ich oft dachte: was für ein Schwachsinn!),

    sowie jüngst – „zufällig“ bei einem Satsang gelandet – der „Erfahrung“ der Abwesenheit des besessenen Suchers für einen Augenblick; was für ein paar Tage ein unvorstellbares Freiheits-Gefühl mit sich brachte, und mein Gang sich daraufhin veränderte. Aus einem hetzenden schnellen Schritt wurde ein Bummeln.

    Und das Ego-Konzept begann wieder Fuß zu fassen…

    Allerdings habe ich seitdem das erste Mal in meinem Leben die „Wahrnehmung“,
    dass das, was mir als „größter Scheiß“ „normal“ oder „tolle Kiste“ erscheint, nichts mehr und nichts weniger ist, als das. Gedanken und Gefühle, zu „mag ich“ „ist o.k.“ und „mag ich nicht“, die kommen und gehen.

    Von hier aus kann ich sagen:
    die Erlebens- und Ausdrucks-Landkarte der Schöpfung erscheint mir unendlich – sowohl sinn-frei, als auch zutiefst brechtigt.

    So what?
    Kann denn hier im Ernst irgendjemand sagen, was berechtigt ist, und was nicht?

    Auch hier kommen hin und wieder Gedanken auf wie:
    „Der Arsch von sogenanntem Meister bildet sich im Ernst ein, einem anderen etwas beibringen zu können. Was für ein narzisstischer, unreifer Blender!“

    Tja, und wofür ist das Spiegel?

    Da fällt mir nur eins dazu ein:
    der Gedanken tauchen unendliche auf und verschwinden wieder.
    Und wer könnte sich damit identifizieren?

    Der Senf zur Wurst.
    Wohl bekomms!

    Antworten
  16. claus

    Einige Dinge kann ich auf jeden Fall unterstreichen. Und dazu lernen.
    Manches erschließt mich nicht und ich kann vielleicht darüber nachdenken.
    Auf jeden Fall gute, interessante, manchmal auch schmerzlich nachdenklich machende Ideen und Erlebnisse.
    Ich wünsche jedem, Schreiber, Autoren, Lehrer, Vermittler und Lesern viel Spaß im Leben, ständiges Weiterkommen und Erfahrungen, die speziell und identisch sind.
    Wir sind alle irgendwie verbunden, dennoch hat jeder ein eigenes, ich würde sagen besonderes Wesen. Nur, darauf sich etwas einbilden und egomanisieren, ja pervertieren, ist vielleicht das Anfang von langen, schwerwiegenden Verkettungen und Folgen.

    http://brise-blau.blog.de

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  17. vibana

    ja – das ist es was ich selbst erfahre, nur über die akzeptanz der realität und des lebens selbst als lehrerIn können wir unsere „ungeliebten“ anteile, unsere schatten be“lichten“. nur durch das annehmen unserer schmerzen und ängste und unseren zorn – können wir in unsere ganzheit zurückfinden………
    ich bin yogalehrerin – und es ist gerade „in“ yoga zu machen.
    und dabei verkommt dieser weg mehr und mehr zum fitnessprogramm,
    tun, tun tun, power und leistung stehen im vordergrund.
    dabei ist es gerade das „nicht tun“, das nachspüren, entspannen und innehalten – was uns zum fühlen und wahrnehmen bringt.
    doch wenige sind bereit für diesen weg – doch wenn sie es sind, dann wissn sie es – er geht nur duch sie selbst hindurch – duch all die vielen erfahrungen und gefühle – und dafür braucht es zeit und hingabe und geduld und vertrauen.
    doch irgendwann so glaube ich sind wir alle bereit dazu, weil eben wie oben weiter schon erwähnt – kein weg ist falsch, jeder weg ist ein weg zu sich selbst.
    irgendwann sind wir in der fülle dieser erfahrung und die einzige kosmische konstante ist der wandel. in der fülle kommt der impuls zum loslassen und in der leere kommt der impuls zum neubeginn. auch wenn sich das individuelle wesen wehrt – das ist die kosmische welle des lebens selbst.

    www. yogaherzraum.at

    Antworten
  18. Doris

    Abdi Assadi spricht mir auch aus der Seele obwohl ich glaube dass man auf seinem Weg auch oft in die Irre gehen MUSS um erkennen zu können was das richtige ist. Auch ich bin in das postive Denken, Visualisieren usw. hinein gekippt, in transzendentale Meditation, Gurus… m Nachhinein sehe ich jetzt viele Dinge anders was ich zu dem Zeitpunkt nicht sehen KONNTE, es für unmöglich gehalten hätte dass das der „falsche“ Weg sein könnte. Und damals war es auch nicht der falsche Weg. Es waren Abschnitte meines Lebens wo ich genau das gebraucht habe und dann kamen wieder neue Phasen in denen sich wieder andere Dinge richtig angefühlt haben. Ich glaube das einzig wichtige ist dass man immer seinen eigenen Weg geht und seinem Gefühl vertraut, denn auch wenn es einem in die Irre führt so hat das einen Grund…

    Antworten
  19. shanthi

    Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen, meiner Familie, Freunden, Kollegen und mit mir SELBST um. Habe ich genug GEDULD, Respekt, Dankbarkeit, Achtsamkeit und Liebe, kann ich ALL DAS wirklich leben.

    Finde ich die richtige Worte und Methoden jeden Tag im Frieden zu leben uns zu sein. Die Herausforderungen sind keine abstrakte Schatten, es sind echte Prüfungen jeden Tag.

    Antworten
  20. Anonymous

    Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen, meiner Familie, Freunden, Kollegen und mit mir SELBST um. Habe ich genug GEDULD, Respekt, Dankbarkeit, Achtsamkeit und Liebe, kann ich ALL DAS wirklich leben.

    Finde ich die richtige Worte und Methoden jeden Tag im Frieden zu leben uns zu sein. Die Herausforderungen sind keine abstrakte Schatten, es sind echte Prüfungen jeden Tag.

    Antworten
  21. Hanni

    Hm, die Frage ist, ob es wirlich „realisierbar“ ist, in diese Fallen nicht zu tappen. Auch im sogenannten „Nichtspirituellen Bereich“ hab ich schon oft gewusst wie etwas anders (besser?) funktionieren könnte und bin dann doch wieder in die alte Schiene gefallen.

    Wirklich auflösen können wir viele Dinge zudem nur dann, wenn wir sie uns nicht nur in diesem Leben anschauen, sonderen mittels einer Rückführung zurück in die vergangnen Leben an den Ursprung gehen. Meist stellen wir dann fest, dass der Auslöser ein Fehlverhalten unsererseits war. Nehmen wir z.B. das im Text vielfach erwähnte Beispiel des sexuellen Fehlverhaltens eines Gurus gegenüber Schülerinnen. Wenn mich das so triggert, dass es mich emotional aufwühlt, habe ich wahrscheinlich so ein Verhalten in einem vergangnen Leben an den Tag gelegt und projeziere es auf andere. Wenn ich die ursprünglich Ursache dafür finde, mir selbst verzeihe und mich liebe, kann ich es auflösen und muss es nicht mehr in zahlreichen weiteren Inkarnationen – abwechselnd als Opfer (wenn es mich triggert verbinde ich mich auch mit den Opfern) und als Täter – immer wieder ausleben.

    Antworten
  22. Melanie

    In diesem ‚Was ist‘ kann wohl alles auftauchen: Schmerz, Leid, der vom Verstand kreiierte Konflikt, das Gefühl des Mangels und etwas tun zu müssen usw. Zunächst hat der Text von Abassi mich unheimlich beeindruckt, ich hab mir sofort sein Buch gekauft und es in wenigen Stunden gelesen. Denn auch in mir gibt es hin und wieder Wut und Resignation darüber, was alles an ‚Negativem‘ noch auftaucht. Da kann leicht das Gefühl entstehen, an etwas arbeiten zu müssen; doch auch dies Gefühl kommt nur vom Mangel- Verstand. Das, was ist (unsere wahre Natur) hat kein Problem an sich. Vielleicht taucht Schmerz darin auf, vielleicht das, was man Schatten nennen könnte, vielleicht das Gefühl, immer mehr zu wollen…. aber all das sind an sich nur Phänomene, nur der Verstand macht sie zu einem Problem. Das wahre Ich ist einfach in Liebe und Fülle. Ein schönes Interview trotzdem und danke für die vielen Gedankenanstöße.

    Antworten
  23. George Orwell

    als kind bin ich oft am fenster gesessen
    und habe mit meinem bruder zum himmel gesehen

    wir haben – wie das kinder früher so gemacht haben
    wenn sie nicht zwischen hochhäusern aufwachsen mussten
    uns gegenseitig gezeigt was wir alles sehen
    wir hatten ein riesieges fenster und auf dem fesnterbrett
    konnte man nicht nur autos hin und her schieben
    sondern auch sehr bequem sitzen

    schau sagte ich:
    – die eine wolke die wie ein kopf von einem hund aussieht
    – nein das ist ein drachen
    – oder wir haben riesige autos fliegen gesehen
    – manchmal war auch ein herz dabei oder eine baumkrone

    – wir waren eben kinder

    damals hat der himmel oft so ausgesehen

    weiterlesen: http://neunzehnhundert84.blogspot.com/2011/04/wolken-fruher-und-heute.html

    Antworten
  24. Eva Peter-Culik

    ja ich weiss auch nicht warum viele leute glauben, dass es SO LEICHT ist, das Wahre zu sehen zu leben. natürlich ist das absolut UNCOOL, natürlich ist das ungeil, wenn ich in meine tiefsten sehen MUSS. ja aber leider leider leider ist nur DAS der weg. alles andere kannste vergessen…. werde mir dieses buch zulegen…
    der restvon uns allen wird eben im schatten leben,, tja … was soll ma machen? s gibt immer noch genugdie nicht sehen WOLLEN

    Antworten
  25. Vigor Calma

    Wie kommt es, dass meist wenn jemand etwas als richtig erkannt hat, alles andere als „falsch“ verschrien wird?
    Kann es sein, dass es eine recht kurzsichtige Angelegenheit ist, Dinge und zustände als „falsch“ zu betiteln?
    Kann es sein, dass der Autor ein paar kleine Defizite im VERTRAUEN hat?
    Dass jeder Weg – egal wie falsch er zu einer bestimmten Zeit scheinen mag, oder egal als wie falsch er sich eines Tages entschleiert – eine individuelle und eine gemeinschaftliche Richtigkeit hat?
    Sicher, es gibt vieles was in der Eso-Szene ziemlich albern, manchmal auch verlogen daher kommt. Aber wer kann bitte beurteilen, inwieweit selbst die lächerlichste Nummer noch einen Lehreffekt haben kann..?

    Die Wahrheit komtm immer irgendwann durch. Mit Guru oder ohne, mit vielen Umwegen oder mit wenigen Umwegen.
    Ja, Schmerz gehört dazu, und manchmal scheint der Weg auch schwer. Aber der Schmerz kann genau so eine Droge werden, wie das „spirituelle High“.

    Wie kommt es nur, dass jede/r der/die was erkannt hat, sofort einen Glaubenssatz draus machen will, dem möglichst die ganze Welt folgen soll?

    Als Gedankenanstoß mag dieses Interview vielleicht taugen – doch meine Wahrheit ist, dass sowohl die eben gelesenen Worte, als auch der Autor selbst „nur“ eine Momentaufnahme eines Prozesses in Bewegung sind. Seines Weges.
    oder wie heißt es so schön in einem Song von „can“: „I am right and you are right“…

    Danke für den Text.

    Antworten
  26. Harald

    Das Vermeidenwollen von Schmerz durch eine spirituelle Ausrichtung wie Lesen, Rituale usw. kenne ich an mir nur zu gut, es ist eine Flucht und keine
    direkte Begegnung mit der Gegenwart. Solange ich an ein ich festhalte, ist
    das Leiden gegenwärtig, solange Offenheit, Akzeptanz für den Moment da ist,ist kein Raum mehr für Leiden, sogar wenn ich leide, schwingt ein innerer
    Frieden, eine Ruhe mit und die Emotionen fliessen durch. In dieser Offenheit
    zeigen sich meine Schattenseiten, aber sie sind nicht länger bedrohlich,alles darf sein, auch die größte Traurigkeit. Daher möchte ich auch nicht an meinen
    Schattenseiten arbeiten, nur mich ihnen öffnen.

    Antworten
  27. Adiran

    Super Text.
    Finde diese Coaching und Therapeuten Sache sehr gefährlich und hinterhältig. Insbesondere wenn jene sogar auf die Integration in das wahnsinnige Wirtschaft/Globalisierungs-System abzielen. Sprich: Wenn es um die eigene Karriere / Erfolge beim Job geht. Oder auch die steigerung des Selbst(un)bewussteins, um bei den Menschen besser anzukommen. Sprich das Ego mit einem falschen Selbstbid stärken.
    Auch die genannten spirituellen Gemeinschaften (z.B. von Eckard Strohm), sind eine Falle. Es wird allgemein gross gehäuchelt „wir lieben alle Wesen“, dabei herrscht meist Verachtung sogar in den inneren Kreisen. Dann noch diese Abgrenzung, wir sind Erleuchtet und etwas besseres als andere Menschen.
    Vorsicht!

    Antworten
  28. Azmuto

    Eine Mauer ist der einzige ort um eine Tür zu finden. Doch wir scheuen die Mauern und wollen sie nicht sehen, bis wir uns stoßen 🙂

    http://azmuto.blogspot.com

    Antworten
  29. Helga Eichner

    Der Autor spricht mir aus tiefster Seele, und ich beglückwünsche den Verlag zu dem Mut, dieses Buch herauszubringen. Es ist dringend erforderlich!
    Im Zeitalter des Coachings wird häufig damit geworben, dass Du ohne die Plackerei einer Therapie oder die Quälerei eigener Erkenntnisse zu Deinem ersehnten Ziel kommen kannst – leicht, ohne Angst, in kleinen Häppchen serviert und mit Erfolgsgarantie. Meine persönliche Erfahrung ist eine andere, und die deckt sich zu 100 % mit dem, was Abdi Assadi hier beschreibt. Das versuche ich, meinen Klienten zu vermitteln und ihnen Mut zu machen, diesen Weg zu begehen, auch wenn es dabei gilt, Steine wegzuräumen, Dunkelheiten zu durchqueren, dafür aber auch die Freude zu erleben, wenn sich etwas lichtet und wir ein kleines Stück mehr zu uns selbst gefunden haben – wieder und immer wieder!

    Antworten
  30. George Orwell

    wachsam sein hilft – möglicherweise auch nichts mehr

    http://neunzehnhundert84.blogspot.com/2011/04/zufallig-ausgefallen-auffallig.html
    http://neunzehnhundert84.blogspot.com/2011/04/bilderratsel-was-ist-das.html
    http://neunzehnhundert84.blogspot.com/2011/04/zusehen.html
    http://neunzehnhundert84.blogspot.com/2011/04/warten_06.html
    http://neunzehnhundert84.blogspot.com/2011/04/fema-national-level-exercise-2011.html

    Antworten
  31. Sonja Ariel von Staden

    Wahre Worte. Danke.
    Zwischen Ego und Seele zu trennen ist immer noch eine große Herausforderung. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass wir alle einfach leben können – und uns sowohl im Schatten als auch in der Liebe erkennen. Ohne Sahnehäubchen und Missbrauch – einfach, weil es Freude macht, den eigenen Weg zu gehen.
    Ich liebe mein Leben – mit allem, was ich bin und was ist.

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