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Intuition: Das Leben stellt die Intuition oft auf eine schwere Probe. Warum es sich lohnt, auf die innere Stimme zu hören.

 

Intuition und die Tests des Lebens

Wer beginnt, sich auf seine Intuition zu verlassen, wird bald an Punkte gelangen, wo dieses innere Gefühl mit der Angst kollidiert. Ich kann es kaum anders beschreiben, als dass das Leben die innere Gewissheit auf Herz und Nieren zu testen scheint. Zunächst zaghaft, dann immer bestimmter.

Zuletzt ist es oft nicht weniger als das eigene Leben, die Gesundheit oder die materielle Existenz die dabei auf dem Spiel steht und uns fragt: Wie klar ist deine innere Gewissheit wirklich?

 

Pläne und Absichten

Der Weg der Intuition beginnt da wirklich, wo wir anfangen, von einem Ort der Absichtslosigkeit aus zu leben und keine Ergebnisse mehr von einer Situation erwarten. Intuition ist eine Wahrheit des Augenblicks und blüht nur in Spontanität und in einem wirklichen Lauschen auf den Fluss des Lebens. Es ist ein weites, 360 Grad offenes Feld der Wahrnehmung, ein Leben von Schritt zu Schritt.

Die Intuition schlägt eine Richtung ein und fühlt sich dann vorwärts, von Kreuzung zu Kreuzung, jederzeit bereit, den kleinsten Abzweig zu nehmen, oder innezuhalten. Die Intuition will nichts erreichen, sie will nur in Wahrheit leben.

Der konditionierte Verstand hingegen lebt im Tunnelblick seiner eigenen Vorstellungen. Er fasst ein Ziel ins Auge und marschiert darauf los, den Blick starr auf dieses Ziel gerichtet, taub für das leise Flüstern der Blumen am Wegesrand. Dann wundert er sich über all die Zäune und Mauern im Weg, die er verbissen überwindet, während er dem Leben die geballte Faust entgegenstreckt.

Wie leicht fällt es dir, einmal gefasste Pläne loszulassen und auf das zu hören, was die Situation gerade wirklich will? Bist du frei? Oder ist da noch kindlicher Trotz, der dem Leben entgegen ruft: „Jetzt habe ich aber X darum werde ich auch Y!“

Nur weil man ein Ticket gekauft hat, muss man nicht in ein Flugzeug einsteigen. Nur weil man es geplant hat, muss man nicht auf eine Party gehen oder in den Urlaub fahren. Das Leben ist nicht interessiert an unseren Plänen, es folgt einem eigenen, höheren Rhythmus. Wenn wir nach diesem leisen Lied tanzen, geschehen nicht selten wahre Wunder.

Innere Gewissheit

Mit der Zeit wird die Intuition lauter als der Verstand – und kollidiert bald mit der zweiten großen Hürde, der Angst. Den Job aufgeben? Die Wohnung kündigen? Die Beziehung loslassen? Endlich das kleine persönliche Abenteuer wagen, das man schon so lange gleichzeitig ersehnt und fürchtet?

Es braucht in diesen Phasen ein gewisses Maß an innerer Gewissheit, um sicher navigieren zu können. Es ist nicht nur die eigene Angst, mit der wir hier konfrontiert sind, sondern die kollektive Angst.

Mein letztes Erlebnis in dieser Hinsicht war ein Hundebiss. Der Biss war tief, ich hatte stark geblutet und die Hand war nun entzündet und stark geschwollen, noch dazu hatte ich gerade erst eine Grippe auskuriert. Mein Gefühl sagte mir trotzdem, das alles in Ordnung sei. Die Menschen um mich waren jedoch anderer Ansicht und drängten darauf, einen Arzt aufzusuchen. Ich willigte schließlich ein, falls meine Hand länger ausfallen und ich eine Versicherung in Anspruch nehmen müsste.

Die Ärztin verordnete mir sofort eine ordentliche Dröhnung Antibiotika. Meine Intuition sagte nein, was ich ihr mitteilte. Sie prophezeite mir, dass ich in wenigen Tagen im Krankenhaus sein würde, wahrscheinlich wäre die Hand dann nicht mehr zu retten und müsse amputiert werden. Meine Intuition sagte immer noch nein.

Eine Amputation ist nicht gerade ein Klacks. War meine Intuition korrekt? Oder gründete sie nur in Trotz und meiner tiefen Aversion gegen Antibiotika? Was ist wirklich wahr? Es braucht ein ehrliches Fühlen an solchen Punkten, völlige Offenheit für alle Optionen.

Ich nahm nichts und die Hand heilte innerhalb weniger Tage.

Kollektive Angst

Ich erzähle die Geschichte, weil gerade unser Verhältnis zu Ärzten, unser Gesundheitssystem fast symbolisch ist. Sei es bei der Geburt, beim Hausarzt oder im Krankenhaus – uns wurde das Gefühl für den eigenen Körper und die Kraft zu eigenen Entscheidungen systematisch aberzogen und die meisten Menschen haben zu viel Angst, um überhaupt auf den Gedanken zu kommen, nach Innen zu fragen.

Ich möchte keine Anleitung zu Leichtsinn geben, aber ich möchte allen Menschen sagen, wie gut es sich anfühlt, innere Gewissheit zu haben, sich auf seine innere Stimme verlassen zu können und keine äußere Instanz mehr über diese innere Stimme zu stellen. Weil man weiß, dass man sich auf sie verlassen kann.

Wir haben so viel inneres Wissen, dass in diesen Tagen Zeit darauf wartet, befreit zu werden. Es ist Zeit, die Autoritäten unserer Gesellschaft von ihren Sockeln zu heben und wieder auf uns selbst zu vertrauen, eigene Entscheidungen zu treffen.

Dabei wird uns die kollektive Angst begegnen, die wie ein Stützender Pfeiler unter dem kollektiven Konstrukt thront. Die Angst vor dem Ausgeschlossen sein, vor Armut und Obdachlosigkeit, vor Krankheit, Hunger und Tod. Mein Weg hat mich durch alle diese Stationen geführt, meine Intuition bis ins Letzte getestet. Heute ist dieses innere Gefühl so stark, dass die Stimme der Angst dagegen blass und grau geworden ist.

 

Vertrauen in die Intuition

Es ist eine sehr abstrakte Form von Vertrauen, die sich einstellt. Ein Vertrauen nicht auf ein Ergebnis, nicht auf Unversehrtheit oder Freiheit von Leid, sondern ein absolutes Vertrauen in den Weg und die innere Führung.

Es ist kein blindes Vertrauen, ich habe es getestet. Ich weiß, dass ich diesem inneren Gefühl vertrauen kann, weil sich jedes Mal, wenn ich ihm gefolgt bin, alles zum Besseren gewendet hat. Nicht notwendig so, wie ich es geplant hätte, aber jedes Mal so, dass ich mich irgendwann an einem Punkt von staunender Dankbarkeit wiedergefunden habe.

Es ist ein tiefes Glück, das Leben auf diese Weise zu leben, diesem unsichtbaren, magischen Weg zu folgen, der sich mit jedem Schritt vor den eigenen Füßen auftut. Und ich wünsche es allen Menschen aufzuwachen zu dieser inneren Integrität und Wahrheit. Möge sie tiefe Wurzeln in uns fassen, die kein Sturm mehr beeindrucken kann.

 

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10 Responses

  1. Stephan

    Hi,
    meine aktuelle Geschichte, in der ich eine 5jährige tiefe gegeseitige Beziehung zu einer unglücklich >10 Jahre verheirateten Frau mit Kinder und Haus hatte, diese sich nun von Ihrem Mann lösen und ausziehen konnte, um mit mir zusammen zu sein und jetzt nicht mehr den Wunsch danach hat mit mir sein zu wollen; führte erneut mich an einen Punkt, wo sich meine Intuition meldet, wo ich sie eigentlich das erstmal richtig wahrnehme.
    Ich spüre meine Intuition aber meine Gedanken stellen alles in Frage. Wie kann ich richtig zwischen Beidem unterscheiden? Die Intutions sagt, „tu nix“, „vertraue, es wird alles gut mit dieser Beziehung“. Dieses fühlt sich leicht und beschwingt an. Gleichzeitig erwache ich immer nach einer Weile aus einem Gedanken-wust und spüre wie sehr das Ego alles zudeckt, mir Angst macht und mich zum Handeln verleiten will. In diesem Moment kann ich die Intuition von den Gefühlen, die durch die Gedanken erzeugt werden, unterscheiden. Meistens ist es aber nicht zu Erkennen.
    Frage ich oder stelle ich eine Behauptung auf, um die Intuition zu befragen, so kommt keine Antwort. Es gehört viel Mut dazu, das Gewünschte los zu lassen und Vertrauen auf die Intution zu entwickeln.
    Ich fühle, wie die Intuition nichts anderes ist, als Gott/Universum zuvertrauen, es ist als wäre es exakt das gleiche.

    Ihr Artikel liefert sehr viel authentisches, es ist aber schwierig ein richtiges Buch dazu zu finden, welches um vieles intensiver ist und hilft, und gleichzeitig diese Qualität des Artikels hat.
    Gibt es ein Buch oder Bücher, worauf Ihre Arbeit beruht. Über eine Buchempfehlung würde ich mich sehr freuen.
    Danke.

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  2. cosmos b. eitelgoerge

    Als Junge in einem Zeltlager stach mich irgendwann ein Insekt an einer so empfindlichen Stelle an der Daumenwurzel, dass ich im Laufe des Nachmittags eine akute Blutvergiftung kam: Ich hatte schon dunkle Schwellungen und Schmerzen in der Achselbeuge. Einer der Betreuer fuhr mich augenblicklich ins Krankenhaus, dort wurde ich in der Intensiv-Station mit einer großen Injektions-Spritze mit Antibiotika konfrontiert.
    Ich sagte „Nein!“ und wehrte mich so erfolgreich mit Händen und Füßen, dass die Ärzte mich mit Hinweis auf die Verantwortung der Betreuer entließen, denn ich erklärte, ich wolle ganz einfach in eine Apotheke, und Kamillenkraut besorgen: Das wäre meine Art von Behandlung für diese Entzündung. Der Betreuer begriff es und unterstützte mich dabei. Also besorgten wir Kamille, kochten im Zeltlager einen Topf mit starkem Kamillentee und darin badete ich die bereits dick angeschwollene Hand.
    Nach einer Stunde war die Schwellung weg, die dunkle Schwellung unter der Achselhöhle auch, und ich ging erst mal schlafen.
    Am nächsten Tag sah man gar nichts mehr, nur eine winzig kleine Stich-Stelle unter dem Daumen.
    Das war meine erste erfolgreiche Begegnung mit der INTUITION, da war ich etwa zehn Jahre alt.

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  3. Guido V.

    Dazu passt folgender Text, der darlegt, wie aus einer Körpergemeinschaft mehr und mehr eine Verinnerlichung der modernen Gesellschaft wird …

    http://faszinationmensch.com/2014/08/25/die-desinformation-der-korpergemeinschaft/

    Gruß

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  4. Brem Michael

    Endlos scheint das Blatt zu schweben, dass vom Baum zur Erde fällt, sich dabei dreht und mit Anmut im Wind schaukelt. Immer wieder wird es hochgehoben bevor es den Boden erreicht und dabei die entzückendsten Bewegungen und Kunststücke vollführt. Irgendwann berührt es auf den Boden und gesellt sich dabei zu seinen Artgenossen, nach seiner ausgedehnten, ausschweifenden Reise.
    Dieser Moment ist endlos, wobei die Unendlichkeit nicht in seinem zeitgebundenen Ablauf liegt, sondern in seiner Tiefe. Solche Vorgänge vollziehen sich in verschiedenster Form, Tag für Tag hunderte Male, ähnlich aber doch immer völlig anders und ganz real um uns herum. Nur der Mensch, der sie sehen, erleben und darin baden kann, sich dabei völlig selbst vergisst, kann Reales von Illusion unterscheiden, denn er ist neugeboren, vollkommen unschuldig und frei.

    Ganz vielen lieben Dank für Deine wirklich tiefgehenden Gedanken
    die mich sehr, sehr, stark berühren können!

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  5. KaMauz

    Danke , für die in Worte gefasste Lebenskraft, die vielen abhanden gekommen war.
    Meine Kinder lehrten mich erstmals für diese Wahrheit einzustehen , hinter die Kulissen zu gucken und zu fragen ob die „guten Ratschläge“ ,der Koryfäen auch in meinem (denen meiner Kinder,…) Sinne gut sind

    Selber denken und fühlen macht auf jeden Fall frei!

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  6. Lichtanker

    Geliebte Frauen. Erinnert Euch bitte wieder Eures göttlichen Wesens, Eurer Intuition! In diesem Jahr zeigte sich mir als Mann (50) all zu deutlich ein Übermaß der Dualität, der Trennung zur Quelle. Auf dem Weg, eine liebevolle Partnerin zu finden, kam es mehrfach nicht zur zweiten Verabredung. Bereits kleinste Komplimente stießen auf Ablehnung. Alles sei ‚Lobhudelei‘, ‚zu dick aufgetragen‘ uvm. Selbst Genesungswünsche endeten mit der Androhung mich polizeilich anzuzeigen. Besagte Frauen erlebten eine erschütternde Enttäuschung durch ihren Partner und sie übten einen Beruf aus, wo absolutes rationales und logisches Denken gefragt ist … Ich übe mich in Vergebung, ihr wundervollen Wesen … DANKE!

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  7. road

    danke für diesen Artikel.
    du konntest das in worte fassen, was ich auch spüre.
    es ist eine höhere macht, eine höhere ordnung, man ist mit ihr in verbindung/kommunikation.
    hingabe und dankbarkeit hält einen im fluss.
    ich nenne diesen moment „das wissen“.
    man hört auf, an eine höhere macht zu glauben (gott).
    man weiss, sie existiert und man ist mittendrin.

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  8. Karin

    Ich loese mich gerade von dieser kollektiven Angst, die ich vermutlich auch von meinen Ahnen mitbekommen habe. Und ich spüre, wie frei es macht, sehe aber auch traurigeb Augen , wie meine Umwelt darin verfangen ist u d sich manipulieren lässt.

    Sich innerlich unabhängig von Ärzten und anderen Autoritäten zu machen, hilft mur seit Jahren durchs eigene Leben zu gehen.

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  9. Anonymous

    ..welch ein schöner Artikel – DANKE.

    Ich übe täglich 🙂 und stelle seit Jahren fest, dass das Vertrauen in meine Intuition auch das Leben entstresst, das Gedankenkarussell verlangsamt und unnötige Sorgen reduziert..

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