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Mit dem Aufwachen des Geistes ist der Erleuchtungsprozess nicht abgeschlossen. Erst wenn das Nervensystem des Körpers von alten Strukturen und Traumata gereinigt ist, kann sich der Mensch im Absoluten wirklich verankern. Eingetaucht in seine unvergängliche Natur, wird der individuelle Geist auf dem Weg zum vollkommenen Sein schrittweise transzendiert. Das Schöne dabei: Jede Zelle kennt bereits die transzendentale Wahrheit.

 

 

Nachdem der Geist durch ein Aufwachen seine Klarheit erreicht hat, ist es an der Zeit, die Kraft des gegenwärtigen Seins in jede Zelle zu ergießen und zu verankern. Ein endgültiges Verstehen der Wahrheit und ihre lebendige Umsetzung sind nur über eine alchimistische Umwandlung, über einen Prozess der biologischen Mutation des gesamten Organismus erreichbar. Das vormals auf Individualität eingestellte Nervensystem wird während eines jahrelangen Prozesses auf eine neue Realität ohne einen individuellen Bezugspunkt eingestellt. Mit dem Verlust des individuellen Bezugspunktes muss der Körper zunächst einmal klarkommen und auch verstehen lernen, dass es diesen Bezugspunkt in Wirklichkeit niemals gegeben hat.

Die alte Struktur des Handelns aus der Vergangenheit wird verabschiedet, und zwar dadurch, dass die ganzen Spannungen, die die Ich-Haftigkeit in Form einer Persönlichkeit darstellen, im Körper Schritt für Schritt aufgelöst werden. Jeder Gedanke wird als Stress im Nervensystem erkannt, und durch Nicht-Reagieren lösen sich Schritt für Schritt die Spannungen auf, die als Ergebnis unserer früheren Taten und Gedanken in unserem Nervensystem immer noch gespeichert sind. Das körperliche System hat jede Menge Traumata und Schmerz angesammelt. Es ist sehr anspruchsvoll, in jede Ecke zu schauen – aber die Gnade ist gnadenlos. Sie beleuchtet alles, und wenn der Mensch nicht alle seine Anhaftungen hingegeben hat, wird es ihm nicht möglich, dauerhaft im absoluten Sein zu verweilen. Je mehr das Nervensystem gereinigt ist, umso mehr spiegelt sich das Sein in ihm wider.

 

Das Zellbewusstsein verändern

Der alchimistische Prozess der körperlichen Umwandlung stellt eine radikale Veränderung des Zellbewusstseins dar und der Körper muss Hingabe lernen. Das Verstehen geschieht in jeder Zelle des Körpers, es ist kein mentaler Vorgang. Das Sein ist ein tiefes inneres Wissen, das in jeder Zelle des Körpers schwingt. Jede Zelle kennt die Wahrheit. Sie weiß, wie man das Leben in Harmonie lebt, sie kennt die kosmischen Gesetze. Nach dieser Verwandlung fühlt sich der Körper nicht mehr grob an, sondern sehr fein, sanft, ätherisch-durchlässig, durchströmt von der Kraft der Feinheit der eigenen transzendentalen Natur. Eine permanente Präsenz – ein offenes, reines, sanftes Herz, dessen zarte Vibrationen und Wellen sich von Kopf bis Fuß innen und außen ausbreiten.

Der Zustand des Seins ist mit Worten nicht zu beschreiben und macht sich auch für die Menschen der Umgebung stark bemerkbar. Je mehr Spannung wir loslassen, desto mehr verkörpern wir in diesem sich entfaltenden Prozess die Göttlichkeit, und umso reiner und klarer wird die Ausstrahlung. Je mehr an körperlichem Ballast abgeworfen wird, umso besser können wir die anderen mitnehmen. Im Satsang geschieht kein Arbeiten auf Augenhöhe, sondern, wenn man es so ausdrücken will: „unterhalb der Augenhöhe“, da die Position der absoluten Hingabe an das Höchste und des Dienens gegenüber dem Anderen eingenommen wird. Das Begegnen unterhalb der Augenhöhe symbolisiert eine Geste der Wertschätzung und Hochachtung vor dem Göttlichen im Menschen, das Mitgefühl, gemeinsam mit ihm in seinem Schmerz und Leid zu sein. Es drückt die Liebe aus, welche ihn bedingungslos liebt und annimmt. Bei den meisten löst allein diese Haltung das Fühlen eines tiefen Schmerzes des Nicht-angenommen-Seins aus, der geheilt werden darf. Gleichzeitig wird der Schmerz des Getrenntseins von der Liebe wahrgenommen, die man sein ganzes Leben lang gesucht hat.

 

Der Frieden der eigenen Natur

Die Freiheit, die der Mensch sucht, ist das Eins-Sein in seinem Geiste, die Erfüllung in sich selbst. Wenn der Geist in das Sein eingetaucht ist und die Freude und den unendlichen Frieden der eigenen, ewigen Natur erfährt, bindet er sich nicht mehr an Objekte und sucht nicht nach einer Erfüllung im Äußeren. Eingetaucht im Sein und vom Sein durchdrungen, handelt er dem aktuellen Impuls folgend, zum Wohle aller Beteiligten. Das Handeln ist absichtslos und geschieht als Antwort auf äußere Impulse. Die Dinge werden nicht in Gang gesetzt, das Handeln wird als Nicht-Handeln erlebt, sondern spielerisch, unwichtig, was die Resultate des Handelns betrifft.


Abb: © abhijith3747 – Fotolia.com

Marta ist eine von 27 aufgewachten spirituellen Lehrern, die sich in diesem Sommer vom 31. August bis zum 2. September auf dem 1. Berliner Kongress des forum erleuchtung vor Publikum zu einem Erfahrungsaustausch treffen. Erörtert werden Fragen rund um den Prozess der Vertiefung nach dem sogenannten Aufwachen: Welche speziellen Schwierigkeiten können auftreten, welche typischen Fallen erwarten „frisch Aufgewachte“, und welche Methode und welche Haltung ist in diesem Lebensabschnitt der Vertiefung sinnvoll? Anmeldung unter www.forum-erleuchtung.de.

Kosten: 260 €

Zu diesem Kongress erscheint das fast 650 Seiten umfassende Buch „Erleuchtung – Phänomen und ­Mythos“ mit 47 Beiträgen aufgewachter spiritueller Lehrer.

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