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Kann eigentlich jeder channeln? Und wie geht das? Und: Wozu ist das überhaupt gut? Anna Bahlinger-Çetin teilt ihre eigenen Erfahrungen und gibt Tipps für den Download von oben.

 

Channeln ist eine ganz natürliche Fähigkeit des Menschen. Kinder können es oft noch, sie haben ganz natürlichen Kontakt zu irgendwelchen – für die Erwachsenen unsichtbaren – Wesen, Engeln und Geistern. Genauso, wie sie häufig auch hellsehen, -hören oder  -fühlen können. Den meisten wird diese Fähigkeit dann aberzogen, peu à peu  werden wir „zur Vernunft“ gebracht. Das Gefühl des Getrennt- und Alleinseins, das so typisch ist für die Grundbefindlichkeit des Menschen, stellt sich dann ein oder verstärkt sich.

Mediale Fähigkeiten und damit auch das Channeln gehören also sozusagen zu unserem angeborenen Grundrepertoire. Die gute Nachricht: Man kann solche Fähigkeiten auch im Erwachsenenalter jederzeit wieder entdecken und weiter entwickeln. Ich habe selbst diese Erfahrung gemacht. Bin „zufällig“ bei einem Channelmedium gelandet, durfte mit ihr zusammenarbeiten und habe mit ihrer Hilfe gelernt, meinen eigenen „Kanal“ zu öffnen. Ich kam in Kontakt mit meinem Schutzengel, übte das Briefeschreiben zwischen den Dimensionen mit ihm so lange, bis ich halbwegs sicher war, dass da wirklich „jemand Anderer“ durch meine Hand schrieb und das nicht einfach nur von mir ”zusammengesponnen” war.

 

Wieder zu Hause

Man kann es also lernen. Aber was bringt das überhaupt, und warum lassen sich Leute auf solche – echten oder vermeintlichen – Kontakte ein? Ist es nicht eine Phantasiewelt, in die man sich da begibt, ja, flüchtet, um den ”realen” Herausforderungen des Lebens zu entgehen?

Da kann ich nur aus meiner persönlichen Sicht antworten (und von anderen Menschen habe ich Ähnliches gehört). Die Begegnung mit den ”anderen Dimensionen”, in diesem Fall vermittelt durch eben jenes Channelmedium, fühlte sich für mich an wie eine Wiederbegegnung, ein Wieder-in-Kontakt-Kommen  mit einer Ebene, von der ich im Grunde meines Herzens immer gewusst hatte, dass sie existiert, die mir aber verborgen war – und die ich eigentlich gesucht hatte. Es war, als würde ein Schleier weggezogen. Ich war plötzlich ”zu Hause”. Und die Menschen, mit denen ich in diesem Zusammenhang zu tun hatte, waren keineswegs abgehobene, verklärte Geister, sondern durchaus lebenspraktische, handfeste Menschen mit einem ganz normalen Alltag.

Das, was ”von der anderen Seite” kam, gab allem eine andere Tiefe, eine neue Bedeutung, jenseits des Alltäglichen. Und es war immer förderlich und unterstützend. Was nicht heißt, dass es auch immer angenehm und bequem war. Es konnte zum Beispiel durchaus sein, dass ich oder eine andere fragende Person von ”denen” ermutigt wurde, den eigenen Ärger zu spüren, mich mit jemandem auch mal zu fetzen, um so die eigene Kraft freizusetzen. Oder dass Fragen eben nicht beantwortet wurden – beispielsweise eine Bitte um Entscheidungshilfe (“Soll ich dies oder lieber jenes machen?”). Die stereotype Antwort darauf: “Du kannst alles machen, was du willst!” fand ich natürlich gar nicht hilfreich. Erst viel später begriff ich, dass es die Unterstützung war, meine eigene Entscheidungsfähigkeit zu stärken.

 

Wie kommt man in Kontakt?

Was geschieht beim Channeln, wie macht man das? Channeln – vom englischen Wort „channel“, ‚Kanal‘ – heißt ja nicht mehr und nicht weniger, als dass man sich als Kanal, als Empfangskanal zur Verfügung stellt für nicht sichtbare Wesen aus anderen Dimensionen – Geistführer, Engel, nicht-körperliche Wesen verschiedener Art –, für deren Hinweise und Botschaften. Wie kann man also einen solchen Kontakt herstellen? Eigentlich ist das ganz einfach: Man reinigt sich zuerst innerlich, richtet sich aus auf den Geist des Lichts und der Liebe (oder wie immer man die gewünschte Dimension umschreiben möchte), bittet vor allem um Schutz und Führung. Man atmet alles Belastende aus dem Alltag in die Erde aus, macht innerlich Platz und öffnet sich für das, was kommt… ob in Worten, Bildern, Tönen oder welcher Form auch immer. Natürlich erfordert das eine gewisse Übung.
Also: Sich leer machen und einfach kommen lassen, was kommt. Wichtig ist, dass man zuvor den Rahmen dessen, was man bereit ist zu empfangen, eingegrenzt hat. Denn im Prinzip könnte man da ja alles Mögliche ”downloaden”, von überall her (und womöglich überschwemmt werden von Stimmen, Situationen, Szenarien x-beliebiger Art…). Was gewünscht ist, sind ja in der Regel Antworten auf bestimmte Fragen, Hinweise und Hilfe für bestimmte Situationen. Und das natürlich im Sinne einer positiven Unterstützung für das höchste Wohl aller Beteiligten. Also kann und sollte man das auch bestellen, erbitten.
Und unsere Begleiter freuen sich sogar, wenn man sie ruft. Mein geistiger Lehrer Seth pflegte durch Valanga zu sagen, Wesen wie er seien wie Radiofrequenzen, auf die man sich einstellen kann. Man kann und muss also schon die gewünschte Frequenz ansteuern!

 

Sich leer machen

Es geht also „kinderleicht“ und ganz von selbst – man muss nur sich selbst herausnehmen, beiseite treten, alle Erwartungen, Vor-Stellungen, Absichten, Beurteilungen und Bewertungen weglassen. Dann kann sich – wie gesagt, entsprechend der vorher erfolgten Einladung – jemand oder etwas melden, bemerkbar machen. Das kann eine gefühlte Empfindung sein, die man plötzlich hat (etwas Kraftvolles oder Leichtes oder Helles oder Strahlendes oder Fließendes… bei jedem Wesen, jedem „Sender“ wieder anders), es können Worte sein, ein Satz vielleicht. Oder Töne, die einen plötzlich durchdringen, oder Bilder, die sich zeigen, oder eine körperliche Empfindung wie zum Beispiel die, liebevoll berührt oder umhüllt zu werden.

Wie weiß ich dann, ob ich mir da nicht etwas zusammenphantasiere? Ob das nicht ”nur ich” bin, die da irgendwelche Worte (Bilder, Töne…) produziert? Ja, in der Tat sind die Grenzen fließend und besonders am Anfang nicht so klar – aber mit der Zeit wird man immer sicherer, die Energien zu unterscheiden. Man kann auch um Erkennungszeichen bitten, damit man leichter weiß, mit wem man es zu tun hat. In meinem Fall, als ich das Channeln zunächst schriftlich übte – mit der linken Hand, denn rechts schreibe ich ja selbst – war es beispielsweise so, dass meine verschiedenen Begleiter völlig unterschiedliche Handschriften hatten.

 

Färbung durch das Medium

Ist Channeln nun ein völlig abgehobener Kontakt mit dem “Überirdischen”? Nein, denn es setzt gerade voraus, dass man geerdet ist, mit beiden Beinen auf der Erde steht.

Selbstverständlich hängt die Qualität und Reinheit dessen, was da wahrgenommen – gehört, gesehen, als Bild, als Gefühl empfinden – wird, in hohem Maße davon ab, wie klar und rein der Kanal ist. Das wiederum hängt sicherlich von der menschlichen Reife des Mediums ab und von seiner klaren Ausrichtung. Ein Stück weit ist es natürlich Übungssache. Zwangsläufig ist es auch so, dass alles, was da durchkommt, durch den Kanal selbst eine gewisse Färbung erfährt. Wenn ich zum Beispiel Worte durchbekomme, werden die sich innerhalb meiner mir geläufigen Sprache, meines Vokabulars bewegen.

Also: Man sollte nicht alles, was von anderen ”gechannelt“ daherkommt, automatisch und kritiklos als ”höhere Weisheit“ annehmen. Schon gar nicht als “absolute Wahrheit”! Es gibt eine Vielzahl von Realitäts- und Wahrscheinlichkeitsebenen, möglichen Zukünften, Parallelwelten, die man anzapfen kann, auch schon mal versehentlich… und es gibt “dort” keine lineare Zeitstruktur, wie wir sie kennen, als Ordnungsmerkmal für alles, was passiert oder passieren kann. Umso wichtiger ist die vorherige klare Ausrichtung. Und je klarer die Frage ist, desto klarer kann auch die Antwort sein.

Offenbar ist es so, dass “Durchsagen” von “drüben” in erster Linie Denk- und Bewegungsanstöße für den Fragenden sind. Ich habe es mehrmals und bei verschiedenen Medien erlebt, dass auf ein- und dieselbe Frage von demselben Medium an verschiedenen Tagen oder bei verschiedenen Fragenden völlig gegensätzliche Antworten kamen… Also, ganz wichtig: Das, was gesagt wird, sollte man stets im Herzen prüfen!

 

Das eigene Potenzial entwickeln

Unser geistigen Begleiter nehmen uns eben nicht die Verantwortung und die Entscheidungen ab, aber sie geben uns Unterstützung, Begleitung und einen erweiterten Blickwinkel. Sie helfen uns, über uns selbst hinauszuwachsen, unser Potenzial zu ent- wickeln. Und sie sind immer und verlässlich an unserer Seite.
Channeling gab es im Grunde schon immer, zu allen Zeiten und in allen Kulturen – es hieß bloß nicht so. Ganze Religionen gehen darauf zurück, heilige Bücher sind voll davon. „Und der Herr sprach zu Moses“, „Das Wort des Herrn kam über ihn“ und ähnliche Beschreibungen finden sich in der Bibel zuhauf. „Offenbarungen“ von oben gibt es wohl in allen Kulturen, Traditionen, Religionen.

„Channeln“ als Wort kam seit den 1970er/1980er Jahren in Amerika auf, wo sich seit dieser Zeit verstärkt Menschen mit „Channelings“ in die Öffentlichkeit wagten. Seth, Vywamus, P’taah, St. Germain, Sananda/Jesus, Kryon, Tobias – um nur ein paar von den gechannelten Wesenheiten zu nennen – wurden erst dort, dann auch international bekannt. Die „Neue Zeit“ ist nicht unwesentlich bestimmt von dem, was in ihren Durchsagen vermittelt wurde: das Bewusstsein der Zusammenhänge von allem, was ist, die Erschaffung der eigenen Realität, generell der Geist der Akzeptanz und Liebe statt der früher vorherrschenden Angst. Die Aufforderungen dieser geistigen Lehrer und Begleiter gingen, soweit mir bekannt, immer in die Richtung der Ermutigung, die eigene Kraft zu leben, die eigene Autorität, die Selbstliebe und die Erweiterung des persönlichen Potenzials. Immer auf der Grundlage des Eingestimmtseins, der Verbundenheit mit allem. Wie sehr wir durch sie wirklich vorbereitet wurden auf die Zeit, in der wir uns jetzt befinden, in der die alten Autoritäten immer mehr zerbröckeln, gleichzeitig aber auch ungeahnte neue Möglichkeiten entstehen, wird mir gerade wieder einmal bewusst – und erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit.


Abb.: © Marco Regalia – Fotolia.com

Eine Antwort

  1. Timur

    Das ist ein, nach meinem Empfinden, sachverständiger Artikel zum Thema Channeln.

    Vielen Dank für diesen sehr guten Beitrag.

    Antworten

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