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Unsere Welt ist in Bewegung – und bewegt auch uns. Besonders bewegen uns die Menschen, die gerade aus Kriegsgebieten zu uns kommen. Sie stehen neben uns in der S-Bahn, im Supermarkt und im Nachbarhaus. Wir gestalten diese Begegnungen. Wählen wir Empathie oder Ablehnung? Dr. phil. Isabel Arends und Christiane Wolfes über die Kinesiologie des Mitgefühls.

Fühle ich mich in der Welt geborgen und ist mein eigener „innerer Flüchtling“ – ein bestimmtes Spektrum verschiedener unerlöster Persönlichkeitsanteile – geheilt und da angekommen, wo ich lebe, kann ich offen auf Fremdes zugehen.

Das Fremde löst oft Ängste aus, wenn ich nicht in mir selbst sicher und geerdet bin. Die versteckte Verletzlichkeit des Anderen kann mit meinem „inneren Flüchtling“ in Resonanz gehen: Mein Körper meldet Alarm! Alarm auf der biochemischen Ebene unseres Körpers bedeutet einen verengten Blickwinkel. Wir sehen nur noch Gefahr. Adrenalin pur flutet uns. Angriff oder Flucht erscheinen als einzige Reaktionsmöglichkeiten. Kinesiologie hilft hier, die freie Wahl wieder herzustellen. Denn die Kinesiologie bietet viele Techniken, die den Flucht-Angriff-Reflex auflösen. So können das Mitgefühl und der gesunde Menschenverstand Basis unseres Miteinanders sein.

Jeder Gedanke und jedes Gefühl erzeugt eine biochemische Realität bis in den Zellkern hinein und gestaltet von dort aus unsere Realität: Wohlgefühl oder unangenehme Anspannung. Nicht ohne Grund wird in jeder spirituellen Richtung die Meisterschaft über die Gefühle und Gedanken gelehrt. Nur: Woher weiß ich, wie es in mir aussieht, wenn die meisten Gedanken und Gefühle in mir unbewusst ablaufen? Der kinesiologische Muskeltest ist hier ein wunderbares Handwerkzeug, denn der Körper zeigt über den Muskeltest genau an, wo meine Gedanken und Gefühle zu Stressoren werden. Er erlaubt einfach und schnell eine Eingrenzung auf das, was mir wirklich unter den Nägeln brennt, so dass ich nicht mein gesamtes Leben zu analysieren brauche. Ich kann zum Beispiel genau testen, zu welchem Zeitpunkt in meinem Leben Sicherheit und Heimatgefühl verloren gegangen sind. War es schon in der Kindheit, als meine Familie in eine größere Wohnung zog? Oder bei einer Krankheit, die in Vergessenheit geraten ist? Der Tod der Oma? Es gibt eine Menge hierfür typischer Ereignisse, die nicht unbedingt als negativ in Erinnerung geblieben sein müssen und doch das eigene Leben stark beeinflusst haben.

Die Technik der Kinesiologe bietet hier ein breites Angebot, direkt das Körpergedächtnis anzusteuern, das in jeder Zelle sitzt, aber auch in der Vernetzung des Gehirns und in unserer komplexen Bewegungssteuerung zu finden ist. Mit der Kinesiologie ist es möglich, unerwünschte automatisierte Verhaltensmuster (beispielsweise Aggressionsketten) zugunsten breiterer Verhaltensmöglichkeiten aufzulösen. Diese Auflösung der negative Koppelung von Ereignis und Gefühl wird Defusion genannt. Ich kann damit zwar nicht die Ereignisse meiner Vergangenheit verändern, aber meine Haltung, meine Wertung und meine Gefühle zu ihnen.

Berlin und Kinesiologie

Berlin ist ein Schmelztiegel für Menschen aus vielen Nationen. Das macht diese Stadt so attraktiv für Kreative und geistige Wegbereiter. Viele dieser Menschen haben die äußere Heimat der Kindheit verlassen. Diese Gefühle der Kindheit wie Sicherheit, Geborgenheit, Vertrauen müssen dann in Berlin wieder neu aufgebaut werden. Dieses gelingt nicht immer. Auch wir kennen viele Beispiele des Verlustes der inneren und äußeren Heimat, die nicht immer geheilt wurden: die Auflösung der DDR, Vertriebene in und nach dem 2. Weltkrieg, die Gastarbeiter der Wirtschaftswunderzeit – um nur einige zu nennen.

Zu Hause zu sein, wo ich gerade bin, wird auch Bonding genannt. Es bezeichnet laut Wikipedia die „Befriedigung der lebensnotwendigen und neurobiologisch verankerten psychosozialen Grundbedürfnisse nach körperlicher Nähe (Bonding) und emotionaler Offenheit, Bindung, Autonomie, Selbstwert, nach körperlichem Wohlbehagen, nach Lustund Lebenssinn“. Aus dem, was Bonding ausmacht, erwächst erst die Fähigkeit, tragende Beziehungen herzustellen. Es ist die Voraussetzung für Empathie. In der Kinesiologie gibt es dafür „Bonding- Balance“. Das ist ein Prozess, um die Rückverbindung zu sich selbst und zu positiven Gefühlen wieder herzustellen. Ein Prozess, der direkt auf den Körper wirkt und uns die Kraft der Seele erschließt. So wieder verbunden können wir jedem Menschen aufgeschlossen und von Herz zu Herz begegnen.

 

Christiane-WolfesChristiane Wolfes
ist langjährige hauptberufliche Kinesiologin.
Sie ist praktizierende Buddhistin und Initiatorin der „Kinesiologie des Mitgefühls“.
Christiane Wolfes bildet aus und gibt Einzelsitzungen.
Kontakt unter
Tel.: 030-78705040
c.wolfes@kinesiologie.net
www.kinesiologie.net

 

 

 

 

 

Isabel-ArendsIsabel Arends
ist Kinesiologin und Autorin, u.a.: Wieder im Flow – Die zehn Geheimnisse der Kreativität (2016), Das Orakel der indischen Götter (2013).
www.fitforflow.de
www.wegderfreude.de

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