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Die Verbindung von Meditation und klassischer Musik ermöglicht ein tiefes Eintauchen in die verschiedensten Ebenen des menschlichen Bewusstseins, denn Klassik erleichtert es dem Körper, in einen Ruhezustand zu kommen, zu ­entspannen – und sie erhebt unsere Seele.

 

Meditation hilft, Emotionen und Gedanken besser zu regulieren, nicht unwillkürlich jedem Impuls zu folgen und sich dadurch in schmerzliche Situationen zu manövrieren. Sie schafft die Chance, die eigenen Verhaltensmuster besser zu durchschauen. Die Wissenschaft hat viele Belege für ihre Wirksamkeit geliefert.

Regelmäßig meditieren macht entspannter, erhöht die Konzentration und verringert die Gefahr, in Depression zu verfallen. Es verspricht das, wonach sich so viele von uns sehnen: ­Ruhe. Innere Ruhe. Was der Stern in seinem Leitartikel „Ruhe. Alles über die Kraft der Meditation“ ­beschreibt (Ausgabe Nr. 43 vom 17.10.2013), können Meditations­erfahrene nur bestätigen.

Die Mechanismen, mit denen wir Unlust vermeiden, zum Beispiel Suchtverhalten wie Alkohol- und Nikotinkonsum, führen oft langfristig zu noch mehr Leid. Seelisches Leid beruht auch aus psychologischer Sicht immer auf einem Mangel an Achtsamkeit. Erst in der Stille spüren wir, was die ganze Zeit in uns los ist. Der Weg dorthin führt über die Achtsamkeit. Achtsamkeit, sagen Meditationslehrer, ist die Fähigkeit, sich selbst beim Denken und Fühlen zu beobachten, ohne zu werten. Geübte Achtsamkeit erhöht auch die Qualität unserer Sozialkontakte und reduziert den Stress, den wir mit anderen haben.

Meditation stärkt sogar unsere Ich-Funktionen: Wir nehmen unsere Emotionen besser wahr, können besser mit Frustrationen umgehen. Und wir können genauer erkennen, welche Automatismen in uns wirken. Dabei lernen wir, ihnen nicht mehr blind zu folgen.

Dass Meditieren beim Entspannen tatsächlich helfen kann, belegen auch zahlreiche Studien. Wie der Kongress „Meditation & Wissenschaft“ 2010 feststellte, gibt es mehrere physiologische Wirkungen der Meditation, die bereits durch verschiedene Grundlagenstudien belegt werden konnten. Letzteres kann man bei Spiegel Online  nachlesen.

 

Die Heilkraft der klassischen Musik

Klassische Musik bereichert und vertieft die Meditationserfahrung und ermöglicht es, die verschiedensten Ebenen der menschlichen Seele in Erfahrung zu bringen. Auch hierzu gibt es genügend wissenschaftliche Studien, die belegen, in welcher Art und Weise Musik und Klang auf wichtige Hirnareale einwirken. Dadurch wird  zum Beispiel der ­Parasympathikus des vegetativen Nervensystems aktiver als sonst im Alltag angeregt und versetzt den Körper in ­einen Ruhezustand. Die Muskeln entspannen, die Durchblutung der Haut wird verbessert, der Puls nähert sich dem Ruhepuls und das Atemzugsvolumen wird größer.

Zudem kann klassische Musik unsere Seele augenblicklich erheben. Sie weckt in uns den Geist des Gebetes, des Mitgefühls und der Liebe. Sie ruft in uns Erinnerungen an verflossene Geliebte oder verstorbene Freunde wach. In uns lässt sie das Kind spielen, den Eremiten beten, das junge Mädchen Reigen tanzen, den Helden alle Hindernisse überwinden. Musik ist etwas Heiliges. Sie zeigt sich sowohl als majestätische Kathedrale, in der wir die Erhabenheit des Universums spüren, wie auch als armselige Hütte, die niemand von uns in ihrer unergründlichen Tiefe ausloten kann. Klassische Musik kann in vielfältiger Weise das Spektrum der menschlichen Seele mit all ihren Untiefen und Facetten hervorragend reflektieren.

So kann sie

  • in Kontakt bringen mit Gefühlen und (frühkindlichen) Atmosphären,
  • diese spürbar machen, intensivieren oder zu einer kathartischen Entladung führen,
  • in Kontakt bringen mit dem eigenen Körper und alle Sinne erfahrbar machen,
  • eine Richtung weisen oder ein Gefühl für Bewegung vermitteln,
  • Sicherheit und Halt geben sowie Struktur und Ordnung vermitteln,
  • Energie und Kraft spürbar werden lassen,
  • Heilung, Lösung und Einsicht bringen und
  • in Kontakt bringen mit dem Vorsprachlichen und dem Unaussprechlichen und Raum geben für Sinnfragen und spirituelle Erfahrungen.

 

In gewisser Weise ist klassische abendländische Musik künstlerischer Ausdruck für existentiell bedeutsame Erfahrungen des Menschseins und bietet die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit archetypischen Themen wie Geburt, Liebe, Trauer, Tod.
Klassische Musik hat eine besondere Kraft. So, wie die Seele des Menschen sich in Bildern zeigt, so ist auch die Musik eine Bildersprache.

 

Der Fluss der Wahrnehmung und der Fluss der Musik

Auffallend ist, dass Bewusstseinsströme – also das Fließen der menschlichen Erfahrung in Imaginationen und Träumen – der Musik ähnlich sind, die ebenfalls nur im zeitlichen Fluss zu erleben ist. Musik ist ein fließender Prozess, der ebenfalls in einem fließenden Imaginationsprozess erlebt wird. Die dabei auftauchenden Bilderfolgen sind Bewusstseinsinhalte, die das Unbewusste freigibt. Musik besitzt das Potenzial, den Imaginationsprozess auszulösen, zu stimulieren, zu strukturieren, zu vertiefen und in der ihr eigenen Dynamik weiterzuentwickeln. Ein bestimmtes Musikstück kann eine vergessene Kindheitserinnerung hervorrufen. Musik kann auch in transpersonale und spirituelle Ebenen der menschlichen Erfahrung hineinführen.

So können über die Musik die eigenen Ressourcen und positiv besetzte Anteile entdeckt werden oder schwierige oder angstbesetzte Gefühle können durchgearbeitet werden. Schließlich geht es auch um nährende und heilsame Erfahrungen durch die ästhetische Qualität der Musik wie zum Beispiel Schönheit und Liebe.

 

Mozarts „Ave Verum Corpus“

Als Beispiel sei hierfür auf Mozarts Ave Verum Corpus, KV 618, verwiesen.
Chor und Orchester vermitteln tiefste Gefühle. Diese ruhige und durch ihre Spiritualität schlichte Musik integriert allen Schmerz und tröstet. Das Dur gibt Hoffnung und Lösung sowie Halt durch den wiegenden Rhythmus. Es ist höchst spirituelle Nahrung und, wie meine Klienten immer wieder mit gleichem Wortlaut sagen, „Balsam für die Seele“ und kann tiefste Dankbarkeit auslösen.

Vor allem die Verwendung von vokalen Stücken bringt die Imaginierenden oft in Kontakt mit Menschen oder Beziehungen. So rufen eine weibliche oder männliche Stimme wie zum Beispiel in Mozarts Vesperae Solennes, Laudate Dominum, häufig Imaginationen hervor, die mit der Kindheit und den Eltern zu tun haben und damit die Möglichkeit für eine Arbeit an diesem Themenkomplex bieten. 

 

Grenzübergreifendes Spektrum

In der Klassikmeditation ist das Spektrum der Musik grenzübergreifend weit gefasst, von Bach bis Bartok, von Mozart bis Pärt, von Monteverdi bis Cage, von den gregorianischen Gesängen bis zur Filmmusik. Herausragend sind die oft sehr schlichten und klar strukturierten Werke Arvo Pärts, wie zum Beispiel das Friedensgebet „Da pacem Domine“, ein vierstimmiges A-Capella-Werk. Diese Stimmen von betörender Schönheit begleiten jeden Meditierenden in einen Zustand tiefsten inneren Friedens und spiritueller Verbundenheit.

Im Wesentlichen geht es um einen Prozess der Achtsamkeit in Zeit und Raum, um die Wahrnehmung der eigenen Gefühle, Körperwahrnehmungen und Bilder, wie sie, ausgelöst durch die Musik über die Resonanz mit ihr, ins Licht des Bewusstseins treten.
Vor allem aber führt Klassikmeditation zu einer ausgeprägten Tiefenentspannung, zu innerer Ruhe und Gelassenheit, Stärkung und Freude. Und sie geht, was ihren Erfahrungsreichtum betrifft, weit darüber hinaus. Sie ist ein Weg der Selbsterkenntnis in bisher unbekannte Tiefen.

Die Meditation wird in einer Abfolge von fünf Phasen durchgeführt. Nach einer Einführung und Erläuterung der wichtigsten Punkte zum Wesen bzw. Sinn und Zweck von Meditation wird in einer geführten Entspannungsinduktion die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf den inneren Raum von unendlicher Weite und Zeitlosigkeit gelenkt. In diesen Bewusstseinszustand von besonders sensibler Wahrnehmung kann sodann eine zirka halbstündige Musikreise mit ihrer spürbaren Kraft und Entfaltung zur Geltung kommen. Höhepunkt der Meditation sind zehn Minuten Stille, wie sie in dieser Intensität sonst kaum erlebbar sind. Langsam und in Ruhe werden die Teilnehmer zum Ausklang der Meditation wieder ins Licht der Welt zurückgeführt.


Abb: © Argus – Fotolia.com + © corky46 – Fotolia.com

Infos und Kontakt: Tel.: 0179-972 46 01 oder gim@klassikmeditation.de
www.klassikmeditation.de

Termine Klassikmeditation:
2. & 16. Februar
Im Labyrinth des Unbewussten
Werke v. John Williams

2. & 16. März
Trauer und Freude
Werke v. J.S. Bach

6. & 27. April
Mars – die Energie des Lebens
Werke v. G. Holst /
R. Strauss

Ort: Solmsstraße 13, 10961 Berlin
Kosten: 10 €
Bitte Voranmeldung per Tel. oder mail

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Über den Autor

Avatar of Andreas Klaus

ist Jurist, Heilpraktiker für Psychotherapie, Musiktherapeut, Therapeut / Fellow in Guided Imagery and Music (GIM), Therapeut für Katathymes Bilderleben und Traumdeutung. Weiterbildung in Integrativer Körperpsychotherapie, Humanistischer Psychologie und Transpersonaler Psychologie sowie in Archetypischer Medizin bei Dr. Rüdiger Dahlke.

Für Interessierte, die einen Eindruck der tiefgreifenden Erfahrungen bekommen möchten, die mit klassischer Musik möglich sind, bietet der Autor eine regelmäßig stattfindende Klassikmeditation an.
Anmeldungen werden unter gim@klassikmeditation.de erbeten.

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