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Spielt das Wetter verrückt? Und liegt es am Klimawandel? Während es im Sommer 2012 in Nordeuropa durchgehend regnet und man in Russland, Japan, China und Afrika mit Überschwemmungen kämpft, die Hunderte Tote gefordert und Millionen von Menschen obdachlos gemacht haben, erleben Korea und die USA die größten Dürrekatastrophen ihrer Geschichte. Das United States Department of Agriculture hat Naturkatastrophen in über 1000 Counties ausgerufen.

26 ganze Staaten erleben eine verheerende Dürre – die Katastrophe betrifft damit die Hälfte des gesamten Landes, und ist laut der Behörde die größte Naturkatastrophe, welche die USA jemals erlebt haben. Im Monat Juni wurden an über 170 Messstellen die Allzeit-Temperaturhochs gebrochen, das Jahr 2012 dürfte das wärmste Jahr in der Geschichte der USA werden.

 

Der Klimawandel und das Wetter

Fast gleichzeitig mit den Katastrophen erschien mit vielsagendem Timing ein Report der US National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und dem UK Met Office, der den Zusammenhang von Wetteranomalien und dem Klimawandel untersucht. Erstmalig kommt der Report dabei zu dem Schluss, dass ein direkter Zusammenhang besteht – bisher waren Klima-Forscher sehr vorsichtig gewesen, eine solche Verbindung zu behaupten.

Untersucht wurden die Katastrophen des Jahres 2011, ein Jahr, das auch unter Einbeziehung statistischer Schwankungen 1,5 Grad wärmer war, als es hätte sein sollen. Das veränderte Wetter hätte die Wahrscheinlichkeit von Wetter-Anomalien zum Teil um das 60-fache erhöht, so der Bericht.

Das Modell könne zwar nicht absolut eindeutig feststellen, was die genauen Ursachen einer Katastrophe waren, noch solche Katastrophen exakt vorhersagen, wohl aber könne es Aussagen zu der Wahrscheinlichkeit von Katastrophen in bestimmten Gebieten treffen. Die Überschwemmungen in Thailand im Jahre 2011 zum Beispiel gehen wohl nicht auf das Konto der globalen Erwärmung – eine erhöhte Wahrscheinlichkeit gegenüber dem Klima vor 40 Jahren sei zumindest nicht gegeben. Die Dürren in Amerika jedoch dürften sehr wohl der globalen Erwärmung zuzurechnen sein – der Report sagte hier eine 20-fach höhere Wahrscheinlichkeit voraus, die sich nun schon bewahrheitet hat.

„Es ist wie beim Würfeln. Die Chancen, dass wir eine Sechs würfeln, ist signifikant gestiegen. Und wir werfen gerade eine Menge Sechsen“, vergleicht Dr Peter Scott vom UK Met Office.

 

 

Aber hängt es mit dem Klimawandel direkt zusammen?

„Wir beobachten immer mehr Wetter-Anomalien, deshalb wird es immer schwieriger zu glauben, dass es nicht mit dem Klima-Wandel zusammenhängt“, meint Professor Jennifer Francis von der Rutgers University in den USA.

Bisher ist man an Berichte über Wetter-Anomalien gewöhnt, welche die Verbindung zum Klimawandel eher herunterspielen, gewöhnlich mit der Begründung, es könne keine eindeutige Verbindung nachgewiesen werden. Aber die neue Disziplin der „climate attribution“ untersucht nun immer genauer die Zusammenhänge des globalen Klimas und wie sich globale Veränderungen regional Auswirken – und gibt eine Aussicht, was uns bevorstehen könnte.

„Von Hitzewellen zu zerstörerischen Fluten: Die Auswirkungen der globalen Erwärmung werden immer offensichtlicher – und das ist noch gar nichts. Unser Wetter wird als Folge der globalen Erwärmung nicht nur immer extremer, es wird noch extremer als Klimaforscher es vorhergesagt haben“, kommentierte die Zeitschrift New Scientist die Erkenntnisse der neuen Disziplin.

Anomalien könnten damit bald zu Normalitäten werden, befürchten die Forscher. Welche Rolle der Mensch bei der globalen Erwärmung spielt, bleibt dabei umstritten, so auch die Rolle des CO2. Dass allerdings eine Erhöhung stattfindet, wird immer offensichtlicher. Und dass sie das globale Wetter ziemlich durcheinanderbringen wird auch.

 

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9 Responses

  1. KdG

    Fakt ist: WIR HABEN KEIN ( natürliches ) WETTER MEHR !!!

    Jeder möge sich z.B. den gestrigen Sonnenuntergang auf Borkum ansehen:

    http://endlichruheforu.my1.ru/forum/2-5-4724-16-1373578244

    Die „Helligkeit“ NACH Sonnenuntergang, viele verschiedene Lichtquellen …

    Da steht was „ganz GROßES“ bevor … !

    Antworten
  2. Volker Croy

    Ich finde die Aussage über die verregneten Sommer lustig. Seit den ersten Klimaaufzeichnungen in Deutschland ist klar, dass der Hauptteil der Niederschläge im Sommer fällt. Aber unser Gedächtnis will es einfach nicht wahr haben, wir verdrängen oder vergessen was uns nicht gefällt – die Zeit heilt alle Wunden…
    Die meisten werden sich an 2012 nur an die zwei Wochen mit der unglaublichen Trockenheit und dem schönen Badewetter erinnern, wenn sie sich in 20 oder 30 Jahren zurück erinnern.
    Macht den Test selbst und denkt an einen herrlichen Sommer, versucht euch etwa an das Jahr zu erinnern und fragt diesen Zeitraum bei einem Wetteramt nach und schaut ob eure Erinnerung recht hatte…

    Viele Grüße
    Volker

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  3. Anonymous

    Das dürfte ein herber Schlag für die Globalen Erwärmer werden:

    http://wattsupwiththat.com/2012/07/29/press-release-2/

    Interessanterweise hatte Nippel-Gate damals mehr Schlagzeilen und Medienecho in den Massenmedien als Climate-Gate. Mal sehen, was aus der verlinkten Studie wird, denn sie revidiert Wärme, wo nie welche war. Ein weiteres “Gate“ ?

    Gruß

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  4. Guido V.

    Und noch ein Nachtrag:

    http://wattsupwiththat.com/2012/07/17/new-paper-blames-about-half-of-global-warming-on-weather-station-data-homgenization/

    Gruß

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  5. Guido V.

    Klima ist der Text der Erdgeschichte. Wetter sind die Worte des Textes. Im Laufe der Zeit ändern sich Sprachgebrauch und auch die Worte. Aktuelle Sprachgewohnheiten auf die Vergangenheit, und damit den Beginn und den weiteren Verlauf des Textes, zu beziehen führt zwangsläufig zu Fehlinterpretationen. Das ist bei Bibeldeutungen und der Übersetzung altägyptischer Symbole nicht anders …

    Gruß
    http://www.gold-dna.de

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